Der "König des Sachsenrings" ist zurück auf seinem Thron! Marc Marquez feierte beim Grand Prix von Deutschland einen souveränen Start-Ziel-Sieg.
Beim Grand Prix von Deutschland fuhr KTM mit allen vier Fahrern in die WM-Punkteränge.
Brad Binder wurde Siebter und Miguel Oliveira Neunter. Rookie Raul Fernandez eroberte als Zwölfter sein bestes Saisonergebnis.
Und Remy Gardner nahm als 15. einen Zähler mit.
KTM Analyse nach dem Rennen
"Es war wieder ein langes Wochenende für uns", beginnt Binder seine Analyse.
"Ich habe versucht, über eine fliegende Runde konkurrenzfähig zu sein, aber es war schwierig, es in die Top 10 zu schaffen.
Im Warm-up habe ich dann eine konstante Pace gefunden. Mein Ziel war es, das Rennen zu beenden. Ich bin zufrieden, weil ich alles gegeben habe."
"Wir nehmen einen siebten Platz mit. Ich habe mir zu einem Zeitpunkt etwas mehr erwartet, aber ich hatte nichts mehr vom Hinterreifen übrig. Wir müssen weiterarbeiten.
Hoffentlich passt uns Assen bei komplett anderen Bedingungen besser."
Teamkollege Oliveira zeigte in den Trainings sehr gute Rundenzeiten, aber auch ihm gelang keine gute Qualifying-Attacke.
"Mein Wochenende basierte darauf, dass ich es nicht ins Q2 geschafft habe", analysiert der Portugiese nüchtern.
Meine Pace war an diesem Wochenende schön, aber alleine fahrend. Wenn man im Rennen jemanden vor sich hat, wird alles kniffliger."
"In dieser Hitze war es eine Herausforderung, den Reifen zu schonen und ihn nicht zu überhitzen. Die letzten zehn Runden waren ein Albtraum. Der Verschleiß am Hinterreifen war hoch. Körperlich war es auch sehr anstrengend."
Oliveira schätzt, dass mit einer besseren Startposition die Top 6 möglich gewesen wären. Binder fehlten nach 30 Runden lediglich vier Sekunden auf Platz fünf.
Während sich das Werksteam etwas mehr erwartet hätte, gab es Freude bei Tech 3.
Raul Fernandez's Fortschritt
Mit Platz zwölf machte Fernandez den lange erwarteten Fortschritt.
"Mein bestes Rennen! Ich fühlte mich da draußen wie ein Kind", lacht der Spanier.
"Ich fühlte mich wie im Vorjahr in der Moto2. Wir nahmen eine kleine Änderung beim Motorrad vor, die funktioniert."
"Ich konnte einfacher und freier fahren. Das wird uns auch in Assen helfen. Körperlich war es anstrengend, weil das Motorrad heiß war und die Hitze von den anderen Motorrädern abstrahlte.
Er hatte eine ähnliche Pace wie unsere Referenz, nämlich Brad und Miguel. Er fühlt sich auch körperlich gut. Dieses Ergebnis ist eine Belohnung für ihn und seine Crew."
"Wir hatten einen schwierigen Saisonstart, aber die Arbeit zahlt sich langsam aus. Das zweite Rennen in Folge sind wir mit beiden Fahrern in den Punkterängen. Danke, wir sind stolz auf alle! Wir machen es in unserer Rookie-Saison gut und wollen das in Assen fortsetzen."
In der Fahrer-WM verbesserte sich Binder auf den fünften Platz. Bei den Konstrukteuren ist KTM bei Saisonhalbzeit auf Position vier.
Marc Marquez' Triumph
Bei seinem 200. MotoGP-Start war es sein 69. Triumph in der Königsklasse.
Damit ist Marc Marquez nun der zweiterfolgreichste Fahrer."Natürlich war der Sachsenring auch in diesem Jahr wieder etwas ganz Besonderes", strahlt Marc Marquez.
"Von Anfang an habe ich mich gut gefühlt, das Vertrauen war von Beginn an sehr hoch, weil wir mit drei Siegen in Folge hierher gekommen sind.
"Wir erleben gerade einen unglaublichen Moment. Jetzt können wir sagen, dass die Hälfte der Saison vorbei ist, aber wir müssen weiter voll konzentriert bleiben.
Für den Grand Prix am Sonntag hatten sich 98.500 Fans rund um den Sachsenring versammelt. Es war bewölkt, aber im Vergleich zum Sprint trocken.
Von der Poleposition gewann Marc Marquez den Holeshot und verpasste diesmal nicht den Scheitelpunkt in Kurve 1.
Marco Bezzecchi (Aprilia) sortierte sich als Zweiter vor Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) und Alex Marquez (Gresini-Ducati) ein.
In der ersten Runde attackierte "Diggia" die Aprilia, aber Bezzecchi behielt die Oberhand und Platz zwei. Alex Marquez folgte hinter den beiden Italienern als Vierter.
Di Giannantonio griff in Runde zwei erneut an. Der Aprilia-Fahrer musste sich anschließend gegen Alex Marquez und Pedro Acosta (KTM) verteidigen. Aber in der vierten Runde schied der KTM-Fahrer in Kurve 2 durch Sturz aus.
Bezzecchi stand weiterhin unter Druck von Alex Marquez. Nach zehn Runden hatte sich Marc Marquez an der Spitze einen Vorsprung von rund zwei Sekunden auf Di Giannantonio herausgefahren.
In der 18. Runde stürzte Di Giannantonio in Kurve 1 auf Platz zwei liegend. Damit rückten Bezzecchi und Alex Marquez auf die Podestplätze nach vorne.
Momente nach "Diggia" stürzte auch Johann Zarco (LCR-Honda) in Kurve 1. In der 21. Runde war das Rennen für Bezzecchi vorbei. Auch der Aprilia-Fahrer stürzte in Kurve 1. Diese Ecke blieb die kritische Stelle. Eine Runde später kam es dort zum nächsten Unfall.
Während die Sportwarte die beiden Motorräder aus dem Kiesbett bargen, flog dahinter Lorenzo Savadori (Aprilia) in Kurve 1 ab. Der Italiener hatte schon zu Beginn des Rennens einen Sturz.
Die Schlussphase verlief dann weniger turbulent. Marc Marquez triumphierte sieben Sekunden vor seinem Bruder Alex. Bagnaia sorgte als Dritter für ein reines Ducati-Podium.
Im Schlepptau des Ex-Weltmeisters fuhr Rookie Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati). Weitere fünf Sekunden dahinter folgte die größere Verfolgergruppe. Brad Binder wurde Siebter, gefolgt von Jack Miller (Pramac-Yamaha) und Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia). Als Zehnter und Letzter fuhr Alex Rins (Yamaha) ins Ziel.
Expertenmeinung
ServusTV-Experte Stefan Bradl: „Die größte Challenge für Marc waren die Wetterverhältnisse am Samstag. Er hat aber letztlich alles unter Kontrolle gehabt und in der letzten Runde grandios zugeschlagen. Die Superlativen gehen einem aus, der Kerl bekommt einfach nicht genug.“
„Im Hauptrennen Zweiter zu werden und auch im Sprint ein paar Punkte mitzunehmen, hätte er vorher wohl sofort unterschrieben“, glaubt Bradl. „Die Márquez-Brüder kann man gerade nicht aufhalten, bei ihnen läuft es wie am Schnürchen.“
„Es kann immer etwas passieren, wie auch Marc nach seinen vielen Verletzungen weiß. Also ruhig bleiben, aber die Zeichen stehen für Pecco gut.“
„Marco Bezzecchi macht mit Aprilia einen soliden Job. Auch Pedro Acosta auf KTM hat immer wieder Ansätze, schmeißt das Ding aber zu oft weg. Und Fabio Quartararo quetscht die Yamaha aus und macht das Beste aus dem, was ihm zur Verfügung steht.“
„Da ist natürlich ein Riss entstanden“, weiß der ServusTV-Experte. „Jorge muss jetzt mit Demut an die Sache herangehen, wieder Vertrauen aufbauen und mit Leistung auf der Strecke überzeugen. Wir dürfen nicht gleich zu viel erwarten, man weiß aber, was er kann. Und dass die Aprilia funktioniert, hat Bezzecchi gezeigt.“
„Wir werden sehen, ob sie diesen kleinen Vorsprung über das ganze Wochenende mitschleifen können.“
„Dass die Ducatis schwer zu schlagen sein werden, hat aber nicht allein mit der Rennstrecke zu tun, sondern mit dem Paket, das überall funktioniert und schlicht das momentan beste ist.“
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