Der Saar-Radweg: Ein vielseitiges Erlebnis für Radfahrer

Ein noch junger Stern unter den großen deutschen Fernradwegen ist der Saar-Radweg, der sich mit seinen 110 Kilometern durch das kleinste Bundesland, das Saarland, schlängelt. Genau genommen ist der Saar-Radweg kein rein deutscher Radweg, sondern ein europäischer, da er auch durch Frankreich führt bzw. dort seinen Ursprung hat.

Verlauf und Länge des Saar-Radweges

Zur Gesamtlänge des Saar-Radweges gibt es unterschiedliche Angaben. Mal wird er mit 180 Kilometern angegeben, mal mit mehr oder weniger. Das liegt womöglich daran, dass die Saar aus zwei Quellflüssen besteht und ein ausgewiesener Radweg entlang der Saar erst ab Sarrebourg in Frankreich beginnt. Bei Saargemünd beginnt der deutsche Teil des Saar-Radwegs. Ab hier misst er bis zur Mündung der Saar in die Mosel 110 Kilometer und ist durchgehend als Saar-Radweg ausgeschildert.

Die familienfreundliche, völlig ebene Tour führt auf 110 Kilometern entlang des Saarufers von Saargemünd in Frankreich bis nach Konz, wo Saar und Mosel aufeinandertreffen. Der grenzüberschreitende Radweg wurde als ADFC Qualitätsradweg mit 4 Sternen ausgezeichnet.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Wenige Kilometer hinter Saargemünd passiert man zunächst Saarlands Hauptstadt Saarbrücken und im weiteren Verlauf die größeren Städte Völklingen und Saarlouis. Saarbrücken bietet sich als Startpunkt für die Reise an. Neben dem Saarbrücker Schloss, dem barocken Ensemble um die Ludwigskirche, der Stiftskirche St. Arnual und der Altstadt mit dem St. JohannerMarkt gibt es noch zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten.

Dieser Abschnitt führt durch stark urbanisiertes Gebiet mit zahlreichen Zeugen der Montanindustrie, vor allem der Bergbau dominierte diese Regionen. Hier bekommt man als Radler ein Ruhrpott-Feeling beim Passieren zahlreicher eindrucksvoller, verwitterter Industrieanlagen. Auf einem gut ausgebauten Treidelpfad geht es weiter nach Völklingen, wo die 1986 stillgelegte Völklinger Hütte die Silhouette der Stadt überragt. Die komplett erhaltene Hochofenanlage wurde 1994 als einzigartiges Zeugnis der Technikgeschichte und Industriekultur zum UNESCO - Weltkulturerbe erklärt. Die Hütte und die benachbarte Gebläsehalle mit wechselnden Ausstellungen zählen zu den Highlights jeder Radtour an der Saar.

Das nächste Etappenziel ist die Stadt Saarlouis, die 1680 vom französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. gegründet und durch dessen berühmten Baumeister Vauban als Festung ausgebaut wurde. Das französische Flair der Altstadt mit ihren vielen Cafés und Restaurants zieht das ganze Jahr über viele Gäste an.

Ruhiger und landschaftlich reizvoller wird der Saar-Radweg hinter der Kreisstadt Merzig. Man radelt ab hier durch die Ausläufer des Hunsrück. Hinter der Ortschaft Besseringen erreicht man auf dem Saar-Radweg die bekannte und sehenswerte Saarschleife, eine 180 Grad Wendung des Flusses. Dies ist der wohl schönste Teil des Saar-Radweges. Vom Aussichtspunkt Cloef hat man einen wunderschönen Blick auf die Saarschleife, das Wahrzeichen des Saarlandes. 2016 wurde oberhalb der Cloef ein Baumwipfelpfad mit Aussichtsturm errichtet, der ebenfalls einen grandiosen Ausblick auf die Saarschleife bietet. Wer noch höher hinaus möchte, wandert über den Baumwipfelpfad auf den Aussichtsturm, der das Landschaftspanorama über der berühmten Flussbiegung noch weiter öffnet. Vom Saar-Radweg aus führt ein Wanderweg zu den Aussichtspunkten, die ca.

Weiter flussabwärts erreicht man ein großartiges Werk der Natur: die Saarschleife. Der Aufstieg zum Aussichtspunkt Cloef wird mit einem grandiosen Ausblick auf die Flusslandschaft belohnt.

Hinter Mettlach passiert man nur noch wenige größere Städte. Eine davon ist das hübsche Städtchen Saarburg. Von hier hat man einen Anschluss an den Hunsrück-Radweg. Ein paar Kilometer weiter bei Konz mündet die Saar in die Mosel und der Saar-Radweg endet hier offiziell. Die letzte Etappe führt über Mettlach, dem Stammsitz des Traditionsunternehmens Villeroy & Boch, und Saarburg bis zur Mündung der Saar in die Mosel nach Konz.

In den belebten Städten entlang der Strecke gibt es zahlreiche Freizeitangebote für Familien mit Kindern jeden Alters, wie Spielanlagen, Schwimmbäder und Museen. Gerade mit älteren Kindern kann eine Tour auf dem Saar-Radweg interessant sein, da es zahlreiche alte Industrieanlagen zu besichtigen gibt.

Die Saar-Elsass-Tour

Für bewegungshungrige Streckenradler lässt sich die Tour in nördlicher und südlicher Richtung ausdehnen. Starten kann man auf der Saar-Elsass-Tour in Trier, der ältesten Stadt Deutschlands. Entlang des Moselradweges erreicht man nach wenigen Kilometern die Stadt Konz, in der man von der Mosel zur Saar als begleitenden Fluss wechselt. Entlang der Saar geht es in südlicher Richtung weiter bis nach Saargemünd. Der beschauliche Saar-Kanal begleitet ab hier den naturbelassenen Oberlauf der Saar bis zum Vogesenrand. Mit dem Rad lässt es sich völlig entspannt entlang des Kanals durch die offene Landschaft fahren. Immer wieder hat man Gelegenheit, den Freizeitkapitänen beim Manövrieren durch die kleinen, romantischen Schleusen - 28 an der Zahl - zuzuschauen.

Verschlafene Dörfer und charmante Städtchen fügen sich malerisch in die idyllische Fluss- und Seenlandschaft ein. Auf der lothringischen Seenplatte bei Gondrexange verbindet sich der Saar-Kanal mit dem Rhein-Marne-Kanal, dem man von nun an in Richtung Strasbourg folgt. Einen Stopp sollte man auf jeden Fall in der als Tor zum Elsass bezeichneten Stadt Saverne einplanen. Einen Abstecher entlang der Strecke lohnt auch das Hebewerk in Arzviller, ein Schrägaufzug für Schiffe der 17 Schleusen ersetzt und einzigartig in Europa ist. Mit dem UNESCO Welterbe Strasbourg erreicht man nach 275 Kilometern schließlich einen letzten Höhepunkt zum Abschluss der Saar-Elsass-Tour.

Kulinarische Genüsse und regionale Spezialitäten

Wildromantische Flusstäler und Genussfreude gehören zu den vielen Vorzügen des Saarlandes. Auf zwei Radfernwegen und in einer Fahrradregion bietet die gehobene Küche exzellente Anreize für Genießer. Die mit Dörrfleisch, Lauch und Ei gemischten geriebenen Kartoffeln werden angebraten und mit Feldsalat oder Apfelmus serviert. Ausgewiesene „Genuss-Gastwirte“ bieten weitere typisch saarländische Spezialitäten an.

Die Umrundung des Saarlandes

Die Umrundung eines ganzen Bundeslandes ist ein ehrgeiziges Vorhaben. Beginnen sollte sie standesgemäß in der Landeshauptstadt, da diese bereits einen guten Eindruck von der Lebensart des Saarlandes vermittelt: Saarbrücken wirkt dank seiner Vergangenheit und der Grenzlage bis in die Gegenwart auffällig französisch. Nach wenigen Kilometern lockt ein Abstecher nach Sarreguemines, das auf Deutsch Saargemünd heißt, weil hier Saar und Blies zusammenfließen. Dem letztgenannten Fluss folgt der Radfernweg an der Grenze zu Rheinland-Pfalz in Richtung Norden, wo das Unesco-Biosphärenreservat Bliesgau mit mächtigen Buchenwäldern, fruchtbaren Streuobstwiesen und sanften Auenlandschaften lockt. Durch das Sankt Wendeler Land führt die Route weiter nach Otzenhausen. Dort sorgt der Keltische Ringwall aus dem 1. Jh. v. Chr. für ehrfurchtvolles Staunen.

Nun gilt es, die Gipfel des Hunsrücks zu erklimmen. Von seiner schönsten Seite zeigt sich das Mittelgebirge im Nationalpark Hunsrück-Hochwald und weiter gen Westen im Naturpark Saar-Hunsrück. Dann in der Nähe von Mettlach überqueren die Radler abermals die Saar. Der Ort ist zugleich Hauptsitz des Keramikproduzenten Villeroy & Boch. In einer ehemaligen Benediktinerabtei wirft das weltbekannte Unternehmen einen Blick zurück auf 260 ruhmreiche Jahre. Nach einem kleinen Schlenker in Richtung Norden geht es durch den französisch geprägten Saargau auf hügeligen Wegen in Richtung Ziel. Zuvor aber zeigt das Saarland in Völklingen noch ein anderes Gesicht: Hier steht mit der gleichnamigen Hütte ein Unesco-geschütztes Industriemonument.

Die Gravel-Umrundung des Saarlandes

Diesen Sommer bin ich mit meinem Gravelbike zurückgekehrt, um das Saarland auf rund 400 km einmal zu umrunden. Mal konnte ich dabei gemütlich über Schotterwege und kleine Straßen vor mich hinrollen, dann musste ich mir wieder meinen Weg über schmale Pfade und Single Trails suchen, die manchmal auch das ein oder andere Hindernis in Form von Wurzeln, Baumstämmen oder steileren Abschnitten beinhaltet haben.

Die erste Etappe hat mich von Saarbrücken, der Hauptstadt des Saarlandes, bis nach Überherrn geführt. Und ich hatte die Tore der Hauptstadt des Saarlands noch nicht verlassen, da begann auch schon der Gravel-Spaß. Landschaftlich führte mich die Etappe vor allem durch oft sehr schönen und einigermaßen naturbelassenen Wald. Am tollsten war wohl der von der Aussichtsplattform etwas hinter Freyming-Merlebach an der deutsch-französischen Grenze.

Die zweite Etappe meiner Saarland-Gravel-Umrundung startete mit kurzen, aber knackigen Anstieg von Überherrn zum ca. 150 Meter höher gelegenen Berus. Einmal oben angekommen bleibe ich aber erstmal für eine Weile dort und fahre über weitläufige Höhenzüge mit großartigen Rundumblicken. Auch in Sachen Wegführung unterschied sich die zweite Etappe von der ersten: Es ging verhältnismäßig viel über Asphalt, oft folgte ich dabei dem gut ausgeschilderten Saarland-Rundweg. Der führt hier allerdings abgesehen von wenigen kurzen Abschnitten vor allem über kleine, sehr ruhige Nebenstraßen. Immer wieder waren aber auch an diesem Tag kleine, naturnahe Wege dabei, über Wiesen und Felder, vorbei an wilden Obstbäumen und Brombeerbüschen. Rund um Perl gibt es zahlreiche beschilderte Mountainbike-Routen, sodass es gegen Ende der Tour nochmal etwas wilder zugeht.

Von Perl aus folgte ich bald schon für ein Stück der Mosel, und damit der Grenze zu Luxemburg. Nach einigen Kilometern verließ ich das Flussufer und arbeitete mich durch die Weinberge nach oben. Was folgte, war im Prinzip eine ziemlich gute Mischung aus der ersten und zweiten Etappe meiner Tour. Mal ging es über schmale Trails und holprige Forststraßen durch Wälder, dann wieder über Feldwege und kleine Straßen über Hügel und Höhenzüge. Nach ca. 2/3 der Etappe treffe ich bei Mettlach zum ersten Mal auf die Saar. Dort in der Nähe befindet sich auch die berühmte Saarschleife - eine der schönsten Flussschleifen Deutschlands und die wohl beliebteste Sehenswürdigkeit des Saarlandes. Und das definitiv zu Recht! Meine Gravel-Route führte nicht direkt an der Saarschleife vorbei, einen Abstecher dorthin kann man aber theoretisch gut einbauen, wenn man will. Und falls nicht, ist die Aussicht von der Schutzhütte am Vogelfelsen über die Saar, ihr Tal und ihre dicht bewaldeten Steilhänge auch ein ziemlich guter “Ersatz”. Hinter dem Aussichtspunkt Vogelfelsen ging es noch eine ganze Weile weiter bergauf, jetzt aber deutlich flacher.

Meine Route führte an diesem Tag über einen Teilabschnitt des Saar-Hunsrück-Steigs. Vor zwei Jahren durfte ich den damals ganz neu errichtete Trekkingplatz “Keltenlager” im Nationalpark Hunsrück-Hochwald einweihen. Und jetzt hab ich wieder dort übernachtet! Der Platz mit zwei Holzplattformen für jeweils bis zu zwei Zelte und “Buschtoilette” liegt mitten im Wald in der Nähe von Otzenhausen.

Tipps und Hinweise für die Saarland-Umrundung mit dem Gravelbike

  • Es sind relativ viele Höhenmeter zu bewältigen, sodass man auf jeden Fall einigermaßen fit sein sollte. Die Anstiege sind allerdings nie besonders lang und die Kilometer pro Tag so geplant, dass man sich genügend Zeit dafür nehmen kann.
  • Außerdem führten (fast) alle Etappen immer wieder über Mountainbike-Trails oder Wanderwege. Die sind größtenteils auch mit einem Gravelbike befahrbar, allerdings kommt man dabei manchmal nur langsamer voran oder muss sogar hier und da mal absteigen und ein kurzes Stück schieben.
  • Ein Gravelbike sollte es auf jeden Fall sein, ein Mountainbike ginge natürlich theoretisch auch. Etwas dickere Reifen sind hilfreich bis notwendig - ich fand meine 2.1-Zoll-Reifen ziemlich perfekt. Eine eher geländegängige Schaltung ist ebenfalls am ein oder anderen steileren Anstieg hilfreich.
  • Außerdem würde ich empfehlen, eher leicht zu packen, um sich auf unwegsameren Passagen oder steileren Anstiegen nicht zu schwer zu tun.
  • Theoretisch kann man die Tour auch komplett mit Unterkünften, also ohne Zelt fahren, oder mehr Campingplätze statt Unterkünften in die Route einbauen.
  • Die Route ist so geplant, dass sie Orten und Städten so weit wie möglich / sinnvoll fernbleibt und viel durch die Natur führt. Man kommt aber dennoch immer wieder mal an einer Tankstelle, einer Bäckerei oder ähnlichem vorbei, wo man die Energiereserven und auch Wasser auffüllen kann. Auch der ein oder andere größere Ort liegt auf dem Weg.

Zusammenfassung der wichtigsten Informationen

Der Saar-Radweg ist ein vielseitiger Radweg, der neben kleinen landschaftlichen Highlights ein großes Kulturangebot zu bieten hat.

Hier sind einige der wichtigsten Informationen zum Saar-Radweg in einer Tabelle zusammengefasst:

Merkmal Details
Länge 110 Kilometer (deutscher Teil)
Startpunkt Saargemünd (Frankreich)
Endpunkt Konz (Mündung in die Mosel)
Beschilderung Durchgehend als Saar-Radweg ausgeschildert
Qualität ADFC Qualitätsradweg mit 4 Sternen
Landschaft Flusslandschaften, urbane Gebiete, Ausläufer des Hunsrücks
Highlights Saarschleife, Völklinger Hütte (UNESCO-Weltkulturerbe), Saarbrücken, Saarlouis

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