Radtouren in Burghausen bieten eine ideale Möglichkeit, die schöne Stadt und ihre Umgebung auf sportliche Weise zu erkunden. Die geografische Lage von Burghausen ist dabei besonders reizvoll: Die Stadt liegt im Südosten Deutschlands, nahe der österreichischen Grenze und wird vom Fluss Salzach durchquert.
Für Radfahrer oder einen Radurlaub eröffnet sich rund um Burghausen (Bayern) ein Paradies, dies- und jenseits der Salzach. Auf dem Fahrrad wachsen Bayern und Österreich zusammen. Die Inn-Salzach-Region fasziniert durch unberührte Natur.
Burghausen gehört zu den besonderen Schätzen Bayerns. Die stimmungsvolle Altstadt, die einzigartige Burganlage und die Salzach formen ein attraktives Ensemble für einen unvergesslichen Radurlaub. Seit Kurzem bietet Burghausen allen Radfahrern einen zusätzlichen Service an: 11 kostenlose Schließfächer direkt am Stadtplatz bieten die Möglichkeit, ganz entspannt und ohne Gepäck Burghausen erkunden und genießen zu können. Eine Radreparaturstele direkt daneben hilft zudem, kleine Reparaturen sofort vorzunehmen.
Von Burghausen nach Tittmoning entlang der Salzach
Eine der reizvollsten Routen ist die Strecke von Burghausen nach Tittmoning, die meist direkt an der Salzach entlangführt. Vorbei an Salzachhängen, Tuffsteinfelsen und der ursprünglichen Flusslandschaft. Kunsthistorisch bedeutende Kirchen und Sehenswürdigkeiten säumen den Weg bis Tittmoning.
Startpunkt: Historischer Stadtplatz Burghausens
Startpunkt ist der historische Stadtplatz Burghausens. Von hier aus geht es über die Uferstraße und links durch die Spitalgasse bis zur Jugendherberge. Hier schiebt man sein Rad über eine Treppenabfahrt direkt an die Salzach, die zugleich der Grenzfluss zwischen den beiden Ländern ist. (Wer sein Rad so schwer bepackt hat, dass er an dieser Stelle Schwierigkeiten bekommt, sollte für den Weg nach Tittmoning besser die Route 08 wählen).
Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten
- Raitenhaslach: Nun folgen die Radler dem Radweg direkt an der Salzach entlang für ca. 5 km bis nach Raitenhaslach. Auf der Strecke sieht man rechter Hand, kurz vor Raitenhaslach, die Wallfahrtskirche St. Mariä zu Marienberg. Hier kann man einen Abstecher zum Kloster Raitenhaslach (Wirtschaft außer im Winter geöffnet) machen. Das ehemalige Kloster gilt als Barockjuwel vor den Toren Burghausens. Im Jahre 1146 gründeten Zisterziensermönche hier ihr erstes Kloster in Altbayern.
- Salzach-Auen: Geradeaus geht es entlang der Salzach weiter auf dem Salzhandelsweg Richtung Tittmoning. Die Strecke führt ca. 14 km auf gekiestem Boden durch die Salzach-Auen bis nach Tittmoning.
- Uferstraße und Waldpfad: Bei Flusskilometer 21,6 endet die Uferstraße und geht in einen schmalen Waldpfad über, der sich aber mit einem Touren-/Trekkingrad oder Mountainbike gut befahren lässt.
- Holzrampe und Steg: Nach ca. 1 km muss eine kleine Holzrampe überwunden werden. Der Pfad mündet nach der Überquerung eines Steges über einen kleinen Seitenarm wieder in den normalen Schotteruferweg Richtung Tittmoninger Brücke, wo man auf die österreichische Seite wechselt. In Österreich steigt man gerade aus auf den Tauernradweg R3A ein.
- Wanghausen: Kurz nach Ettenau führt der Tauernradweg zunächst steil bergan, vorbei an St. Radigund durch den Weilharter Forst und kurz vor Wanghausen im Zick zack wieder zurück zur Salzach. Vorher noch einige Sehenswürdigkeiten in Wanghausen.
- Wallfahrtskirche Maria Ach: Wie bei so vielen Wallfahrtskirchen musste auch hier wegen das schnell anwachsenden Pilgerstromes die kleine gotische Kapelle barock erweitert werden, was man schön von außen sieht. Gegenüber dem Pfarrhof, zum Hang hin, ist das Goldbründl, eine heilsame Quelle, wie Wanghausen schon 1270/80 im Maier Helmbrecht Epos erwähnt; der „Maier Helmbrechtweg“ ist unter 185 beschrieben). Gegenüber der Volksschule Ach ein Naturdenkmal mit zwei mächtigen Platanen, die ein dritter Baum (Spitzahorn) schön zu einem Ensemble ergänzt.
- Schloss Wanghausen: Das Schloss ist nicht zugänglich, wohl aber der Rosengarten, der 2004 zur Landesgartenschau hergerichtet und geöffnet wurde.
- Tittmoning: Burg, Altstadt und Stadtplatz, Pfarrkirche St. Laurentius, Ponlachgraben und Wallfahrtskirche dort, viel Sehenswertes! Auf einer geographisch günstigen Anhöhe, direkt am Ponlachgraben, thront über der Stadt die mittelalterliche Burg. Ihre strategische Lage auf dem Geländesporm und ein tiefer Graben erschwerten eine Eroberung. Die Burg diente einst als Sommerresidenz der Salzburger Bischöfe. 1816 fielen Tittmoning und seine Festung endgültig an Bayern. Heute beherbergt die Burg ein Heimatmuseum und eine Gerbereiausstellung.
Rückweg und weitere interessante Punkte
In Ach führt die alte Grenzbrücke zurück zum Stadtplatz von Burghausen. Auf der österreichischen Seite nach Tittmoning: Über die Brücke und in einer weiten Kurve zur Brücke unten zurück und links zum Salzachufer, dieses dann aufwärts. Bei Niedrigwasser sieht man die zweigeteilte Uferverbauung des Flusses: Als Uferschutz das "Böschungspflaster" und fast waagrecht in der Fluss hinein der "Vorfuß"; dieser Schutz wurde teilweise mit Nagelfluhfelsbrocken aus der Umgebung, teils mit Steinen aus den Alpen oder dem Bayerischen Wald gebaut.
Deutsches Ufer zurück nach Burghausen: Zuerst etwa 1.5 km nicht auf dem Uferweg sondern etwas westlich parallel dazu auf einem guten Weg entlang eines Hochwasserdammes.
- Auf dem Hochwasserdamm, der etwas südwestlich von Tittmoning beginnt und nach ca. 9 km endet, sind alle 200 m kleine Steine gesetzt, die mit Zahlen von 1 im Süden beginnend bis 44 (= Damm-km 8.8) hochzählen.
- Dann immer den Fluß entlang und am Ende bis man kurz weg vom Fluß auf einer „Rohrbrücke“ einen Bach (Siechenbach) quert, der von Tittmoning aus parallel zur Salzach bis hierher fließt und einige Hangwässer aufnimmt.
- Dann eine Treppe hoch auf einen schmalen, gewundenen Pfad („Ho-Chi-Minh-Pfad“) den Fluß entlang; der Pfad in Richtung Norden schlängelt sich durch ein schönes Auenwaldstück; der Pfad ist besonders nach längeren Regenperioden nicht leicht zu befahren, aber spannend und schön.
- Der Pfad endet in einem Wirtschaftsweg, der die Salzach entlang weiter nach Burghausen führt. Der Wirtschaftsweg endet nach oben an der B20, etwa bei der Abzweigung nach Dorfen. Dort ist eine Wallanlage auf einem kleinen Vorsprung zur Salzach hin, direkt an der Straße; sie wird in der bayerischen Bodendenkmalkarte als „ebenerdiger Ansitz des Mittelalters“ bezeichnet; südlich davon befinden sich danach „Brandgräber der römischen Kaiserzeit“, ebenfalls im Wald.
- Nach ca. 200 m kommt ein Hinweis auf einen Grenzstein zwischen Bayern und dem Fürstbistum Salzburg, der wenige Meter vom Weg entfernt im Wald steht, von 1721 und einer weiteren späteren Jahreszahl und den Wappen der beiden Herrschaften. Diesen Grenzstein zu besichtigen ist ein "Muss".
- Weiter die Salzach entlang bis nach Unterhadermark und weiter bis Burghausen. Unterhalb des ersten Hauses in Unterhadermark (ehemals Haigermoser, Hausname Hinterbinder, Gemeinde Burgkirchen!) befindet sich - früher stark überwuchert und heute mit Infotafeln aufbereitet - wenige Meter vom Weg in der Wiese der von 1946 bis 1952 benutzte "HaigermooserKalkbrennofen".
Weitere Radtouren rund um Burghausen
Auch außerhalb von Burghausen gibt es zahlreiche Möglichkeiten für schöne Radtouren. In unmittelbarer Nähe befindet sich beispielsweise Altötting, ein bedeutender Wallfahrtsort in Bayern. Von hier aus lassen sich verschiedene Radrouten ins Umland starten, zum Beispiel entlang des Inn oder zur nahegelegenen Seenplatte.
Insgesamt bietet Burghausen also eine Vielzahl an Möglichkeiten für Fahrradtouren: Ob entlang des Flusses Salzach mit Blick auf die Burg oder durch die historische Altstadt - hier findet jeder Radbegeisterte seine passende Route. Auch Ausflüge ins Umland nach Altötting oder zur Seenplatte bieten abwechslungsreiche Strecken und landschaftliche Schönheit.
Beste Jahreszeiten und praktische Hinweise
Die besten Jahreszeiten für Radtouren in Burghausen sind der Frühling und der Sommer. Zu dieser Zeit ist das Wetter meist angenehm warm, die Natur erblüht und die Tage sind lang genug, um ausgiebige Touren zu unternehmen. Im Herbst kann man ebenfalls noch schöne Radfahrten unternehmen, um das bunte Laub zu bewundern.
Weitere Tipps für Ihre Radtour:
- Kartenmaterial: Eine Karte im Maßstab 1: 50 000 ist immer wichtig.
- Einkehrmöglichkeiten: Zwischen Burghausen und Tittmoning gibt es außer in den beiden Städten nur die beiden Gaststätten in Raitenhaslach (ca. 500 m vom Uferweg entfernt) und der Tiefenau auf der deutschen Seite und zwei Gaststätten in Wanghausen („Zur Reib“ und „Jungwirt“) gleich nach Burghausen.
- Variante für Kinder: Für Kinder, die nicht die ganze Strecke fahren können, sind viele einzelne Abschnitte hier entlang des Flusses mit Altwässern, Bächen, Tümpeln, Sandreißen etc. oder der Ponlachgraben in Tittmoning sehr schön.
Zusätzliche Informationen und Angebote
Die Region Inn-Salzach wurde Anfang 2020 vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC) mit dem Qualitätssiegel RadReiseRegion ausgezeichnet und ist damit die jüngste zertifizierte RadReiseRegion Deutschlands. Burghausen ist Teil dieser Region und hat spezielle Radpauschalen entwickelt. Eine große Auswahl an Karten- und Informationsmaterialien, Tourenvorschlägen und Tipps ergänzen das Angebot.
Die 24 Thementouren der RadReiseRegion Inn-Salzach machen nicht nur Lust auf ein flottes Radvergnügen durch Wälder und Wiesen, entlang von Flussufern und durchs Hügelland, sondern sie verführen auch dazu, immer wieder abzusteigen und die Gegend zu Fuß zu erkunden, ein Museum zu besuchen, in einen See zu springen oder gemütlich über einen der mediterranen Inn-Salzach Stadtplätze zu bummeln. Flächendeckend ist eine bestens ausgebaute Service-Infrastruktur mit Radverleihstationen, Werkstätten, E-Bike-Tankstellen und Schlauchautomaten vorzufinden.
Pauschalangebote für Radurlaube
Zudem kann in Burghausen auch grenzüberschreitend geradelt werden, denn nur die Salzach trennt Burghausen von den oberösterreichischen Nachbarn. Österreichs größte Moorlandschaft, kleine, pulsierende, historische Städte, gut ausgebaute Radwege mit Alpenblick, idyllische Seen und unentdeckte Naturschönheiten mit bayerisch-oberösterreichischer Gemütlichkeit wollen hier entdeckt werden.
Sicherheitshinweise
Überprüfen Sie vor dem Start immer die Lichtanlage, Bremsen, Reifen und Reflektoren Ihres Fahrrades! Tragen Sie bei schlechter Sicht (Dämmerung, Dunkelheit, Nebel, etc.) helle, reflektierende Kleidung. Besonders im Herbst und Winter kann am Boden liegendes Laub mögliche Unebenheiten, Wurzeln, Steine oder Löcher im Weg verdecken. Bringen Sie am Fahrrad Ihrer Kinder zusätzlich hohe Fahrradwimpel an, damit auch die kleinsten Fahrer im Straßenverkehr gut wahrgenommen werden.
Sonnenschutz für Haut und Kopf ist der unverzichtbare Begleiter auf längeren Radtouren. Ein Erste-Hilfe-Set, Luftpumpe und Ersatzschlauch sollten nie fehlen. Unterwegs genügend trinken und an einen Notfall-Müsliriegel denken. Kleidung sollte nach dem Zwiebelprinzip gewechselt werden können und atmungsaktiv sein. Wind- und Regenschutz ist wichtig! Fahrradhelm und Sonnenbrille ist zu empfehlen.
Radservice Einrichtungen
- Wasserburg a. Inn: Fahrrad- und E-Bike Service Schmidt, Jennerstr.
- Burghausen: fahr Rad Singer, Marktler Str.
Empfohlene Ausrüstung
Für eine angenehme und sichere Radtour empfiehlt sich folgende Ausrüstung:
- Fahrradhelm
- Sonnenbrille
- Atmungsaktive Kleidung
- Wind- und Regenschutz
- Erste-Hilfe-Set
- Luftpumpe und Ersatzschlauch
- Kartenmaterial
- Getränke und Verpflegung
Übersicht der Radwege
| Radweg | Länge | Höhenmeter | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Burghausen - Tittmoning | ca. 31 km | kaum Höhenmeter | Rundweg entlang der Salzach, meist auf Rad- und Forstwegen |
| Braunau - Burghausen | knapp 60 km | ca. 300 Höhenmeter | Rundweg über Überackern, Salzach-Inn-Blick, Ratzlburg, Ranshofen, Braunau, Salzachauen, Seibersdorf, Haiming |
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