Der Alpe-Adria-Radweg ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer, die eine entspannte Alpenüberquerung suchen. Die Route führt von Salzburg in Österreich bis nach Grado am Mittelmeer in Italien und überwindet dabei nur moderate Höhenunterschiede. Diese Radreise führt Sie auf den Spuren von Marco Schreyl über die Alpen und lässt Sie zahlreiche landschaftliche und kulturelle Höhepunkte erleben. Wenn auch Ihnen die im Mai 2019 erstmals ausgestrahlte WDR-Sendung „Wunderschön“ Lust auf eine Reise auf dem Alpe-Adria-Radweg gemacht hat, haben Sie mit dieser Reise die perfekte Gelegenheit, den Spuren von Marco Schreyl zu folgen und sich von den faszinierenden Gegensätzen, die Ihnen unterwegs begegnen, verzaubern zu lassen.
Die Idee: Locker über die Alpen
Der Alpe-Adria-Radweg von Salzburg nach Grado am Mittelmeer führt nur auf maximal 1200 Meter. Eisenbahntunnel machen diese anscheinend halbwegs leichte Alpenüberquerung möglich.
Die Etappen im Überblick
Der Alpe-Adria-Radweg ist in mehrere Etappen unterteilt, die jeweils unterschiedliche landschaftliche und kulturelle Höhepunkte bieten. Im Folgenden werden einige der wichtigsten Etappen näher beschrieben:
Salzburg - Hallein - St. Johann im Pongau
Nach dem Start in "Salzburg" folgen Sie dem Salzachtal relativ eben mit schöner Alpenkulisse. Die Mozartstadt lädt mit ihrer historischen Atmosphäre zum Flanieren und Erkunden ein. Anschließend sollten Sie die Gelegenheit nutzen, so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich zu besuchen. Schlendern Sie beispielsweise durch die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Altstadt, in deren Zentrum sich die Getreidegasse mit Mozarts Geburtshaus befindet, lassen Sie sich von Schloss Mirabell mit seiner wunderschönen Gartenanlage verzaubern und steigen Sie hinauf zur Festung Hohensalzburg, um einen unvergesslichen Blick über die Stadt zu genießen. Zurück in der Stadt sollten Sie es keinesfalls versäumen, sich an Mozartkugeln und/oder Salzburger Nockerln gütlich zu tun, und wenn Sie im Juli oder August vor Ort sind, bietet sich zum Ausklang des Abends ein Besuch bei den berühmten Salzburger Festspielen an.
An der munter plätschernden Salzach entlang radeln Sie an Schloss Hellbrunn vorbei, wo einst die Salzburger Fürstbischöfe ihre Sommer verbrachten, und können sich, sofern Sie sich Zeit für eine kleine Pause nehmen, von den einzigartigen Wasserspielen in ihren Bann ziehen lassen. Die zweitgrößte Stadt im Bundesland Salzburg liegt zu Füßen des Dürnbergs und kann auf eine lange Salztradition zurückblicken, die bereits um 600 v. Chr. begann.
St. Johann im Pongau - Bad Gastein
Weiter geht die Fahrt durch das beschaulich-idyllische, etwa 40 km lange Gasteiner Tal, das lange Zeit ausschließlich über Bergpfade und schmale Straßen zugänglich war und für seinen Reichtum an Heil- und Thermalquellen bekannt ist. Geführt von der Gasteiner Ache und flankiert von den Berggipfeln des Tauerngebirges kommen Sie Ihrem heutigen Tagesziel Bad Gastein immer näher.
Das „Monte Carlo der Alpen“ macht seinem Beinamen mit seinen mächtigen Herrenhäusern und wuchtigen Kurhotels alle Ehre. Der Anziehungspunkt schlechthin ist aber der Gasteiner Wasserfall, der im Zentrum des Ortes aus über 300 Metern Höhe zu Tal rauscht und eine atemberaubende Kulisse bildet.
Bad Gastein - Millstätter See
Dort steigen Sie auf die Bahn um und lassen sich in einer 11-minütigen Fahrt durch den Tauerntunnel nach Mallnitz im Mölltal bringen. Ab hier begleitet Sie der Flusslauf der Möll durch eine abwechslungsreiche Landschaft, in der das Radeln nie langweilig wird, nach Spittal an der Drau, wo sich ein Besuch im Schloss Porcia anbietet.
Ihr heutiges Tagesziel, der Millstätter See, ist sowohl der tiefste als auch der wasserreichste See Kärntens, und Millstatt lockt mit einer Vielzahl an Gründerzeit-Villen. Hoch über dem Ort thront die barocke Kalvarienbergkapelle, und im See erinnert ein Standbild an den römischen Kaiser Domitian, der hier nach seiner Bekehrung zum Christentum tausend heidnische Statuen (mille statutae) in den See geworfen und so Millstatt seinen Namen gegeben haben soll.
Millstätter See - Tarvis
Nachdem Sie dem See schließlich den Rücken gekehrt haben, erklimmen Sie einen kleinen Höhenrücken und rollen anschließend hinab ins Tal der sich gemächlich dahinschlängelnden Drau, die Sie durch gemütlich wirkende Dörfer an Villach vorbei nach Süden ins oberkärntnerische Gailtal führt. Das muntere Flüsschen Gail lädt mit seinen idyllischen Kiesbänken und Stränden zur ein oder anderen (Bade-)Pause ein und führt Sie schließlich nach Thörl-Maglern, wo Sie die italienische Grenze überqueren.
Ihr heutiger Übernachtungsort liegt zu Füßen der Julischen und Karnischen Alpen inmitten des Dreiländerecks, das Österreich, Italien und Slowenien miteinander verbindet und kann, nachdem seine Ursprünge bis in die Römerzeit zurückreichen, auf eine lange Geschichte zurückblicken.
Tarvis - Udine
Bei Tarvis beginnt das etwa 50 km lange, vom Fluss Fella durchflossene und von den Gipfeln der Julischen Alpen überragte Kanaltal, das Sie auf einer stillgelegten, zum Radweg umgebauten Eisenbahntrasse durchqueren. Unterwegs erwarten Sie insgesamt 22 Tunnel und etliche ehemalige Eisenbahnbrücken, die Ihnen faszinierende Ausblicke ermöglichen.
Der mittelalterlich anmutende Ort wurde 1976 durch zwei verheerende Erdbeben fast völlig zerstört, konnte aber anhand von beinahe 100.000 Fotos in einer beispielhaften, schier übermenschlichen Puzzle-Aktion originalgetreu wieder aufgebaut werden, sodass heute nur noch die zentral gelegene alte Kirche als Mahnmal an die Katastrophe erinnert. Zurück auf der Radstrecke geht es durch die friulianische Tiefebene bei stetig steigenden Temperaturen weiter nach Udine, wo Sie heute übernachten werden. Die nach Triest zweitgrößte Stadt in Friaul-Julisch Venetien weist viele venezianische Bauelemente auf und darf mit der von Renaissancebauten umringten Piazza della Libertà den schönsten Platz Norditaliens ihr Eigen nennen. Ebenfalls lohnenswert ist ein Aufstieg zum hoch über der Stadt gelegenen Schloss.
Udine - Grado
Das erste Highlight des Tages stellt die im 16. Jahrhundert von den Venezianern gegründete, 2017 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommene Festungsstadt Palmanova dar, deren Stadtmauer von oben gesehen einen perfekt symmetrischen Stern mit neun Zacken bildet.
Haben Sie das mittelalterliche Dorf mit seinen von Karstquellen umspülten Häusern schließlich hinter sich gelassen haben, gelangen Sie zur einstigen Römerstraße Via Julia Augusta und lassen sich von ihr nach Aquileia führen, wo die imposanten Ruinen des Forums, der alte Hafen und ein gewaltiges Bodenmosaik in der Basilika bis heute davon zeugen, dass die Stadt einst von großer Bedeutung für die Römer war. Wieder zurück im Fahrradsattel nehmen Sie dann den letzten Abschnitt Ihrer Reise in Angriff und erreichen über einen fünf Kilometer langen Damm, der sich quer durch die Laguna di Grado erstreckt, schließlich Ihr Reiseziel Grado. Die autofreie, unter Denkmalschutz stehende Altstadt des einstigen Fischerdorfes lädt mit ihren labyrinthartigen, schmalen Gässchen zu einem gemütlichen Bummel ein, und natürlich ist auch ein erfrischendes Bad in der Adria am Ende dieser erlebnisreichen Reise ein absolutes Muss.
Die Beschilderung und der Radwegverlauf
Der Alpe-Adria-Radweg wurde erst 2011 "erfunden", er gehört aber schon zu den beliebstesten Radwegen mit Alpenüberquerungen. Die Streckenführung nutzt die Beschilderung großer Radwege als Basis und hängt sich an den "Salzachradweg", "Tauernradweg", "Gailtalradweg", "Fellatalradweg" und zahlreiche andere an.
Alternativer Reiseverlauf wegen Sperrung der Tauernschleuse
Bitte beachten Sie, dass ab dem 18.11.2024 die Tauernschleuse wegen Bauarbeiten komplett gesperrt ist. Deshalb muss der Reiseverlauf im Zeitraum 04.05.-16.07.2025 entsprechend angepasst werden. Der alternative Reiseverlauf führt über Bischofshofen/St. Johann direkt nach Villach und lässt den Millstätter See außen vor.
Anforderungen und Eignung
Die Strecke verläuft vorwiegend auf gut ausgebauten Radwegen und verkehrsarmen Nebenstraßen. Der Abschnitt über den Pass Luegg kann mit dem Zug abgekürzt werden. Auch die beiden langen Tagesetappen vom Millstätter See nach Tarvis und von Tarvis nach Udine lassen sich durch Zugfahrten (in Eigenregie, Fahrkarten nicht im Reisepreis enthalten) verkürzen. Die Radreise ist für Kinder ab 16 Jahren geeignet.
Praktische Informationen
Die beste Reisezeit für den Alpe-Adria-Radweg ist zwischen Juni und September. Es ist ratsam, die Reise im Voraus zu planen und Unterkünfte zu buchen. Kartenmaterial und eine App sind für die Navigation verfügbar. Packen Sie wetterfeste Kleidung, Sonnenschutz und ausreichend Proviant ein.
Die wichtigsten Etappen zusammengefasst
Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Etappen des Alpe-Adria-Radwegs zusammenfasst:
| Etappe | Start | Ziel | Länge (ca.) |
|---|---|---|---|
| 1 | Salzburg | Bischofshofen/St. Johann | 60 km |
| 2 | Bischofshofen/St. Johann | Bad Gastein | 55 km |
| 3 | Bad Gastein | Villach | 80 km (per Rad + Bahnfahrt) |
| 4 | Villach | Venzone/Umgebung | 40-60 km (per Rad + Bahnfahrt) |
| 5 | Venzone/Umgebung | Udine | 55 km |
| 6 | Udine | Grado | 55 km |
Diese einmalige Radreise führt Sie auf den Spuren von Marco Schreyl über die Alpen und lässt Sie zahlreiche landschaftliche und kulturelle Höhepunkte erleben.
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