San Marino MotoGP: Detaillierte Einblicke in die Strecke von Misano

Der FIM MotoGP San Marino und Rimini Riviera Grand Prix ist ein Höhepunkt der MotoGP-Saison und bietet den Fans eine aufregende Mischung aus Rennaction und landschaftlicher Schönheit. Der Misano World Circuit, der zu Ehren des verstorbenen italienischen MotoGP-Stars Marco Simoncelli benannt wurde, befindet sich in der Nähe der Küstenstadt Misano Adriatico. Der Große Preis von San Marino und Rimini Riviera ist bekannt für seine lebendige und festliche Atmosphäre. Fans aus ganz Italien und darüber hinaus strömen an die Rennstrecke und sorgen für ein Meer aus Farben und Aufregung.

Die Geschichte der Rennstrecke Misano

Die Rennstrecke von Misano wurde im Jahr 1969 geplant und 1972 als Circuito Santa Monica in Betrieb genommen. Anfangs betrug die Länge der Piste 3,488 Kilometer, es gab nur eine sehr kleine Boxenanlage und wenige Streckensicherungsfahrzeuge. Ab 1980 fanden auf dem Autodromo di Misano Weltmeisterschaftsläufe statt, der erste Sieger in der Königsklasse war Kenny Roberts sen. (USA, Yamaha) vor Franco Uncini (ITA, Suzuki) und Valentino Rossis Vater Graziano auf Suzuki. Zwei Jahre später siegte mit Franco Uncini der erste Italiener an selber Stätte und der Deutsche Toni Mang gewann mit seiner Kawasaki bis 250 cm³.

Da es in Italien mit Imola, Monza und Mugello noch 3 weitere Austragungsorte gab, gastierte die WM von 1980 bis 1993 in unregelmässigen Abständen auf dem Autodromo de Santa Monica, wie die Strecke nahe Rimini damals genannt wurde. Im Jahr 1993 wurde die Strecke dann auf 4,060 km verlängert und ein neues Boxengebäude mit einem 600 Quadratmeter großen Medienzentrum gebaut. In den Jahren 1996 und 1997 wurden die Boxenanlagen noch einmal vergrößert, später wurde noch eine feste Tribüne gebaut.

Der tragische Unfall von Wayne Rainey

Der US-Amerikaner Wayne Rainey hätte laut seinem Physiotherapeuten beim GP von 1993 unbedingt pausieren sollen, nachdem er sich bei einem Sturz in Donington 2 Runden davor einen Rückenwirbel angeknackst hatte. Da es um die WM ging, riskierte der bereits 3-fache Weltmeister (1990 bis 1992) den Start trotzdem. In der 10. Runde kam Rainey auf seiner YZR-Yamaha in der heutigen Zielkurve zu Sturz. Turn 1 war damals eine Rechtskurve, es wurde bis 2006 im Gegenuhrzeigersinn gefahren. Aufgrund einer Bodenwelle rutschte er bei mehr als 150 km/h weg, aber der Reifen fand wieder Grip. Der amtierende Weltmeister stürzte unglücklich und das Motorrad traf vermutlich seinen Rücken. Der 6. Brustwirbel brach und das Rückenmark wurde erheblich beschädigt, Wayne Rainey war dadurch von der Brust abwärts gelähmt.

Nach diesem Unfall wurde 13 Jahre lang in Misano kein Grand Prix gefahren.

Umbau und Modernisierung der Strecke

Misano wurde 2006/2007 komplett umgebaut, um Motorrad-WM (MotoGP)-Läufe veranstalten zu können. Die Strecke wurde für den Motorrad-Grand-Prix 2007 massiv umgebaut und modernisiert. Durch die Umkehrung der Fahrtrichtung (rechts, im Uhrzeigersinn) wurden die Auslaufzonen erweitert und die Streckensicherheit erhöht, um den Anforderungen der MotoGP-Klasse gerecht zu werden. Vor allem durch die Umkehrung der Fahrtrichtung (ab nun im Uhrzeigersinn) konnten die Auslaufzonen erweitert und die Streckensicherheit erhöht werden, um den Anforderungen der MotoGP-Klasse gerecht zu werden. Das Resultat des Umbaus ist eine superschöne, moderne, sehr technische Fahrer-Strecke mit unterschiedlichen Kurvenradien. Die Strecke ist jederzeit gut einsehbar und recht einfach zu lernen. Die wellige neue Asphaltcharakteristik macht es etwas schwer das Motorrad optimal abzustimmen.

Die Besonderheit der Streckenführung

Die Besonderheit der Strecke in Misano ist, dass sie 2007 unter dem weisen Rat von Valentino Rossi und Loris Capirossi die Richtung geändert hat. Seitdem Misano im Uhrzeigersinn befahren wird, verfügt er über 6 Links- und 10 Rechtskurven. Die längste Gerade ist mit 530 Meter bei Start-Ziel. Die 4.226 Meter lange Strecke hat 12 Kurven, aber auch Abschnitte, die für schwindelerregende Spitzengeschwindigkeiten stehen. Die Curvone (Kurve 11) ist fast mehr ein Knick als eine Kurve und die Fahrer der kleineren Klassen fahren hier praktisch mit Vollgas durch.

Tragödien und Ehrungen

Am 5. September 2010 bestritt Shoya Tomizawa die elfte Runde der ersten Moto2-Weltmeisterschaft (nach Ablösung der 250 cm³ Klasse), den San Marino Grand Prix auf dem Misano World Circuit. Er stürzte auf Platz 4 liegend in der Curvone, einer schnellen Rechtskurve. Die hinter ihm fahrenden Scott Redding (GBR) und Alex De Angelis (ITA) konnten nicht ausweichen und überrollten ihn. Dabei erlitt der Japaner nebst einem Schädelbruch und Frakturen am Oberkörper innere Blutungen. Shoya konnte an der Strecke zuerst wiederbelebt werden und wurde danach ins Krankenhaus von Riccione transportiert. Der erst 19-jährige Japaner starb an seinen Verletzungen um 14:20 Uhr Ortszeit im Krankenhaus.

Nach dem Tod des italienischen MotoGP-Fahrers Marco Simoncelli in Sepang 2011 sollte die Strecke ursprünglich in Marco Simoncelli Circuit umbenannt werden. Inzwischen (Juni 2012) ist der Kurs in Misano World Circuit Marco Simoncelli umbenannt worden. Nahe Rimini und wenige Kilometer von der Adriaküste entfernt, liegt der Circuito di Misano, der nach dem tragischen Unfall von Marco Simoncelli zu seinen Ehren umbenannt wurde. Der Italiener wuchs ganz in der Nähe von Misano in Cattolica auf.

Erfolge und Rekorde

Die beiden Spanier Jorge Lorenzo und Marc Marquez sind bis zur Saison 2019, zusammen mit Lokalmatador Valentino Rossi mit 3 Siegen, Rekordhalter in Misano. Yamaha ist die bisher erfolgreichste Marke, mit insgesamt 12 Erfolgen.

Insgesamt gastierte die WSBK von 1991 bis 2019 bereits 33 Mal in Misano und es wurden in dieser Zeit 66 WM-Läufe ausgetragen, womit es bisher keine einzige Absage für ein Rennen gab. Den Rekord an Siegen hält der 4-fache Weltmeister Jonathan Rea mit 8 vor dem Aussie Troy Bayliss mit 6 ersten Plätzen (Stand 2019).

Besucherzahlen und Atmosphäre

Die Auswirkungen von Valentino Rossis Erfolgen oder Misserfolgen auf die Besucherzahlen in Misano sind unübersehbar. Erst als Valentino 2015 mit WM-Chancen zu seinem Heimrennen in Misano anreiste, explodierten die Zuschauerzahlen wieder förmlich. Von 88’665 auf 152’394 gab es für die drei Tage des MotoGP Wochenendes gerechnet, beinahe eine Verdoppelung der kumulierten Besucherzahlen.

Für Fans aus der Schweiz und Österreich ist die Strecke sehr gut erreichbar, von der Schweizer Grenze fährt man keine 4 Stunden, bis man in Misano ankommt. Das Angebot an nahe gelegenen Unterkunftsmöglichkeiten ist von Rimini bis Cattolica nahezu unerschöpflich und einigermassen preiswert. Für Fans, die sich am Rennwochenende gerne verschiedene Orte der Strecke ansehen möchten und Naturtribünen bevorzugen, ist Misano besonders attraktiv.

Der Große Preis von San Marino und Rimini Riviera ist ein Muss für jeden MotoGP-Fan. Neben dem Rennsport bietet die Riviera von Rimini viel zu entdecken. Bekannt für ihre atemberaubende Küste, die köstliche Küche und das pulsierende Nachtleben, ist die Region ein perfektes Reiseziel für MotoGP-Fans, die ihre Liebe zum Motorsport mit einem Urlaub verbinden möchten.

Tabelle: Besucherzahlen des GP von Misano (2007-2019)

Jahr Besucherzahl Anmerkungen
2007 [Daten fehlen] MotoGP kehrte nach Misano zurück
2011 [Daten fehlen] Valentino Rossi wechselte zu Ducati (einziges Podium)
2012 [Daten fehlen] Rückgang der Besucherzahlen
2015 152,394 Valentino Rossi mit WM-Chancen
2017 164,418 Mugello Rekordjahr
2019 [Daten fehlen] 23. Austragung des WM-Laufs

Vom 12. bis 14. September 2025 trifft auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli Rennaction auf Riviera-Flair. Die Strecke liefert mit engen Kurven und schnellen Passagen perfekte Voraussetzungen für packende Zweikämpfe. Und rundherum? Strandbars, Promenaden und Dolce Vita direkt an der Adria!

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