Die Sattelstütze ist ein unscheinbares, aber wichtiges Bauteil für den Fahrkomfort. Sie verbindet den Sattel über das Sattelrohr fest mit dem Rad. Höhe und Neigung des Sattels sowie Abstand zum Lenker sind über die Stütze verstellbar, wodurch die richtige Sitzposition erreicht wird.
Bei der Auswahl einer passenden Sattelstütze müssen verschiedene Maße berücksichtigt werden, damit die neue Stütze auch exakt zum vorhandenen Rahmen passt. Es gibt auch absenkbare Sattelstützen, die einfach per Knopfdruck die richtige Einstellung erhalten.
1 - Durchmesser des Sattelrohrs messen
Sattelrohr und der Durchmesser der Sattelstütze müssen natürlich zusammenpassen. Das passende Maß für die Teleskopstütze ist in der Regel auf der aktuell verbauten Stütze aufgedruckt. Falls das nicht der Fall ist, kann man einfach mit einem Zollstock oder einem Messschieber den Innendurchmesser des Sattelrohrs messen.
Häufig beträgt dieser 30,9 oder 31,6 mm. Mit diesen Maßen sind auch die meisten Stützen erhältlich. Seltener sind Sattelrohre mit einem Durchmesser von 34,9 mm. An vielen Racebikes findet man schlanke Stützen mit 27,2 mm Maß. Die Hersteller bieten zunehmend auch besonders leichte Stützen mit kleinem Durchmesser an.
Mit einem Messschieber sollte immer der Außendurchmesser gemessen werden. Der Rahmendurchmesser eines Bikes kann erheblich variieren, bekannte Maße reichen von 21,8 mm bis hin zu 34,9 mm, die Abstufungen erfolgen in 0,2 mm Schritten.
Am einfachsten ist es, wenn Sie das Maß der Sattelstütze an Ihrer alten Stütze ablesen. Falls die Schrift an der Stütze nicht mehr lesbar ist, hilft ein Messschieber beim Ermitteln des Durchmessers.
2 - Maximalen Hub ermitteln
Mehr Hub ist besser, klar. Aber passt mehr Hub auch in meinen Rahmen? Gerade an älteren Bikes sind oft noch Variosattelstützen verbaut mit 150 mm Hub oder sogar weniger. Wenn nun der Wunsch nach einer längeren Teleskopstütze aufkeimt, sollte man sich zuerst einmal fragen: Passt eine längere Stütze auch in meinen Rahmen?
Um herauszufinden, wie viel Hub man maximal an seinem Bike nutzen kann, muss man ein paar Messungen durchführen. Dafür stellt man den Sattel auf die zum Pedalieren optimale Sitzhöhe ein und misst den Abstand zwischen dem obersten Punkt der Sattelklemme und der Mitte des Sattelgestells (1). Dieser Wert gibt die Fahrhöhe an, in unserem Beispiel 258 mm.
Zweiter wichtiger Wert ist die Stack-Höhe (2) der gewünschten Sattelstütze. Diese gibt an, wie weit die Stütze im komplett abgesenkten Zustand über den Rahmen hinausragt. Sie wird von der Unterseite des Klemmrings bis zur Mitte des Sattelgestells gemessen (2). Der Wert wird häufig auch vom Hersteller angegeben.
Der maximal mögliche Hub der neuen Stütze errechnet sich folgendermaßen:
Fahrhöhe - Stack-Höhe = maximal möglicher Hub
258 - 40 = 218 mm
Definitionen:
- Sitzhöhe (1): Abstand zwischen dem obersten Punkt der Sattelklemme und der Mitte des Sattelgestells.
- Stack-Höhe (2): Abstand von Unterseite des Klemmrings bis zur Mitte des Sattelgestells im abgesenkten Zustand.
3 - Die maximale Einstecktiefe bestimmen
Im dritten Schritt wird ermittelt, ob der Rahmen auch Platz für den gewünschten Hub bietet. Knicke im Sattelrohr oder Drehpunkte des Fahrwerks können die Einstecktiefe reduzieren. Die maximale Einstecktiefe ermittelt man am besten mit einer langen Standard-Sattelstütze.
Diese steckt man so weit wie möglich in den Rahmen und markiert die Stütze auf Höhe der Sattelklemme. Anschließend misst man den Abstand der Markierung bis zum unteren Ende der Stütze und erhält die maximale Einstecktiefe (255 mm in unserem Fall). Das Ganze geht natürlich auch mit einem Zollstock - ist aber unter Umständen etwas ungenauer.
Unsere Wunschstütze bietet 200 mm Hub und eine maximale Einstecktiefe von 292 mm - diese Angaben liefert der Hersteller, sie sollten vor dem Kauf gecheckt werden. Damit ist sie 37 mm länger als der Platz in unserem Rahmen, würde also 37 mm über die Sattelklemme hinausragen.
So prüft man, ob die gewünschte Stütze passen würde:
Länge des Hubs + den Stack des neuen Modells + die Höhe des frei liegenden Teils der Stütze über der Sattelklemme
200 + 40 + 37 = 277 mm
Das Ergebnis: Mit 277 mm Überstand ist die gewünschte Stütze zu lang für unsere Fahrhöhe von 258 mm.
Passen würde dagegen die etwas kürzere Version mit 175 mm Hub und 260 mm Einstecktiefe.
175 + 40 + 2 = 217 mm
Wichtig: In vielen Fällen geben die Hersteller die maximale Einstecktiefe ohne die Auslöseeinheiten am unteren Ende der Stützen an. Bei Einbau Ihrer neuen Sattelstütze sollten sie außerdem auf eine ausreichende Länge achten.
Zusammenfassung der Messungen
| Messung | Beschreibung |
|---|---|
| Durchmesser Sattelrohr | Innendurchmesser des Sattelrohrs messen (z.B. mit Messschieber). |
| Fahrhöhe | Abstand zwischen Sattelklemme und Mitte des Sattelgestells bei optimaler Sitzhöhe. |
| Stack-Höhe | Höhe der Stütze im abgesenkten Zustand, gemessen von Unterseite Klemmring bis Mitte Sattelgestell. |
| Maximale Einstecktiefe | Maximale Tiefe, bis zu der die Sattelstütze in den Rahmen eingeführt werden kann. |
Bis in die 1990er Jahre war die Sattelstütze ein Stück Rohr, welches im oberen Teil eine Verjüngung auf 22,2 mm aufwies. An dieser Stelle wurde der Sattelkloben aufgenommen, der aus einer Schelle besteht und das verjüngte Rohr mit dem Sattel verbindet. Der Kloben ist ebenfalls für die Sattelneigung zuständig. Um eine stärkere Verbindung zwischen Fahrradsattel und Stütze zu erreichen, bilden bei den moderneren Patentsattelstützen Rohr und Kloben eine Einheit.
Natürlich kann man den Sattel an der Sattelstütze auch horizontal und in der Neigung etwas verstellen, so dass der Fahrer eine optimale Sitzposition auf dem Fahrrad hat.
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