Mountainbike Sattelstützen: Arten und Materialien

Mountainbiken ist viel mehr als mit breiten Reifen auf schmalen Wegen durch den Wald zu fahren. Als Ende der 70er-Jahre das erste Mountainbike auf den Markt kam, ging es vor allem darum, mit dem Fahrrad möglichst schnell und sicher im Gelände abfahren zu können. Kurze Zeit später wurde das Bergauffahren auch zum Thema.

Was ist eine Sattelstütze?

Die Sattelstütze ist eine röhrenförmige Komponente, die in das Sitzrohr des Fahrradrahmens eingeschoben wird. Sie hält den Sattel auf der gewünschten Höhe und Position. Dank der Sattelstütze ist die Höhe des Sattels stufenlos verstellbar. Neben der Höhe lässt sich über die Sattelstütze auch die Neigung des Sattels und der Abstand zum Lenker einstellen. Sattelstützen werden oft unterschätzt, dabei sind sie viel mehr als nur der Sattelträger. Die Sattelstütze federt Erschütterungen und Stöße ab und sorgt so für ein angenehmeres Fahrgefühl, besonders bei Touren auf unebenem Untergrund. Daher ist eine Sattelstütze beispielsweise für Mountainbikes (MTB) sinnvoll.

Arten von Sattelstützen

Es gibt verschiedene Arten von Sattelstützen, die jeweils für unterschiedliche Einsatzzwecke und Fahrerbedürfnisse konzipiert sind.

1. Starre Sattelstützen

Sattelkerzen sind einfache Rohre aus Stahl oder Aluminium. Sie waren früher das Standard-Modell. Der Name erschließt sich aus dem Aussehen der Sattelkerze. Nach oben verjüngt, um dort den Sattelkolben zu befestigen, hat die Sattelstütze Ähnlichkeit mit einer Kerze. Sie sind in verschiedenen Längen und mit Durchmessern erhältlich. Außerdem ist die Sattelneigung manuell einstellbar. Allerdings ist die Fixierung des Sattels nicht optimal einstellbar. Ein gewisses Spiel des Sattels lässt sich bei der Nutzung einer Sattelkerze nicht ausschließen. Daher sind sie heutzutage überwiegend an alten Fahrrädern zu finden.

2. Patentsattelstützen

Die moderne Art der starren Sattelstützen. Bei diesem Modell sind Rohr und Kolben fest verbunden. Über den Kolben, auch Patentklemmung genannt, lassen sich über eine oder zwei Schrauben Neigung und waagerechte Position gut einstellen. Bei Modellen mit einer Klemmschraube ist die Montage des Sattels einfacher und schneller durchzuführen. Handelt es sich um ein Modell mit zwei Schrauben, ist die Montage zwar etwas aufwendiger. Dafür ist sie stabiler, sicherer und ein ungewolltes Verstellen des Sattels während der Fahrt wird vermieden.Bei diesem Sattelstützentyp sind Kloben und Rohr eins miteinander, was dieser Konstruktion eine große Stabilität verleiht. Befestigt wird die Patentsattelstütze in der Regel mit einer bzw.

3. Gefederte Sattelstützen

Der größte Vorteil der gefederten Sattelstütze liegt im Komfort. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn der Rahmen über keine Federung verfügt. Sämtliche Stöße und Vibrationen, welche beim Fahren über Unebenheiten entstehen, werden von der gefederten Sattelstütze gedämpft. Daher ist die Sattelstütze vor allem bei Trekkingrädern und Mountainbikes beliebt. Auch bei Fahrradfahren mit Rückenproblemen kann die gefederte Sattelstütze helfen und Stöße und Vibrationen rückenschonend absorbieren. Solche Sattelstützen erhöhen den Fahrkomfort durch ihre integrierte Federung. Diese bewirkt jedoch auch eine Veränderung der Sattelhöhe beim Fahren, je nachdem, welche Kraft auf den Sattel einwirkt.

Arten von gefederten Sattelstützen

  • Parallelogrammstütze: Sie federt nicht vertikal, sondern in Richtung Hinterrad schräg nach unten. Man sitzt permanent in einem gefederten Gelenk, welches sich auf das eigene Gewicht einstellen lässt. So wird eine sehr viel individuellere Federung mit verbessertem Ansprechverhalten erreicht. Ein weiterer Vorteil bei diesem System: Der Weg zu den Pedalen ändert sich nur geringfügig, da die Federung nicht nach unten, sondern nach hinten versetzt ist. Das ermöglicht ungestörtes und gleichmäßiges Weiterfahren. Parallelogrammstützen sind besonders bei Fahrern von Rennrädern und Mountainbikes beliebt.
  • Teleskopstütze: Sie federt vertikal und ist besonders gut für Trekkingräder oder Citybikes mit aufrechter Sitzposition geeignet. Bei hochwertigeren Modellen lässt sich die Sattelstütze auch individuell auf das eigene Körpergewicht anpassen und ermöglicht eine noch effizientere Federung. Zudem sind sie optisch unauffällig. Dies liegt zum einen an der äußeren Ähnlichkeit zu klassischen Sattelstützen, zum anderen an der geringen Aufbauhöhe, da der Federmechanismus mit der Stütze im Sitzrohr versenkt wird.

4. Vario-Sattelstütze / Teleskopsattelstütze

Bei versenkbaren Sattelstützen ist die Anpassung der Sattelhöhe während der Fahrt schnell und unkompliziert möglich. Besonders für abfahrtorientierte Mountainbikes ist das von Vorteil. Das ermöglicht durch die niedrigere Sitzposition mehr Kontrolle über das Bike, was gerade in extremen Situationen von großem Nutzen sein kann. Daher ist die versenkbare Sattelstütze besonders im Mountainbike-Bereich sehr beliebt.

Arten von Vario-Sattelstützen

  • Die eher altmodische Art der versenkbaren Sattelstütze: Da bei dieser Variante die Sattelhöhe direkt am Sattel verstellt wird, muss der Biker eine Hand vom Lenker nehmen. Das ist in extrem-Situationen natürlich nicht zu empfehlen. Daher wurde dieses Modell über die Jahre von der versenkbaren Sattelstütze mit Hebel am Lenker abgelöst.
  • Die versenkbare Sattelstütze mit einem Hebel am Lenker: Gegenwärtig die gängigste Variante dieser Art von Sattelstützen. Durch die optimale Zugänglichkeit des Hebels ist der Vorgang blitzschnell möglich und der Biker kann intuitiv auf äußere Einflüsse reagieren. Dabei muss keine Hand vom Lenker genommen werden und der Fahrer kann mit einem Fingerhub den Mechanismus auslösen. Dies erhöht zum einen die Sicherheit und garantiert zum anderen auch den Fahrspaß.

Materialien von Sattelstützen

Während Stahl neben seiner Robustheit und Langlebigkeit durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt, besticht Aluminium bei den Sattelstützen durch sein geringes Gewicht. Die qualitativ hochwertigsten Sattelstützen sind die Carbon-Sattelstützen. Sie kombinieren die Vorteile der beiden anderen Materialien und vereinen Flexibilität und Stabilität.

  • Stahl: Robust, langlebig, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Aluminium: Geringes Gewicht
  • Carbon: Flexibel, stabil, hohe Qualität

Wichtige Aspekte beim Kauf einer Sattelstütze

In einem eigenen Test der Sattelstützen sollten Sie einige Aspekte ganz besonders beachten.

  • Durchmesser: Dieser Punkt ist sicherlich der wichtigste. Die Sattelstütze muss denselben Durchmesser aufweisen wie das Sitzrohr Ihres Fahrrads, damit beide miteinander verbunden werden können. Die beste Sattelstütze ist nutzlos, wenn sie nicht passt. Die gängigen Durchmesser liegen zwischen 27,2 mm (häufig für Rennräder und Komfortbikes) und 31,6 mm (häufig bei Mountainbikes). Es gibt allerdings auch andere Maße wie 30,9 mm oder spezifische Durchmesser für besondere Fahrradrahmen.
  • Stützentyp: Eine Federsattelstütze dämpft dank ihrer Federung Erschütterungen besser ab. Dafür ist eine Patentsattelstütze tendenziell stabiler.
  • Federweg: Eine Federsattelstütze hat einen sogenannten Federweg. Damit ist der Unterschied in der Sattelhöhe gemeint. Ein Federweg von z. B. 50 mm bedeutet, dass der Sattel sich um 50 mm nach unten senken kann.
  • Gewicht: Je schwerer die Sattelstütze, desto mehr zusätzliches Gewicht müssen Sie beim Fahren bewegen. Viele der in Ihrem Test vertretenen Sattelstützen bestehen sicherlich aus Aluminium. Dieses gehört zu den leichteren Materialien. Sattelstützen können auch aus Titan, Stahl oder Carbon bestehen. Carbon wird vor allem für Sattelstützen für Rennräder verwendet.
  • Befestigungsart: Sehr oft anzutreffen ist die Sattelklemme. Diese ist bei vielen Bikes im Sitzrohr integriert. Die Sattelstütze lässt sich daran leicht anbringen. Eine Patentklemmung bezeichnet eine Form der Befestigung, für die eine Schraube nötig ist.

Die richtige Einstellung der Sattelstütze

Für die optimale Einstellung des Sattels ist es mitunter notwendig, dass die Sattelstütze gekürzt wird. Auch die potentielle Einsparung von etwas überflüssigem Gewicht ist, insbesondere im Rennradbereich, immer häufiger ein Grund für diese Maßnahme. Mit ein wenig handwerklicher Begabung kann diese Arbeit auch gut selbst erledigt werden. Insbesondere bei den beliebten Fahrradsattelstützen aus Carbon gibt es allerdings ein paar Dinge zu beachten.

Kürzen von Aluminium-Sattelstützen

Stützen aus Aluminium können ganz einfach mit der Eisensäge abgesägt werden. Abschließend wird nur der Schnittbereich mit einer Feile etwas entgratet. Hierbei müssen Sie nur die Mindesteinstecktiefe, die der Rahmenhersteller vorgibt, beachten. Diese liegt in den meisten Fällen bei etwa 8 bis 12 Zentimetern. Wir empfehlen allerdings zur Sicherheit noch eine Reserve von einigen Zentimetern dazu zurechnen. Unterschreiten Sie niemals diesen angegebenen Sicherheitsbereich!

Kürzen von Carbon-Sattelstützen

Bei Sattelstützen aus Carbon gilt es zunächst zu prüfen, ob die Stütze von Herstellerseite aus überhaupt gekürzt werden darf. Wenn dies möglich ist, legen Sie sich die nachfolgenden Materialien bereit. Bedenken Sie stets, dass Carbon ein druckempfindlicher Faserwerkstoff ist und gehen Sie dementsprechend sorgsam vor.

  1. Wickeln Sie das Klebeband zunächst um die zu kürzende Stelle an der Sattelstütze. Dies vermindert ein Ausfransen der feinen Carbonfasern an der Schnittkante. Alternativ können Sie die Schnittkante zum Abschluss auch mit feinem Schleifpapier entgraten.
  2. Anschließend wird die Stütze eingeklemmt und kann mit der Säge, ohne größeren Druck, gekürzt werden. Verwenden Sie hierfür ein neues Blatt, welches zuvor noch keine anderen Materialien außer Carbon geschnitten hat.
  3. Das Klebeband kann nach dem Absägevorgang wieder entfernt werden. Eventuell entstandener Carbonstaub wird mit einem feuchten Lappen entfernt. Atmen Sie diesen nicht ein.
  4. Mit dem Nagellack oder dem Sekundenkleber können Sie die Schnittstelle noch etwas versiegeln, um einem Ausfransen der Fasern vorzubeugen. Risse und Beschädigungen können auf Dauer einen Bruch der Carbonstütze verursachen.

Das verwendete Sägeblatt sollte zukünftig nicht mehr für andere Materialien, außer natürlich Carbon, verwendet werden.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0