Viele Anfänger träumen von einem fehlerfreien Start in ihr neues Hobby: dem Motorradfahren. Wer möchte nicht aufsteigen, seine Maschine perfekt beherrschen und mit einer guten Haltung die Kurven nehmen, um von erfahrenen Bikern ein anerkennendes Kompliment zu erhalten? Um wie ein Profi im Sattel zu sitzen, hilft vor allem eines: viel Übung und Routine!
Grundlagen der Motorrad-Gangschaltung
Viele Autos haben ein Automatikgetriebe, Motorräder hingegen werden zum größten Teil mit manueller Gangschaltung betrieben. Die manuelle Gangschaltung funktioniert in einer nummerierten Rangordnung. Am linken Fuß befindet sich die Gangschaltung, mit der du die Gänge einfach hoch- und runterschalten kannst. Um die Gänge überhaupt schalten zu können, musst du in der Regel den Kupplungshebel am linken Lenker ziehen.
Die Vorgehensweise des richtigen Schaltens lernst du in der Fahrschule. Bald wirst du wissen, wie du schalten musst, um den Gang richtig zu wechseln. Einige Motorräder haben keinen Tacho, hier schaltet man nach Gehör, also dann, wenn der Motor unnatürlich laut klingt. Bei den meisten modernen Motorrädern ist es sehr wichtig, genau und in geringen Abständen zu schalten.
Die Bedienelemente zum Schalten
Bevor du dich dem Schalten zuwendest, solltest du wissen, wo sich Kupplung, Gas und Gangwahlhebel befinden. Vor dem linken Handgriff am Lenker befindet sich die Kupplung. Der rechte Handgriff ist der Gashebel. Drehe ihn zu dir (zum Motorrad), indem du dein Handgelenk senkst. Das Gas ist offen.
Die Kupplung
Sie wird mittels Handhebel am linken Lenkerende bedient. Wie bei Autos mit Schaltgetriebe reguliert die Kupplung auch bei Motorrädern den Kraftschluss zwischen Motor und Antriebsrad, also dem Hinterrad. Beim dosierten Einkuppeln kontrollierst du also, wie viel Kraft vom laufenden Motor an das Hinterrad weitergegeben wird. Deshalb ist ein absolut unaufwendiges und präzises Bedienen der Kupplung sehr wichtig, nicht nur beim Losfahren.
Für alle, die das noch nie gesehen haben: Ziehst du den Kupplungshebel mit der linken Hand zu dir, sollte komplett ausgekuppelt sein, also nichts vom Motor gelangt zum Hinterrad. Löst du dann den Kupplungshebel immer mehr, lässt ihn also mit den Fingern immer mehr nach vorne, wird eingekuppelt. Je mehr nach vorne, desto mehr Kraft vom Motor gelangt ans Hinterrad.
Da es eine wesentliche Rolle spielt, wie viel Schub- oder Schleppmoment am Hinterrad ankommt, ist eine kontrollierte Bedienung der Kupplung das Um und Auf, denn die Umsetzung deiner Arbeits-Aufträge an den Motor (über die Gasgriffstellung) erfolgen zeitverzögert und nicht immer in so fein dosierbarer Form, wie über die Kupplung. Den Kupplungshebel solltest du dir so einstellen (lassen), dass ein müheloses Dosieren der Kupplung mit zwei Fingern möglich ist.
Der Gasgriff
Das Gas geben bei einem Motorrad funktioniert fast genauso wie bei einem Auto, nur dass du anstatt das Gaspedal mit deinem rechten Fuß zu drücken, den Gashebel an dem rechten Lenker drehst. Je weiter du den Gashebel an deinem Motorrad drehst, umso mehr Gas gibst du. Wenn die Kupplung regelt, wie viel Leistung ankommt, dann regelt der Gasgriff, wie viel Leistung zur Verfügung steht.
Für alle, die das noch nie gesehen haben: Hält man den Gasgriff und dreht man sein rechtes Handgelenk nach unten, dann wird Gas gegeben. Es braucht bei Anfängern doch einige Übung, diese Feinmotorik zu beherrschen. Schon die Änderung der Gasgriffstellung um nur ein Grad kann wesentlich andere Drehzahlen vom Motor liefern lassen.
Der Schalthebel
Wenn auf einem Motorrad ein Fußschalthebel montiert ist, dann funktioniert er in der Regel so: Aus der Leerlaufstellung legst du den ersten Gang ein, indem du den Hebel entschlossen mit dem Fuß nach unten bewegst (bei sperrig arbeitenden Getrieben könnte man auch sagen trittst). Ab nun gilt eine einfache Regel: Willst du einen Gang höher schalten, bewegst (reißt) du den Hebel (mit gezogener Kupplung selbstverständlich, wie beim Auto!) nach oben, wenn du einen Gang runter schalten willst, trittst du den Hebel nach unten.
Du kannst in einer Bewegung immer nur die nächste Schaltstufe wechseln. Du willst etwa nach dem Stehenbleiben wieder in den Leerlauf? Der Leerlauf liegt sozusagen zwischen erstem und zweitem Gang. Je nach Getriebe braucht das mehr oder weniger Gespür, wie du da mit der Fußspitze aus dem ersten Gang den Schalthebel behutsam nach oben ziehst. Auf deinem Display ganz in der Nähe des Tachometers muss das, meist mit einem grünen N, angezeigt werden, wenn der Leerlauf wirklich eingelegt ist. Das ist eine wichtige Information, denn erst jetzt kannst du im Stand die Kupplung auslassen.
Schalten leicht gemacht: Schritt für Schritt
Die Gänge (Reihenfolge) der manuellen Schaltung und der Halbautomatik sind identisch. Lediglich die Kupplung, die Sie bei der manuellen Schaltung betätigen müssen, fehlt bei der Halbautomatik. Das ist vergleichbar zum Auto mit Tiptronic.
- Anfahren: Ziehe die Kupplung zum Handgriff und schalte mit dem linken Fuß einmal nach unten. Sofern du vorher im Leerlauf warst, ist nun der erste Gang eingelegt. Drehe den Gasgriff langsam auf und lasse dabei die Kupplung ebenso langsam los. Das Motorrad beginnt zu rollen.
- Hochschalten: Möchtest du in den nächsten Gang schalten, lasse das Gas langsam los bzw. drehe es "zu", ziehe die Kupplung und bewege/schiebe den Ganghebel mit dem Fuß einmal nach oben. Gib wieder Gas und lasse die Kupplung (langsam) los.
- Herunterschalten: Möchtest du nun wieder in einen niederen Gang schalten, drossle das Gas, ziehe die Kupplung ganz zum Griff, bewege den Schalthebel mit dem Fuß einen oder mehrere Male (Gänge) nach unten, bis du den gewünschten Gang erreicht hast.
- Leerlauf finden: Wenn du dir nicht sicher bist, ob sich dein Motorrad beim Start im Leerlauf befindet (sofern keine Anzeige vorhanden ist), schalte einfach so oft nach unten, bis es nicht mehr geht. Der erste Gang liegt immer unter dem Leerlauf.
Möchtest du ein Motorrad mit Halbautomatik schalten, gehe ebenso wie beim manuellen Schalten vor. Das einzige, was du weglässt, ist das Betätigen der Kupplung.
Tipps und Tricks für Anfänger
- Üben, üben, üben: Wenn du ein Motorrad-Anfänger bist und ein neues Motorrad gekauft hast, solltest du erst auf einem verlassenen Parkplatz trainieren und dort Anfahren und Schalten üben.
- Geduld: Um mit einem Motorrad losfahren zu können, benötigst du genau wie bei einem Auto das Verständnis zwischen der Drosselklappe und dem Zusammenspiel der Kupplung, welches genau ausgeglichen werden muss. Bis man diese Funktionsweise heraus hat, braucht es eine gewisse Zeit an Übung und viel Geduld des Fahrlehrers.
- Fahrschule: Der Artikel soll jedoch nicht deinen Theorieunterricht in der Fahrschule ersetzen, deswegen musst du dort trotzdem aufpassen.
- Schnupperkurs: Im Internet gibt es viele Anbieter, die dir eine Schnupperfahrt mit dem Motorrad anbieten. Der Motorrad-Schnupperkurs bietet dir die optimale Gelegenheit, das Gefühl von Freiheit auf dem Motorrad kennenzulernen. Die Sicherheitsbekleidung und passende Motorräder werden dir gestellt.
- Sicherheit geht vor: Denke immer daran: Motorrad Sicherheit geht vor!
Die richtige Gangwahl
Die Wahl des richtigen Ganges kann deinen Komfort und deine Sicherheit wesentlich mitbestimmen. Je nachdem, welchen Gang du einlegst, bestimmst du nach dem Einkuppeln, welche Drehzahl dein Motor bei welcher Geschwindigkeit hat - deine Gangwahl bestimmt das Übersetzungsverhältnis.
Für alle, die nicht mit dem Betrieb eines Autos oder Motorrades mit Schaltgetriebe vertraut sind: Grundsätzlich fährt man mit dem ersten Gang weg und wechselt dann mit steigender Geschwindigkeit in den nächst höheren. Manuelle Schaltgetriebe werden in der Regel per Fußschalthebel auf der linken Seite betätigt.
Man kann definitiv keine Tabelle liefern, bei welcher Geschwindigkeit optimal welcher Gang einzulegen ist. Es hängt von der Charakteristik deines Motors, von deinen Wünschen, von der jeweiligen Fahrsituation und vom serienmäßig ausgelieferten Übersetzungsverhältnis deines Motorrads ab. Bei letzterem kannst du davon ausgehen, dass es bei modernen Geräten vom Hersteller passend für deine und emissionsreduzierende Zwecke optimal gewählt wurde.
Ein Motor hat nicht in jeder Drehzahl dieselbe Kraft und dasselbe Drehmoment. Du kannst aber ganz vereinfacht davon ausgehen, dass dein Motor in höheren Drehzahlen mehr Kraft, also mehr Pferdestärken hat.
Wann welchen Gang wählen?
- Beschleunigung: Schaltest du hinunter, hast du mehr Leistung zur Verfügung und könntest schneller beschleunigen.
- Konstante Geschwindigkeit: Geht es nur darum, deine Geschwindigkeit in halbwegs ebenen Situationen zu halten, wird deine Gasannahme weicher und leichter zu bedienen sein, wenn du einen höheren Gang einlegst! Du bist dann auch leiser und brauchst weniger Sprit.
- Bergauffahren: Willst du etwa nach einer Kurve oder bergauf speziell mit viel Beladung beschleunigen, wird das dein Motor in niedrigeren Gängen besser und effektiver erledigen können!
- Anfahren: Aus dem Stand fährst du prinzipiell im ersten Gang weg!
Probiere verschiedene Gänge in sicheren Situationen aus, lerne den Charakter deines Motorrads kennen, hör auf deinen Motor und spür die Drehzahl! Du wirst mit einiger Übung nicht mehr auf deinen Drehzahlmesser blicken müssen, weil du die Umdrehungen pro Minute deiner Kurbelwelle akustisch und über die Vibrationen gleichsam nebenbei richtig einschätzt. Das hilft dir, dich für den richtigen Schaltzeitpunkt zu entscheiden.
Achte besonders auf die Gasannahme deines Motorrads bei bestimmten Drehzahlen in bestimmten Gängen. Finde dann den für dich besten Gang! Achte auch beim Verzögern auf die Wahl des richtigen Ganges beziehungsweise des richtigen Moments beim Hinunterschalten. Wählst du zu früh einen niedrigeren Gang, kann der Drehzahlunterschied sehr groß beim Einkuppeln sein.
Ausrüstung und Partner
Ein großes Projekt verlangt nach großen Partnern - weshalb wir uns entschieden, für unsere Berichteserie Motorradfahren lernen mit hochwertigen Herstellern wie Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech zusammen zu arbeiten. Für einen feinen Querschnitt durch die aktuellen Motorradkategorien haben wir von Honda eine einsteigerfreundliche CB500 Hornet, eine sportliche CBR650R sogar mit E-Clutch (muss man mal probiert haben!) und als Referenz für das Adventure-Segment eine CRF1100L Africa Twin Adventure Sports mit elektronisch verstellbarem Fahrwerk gewählt.
Bestückt wurden alle Bikes mit Taschen oder Tankrucksäcken von SW-Motech, damit wir diverse Utensilien, die wir bei unseren Fotofahrten brauchten, gut verstauen konnten. Da wir natürlich nicht wussten, wie das Wetter wird, vertrauten wir bei der Kleidung auf Highend-Ware von Stadler Bekleidung, die dank GoreTex-Material und innovativen SASS-Belüftungsöffnungen sowohl bei nasskaltem als auch bei heißem Wetter ausgezeichnet funktionieren. Schließlich wollten wir auch bei den Reifen nichts dem Zufall überlassen, für unsere Vorführ-Fahrten wurden auf allen drei Maschinen Qualitäts-Pneus von Metzeler aufgezogen.
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