Das Schalten ist eine der grundlegenden Fertigkeiten, die jeder Motorradfahrer beherrschen muss. Es ist jedoch nicht immer einfach, besonders für Anfänger. Dieser Artikel bietet umfassende Tipps und Ratschläge, die Ihnen helfen, das Schalten auf dem Motorrad zu meistern.
Grundlagen des Motorrad Schaltens
Zunächst musst du dich mit dem Schalthebel, Kupplung und dem Gas vertraut machen. Das Gas befindet sich an dem rechten Lenker. Einfach drehen und die Landschaft wird schneller. Die Motorrad Kupplung ist an dem linken Lenker angebracht und erinnert an die Bremse bei einem Fahrrad.
Vor dem linken Handgriff befindet sich die Motorrad Kupplung, welche für die notwendige Übertragung des Drehmoments von dem Motor auf das Getriebe verantwortlich ist. Am rechten Griff befindet sich das Gas. Um ein Abwürgen des Motors zu verhindern, muss der Gashebels betätigt werden.
Die Schritte des Schaltens
- Setze dich auf dein Motorrad und starte es, indem du den Anlasser Knopf und die Kupplung drückst. Stelle sicher, dass sich das Bike in der neutralen Position befinden. Durch ein grünes »N« (neutral) auf der Konsole deines Zweirades siehst du, ob die Position stimmt.
- Nun musst du den ersten Gang einlegen. Schließe den Gashebel und ziehe im Anschluss die Kupplung komplett durch. Indem du den Schalthebel nach unten drückst, ist es dir möglich gleichzeitig den ersten Gang einzulegen.
- Während du die Motorrad Kupplung vorsichtig loslässt, gibst du langsam Gas. Nun sollte dein Bike langsam mit dir darauf losrollen.
- Nachdem du geschafft hast, dass das Motorrad rollt, beginne damit die Gaszufuhr zu erhöhen und lasse die Kupplung komplett los.
- Hast du eine ausreichende Geschwindigkeit erreicht, gilt es nun die Gangschaltung Motorrad weiter nach oben zu treiben. Während du die Kupplung drückst, rolle den Gashebel ab.
- Nutze nun deine Zehen an deinem linken Fuß, um den Schaltstift so weit wie möglich nach oben zu heben.
Um die Kupplungsscheiben lange durchhalten zu lassen und andere mögliche Schäden an deinem Bike zu vermeiden, ist ein reibungsloses Motorrad Schalten unabdingbar. Passe nun das Gas und die Kupplung an deine Fahrgeschwindigkeit an.
Schalten in den zweiten Gang und höher
Schiebe den mit deinen Zehen den Schalthebel nach oben und drossle den Motor. So ist es dir möglich durch eine Betätigung in den zweiten Gang zu gelangen. Indem du die Gangschaltung nach unten drückst und das Gas wegnimmst, ist es dir möglich nach unten zu schalten.
Wichtige Hinweise
- Wenn du die Kupplung loslässt und auf dem Gas rollst und nichts passiert, befindest du dich momentan im Leerlauf.
- Du musst keine Superkräfte haben, um dein Motorrad schalten zu können. Lese zunächst im Handbuch deiner Maschine nach, wie die Steuerelemente für die Gangschaltung bei deinem Motorrad funktionieren.
Fortgeschrittene Techniken
Schalten ohne Kupplung
Alle Japaner mit Kettenantrieb lassen sich ohne Kupplung hochschalten. Auch bei geringer Drehzahl. Wenn man sich darauf eingestellt hat, laufen diese Hochschaltvorgänge geschmeidiger und damit materialschonender ab, als mit Kupplung ziehen.
Wenn du bereits ein erfahrener Motorradfahrer bist und hochzuschalten möchtest, hebst du den Schalthebel einfach leicht mit deinem Fuß an, während du den Gashebel betätigst, um dann in den nächsthöheren Gang zu schalten.
Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass das Schalten ohne Kupplung eine fortgeschrittene Technik ist, die Übung erfordert. Wenn man es falsch macht, kann es das Getriebe beschädigen.
Quickshifter
Ein Quickshifter ist ein elektronisches Bauteil, das das Hochschalten ohne Kupplung ermöglicht. Er unterbricht kurz die Zündung, sodass der Gang eingelegt werden kann, ohne die Kupplung zu betätigen.
Ich habe einen Quickshifter, und solange die Drehzahl weder zu niedrig, noch zu hoch ist funktioniert der ganz gut. Wenn nicht geht das schalten ziemlich schwer oder das Getriebe "kracht" halt irgendwie - man bekommt also eine direkte Rückmeldung. Außerdem fahre ich keinen Heizhobel wie die Z, sondern einen Tourer (Versys). Bei mir kommt der QS somit eher selten zum Einsatz - nur beim Überholen oder bei Autobahnauffahrten, wenn's eben doch mal schnell gehen muß.
Klar ist ein Quickshifter auch nur ein elektronisches Bauteil was auch mal Fehler machen kann, ( bei einem Tellert wohl sehr selten ), jedoch wenn man ihn von Profis einbauen lassen würde, was ich definitiv auch machen würde, man diese Fehlerquote deutlich senken kann.
Diese Erkenntnisse kann man aber auch auf eine Maschine ohne Quickshifter übertragen, zumindest beim Hochschalten - mußt' halt "einfach nur" das Gas wegnehmen bevor Du schaltest. Wie weit das nötig ist und ob Du das dementsprechend falsch gemacht hast wirst Du durch die haptische und akustische Rückmeldung des Getriebes erkennen. Sofern man diese Rückmeldung auch wirklich verinnerlicht glaube ich nicht daß man das Getriebe dadurch nennenswert beschädigt (auch mein Händler sagte daß nichts dagegen spricht und er das selber so praktiziert).
Anfängerfehler vermeiden
Natürlich träumen viele Anfänger auf dem Motorrad von einem fehlerfreien Start ins neue Hobby. Wer will nicht einfach aufsteigen, seine Maschine perfekt beherrschen und mit bester Haltung die Kurven nehmen, um ein anerkennendes Kompliment von erfahreneren Bikern zu hören? Wenn ihr wie ein Profi im Sattel sitzen wollt, hilft vor allem eins: viel Übung und Routine!
Hier sind einige häufige Anfängerfehler und Tipps, wie man sie vermeiden kann:
- Falsche Kurvengeschwindigkeit: Anfänger passen Kurvengeschwindigkeit oft nicht korrekt an oder sie wählen Fahrtlinie und Blickführung nicht optimal. Grund hierfür ist die fehlende Erfahrung. Um mit dem Motorrad richtig Kurven zu fahren, fährt man mit einer angemessenen Geschwindigkeit in die Kurve ein, indem zuvor gleichmäßig abgebremst wird.
- Überschätzung des eigenen Könnens: So mancher Anfänger scheint seine Maschine oder sein Können jedoch zu überschätzen. Auch wenn die Fahrstunden gut liefen und die Prüfung bestanden ist, solltet ihr nun zunächst Erfahrungen in der Fahrpraxis sammeln, bevor ihr lange Touren auf eurem Motorrad plant.
- Verkrampfte Körperhaltung: Motorrad-Neulinge verkrampfen schnell in einer unbequemen Position, weil sie nicht an ihre Sitzposition denken. Ob beim Bremsen oder beim Einfahren in Kurven - auf die richtige Körperhaltung kommt es an.
- Fahren mit Beifahrer ohne Übung: Eine Idee, die Fahranfänger vor eine besondere Herausforderung stellt, weil sich das Verhalten der Maschine komplett ändern wird. Auch das Fahren mit Beifahrer sollte trainiert werden, bevor ihr zu einer längeren Ausfahrt startet.
- Falsches Blinken: So konzentriert Neulinge auch fahren, mit dem Blinker stehen sie häufig auf Kriegsfuß. Die einen vergessen komplett zu blinken, die anderen stellen den Blinker nach dem Abbiegevorgang nicht wieder aus. Fahranfänger auf dem Motorrad sollten unbedingt darauf achten, sich das korrekte Blinken anzugewöhnen.
Sicherheit geht vor!
Egal, wie kurz die Routine ist oder wie sehr die Sonne euch zum Schwitzen bringt: tragt feste Motorradschuhe oder Motorradstiefel sowie passende Motorradkleidung. Selbstverständlich gehört zu jeder Ausfahrt ein Motorradhelm, egal ob einem Jethelm, Klapphelm oder Motocrosshelm auf den Kopf, der vor Stürzen schützt. Denkt immer daran: Motorrad Sicherheit geht vor!
Zusätzliche Tipps
- Regelmäßiges Training: Absolviert regelmäßig ein Motorrad-Fahrsicherheitsstraining.
- Vertrautmachen mit dem Motorrad: Bei einem neuen Motorradrad macht ihr euch vor der Fahrt genau mit den Bedienelementen vertraut.
- Umgang mit Sozius: Erstmal solltet ihr euch ordentlich einfahren und euch wirklich sicher fühlen im Handling des Bikes. So ein Sozius Fahrer verändert die ganze Fahrdynamik. Bremsen wird schwieriger und beim Beschleunigen kommt es schnell zum Wheelie. Einfacher ist es, wenn der Mitfahrer selbst schon ein Biker ist.
- Kupplung als Helfer sehen: Sieh deine Kupplung als deinen Freund und Helfer. Wenn du mal in eine Situation kommst, du das Gefühl hast etwas die Kontrolle zu verlieren, zieh die Kupplung! So nimmst du sofort den Antrieb raus und kannst dein Bike stabilisieren.
- Entspannt bleiben: Gerade am Anfang, aber eigentlich das ganze Bikerleben lang, solltest du nie in Hektik fahren. Gerade wenn du im Stress bist und vielleicht spät dran bist, kann etwas passieren. Riskiere dann lieber angemeckert zu werden, weil du zu spät kommst, als dass du garnicht ankommst ;)
- Wartung: Du solltest dich aber trotzdem zwischendurch mit deinem Motorrad beschäftigen, die Technik etwas verstehen und einfachere Wartungsarbeiten selbst machen. Das spart dir auch Werkstattkosten.
Die Wahl des richtigen Ganges
Die Wahl des richtigen Ganges kann deinen Komfort und deine Sicherheit wesentlich mitbestimmen. Je nachdem, welchen Gang du einlegst, bestimmst du nach dem Einkuppeln, welche Drehzahl dein Motor bei welcher Geschwindigkeit hat - deine Gangwahl bestimmt das Übersetzungsverhältnis.
Man kann definitiv keine Tabelle liefern, bei welcher Geschwindigkeit optimal welcher Gang einzulegen ist. Es hängt von der Charakteristik deines Motors, von deinen Wünschen, von der jeweiligen Fahrsituation und vom serienmäßig ausgelieferten Übersetzungsverhältnis deines Motorrads ab.
Hier sind einige allgemeine Richtlinien:
- Schaltest du hinunter, hast du mehr Leistung zur Verfügung und könntest schneller beschleunigen.
- Geht es nur darum, deine Geschwindigkeit in halbwegs ebenen Situationen zu halten, wird deine Gasannahme weicher und leichter zu bedienen sein, wenn du einen höheren Gang einlegst! Du bist dann auch leiser und brauchst weniger Sprit.
- Willst du etwa nach einer Kurve oder bergauf speziell mit viel Beladung beschleunigen, wird das dein Motor in niedrigeren Gängen besser und effektiver erledigen können!
- Aus dem Stand fährst du prinzipiell im ersten Gang weg!
Mentales Training
Jeder Motorradfahrer kennt diese Situation: Aus dem entspannten Fahren heraus wird die Verkehrs- und Risikosituation schlagartig brenzlig. Meist werden Bremse und Kupplung betätigt und ansonsten nur abgewartet.
Doch Sie können solche Situationen auch mental trainieren. Spielen Sie in vergleichsweise harmlosen Verkehrs- und Fahrsituationen im Geiste durch, welche Möglichkeiten Sie in einer tatsächlich schwierigen Situation gehabt hätten. Geben Sie nicht zu schnell auf.
Sichtbarkeit
Machen Sie sich immer so gut sichtbar wie möglich. Bringen Sie sich so zu den anderen Verkehrsteilnehmern in Position, dass Sie auch gesehen werden können. Schalten Sie im Zweifelsfall am Tag auf das Fernlicht um. Auch wechselnde Fahrlinien können die Auffälligkeit erhöhen. Bleiben Sie vor allem bei mehrspurigem Verkehr nicht zu lange im toten Winkel des Nebenmanns.
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