Shimano GRX vs. Sram Red XPLR: Ein umfassender Vergleich

Wer sich für eine der neuen Topgruppen für Gravelbikes entscheidet, hat seine Gründe. Die zwei aktuell teuersten Komponentengruppen für den Gravel-Einsatz haben einige Gemeinsamkeiten: Sie schalten elektronisch auf Knopfdruck, Schaltbefehle werden per Funk übertragen. Die Disc-Stopper bremsen hydraulisch und brauchen nur wenig Handkraft. Und beide Gruppen glänzen mit hervorragender Ergonomie und Funktion.

Die wichtigsten Unterschiede

Doch die Liste der Unterschiede ist länger: Die Hydraulik arbeitet bei Shimano mit wartungsarmem Mineralöl, bei Sram mit DOT-Bremsflüssigkeit. Die ist temperaturstabiler, muss aber regelmäßig getauscht werden. Shimano setzt auf einen zentralen, fest verbauten Akku für Schaltwerk und Umwerfer, beide sind per Kabel angebunden. Sram verbaut einen abnehmbaren Akku, der dafür nicht ganz so lange hält: nach unserer Erfahrung rund 500 km im Vergleich zu ca. 1000 km bei Shimano. Das GRX-Schaltwerk kommt zierlicher und lässt sich an klassischen Schaltaugen befestigen. Es erfordert beim Set-up aber mehr Aufmerksamkeit als das mächtige Sram-Pendant. Das wird im Idealfall ohne Einstellarbeiten montiert, verlangt dafür einen Rahmen mit UDH-Ausfallende.

Der wichtigste Unterschied - und für viele wirklich eine Glaubensfrage: Die Red XPLR gibt’s nur als 1x-Gruppe, die GRX Di2 nur 2-fach. Die GRX im typischen 48/31 x 11-36-Set-up bietet einen etwas leichteren Berggang und eine dickere Übersetzung bei Top-Speed als die Red mit gängigen 40T x 10-46.

Test Shimano GRX Di2

Preis: 2250 Euro / Gewicht: 3012 g

Etwas überraschend stellte Shimano vor einigen Monaten seine Top-Gravel-Gruppe GRX Di2 (RX 825) nur als 2 x 12-fach-Ensemble vor. Die bei den mechanischen 12-fach-Gruppen optional verfügbare, beliebte Variante mit 1 x-Kurbel? Fehlanzeige. Wer damit leben kann, erhält eine ausgereifte, in vielen Punkten optimierte Nachfolgerin der 11-fach-GRX Di2. Dass Shimano auch eine 1 x-Lösung zeigen wird, steht dennoch zu erwarten.

Wie schon der Vorgänger schaltet auch die neue GRX unter allen Bedingungen stets verlässlich und butterweich. Auch der Umwerfer - von manchen als unnötige Komplikation in einem Gravel-Antrieb verteufelt - bietet in der Regel keinen Anlass zur Sorge: In puncto Umwerferperformance setzt Shimano noch immer die Standards. Sauber eingestellt, erfolgt jeder Kettenblattwechsel mit der Akkuratesse eines japanischen Arbeiters: stets pünktlich, verlässlich und zur vollsten Zufriedenheit.

GRAVELBIKE-Redakteur Felix Krakow konnte sich am Rand der Tour de France auf der Gravel-Etappe bei Troyes selbst ein Bild von der neuen Gruppe machen. Und war sehr angetan: "Die Schaltperformance insgesamt? Wie gewohnt auf sehr hohem Niveau, einen Unterschied zum Vorgänger konnte ich nicht feststellen. Beeindruckt haben mich vor allem die Hebel. Die liegen noch etwas besser in der Hand, die größeren und etwas weiter hervorstehenden Tasten lassen sich besser bedienen. Auch in der ‚Einzelzeitfahrposition‘ mit den Händen um die Hoods und den Unterarmen auf dem Lenker habe ich mich sehr wohl gefühlt."

Shimano hat die Schalt-/Bremshebel so überarbeitet, dass sie sich besser an Lenker mit Flare anpassen, die Ergonomie gefällt noch etwas besser als beim Vorgängermodell. Wie bei den Straßengruppen gibt’s innen an den Hoods je einen Zusatzschalter, der sich wunschgemäß belegen lässt: zum Gangwechsel, zum Bedienen des Radcomputers oder als Ersatz für die etwas schlecht zugängliche Bedientaste direkt am Schaltwerk. Optional lassen sich weitere Schalttasten ins System einbinden. Die Bedienlogik lässt sich für die serienmäßigen sechs Tasten via E-Tube-Project-App oder per PC an eigene Vorlieben anpassen.

Auch die Bremsen mit den Ice-Tech-Scheiben überzeugten mit bekannter Performance: fein dosierbar, mit geringen Bedienkräften, bei Bedarf kräftig zupackend. Optisch erinnert die neue Di2-GRX an die Vorgängergruppe, insgesamt wirken die Schaltungsbauteile vergleichsweise filigran und dank zentralem Akku fast zierlich. Alle nichtelektronischen Teile sind baugleich zu den mechanischen GRX-Gruppen.

Die Alu-Kurbel lässt optische Reize weitgehend vermissen und kommt recht nüchtern daher. Auf 800er-Niveau mit 48/31-Kettenblattabstufung, gibt es wahlweise noch eine günstigere Kurbel in 46/30 (600er-Serie). Größere GRX-Kettenblätter gibt es aktuell nicht, auch einen Powermeter bietet Shimano für die GRX nicht an. Weshalb Speed-Junkies oder alle, die mit Leistungsmesser fahren wollen, schon mal eine Road-Kurbel von Shimano am Gravelbike fahren. Kassetten gibt’s in 11-34er- oder 11-36er-Abstufung, was für eine sehr ordentliche Bandbreite mit ausreichend kleinen Gangsprüngen sorgt.

Fazit Shimano

Die GRX Di2 empfiehlt sich als ausgereifte, ergonomisch und funktional überzeugende Komponentengruppe mit großer Übersetzungsbandbreite. Für alle, die mit 2 x nicht hadern und am Gravelbike auf schicke Carbon-Teile verzichten können. Nicht günstig, aber noch fair bepreist.

Test Sram Red XPLR AXS

Preis: 4528 Euro / Gewicht: 2488 g

Seiner Topgruppe Red AXS mit 2 x 12 Gängen stellte Sram kürzlich die Red XPLR-Variante für Gravelbikes zur Seite: mit 1 x-Kurbel und 13-fach-Kassette. "Die ultimative Gravel-Gruppe", versprechen die Amerikaner. Wir konnten die neue XPLR bereits intensiv testen, mit erfreulichen Ergebnissen: Gut 100 Gramm leichter als die Vorgängergruppe, glänzt die Red XPLR mit vielen pfiffigen Detaillösungen, souveräner Schalt- und Bremsperformance sowie der gelungenen Vernetzung mit dem hauseigenen Hammerhead-Computer und der AXS-Smartphone-App.

Die Schalt-/Bremshebel, die Flat-Top-Kette und die Bremsen der neuen Gravel-Gruppe werden von der Straßen-Red durchgereicht. Warum auch nicht: "Es braucht spürbar weniger Handkraft als bei anderen Sram-Bremsen, um viel Bremspower aufzubauen. Bremskraft, die sich fein dosieren lässt und das aus jeder Griffposition", zeigte sich GRAVELBIKE-Chefredakteur Alexander Walz nach einem Ausflug in die Alpen begeistert. Auch bei längeren Abfahrten auf Schotter mit dauerhaftem Bremseinsatz präsentierten sich die Stopper sehr geräuscharm, verlässlich und ohne Fading. Die Ergonomie der einstellbaren Hebel gefällt.

Der Verzicht auf Umwerfer und 2 x-Kurbel spart Gewicht und hilft, den Antrieb im Wortsinn einfach zu halten. Dank 13 Ritzeln reicht die Bandbreite dennoch für einen sehr weiten Einsatzbereich. Am Testrad mit 40T-Blatt an der leichten Carbon-Kurbel und der aktuell einzigen 13-fach-Kassette in 10-46er-Abstufung ein sehr praxistaugliches, breitbandiges Set-up. Größter und kleinster Gang liegen indes enger beisammen als bei Shimanos 2 x-Set-up, dafür gibt es wahlweise Kettenblätter mit 38, 40, 42, 44 und 46 Zähnen. Wer weiß, was er will, kann die Konfiguration besser an die eigenen Bedürfnisse anpassen als bei Shimano.

Die Kassette präsentiert sich als 288 g leichtes Schmuckstück: die drei größten Ritzel aus Alu, der Rest am Stück aus Stahl gefräst. Ersatz wird aber teuer: Für 675 Euro Listenpreis bieten andere schon komplette Gruppen an. Die Kassette baut etwas breiter als 12-fach-Modelle, die Abstände zwischen den Ritzeln bleiben unverändert. Das zusätzliche Ritzel ist leicht nach innen versetzt, das Ritzelpaket passt deshalb auf 12-fach-XDR-Freiläufe.

Das riesige Schaltwerk lässt keine Zweifel aufkommen, dass es für Heavy-Duty-Einsätze gemacht wurde. Allerdings passt es nur an Rahmen mit UDH-Ausfallende (vgl. S. 19). Vorteil - neben der universellen und robusten Bauweise: Das Schaltwerk muss nicht eingestellt werden, das Feintuning erfolgt ggf. elektronisch. Fast alle Einzelteile lassen sich separat ersetzen. Mehr als ein Gimmick ist das untere Schaltwerksröllchen ("Magic Wheel"), das nicht blockiert, selbst wenn sich etwa ein Ast darin verfängt.

Je ein Zusatzschalter in den Hoods wertet die Armaturen weiter auf, die Einbindung von Zusatzschaltern (Blips) ist möglich, ebenso die Konfiguration per AXS-App. Die Schaltung selbst funktionierte jederzeit problemlos, an Schalttempo und -performance gab’s nix auszusetzen. Sram-typisch ist die Red XPLR optional mit Powermeter zu haben, ohne kostet sie 500 € weniger.

Fazit Sram

Mit Powermeter und vielen Kettenblattoptionen ist die Red XPLR AXS nach Bedarf konfigurierbar, aber etwas weniger breitbandig. Funktional top, hochwertige Materialien, allerdings nur mit UDH-Rahmen kompatibel.

FTUE - First Time User Experience

Mit einer elektronischen SRAM-Schaltung hatte Diana Rieger in ihrer Rennrad-Laufbahn bislang noch keinen Kontakt. Bisher kennt die Hobbyradsportlerin ausschließlich ­mechanische Shimano-Gruppen. „Mega“, findet die Mittvierzigerin die Gruppe aber schon nach den fünf Sekunden, in denen sie die Schaltlogik erklärt bekommt. Ändern wird sich ihre Meinung im Tages­verlauf nicht mehr, im Gegenteil: Ihr nächstes Rad soll genau so eine Schaltung haben. „FTUE“ nennen Marketing-Fachleute das, „First Time User Experience“. Fällt sie positiv aus, ist das die halbe Miete für ein erfolgreiches Produkt.

Soft Skills entscheiden

In ihrer mechanischen Performance liegen die Gruppen heute extrem nahe beieinander. Hakelige SRAM-Umwerfer, schleifende Shimano-Bremsen oder schwer erreichbare Campagnolo-Hebel sind Erinnerungen an eine Vergangenheit, die für das moderne Material nicht mehr zutreffen. Die Gruppen aller drei Hersteller schalten perfekt, bremsen hervorragend, laufen leise und zeigen ein vergleichbares Verschleißverhalten.

Umso mehr kommt es heute auf „soft skills“ an, die sich nicht so leicht in Zahlen fassen oder in Tabellen abbilden lassen: Passt die Bedienlogik der Schaltknöpfe, oder lässt sie sich ändern? Lassen sich Fahrdaten mit einer Smartphone-App auswerten, die Schaltung per Touchscreen justieren, Leistungsmessung oder Radcomputer einfach einbinden? Kann man die Akkus entnehmen oder muss das ganze Rad zum Laden an die Steckdose? Auch von Elektronik und Software abgesehen gibt es Argumente, die im Zweifel wichtiger sind als 80 Gramm Gewichts­unterschied: Wie gut fassen sich die Hebel an? Welche Übersetzungen gibt es, was kosten die Verschleißteile -und ist die Schaltung mit meinen Wunsch-Laufrädern kompatibel?

SRAM macht vieles richtig

Zumindest in der Tendenz kristallisiert sich beim aktuellen Entwicklungsstand der Produkte ein Gewinner heraus: SRAM macht mit der neuen Red AXS offenbar vieles richtig; es gibt eingefleischte Shimano- und Campagnolo-Fans, die mit der neuesten Gruppe der einst belächelten Amerikaner liebäugeln. Gelobt werden vor allem die Bedienlogik, der zur Schaltung passende Radcomputer mit seinen Funktionen, die untereinander tauschbaren Akkus. Dass (fast) alles selbsterklärend funktioniert, dass auch Laien mit der einfachen App eine Schaltung einstellen, ein Powermeter koppeln und Daten auswerten können, wird als technologischer Fortschritt wahrgenommen.

Vorausschauend entscheiden

Wie so häufig ist aber nicht jedes Kriterium für jede Benutzerin oder jeden Benutzer gleich wichtig. Diana jedenfalls überzeugt der Erstkontakt mit SRAM zunächst. Wenn sie später über die Ersatzteilpreise für Ritzel und Kettenblätter nachdenkt, könnte die LTUE - „Long-Term User Experience“, sprich Langzeiterfahrung - aber unter Umständen eine andere Richtung nehmen. Dies gilt es natürlich zu vermeiden.

Shimano GRX vs. SRAM Apex

Die neuen Offroad-­Gruppen von Shimano und SRAM sind besser auf die Bedürfnisse von Gravelbikern abgestimmt als je zuvor. Mit sinnvollen Über­setzungen, einfacher Bedienung und gelungener Ergonomie überzeugen sie Ein­steiger wie Vielfahrer gleichermaßen - und folgen dennoch komplett unterschiedlichen Konzepten. Shimanos mechanische GRX ­bietet mit der Zweifach-Kurbel ein breites und fein abgestuftes Getriebe, das vor allem Renn- und Reiseradler anspricht. Die elektronische SRAM Apex AXS punktet mit einfacher Bedienung sowie unkomplizierten und präzisen Gangwechseln in jeder Situation.

Shimano GRX

Für Shimano hat die Zweifach-Kurbel trotz zwölf Ritzeln weiterhin eine Berechtigung am Gravelbike. Die Gänge sind sehr fein abgestuft, der Umwerfer verkompliziert aber die Bedienung und schränkt die Reifenfreiheit ein. Die zweite GRX-Generation von Shimano bekommt ebenfalls ein zwölftes Ritzel spendiert. Doch sie wird, wie an unserem Testrad von Arc8, bis auf Weiteres nur mit den gewohnten Schaltbremsgriffen und Bowden­zügen bedienbar sein. Eine elektronische Di2-Version, die es in der ersten Generation parallel gab, ist zum Marktstart nicht erhältlich. Der Zweifach-Antrieb mit Umwerfer dagegen ist am Gravelbike noch eine selbstverständliche Option - auch wenn Shimano das Angebot an Einfach-Übersetzungen jetzt deutlich ausgebaut hat.

Fast perfekte Ergonomie

Optisch sieht bei Shimano alles aus wie gewohnt, fein poliertes, dunkel eloxiertes Alu bestimmt den Eindruck. Doch schon beim Erstkontakt mit den neuen GRX-Hebeln fällt auf, dass an deren Form gefeilt wurde. Die Bremshebel sind weit nach außen angestellt, extrem breit und bieten den Fingern eine satte Auflagefläche; von oben lassen sie sich wunderbar greifen, und man kann viel Kraft aufbauen. Die Auflagefläche auf den Griffgummis ist größer und bietet nun ein regelrechtes Tableau für die Hände. Weniger auffällig ist, dass die Geometrie an die weiter ausgestellten Gravellenker angepasst wurde. Neigte sich die Handauflage bei solchen ­Bügeln bisher etwas nach innen, liegt sie nun waagrecht. Die recht scharfen Konturen auf dem Griffgummi, die auf ruppigen Passagen mehr Halt bieten sollen, könnten empfindliche Handballen auf Dauer allerdings reizen, sofern man häufig ohne Handschuhe fährt. Die Neuerungen betreffen nur die GRX 820, die preiswerteren GRX-610-Hebel bleiben auf dem bisherigen Stand.

Die Shimano-Hebel sind stark nach außen gewinkelt, so lassen sie sich beim Schalten besser erreichen und nach innen schwenken, auch eine Lenkertasche ist dabei nicht im Weg.

SRAM Apex

SRAM setzt konsequent auf ein Kettenblatt mit zwölf Gängen in Reihe. SRAM belebt dafür die frühere Rennrad-Gruppe Apex wieder und macht sie zum spezialisierten Antrieb fürs Gelände. Die Amerikaner machten Antriebe mit einem einzelnen Kettenblatt einst salonfähig, für die neue Apex gibt es nun gar keinen vorderen Umwerfer mehr. Die Gruppe ist die bislang preiswerteste Variante, eine Schaltung auf dem neuesten Stand der Technik zu fahren: elektronisch über Funk betätigt, mit zwölf Ritzeln am Hinterrad. Eine mechanische Variante der Apex gibt es seit September auch, doch der Fokus liegt bei SRAM klar auf der elek­tronischen AXS-Plattform.

Die SRAM-Griffe sind schlanker und runder, sie passen auch kleinen Händen. Auch die Bremshebel sind breit, vorne abgeflacht und prima erreichbar, die riesigen Schaltknöpfe sowieso. Einen haptischen Unterschied zu den teuren Gruppen spürt man nicht. Optisch ist die Apex der darüber angesiedelten Rival sehr ähnlich, die massive Kurbel ist fast identisch. Gespart wird an kaum sichtbaren Dingen, wie gestanzten statt geschmiedeten Bremshebeln, etwas mehr Plastik statt Metall am Schaltwerk oder Gleit- statt Kugellagern in den Schaltröllchen.

Im Sattel überzeugt die Apex vor allem mit präzisen Gangwechseln auf Knopfdruck. Spielerisch klickt man durchs Getriebe, drückt man links, wird’s leichter, rechts schwerer, einfacher und intuitiver geht’s nicht. Unser von SRAM aufgebautes Canyon Grizl ist mit einer sinnvoll abgestuften 11-44-Kassette bestückt, die mit der Apex neu auf den Markt kommt - sie passt im Gegensatz zu den bisherigen Gravel-Kassetten mit Zehner-Anfangsritzel auch auf ältere Laufräder mit Shimano-HG-Elffach-Freilauf.

Da auch andere SRAM-Kettenblätter kompatibel sind, lässt sich die Apex ohne großen Aufwand an jedes Leistungsniveau anpassen. Sportliche Ansprüche erfüllt die 10-36-Kassette der Rival-Gruppe, sie benötigt jedoch Laufräder mit SRAM-XDR-Freilauf. Wer extreme Gänge braucht, kann die Apex (sowohl elektrisch als auch mechanisch) problemlos mit Eagle-MTB-Kassetten (z. B. 11-52 Zähne) kombinieren, braucht dafür aber ein MTB-Schaltwerk.

Shimano GRX vs. SRAM Apex: Umwerfer

Etwas mehr Konzentration, besonders bei Fahrten im anspruchsvollen Gelände, erfordert die mechanische GRX, denn ihre Kette reagiert sensibel auf die Befehle am leichtgängigen Schalthebel. Die menschliche Hand funktioniert weniger präzise als elektronische Stellmotoren, was sich beim geringeren Ritzelabstand des Zwölfer-Pakets offenbar bemerkbar macht: Beim Wechsel auf größere Ritzel streift die Kette schon den übernächsten Zahnkranz, bevor der Hebel wieder losgelassen wird. Ein echtes Problem ist das aber nicht, die Gänge rasten sauber ein. Die 11-34-Kassette ist sehr fein abgestuft, das macht besonders in flachem bis welligem Terrain Spaß.

Verwirrend: Für die Einfach-Konfigurationen ist nicht nur ein ­eigenes Schaltwerk nötig; den beiden Ritzelpaketen sind auch unterschiedlich lange Schaltkäfige zugeordnet, einfach umbauen lässt sich die Übersetzung also nicht. Die neuen GRX-Bremsen sind nahezu unverändert; sie wirken spontan etwas weniger bissig als die SRAM-Stopper, mit zunehmender Handkraft übertrumpfen sie diese ­jedoch - ein Effekt der nicht linearen Bremskraftübersetzung, die allerdings nur die ­höherwertige GRX 820 bietet. An Scheiben und Belägen wurde nichts verändert.

Die Wahl der richtigen Rennrad Schaltgruppe

In diesem Artikel vergleichen wir die besten Rennrad Schaltgruppen von Shimano und SRAM. Die Wahl der richtigen Rennrad Schaltgruppe ist entscheidend für deine Performance und den Fahrspaß.

Eine Rennrad Schaltgruppe besteht aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten, um die Kraftübertragung effizient und präzise zu gestalten. Hier ist eine umfassende Übersicht über Rennrad Schaltgruppen, einschließlich Shimano und SRAM, sowie deren Komponenten und Funktionsweise.

Schaltgruppe/Modell Ganganzahl Typ Einsatzbereich Besonderheiten
Claris 8-fach Mechanisch Einsteigerklasse Robust, einfach zu bedienen, kostengünstig.
Sora 9-fach Mechanisch Freizeit und Fitness Ideal für längere Touren. Einsteigerklasse, erschwinglich, zuverlässig, für Freizeitfahrer.
Tiagra 10-fach Mechanisch Tourenfahrer und Training Präzisere Schaltvorgänge. Mittelklasse, robust, ideal für Training und Touren.
105 11- oder 12-fach Mechanisch/Elektronisch Mittelklasse Mechanisch oder Di2 (12-fach), vielseitig, präzise, ideal für Hobbyfahrer.
Ultegra 12-fach Mechanisch/Elektronisch Fortgeschrittene und Rennen Leicht, präzise, mechanisch oder Di2 verfügbar. SRAM setzt auf kabellose Technologie und fortschrittliche Schaltmechanismen.

Die Komponenten im Detail

Die Shimano Sora gehört zu den beliebtesten Rennrad Schaltgruppen für Einsteiger. Mit 9 Gängen und mechanischer Bedienung bietet sie genug Flexibilität für flaches Terrain und leichte Anstiege. Die Schaltqualität ist solide, auch wenn sie nicht so präzise wie bei höherklassigen Gruppen ist. Sora zeichnet sich durch ihre Robustheit und ihr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis aus, benötigt jedoch etwas mehr Wartung.

Die Shimano Tiagra ist der Einstieg in die sportlicheren Rennrad Schaltgruppen. Mit ihrer 10-fach-Schaltung ermöglicht sie präzisere Gangabstufungen als die Sora. Sie ist perfekt für Tourenfahrer, die ein zuverlässiges System mit höherer Performance suchen, ohne zu tief in die Tasche greifen zu müssen.

Die Shimano 105 ist eine der beliebtesten Rennrad Schaltgruppen im Mittelklasse-Segment. Sie bietet sowohl mechanische (R7000) als auch elektronische (Di2 R7100) Varianten. Die 11- oder 12-fach-Schaltung sorgt für präzise Gangwechsel, selbst unter Last. Das moderne Design kombiniert Leichtigkeit mit Langlebigkeit.

Die Shimano Ultegra richtet sich an fortgeschrittene Fahrer und Rennsportler. Diese Rennrad Schaltgruppe ist sowohl mechanisch (R8000) als auch elektronisch (Di2 R8150) erhältlich. Mit ihrer 12-fach-Schaltung, ihrer herausragenden Schaltgeschwindigkeit und den leistungsstarken hydraulischen Scheibenbremsen bietet sie eine hervorragende Balance zwischen Gewicht, Präzision und Preis.

MTB-Schaltungen im Detail

Im MTB-Bereich gibt es bei der Schaltung eigentlich häufig nur die Wahl zwischen Shimano und SRAM. Wir geben euch einen Überblick über die Technologien der beiden Konkurrenten und die Hierarchien der einzelnen MTB-Schaltgruppen.

Shimano

Shimano ist aktuell der Marktführer in allen Fahrradsegmenten und hat das größte Portfolio an Schaltsystemen für den MTB-Bereich. Die meisten Gruppen wurden so entwickelt, dass sie sich auch kombinieren lassen, solange sie die gleiche Anzahl an Gängen besitzen. Die Schalthebel der japanischen Firma nutzen die Rapid Fire Technologie, welche über Daumen und Zeigefinger gesteuert werden. Die Technologie ermöglicht auch das Schalten mehrerer Gänge mit nur einem Druck. Die aktuellen Top-Gruppen sind die neue XTR M9100 sowie die XTR Di2.

Alle Schaltgruppen in der Übersicht:

  • Tourney
  • Altus
  • Acera
  • Alivio
  • Deore
  • SLX
  • Zee
  • Deore XT
  • XT Di2
  • XTR

SRAM

SRAM XX1 wurde durch die XX1 Eagle als Spitzengruppe im Cross Country und Marathon-Bereich abgelöst, wird aber immer noch gebaut. Es handelt sich um eine 1x11-Gangschaltung.

Mit der SRAM X1 begann SRAMs Erfolgsgeschichte im Bereich der 1-fach Schaltungen. Auch sie schaltet 1x11 Gänge und ist prädestiniert als Einsteigermodell.

Die SRAM NX Schaltung ist der günstigste Einstieg in die Welt der 1x11-fach Schaltungen von SRAM. Dennoch ist sie sehr robust und verfügt über eine ausreichende Übersetzungsbandbreite. Sie wird daher gerne an drehmomentstarken Pedelecs und e-MTBs eingesetzt.

Exakte Gewichtsvergleiche sind angesichts der vielen Versionen schwierig

Doch dürften sich die Konkurrenten da nicht viel nehmen. Leicht sind beide nicht, je nach Ausführung summieren sich die Teile auf etwa 3000 Gramm. Die meisten damit ausgestatteten Bikes werden 8,5 bis 9 Kilogramm auf die Waage bringen.

Am Ende des Vergleichs überzeugen beide Gruppen, wenn auch mit leicht unterschiedlichen Stärken. Beide Hersteller bedienen Geländefahrer jeder Couleur, mit der breiten Palette von Übersetzungsvarianten lässt sich das Bike an jeden erdenklichen Einsatzzweck anpassen. Mit der Option auf zwei Kettenblätter und Verzicht auf Elektronik ist die GRX vor allem für Reiseradler und Pendler interessant. Shimano hat in der Vergangenheit bewiesen, dass auf die langlebigen und funktionalen Komponenten Verlass ist, mit diesem Ruf wird die GRX sicherlich ein Selbstläufer. Die Apex von SRAM könnte für bestimmte Zielgruppen aber attraktiver sein. Sie besticht vor allem durch ihr simples Handling, und die AXS-Version versprüht eher den Charme von High-End-Technik.

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