Rasselnde Ketten und springende Gänge müssen nicht sein. Mit der richtigen Einstellung des Shimano-Schaltwerks können Sie reibungslose Gangwechsel und eine optimale Performance Ihres Mountainbikes oder E-Bikes erreichen.
Eine präzise eingestellte Schaltung sorgt für reibungslose Gangwechsel und erhöht nicht nur den Fahrkomfort, sondern auch die Lebensdauer des Antriebs. Hier erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, um Ihr Shimano-Schaltwerk perfekt einzustellen.
Vorbereitung ist alles
Bevor Du wild überall dran drehst und schlussendlich doch verzweifelst, lies weiter. Wir erklären Dir Schritt für Schritt, wie es geht. Hinterher kannst Du nicht nur die Schaltung einstellen, sondern hast das komplette System verstanden und machst es praktisch im Schlaf.
Bevor Sie mit der eigentlichen Einstellung beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass alle Komponenten sauber, geschmiert und in einwandfreiem Zustand sind.
- Sauberkeit: Das Fahrrad - speziell Kette, Schaltwerk, Umwerfer, Kassette und Kettenblätter - sollte nicht allzu dreckig sein. Am besten Du reinigst Dein Bike zuvor mit einem Reiniger.
- Kette: Die Kette sollte nicht zu stark verschlissen sein. Das lässt sich leicht mit einer Verschleißlehre überprüfen. Die Wechselintervalle liegen bei ca. 1.000 bis 1.500 Kilometer.
- Schaltzüge und Schalthüllen: Auf die Schaltzüge und Schaltaußenhüllen sollte man besonderes Augenmerk legen. Die Hüllen dürfen nicht beschädigt oder gar geknickt sein.
Wenn das Bike soweit sauber und alle Teile geprüft bzw. erneuert sind, kann es losgehen. Wir zeigen Dir hier die einzelnen Schritte an einem Shimano-Schaltwerk.
Kompatibilität prüfen
Um Deine Schaltung bestmöglich einstellen zu können, gibt es ein paar Voraussetzungen. Alle Teile des Antriebs und der Schaltung müssen zueinander kompatibel sein. Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen.
Essenziell sind hier aber die Schaltstufen: ein 12-fach Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden.
Wichtig: Shimano- und SRAM-Bauteile können NICHT gemixt werden. Dies führt unweigerlich zu Problemen bis hin zur kompletten Fehlfunktion. Für beste Performance ist ein markenreines, in sich kompatibles System obligatorisch.
Die wichtigsten Komponenten im Blick
Ein Mikrokosmos Kettenschaltung Die Schaltung eines Fahrrads ist ein etwas komplexeres System, in dem mehrere mechanische Bauteile zusammenwirken. Diese müssen optimal aufeinander eingestellt sein, um das Konzept Kettenschaltung reibungsarm und effizient werkeln zu lassen.
- Kassette: Die Kassette sollte in puncto Verschleiß im grünen Bereich sein. Spitze Zähne, auch „Haifischzähne“ genannt, sind ein klares Indiz dafür, dass die Kassette getauscht werden muss.
- Schaltwerk: Das Schaltwerk muss fest und mit vorgeschriebenem Drehmoment am Schaltauge verschraubt sein.
- Schaltauge: Ein sichtbar verzogenes Schaltauge lässt eine saubere Einstellung der Schaltung per se nicht mehr zu. Wir empfehlen, bei Beschädigung direkt ein neues Schaltauge zu verbauen.
- Schaltzug und Außenhülle: Damit der Schaltgriff exakte „Befehle“ an das Schaltwerk weiterleiten kann, muss der Schaltzug und die schützende Außenhülle akkurat angeschlossen sein.
Die drei Einstellschrauben am Schaltwerk
Bevor es an das Einstellen geht, hier noch ein kurzer Überblick der 3 Einstellschrauben eines modernen Schaltwerks.
- B-Schraube (B-Screw): Diese Schraube ist für den Grad der Umschlingung der Kette auf der Kassette und für den Abstand des oberen Schalträdchens zum jeweiligen Ritzel zuständig.
- L-Schraube (Low Limit Screw): Diese Schraube stellt die obere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am größten Ritzel der Kassette.
- H-Schraube (High Limit Screw): Diese Schraube stellt die untere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am kleinsten Ritzel der Kassette.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung des Shimano-Schaltwerks
- Endanschlag unten (H-Schraube) einstellen:
Schalte das Schaltwerk in den leichtesten oder schwersten Gang. Wenn Du auf das kleinste Ritzel schaltest, muss das obere Schaltröllchen in einer Flucht unter dem kleinsten Ritzel der Kassette stehen und darf nicht weiter Richtung Rahmen verfahren.
Drehst Du die Endanschlags-Schraube im Uhrzeigersinn, wird der Anschlag nach links, also Richtung Speichen, verschoben. Durch Drehen der Schraube gegen den Uhrzeigersinn stellst Du den Anschlag weiter nach rechts, Richtung Rahmen.
- Schaltzug klemmen und Zugspannung einstellen:
Befindet sich das Schaltwerk mit dem Röllchen unter dem kleinsten Ritzel, soll der Schaltzug minimal vorgespannt sein.
Am Schaltgriff befindet sich am Ausgang für den Schaltzug-Außenhülle eine kleine Rändelschraube, die werkzeuglos verstellt werden kann. Sie sollte komplett im Uhrzeigersinn hereingedreht werden und dann ca. 1-2 Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn wieder heraus.
- Endanschlag oben (L-Schraube) einstellen:
Schalte in den leichtesten Gang. Der Endanschlag wird mit der L-Schraube (Low Limit Screw oder L-Screw) justiert.
Sitzt die Kette auf dem größten Ritzel, versuche, das Schaltwerk durch Drücken des Schalthebels noch etwas weiter in Richtung Speichen fahren zu lassen.
- Umschlingung der Kette einstellen (B-Schraube):
An den Shimano Schaltwerken befindet sich auf der Rückseite des Schaltwerkskäfigs eine Markierung, die sich mit dem größten Ritzel der Kassette decken soll.
Das Schaltwerk wird auf den leichtesten Gang geschalten und so eingestellt, dass sich die äußersten Zähne des größten Ritzels mit der Markierung decken.
Umwerfer einstellen in 6 Schritten
Die Kette klettert nur dann schnell und reibungslos von einem Kettenblatt aufs nächste, wenn der Umwerfer präzise eingestellt ist. Zur perfekten Einstellung sind nur wenige Schritte nötig.
- Leitblech kontrollieren: Bevor Sie den Umwerfer einstellen, sollten Sie überprüfen, ob das äußere Leitblech des Umwerfers parallel zum großen Kettenblatt steht.
- Abstand Leitblech zum Kettenblatt messen: Der Abstand zwischen der Unterkante des äußeren Leitblechs und den Zähnen des großen Kettenblatts, sollte 1-3 Millimeter betragen.
- Modus-Wandler anpassen: An der Unterseite aktueller Shimano-Schalthebel befindet sich der sogenannte Modus-Wandler. Je nach Art der Kurbel sollte er auf 2- oder 3-fach eingestellt sein.
- Einstellen der unteren Begrenzung: Schalten Sie zur Einstellung der unteren Begrenzung aufs kleine Kettenblatt und größtes Ritzel. Dann stellen Sie mit der L-Schraube das innere Leitblech so ein, dass es die Kette gerade nicht berührt.
- Einstellen der oberen Begrenzung: Schalten Sie aufs große Kettenblatt und kleinstes Ritzel. Justieren Sie nun mit der H-Schraube die äußere Begrenzung des Umwerfers. Die Kette soll einen minimalen Abstand zum äußeren Leitblech aufweisen.
- Zugspannung einstellen: Als letztes stellen Sie die Zugspannung an der entsprechenden Schraube am Schalthebel ein. Drehen Sie hierfür die Zugspannungsschraube so weit, dass die Kette das Außenleitblech gerade nicht berührt.
Umwerfer-Standards von Shimano
Allein bei Shimanos Dauerbrenner XT gibt es 18 verschiedene Varianten. Darauf müssen Sie achten:
- Top Swing/Low Clamp: Diese Variante wird kurz oberhalb des Innenlagers geklemmt und verlangt ebenfalls ein klassisch rundes Sitzrohr.
- Down Swing/High Clamp: Diese Version ist für die Montage an runden Sitzrohren geeignet.
- E-Type: Der E-Type-Umwerfer wird über eine Montage-Platte auf das Innenlager geschraubt.
- Direct Mount Low/Top Swing: Dieser Shimano-Umwerfer wird ohne Schelle direkt am Rahmen montiert.
- Direct Mount High/Down Swing: Diese Umwerfer-Variante wird ohne Schelle am Rahmen montiert, jedoch schwenkt der Schaltkäfig nach unten.
Fehlerbehebung
Wenn die Kette beim Fahrradfahren schleift oder rattert, sobald man zu treten beginnt, ist häufig eine falsch eingestellte Schaltung das Problem. Was nach einem teuren Werkstattbesuch klingt, lässt sich meist mit wenigen Handgriffen selbst beheben.
- Kette springt schwer auf das nächste Ritzel: Zugspannung erhöhen.
- Kette springt schwer vom kleineren auf das größere Ritzel: Spannung erhöhen.
Schaltauge überprüfen und richten
Bereits leichte Verbiegungen können dazu führen, dass die Schaltung nicht mehr präzise arbeitet. Ursachen für ein verbogenes Schaltauge sind häufig Stürze, Umfaller oder der Kontakt mit Fremdkörpern.
Um festzustellen, ob das Schaltauge verbogen ist, kann eine Sichtprüfung von hinten auf das Schaltwerk hilfreich sein. Dabei sollte die Leitrolle des Schaltwerks in einer Linie mit den Ritzeln stehen.
Ist das Schaltauge nur leicht verbogen, kann es mit einem speziellen Richtwerkzeug vorsichtig zurückgebogen werden. In vielen Fällen ist es jedoch empfehlenswert, das Schaltauge auszutauschen.
Hilfe bei der Händlersuche
Sollten Sie sich unsicher fühlen oder das Problem nicht selbst beheben können, zögern Sie nicht, einen Fachmann zu konsultieren. Unsere Partner helfen Ihnen gerne bei der Händlersuche.
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