Der Trend ist klar: An Rennrädern mit Scheibenbremsen wird sich in Zukunft jeder Road Biker gewöhnen müssen. Alle großen Hersteller von Antriebsgruppen sind mittlerweile auf den Zug aufgesprungen, auch eine immer größer werdende Zahl von Fahrradherstellern bevorzugt inzwischen das zugegebenermaßen einfach überlegene Bremssystem. Die Chancen stehen gut, dass auch dein nächstes Rennrad - oder vielleicht auch das übernächste - Scheibenbremsen hat. Bei allen Vorteilen haben sie aber auch ihre Eigenheiten und Nachteile.
Da das Thema Scheibenbremsen bei Rennrädern stets kontrovers diskutiert wird und häufig Halbwissen ausgetauscht wird, werden hier die häufigsten Fragen rund um das Thema beantwortet.
Grundlagen der Scheibenbremsen
Was ist eine Scheibenbremse?
Scheibenbremsen gibt es nicht erst seit gestern, tatsächlich waren die ersten Prototypen in schon in den 1950ern unterwegs. Im Mountainbike-Bereich wurden die Vorteile von Scheibenbremsen früh erkannt, dort gehören sie seit ungefähr 20 Jahren zur Standardausstattung. Aber was ist ihr Geheimnis? Eigentlich ganz einfach…
Scheibenbremsen verlagern die Angriffsfläche der Bremse von der Felge auf eine spezielle Schiebe - meist ist sie aus Stahl - die an der Nabe befestigt ist. Das ist auch schon alles. Grundsätzlich unterscheiden sich die Bremszangen von Scheibenbremsen auch nicht von denen, die du an Felgenbremsen findest, sie sind viel kleiner und das Material ist wesentlich härter als die verschiedenen Gummimischungen, die bei Felgenbremsen verwendet werden.
Mechanische vs. hydraulische Bremsen: Der Unterschied
Eine mechanische Scheibenbremse funktioniert ziemlich genau wie eine klassische Felgenbremse. Der Bremshebel ist über den Bremszug mit dem Bremssattel verbunden, wenn du den Bremshebel ziehst, löst der Zug einen Bremskolben aus, der der einen einzelnen Bremsklotz bewegt, und zwar in Richtung der Bremsscheibe, die dann zwischen dem beweglichen und einem starren Bremsklotz eingeklemmt wird. Manche mechanischen Bremsen, die TRP Spare zum Beispiel, haben auch zwei bewegliche Bremsklötze, die gleichzeitig gegen den Rotor drücken.
Eine hydraulische Bremse ähnelt noch mehr einer modernen Autobremse, hier wird der Druck durch Flüssigkeit übertragen. Die Flüssigkeit befindet sich im Hauptbremszylinder, der sich innen im Bremshebel versteckt. Wenn du am Bremshebel ziehst, wird die Flüssigkeit aus dem Zylinder und in den Bremsschlauch gepresst. Diese Flüssigkeit drückt dann die Kolben des Bremssattels an beide Seiten des Rotors.
Warum sind hydraulische Bremsen besser?
Mechanische Bremsen sind äußerst zuverlässig, die Züge und der Bremskörper sind aber weniger effizient in Sachen Kraftübertragung, Schmutz setzt sich leichter fest und sie müssen immer wieder manuell nachjustiert werden, da die Bremsklötzchen sich abnutzen. Im Gegensatz dazu gleichen hydraulische Bremsen automatisch den Verlust an Bremsbelag aus, sie sind leichter, und rundum versiegelt gegen Umwelteinflüsse. Zusätzlich dazu hat ein hydraulisches System weniger Kraftverlust durch Reibung zu verzeichnen, wenig Zug am Bremshebel generiert jede Menge Bremskraft.
Kann man aus einer mechanischen Bremse eine hydraulische machen?
Nein, leider nicht. Du kannst allerdings eine mechanische Bremse mit einigen hydraulischen Bremssatteln verbauen. Viel Auswahl lässt dir die Kombi nicht, aber zum Beispiel bei TRP oder Yokozuna wirst du fündig. Beide haben hydraulische Bremssättel, die den Hauptbremszylinder direkt integriert haben. Dein mechanischer Bremshebel zieht ein mechanisches Kabel, welches wiederum den Kolben an dem Bremssattel auslöst. Das Ganze ist ein Kompromiss, Reibungsverluste und größeres Gewicht sind zwei berechtigte Kritikpunkte, aber wenn du das Ansprechverhalten an deiner mechanischen Scheibenbremse verbessern willst oder einfach deine alten Komponenten an einem neuen Bike wiederverwenden möchtest, ist das eine Option.
Gewicht und Aerodynamik
Wie viel schwerer ist ein Scheibenbremsensystem?
Das ist eine echt gute Frage. Wenn du einfach mal die Shimano Dura-Ace R9100 Bremshebel und die dazugehörige Bremszange mitsamt Kabeln auf die Waage packst, und dann ein entsprechendes Set Scheibenbremsen, wirst du feststellen, dass die Scheibenbremsen etwa 200g mehr wiegen. Das liegt an den Kabeln, den Gehäusen und den Bremsschläuchen. Auch die Achsen, die mit Scheibenbremsen kompatibel sind, wiegen mehr. Daher brauchen Laufräder für Scheibenbremsen meist mehr Speichen, verkreuzte Speichenmuster und dickere Speichen. Manche können das mit leichteren Felgen ausgleichen, denn die Angriffsfläche für die Bremse fällt weg, aber es kommt immer noch mehr Masse zusammen.
Andererseits sind manche, aber leider nicht alle modernen Rahmen, die sich für den Einsatz von Scheibenbremsen eignen, leichter als ihre Kollegen mit Felgenbremsen. Die steiferen Steckachsen, mit denen sie üblicherweise verbaut werden, bringen wieder einen leichten Gewichtszuwachs mit. Alles in allem sind die Rahmen für Scheibenbremsen 30-90g schwerer als Rahmen für Felgenbremsen, wenn man den Herstellern im oberen Marktsegment Glauben schenken will.
Alles in allem sind Systeme mit Scheibenbremsen ungefähr 300g schwerer, das gilt allerdings nur für den Bestfall. Meistens, vor allem wenn dein Budget stärker reglementiert ist, musst du mit um die 500g zusätzlichem Gewicht rechnen. Wir gehen aber davon aus, dass sich das in den kommenden Jahren noch ändern wird.
Sind Scheibenbremsen aerodynamischer als Felgenbremsen?
Scheibenbremsen sind im Windkanal Felgenbremsen leicht unterlegen. Aber eine kleine Anzahl von Herstellern wie zum Beispiel Giant behauptet, dass die Scheibenbremsen den Nachteil ausgleichen, da sie ohne die vielen Kleinteile auskommen, die Felgenbremsen mit sich führen. Außerdem habe einige der schnellsten Aero-Bikes in der Vergangenheit Felgenbremsen gefahren, die von eher zweifelhafter Qualität waren, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Bremseigenschaften auf Carbonfelgen meist deutlich schlechter sind als auf Alufelgen.
Davon mal abgesehen öffnen Scheibenbremsen völlig neue Horizonte in Sachen Aerodynamik - die Hersteller fangen gerade erst an, damit zu experimentieren.
Einsatz und Zulassung
Kannst du mit Scheibenbremsen Rennen fahren?
Für alle UCI-Rennen sind Scheibenbremsen an Rennrädern seit dem 1. Juli 2018 zugelassen. Und falls du die Teilnahme an Veranstaltungen wie Gran Fondos oder ähnliches in Planung hast, uns sind hier zumindest keine Verbote bekannt.
Wird es bald unmöglich werden, Rennräder mit Felgenbremsen zu kaufen?
Sicher nicht, solange Felgenbremsen noch über die Ladentische gehen. Der Trend geht unbestreitbar in Richtung Scheibenbremsen, auch bei Rennrädern, und einige Hersteller, zum Beispiel Giant, haben verlauten lassen, dass die Tage der Felgenbremsen gezählt seien. Aber auch wenn die großen Marken schön langsam +Abstand* nehmen von Felgenbremsen, wird es effektiv Jahre dauern, bis sie ganz verschwunden sind.
Du hast dann immer noch die Möglichkeit dich an kleine Custom-Schmieden zu wenden oder bei kleineren Herstellern ein Fahrrad mit Felgenbremsen zu bekommen. Ja, in den nächsten Jahren werden mehr und mehr Fahrräder mit Scheibenbremsen auf den Markt kommen, gleichzeitig werden die Bikes mit Felgenbremsen seltener. Aber wenn du unbedingt eines willst, wirst du sicher noch eines finden.
Kauf und Einbau
Kann ich Scheibenbremsen an ein vorhandenes Fahrrad bauen?
Ein klares „Nein!“. Scheibenbremsen brauchen *spezifische Montagepunkte+ an Gabel und Rahmen. Auch die Laufräder brauchen besondere Achsen, an die die Rotoren angebaut werden können. Es gab ganz zu Anfang der Scheibenbremsen-Ära eine kleine Auswahl an älteren Fahrrädern, meist Cyclocross-Bikes, die mit beiden Formaten klarkamen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass du Scheibenbremsen an dein Fahrrad montieren kannst, ist verschwindend gering.
Was ist der Unterschied zwischen Center Lock und Sechs-Loch?
Grundsätzlich gibt es zwei Systeme, die die Bremse mit der Achse verbinden. Center Lock-Bremsen tun das mittels eines Sicherungsrings, der wie der Abschlussring einer Kassette gesichert wird. Zum Einbau brauchst du nichts weiter als einen Drehmomentschlüssel. Dieses elegante System verdanken wir Shimano, Hersteller wie SRAM und Campagnolo arbeiten inzwischen auch damit. An günstigeren Bikes findest du eher 6-Loch-Bremsen (Six-bolt). Sie sind einfacher konstruiert und zur Befestigung brauchst du sechs Schrauben. Ein Torx T25 ist das gängige Werkzeug für dieses System. Welches System für dein Bike vorgesehen ist, kannst du ganz einfach herausfinden: schau genau hin - siehst du einen Sicherungsring? Dann hast du eine Center Lock vor dir. Siehst du sechs Löcher oder Schrauben? Rate mal - es wird wohl eine 6-Loch Bremse sein…
Dass du prinzipiell 6-Loch-Scheiben an Center Lock Achsen anbringen kannst, wollen wir dir nicht vorenthalten. Dafür gibt es einen Adapter. Andersherum ist dies leider nicht möglich.
Was ist IceTech?
IceTech ist eine von Shimano entwickelte Technologie, die dafür gedacht ist, die Hitzeentwicklung an Bremsscheibe und Bremsbacken in Grenzen zu halten. Die Rotoren bestehen aus drei Schichten, die innere Schicht besteht aus Aluminium, die beiden äußeren Schichten sind aus Stahl. Da Stahl Hitze besser leitet als Alu soll dieser Aufbau die Wärmeleitung unterbrechen. An teureren Modellen wie der RT-99 wird noch die Freeza Technologie draufgepackt: Hier sorgt der +gerippte Aluminiumkern* für zusätzliche +Abkühlung. Laut Shimano ist die Kühlung dieser Rotoren bis zu *50% effizienter als bei Scheiben mit „nur“ IceTech**.
Die Bremsbacken der IceTech Scheibenbremsen haben eingebaute Kühlkörper, ebenso wie die Bremsscheiben leiten sie entstehende Hitze von der Bremsfläche weg und geben sie an die Luft ab. Die Nachteile dieses Systems sind das größere Gewicht und die höheren Kosten. Falls du das System unbedingt an deinem neuen Rennrad haben willst, es aber nicht zur Grundausstattung gehört, kannst du es nachrüsten, denn die meisten Rennrad-Bremssysteme von Shimano sind mit dem IceTech-System kompatibel. Oft reicht es auch schon, wenn du die Bremsbeläge austauschst.
Was genau ist der Unterschied zwischen Flat-Mount und Post-Mount Bremsen? Sind sie kompatibel?
Post-Mount Bremsen wurden aus dem Mountainbike-Bereich übernommen, als die ersten Rennräder mit Scheibenbremsen auf den Markt kamen. Der Rahmen benötigt für Post-Mount Bremsen spezielle Aufnahmen, die mit dem Bremssattel verschraubt werden. Bei diesem System ist es besonders einfach, den Bremssattel neu zu positionieren und einzustellen. Auch die geteilten Bremskörper die du früher häufig an Rennrädern mit Scheibenbremsen finden konntest, funktionieren so.
Im Gegensatz dazu sind Flat-Mount Bremsen kleiner und benötigen weniger Platz am Rahmen. Flat-Mounts sind ein neueres System, das speziell für Rennräder entwickelt wurde. Generell sind sie kleiner und leichter als Post-Mounts. Der hintere Bremssattel wird direkt oder über einen Adapter mit zwei Schrauben am Rahmen angeschraubt.
Vor- und Nachteile im Überblick
Kaum ein Thema wird derzeit unter Rennradfahrern heißer diskutiert als Scheibenbremsen. Die Meinungen reichen von „überflüssig“ bis „innovativ“. Aber eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die Scheibenbremse ihren Weg ans Rennrad finden würde. Denn ganz nüchtern betrachtet ist ein Scheibenbremsensystem einer herkömmlichen Felgenbremse in fast allen Disziplinen überlegen.
Vorteile von Scheibenbremsen:
- Optimale Bremswirkung bei jeder Witterung
- Kein Felgenverschleiß
- Keine Gefahr von Überhitzung der Felge auf langen Abfahrten
- Geringe Handkräfte (bei hydraulischen Systemen)
- Kein Zugverschleiß (bei hydraulischen Systemen)
Am Mountainbike ist der Wechsel zu Scheibenbremsen längst zu 100 Prozent vollzogen. Am Rennrad dauert dieser Prozess noch an. Zum einen, weil das neue Bremssystem noch nicht uneingeschränkt für den Einsatz bei Profirennen zugelassen wurde (siehe entsprechenden Absatz). Zum anderen, weil viele Rennradfahrer dem System noch skeptisch gegenüber stehen. Zum Beispiel aufgrund der ungewohnten Optik am Rad. Oder wegen des etwas höheren Systemgewichts gegenüber Felgenbremsen.
Auch die Standfestigkeit auf langen Abfahrten wird oft angezweifelt. Zu unrecht! Denn selbst mit einem ungleich schwereren Mountainbike kann man schließlich lange Abfahrten absolvieren, ohne dass die Scheibenbremse schlapp macht. Hinzu kommt auf einer Alpenüberquerung sogar noch das Gewicht des Gepäcks!
Seit etwa drei Jahren jedoch, beginnen sich Scheibenbremsen mehr und mehr am Rennrad zu etablieren. Jeder große Hersteller hat inzwischen Straßenrad-Modelle mit Scheibenbremsen im Programm. Meist in den Kategorien Tour, Marathon und Gravel (Cyclocross). Lediglich an preiswerten Einsteigerrädern sowie an den Sport- und Race-Modellen findet man noch überwiegend Felgenbremsen.
Rennrad Scheibenbremsen - Die Technik
Die beiden wichtigsten Hersteller von Scheibenbremsen für Rennräder sind Shimano und Sram. Wir empfehlen ausschließlich hydraulische Bremssysteme, bei denen die Handkraft über Öldruckleitungen zu den Bremssätteln übertragen wird. Rein mechanische Systeme mit Bowdenzug oder Hybridsysteme mit Bowdenzug und Öldruckzylinder können die Vorteile einer Scheibenbremse nicht voll ausspielen.
Montage Bremssattel
Grundvoraussetzung ist - wie beim Mountainbike - ein Rahmen, der an Gabel und Hinterbau entsprechende Gewindeflansche für die Bremssättel aufweist. Während anfangs der Lochabstand bzw. Montagestandard am Sattel dem von Mountainbikes entsprach (IS 2000, Postmount), schuf Shimano jüngst für Rennräder den so genannten Flat Mount Standard (geringerer Lochabstand).
Scheiben und Laufrad-Achsen
Zwei Scheibengrößen sind fürs Rennrad erhältlich: Generell empfehlenswert sind Scheiben mit 160 Millimeter Durchmesser. Die kleineren 140er Scheiben sehen eleganter aus, erfordern aber aufgrund des ungünstigeren Hebelverhältnisses höhere Handkräfte. Darüber hinaus werden sie schneller heiß. Generell vermeiden sollte man deshalb Dauerbremsen und schleifende Beläge mit halb gezogenem Hebel. Lieber kurz und kraftvoll bremsen.
Der Nabenflansch für die Scheiben entspricht dem von Mountainbikes: Entweder eine 6-Loch Verschraubung oder das Shimano Centerlock-System. Bei Einführung der Rennrad-Discs wurden die Laufräder meist noch mit herkömmlichen Schnellspannern im Rahmen fixiert. Heute findet man zunehmend Laufräder/Rahmen mit Steckachssystemen. Steckachsen wirken den hohen Verwindungskräften beim Bremsen besser entgegen (einseitig montierte Scheiben!). Achtung! Es gibt verschiedene Achsdurchmesser: 9, 12 oder 15 mm am Vorderrad/10 oder 12 mm am Hinterrad.
Vor- und Nachteile von Scheibenbremsen im Überblick
Wie der Name schon vermuten lässt, stoppen Scheibenbremsen mittels Scheiben an der Laufradnabe die Fahrt, während Felgenbremsen an der Laufradaußenseite ansetzen.
Vorteile:
- Scheibenbremsen haben eine starke und unmittelbare Bremswirkung.
- Du musst beim Bremsen weniger Kraft aufbringen.
- Scheibenbremsen verlieren auch bei Nässe ihre Bremskraft nicht.
- Die Felgen verschleißen nicht, da die Scheibenbremse nicht daran schleift.
Wenn du also auf einem schweren Bike unterwegs bist, bei jedem Wetter fährst, viel im Gelände und/oder bergab unterwegs bist, ist ein Fahrrad mit Scheibenbremse eine gute Wahl. Sie bietet eine knackige Bremsleistung, unabhängig von Terrain und Witterung.
Nachteile:
- Die Scheibenbremse kann überhitzen, wenn du dauerhaft bremst, z. B. in einer langen Abfahrt.
- Es kann sein, dass die Scheibenbremsen quietschen, wenn du den Bremshebel ziehst.
- Scheibenbremsen sind komplizierterin der Handhabung und wartungsintensiver.
- Sie sind technisch anspruchsvoller.
- Nicht alle Laufräder können Scheibenbremsen aufnehmen.
Damit du Scheibenbremsen nachrüsten kannst, müssen zum einen die Laufräder auf Scheibenbremsen ausgelegt sein. Zum anderen müssen Fahrradrahmen und Fahrradgabel die entsprechenden Befestigungspunkte (sog. Fehlen die entsprechenden Befestigungspunkte, müsstest du viele Komponenten ersetzen, um den Wechsel von Felgen- auf Scheibenbremsen sauber über die Bühne zu bringen. Außerdem würde dich das Upgrade viel Geld, Zeit und Nerven kosten.
Bei Scheibenbremsen sitzt eine Bremsscheibe auf der Nabe des Laufrads. Es gibt 6-Loch und Centerlock-Naben. Die Bremsscheibe muss dazu passen, sonst benötigst du einen Adapter.
Im Bremssattel, dem kleinen Kästchen, das an der Scheibe sitzt, befinden sich Bremskolben mit Bremsbelägen**. Ziehst du den Bremshebel, pressen sich die Bremsbeläge an die Scheibe und erzeugen Reibung.
Mechanische versus hydraulische Scheibenbremsen
Es gibt mechanische und hydraulische Scheibenbremsen. Beide Arten verfügen über Kolben, die entweder einen (meist mechanische Bremsen) oder beide Bremsbeläge (hydraulische Scheibenbremse) auf die Bremsscheibe drücken. Sie ist die mittlerweile seltener verbaute Variante der Scheibenbremse.
Mechanische Scheibenbremsen sind weniger präzise, aber günstiger und oft wartungsärmer. Ziehst du den Bremshebel, gibt ein Bowdenzug (ein dünnes Drahtseil) diesen Impuls an den Hebelarm des Bremssattels weiter. Der presst die Bremsbeläge an die Bremsscheibe.
Eine hydraulische Scheibenbremse arbeitet mit einer hydraulischen Flüssigkeit anstelle eines Bowdenzugs, zum Beispiel Öl. Eine solche Flüssigkeit lässt sich nicht zusammenpressen, auch nicht unter Druck. Dadurch nimmt sie immer gleich viel Raum ein, es entsteht - im Gegensatz zum Bowdenzug - keine Reibung. Beim Betätigen des Bremshebels wird das Öl in den Bremskreislauf gedrückt.
Wartung von Scheibenbremsen
Welchen Zeitraum oder wie viele Kilometer deine Scheibenbremse bzw. die Bremsbeläge mitmachen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu zählen die Qualität der Bremse, deine Fahrweise, das Gelände, die Wetterbedingungen und das Fahrergewicht.
Bremsbeläge: Um zu sehen, wie abgenutzt deine Scheibenbremsen-Beläge sind, musst du das Laufrad entfernen und den Bremsbelag aus dem Bremssattel ziehen. Zu Beginn hat der Bremsbelag eine Stärke von drei bis vier Millimetern.
Scheiben: Die Stärke der Scheibenrotoren verrät dir, ob du sie ersetzen musst. Hierfür gibt der jeweilige Hersteller eine Mindestdicke an, die du auf den Scheiben findest. Bei Shimano-Bremsen solltest du zum Beispiel die anfangs 1,8 Millimeter dicken Rotoren auszutauschen, wenn die Bremsfläche auf 1,5 Millimeter (Min. TH = 1,5) runtergebremst ist.
Wann du Scheibenrotoren und Bremsbeläge wechseln lassen solltest, ist von unterschiedlichen Faktoren wie der Qualität der Scheibenbremse und deiner Fahrweise abhängig.
Hin und wieder musste ich die Bremssättel neu ausrichten, weil die Scheibe nicht mittig und frei zwischen den Belägen lief. Das Problem trat vor allem nach der Laufradmontage auf (z. B. nach einem Transport des Rades). Grund dafür sind die Schnellspann-Achsen der Laufräder.
Beim Einbau mit Schnellspannern lassen sich die Laufräder nie exakt und immer in derselben Position fixieren. Bereits eine minimale Verschiebung im Zehntel-Millimeter-Bereich kann daher die Scheibe aus der Mitte bringen. Schließlich ist der Spalt zwischen den Belägen winzig!
Man darf auch nie vergessen, beim Transport des Rades ohne Laufräder eine Transportsicherung zwischen die Beläge zu stecken. Sonst kann es passieren, dass beim versehentlichen Berühren der Bremshebel der Spalt ganz dicht macht! Dann müssen die Beläge wieder aufwändig in ihre Ausgangsstellung zurück gedrückt werden.
Rennräder der aktuellen Generation sind in der Regel mit Steckachs-Systemen ausgerüstet. Mit Hilfe von Steckachsen sitzen die Laufräder stets zu 100 Prozent in der korrekten Position im Rahmen. Und damit laufen auch die Bremsscheiben exakt und ohne Schleifen zwischen den Bremsbacken hindurch.
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