Shimano Zee Scheibenbremse im Test: Power und Zuverlässigkeit für preisbewusste Fahrer

Die Shimano Zee ist die Bremse für alle Fahrer, die auf langen Abfahrten viel Power und eine zuverlässige Performance zu schätzen wissen, aber nicht auf der Suche nach einem Statussymbol sind. Die Shimano Zee ist die erste Wahl für preisbewusste Fahrer auf der Suche nach viel Bremspower und guter Dosierbarkeit.

Technische Details und Besonderheiten

Die vier Kolben (16/18 mm groß) mit den längeren Bremsbelägen sorgen auf dem Trail im Vergleich zur XT oder DEORE für bessere Dosierbarkeit, aber auch für mehr Power, wenn man sie braucht. Da Bremsscheiben sowieso bei Shimano separat verkauft werden, kann man sich hier selbst für Stahl oder Ice-Tech entscheiden. Die Bremsbeläge mit Kühlrippen gibt es auch bei der Zee Serie.

Auf eine werkzeuglose Einstellbarkeit des Hebels muss man zwar verzichten, aber mit einem Inbus lässt sich die Griffweite einfach anpassen und der genoppte Griff gibt auch in Panikmomenten guten Halt. Der lange Hub der Kolben macht eine schleiffreie Einstellung einfach und dank Servo Wave-Technologie liegen die Beläge schnell an der Scheibe an und werden dann langsamer dagegen gedrückt, um eine gute Dosierbarkeit sicherzustellen.

Performance im Test

Die organischen Beläge liefern geschmeidige und hohe Bremskraft, selbst auf den härtesten Abfahrten. Dennoch begeistert die Bremse die enormer Power, die sehr konsistent zur Verfügung steht - selbst bei härtesten Abfahrten. Entlüften funktioniert einfach, ist aber ohnehin unnötig, denn die Zee ist absolut zuverlässig.

Bremsleistung und Dosierbarkeit sind schwer zu schlagen, und genauso verhält es sich auch mit der Zuverlässigkeit. Solange sie gut funktionieren, nehmen wir sie gar nicht wahr, aber wenn sie ihren Dienst verweigern, merken wir erst, WIE wichtig sie sind. Kraftvolle Bremsen gehören zum wichtigsten, was an unseren Bikes dran ist; sie erlauben uns, schnell zu fahren, geben uns Selbstvertrauen und vor allem sorgen sie für unsere Sicherheit. Nichts schadet der Performance mehr als eine schlecht funktionierende Bremse.

Shimano Zee im Vergleich zur Saint

Shimano hat sich mit den Zee Bremsen selbst einen Bärendienst erwiesen, denn sie machen es den meisten schwer, die Mehrausgaben für eine Saint zu rechtfertigen. Die Zee Bremsen sind den teureren Saint Bremsen erstaunlich ähnlich. Die einzigen Unterschiede sind dabei der einstellbare Druckpunkt der Saint und dass die Reichweiteneinstellung bei der Zee nur mittels Werkzeug zu bewerkstelligen ist. Die Zee hat keine Kühlrippen an den Belägen und bleibt im direkten Vergleich hinter der SAINT zurück.

Entwicklung der Scheibenbremsen

Im letzten Jahrzehnt haben sich die Scheibenbremsen enorm entwickelt. Das Grundprinzip - Bremskolben, die auf eine Stahlscheibe drücken, die am Rad befestigt ist - hat sich zwar nicht verändert, doch bei den verwendeten Materialien, dem Aufwand beim Entlüften und der Zuverlässigkeit gab es immense Fortschritte. Eine gute Scheibenbremse liefert heute alle Bremskraft, die wir brauchen - und das bei sehr guter Dosierbarkeit. Und: man muss sie eine ganze Saison lang nicht entlüften oder anderweitig anfassen.

Testkriterien und Methodik

Um eine Bremse zur besten erklären zu können, müssen wir viele Annahmen über Fahrer und Fahrstil treffen. Allerdings gibt es mittlerweile eine Menge Bremsen, denen eine großartige Balance zwischen Bremskraft und Dosierbarkeit gelingt und deren Hebel an diverse unterschiedliche Vorlieben angepasst werden können.

Für den Vergleichstest 2018 testeten wir 19 Scheibenbremsen (also eigentlich 20, aber eine davon war noch zu geheim, um darüber zu sprechen). Jeder Hersteller schickte uns pro Modell drei komplette Bremsen, Entlüftungssets, Ersatzbeläge und drei Sätze 180/200er-Scheiben (insgesamt verheizten wir im Lauf des Tests über 90 Bremsscheiben). Für den Test fuhren wir nach Barnoldswick, Großbritannien, ins Technologielabor am Firmensitz von Hope.

Eine nach der anderen wurden die Bremsen auf dem Prüfstand montiert. Der Motor simuliert die Bewegungsenergie von 100 kg (Bike und Fahrer) und misst dann mittels extrem präziser Dehnungsmessstreifen die Kraft, die die Bremse aufbringt, um diesen simulierten Fahrer abzubremsen. Der Bremshebel wird im Test durch einen hydraulischen “Finger” aktiviert, der immer wieder und mit unablässiger Präzision den gleichen Druck ausübt - hier gibt’s keinen Armpump.

Nach umfassender Optimierung mit Hilfe von Dehnungsmessstreifen entschieden wir uns für eine Handkraft von 40 N zur Aktivierung des Hebels. Das ist in etwa so viel, wie man auch bei einem “schwergängigen” Handtrainer benötigt, oder für das Abbremsen von hoher Geschwindigkeit beim Einfahren in einen Anlieger im Bikepark. Der künstliche Finger aktivierte jede Bremse am natürlichen Kontaktpunkt des Zeigefingers. Bei jedem Durchgang wurden eine neue Bremsscheibe und neue Beläge montiert und der Bremssattel richtig ausgerichtet.

Ein künstlicher Wind von 30 km/h wurde erzeugt, um die natürliche Kühlung durch den Fahrtwind nachzubilden, während ein kraftvoller Motor für die Drehung der Scheibe sorgte.

Testphasen

  1. Einbremsen: Die Bremsscheibe wurde hierzu wiederholt auf 20 km/h beschleunigt, und der Bremshebel dann für eine Sekunde betätigt. Diese Prozedur wurde 40 Mal wiederholt. Dann wurde der gesamte Zyklus noch einmal wiederholt, um sicherzugehen, dass die Bremsen wirklich richtig eingebremst waren.
  2. Bremstest: Die Bremsscheibe wurde auf 35 km/h beschleunigt und die Bremse hart gezogen. Dabei erfasste der Computer die aufgebrachte Bremskraft, die Temperaturentwicklung und die Zeit, die benötigt wurde, um die simulierte Masse von 100 kg (Fahrer- und Bike) von 35 km/h auf 15 km/h abzubremsen. Dies wurde 10 Mal in Folge wiederholt, um eine durchschnittliche Bremszeit ermitteln zu können.

Nach jedem Test wurden die Daten in eine Analyse-Software übertragen, mit deren Hilfe wir die interessanten Zahlen herausfiltern und auf sinnhafte Weise, mit Durchschnittswerten für Kräfte und Bremszeiten, darstellen konnten.

Praxistest auf dem Trail

Noch wichtiger ist, wie die Bremsen auf dem Trail performen. Also übergaben wir sie den mehr oder weniger sanften Händen unserer erfahrenen Tester. Für vier Monate testeten wir jede Bremse, mit schlecht gewählten Lines, Stürzen, zu späten Bremsungen, Not-Entlüftungen auf dem Parkplatz, Regen, Sonnenschein, auf langen Abfahrten im alpinen Gelände und beim Heizen auf den Hometrails. Jede Bremse wurde bezüglich Bremskraft, Dosierbarkeit und Performance auf dem Trail bewertet. Alle wurden mehrfach auseinander gebaut, entlüftet und an zahlreichen Bikes montiert, um sicherzugehen, dass sie alltagstauglich sind.

Fazit

Die Shimano Zee Gruppe überzeugt auf ganzer Linie. Mit gewohnt knackiger Schaltperformance und einer Bremse die einem Wurfanker gleicht, steht sie der großen Schwester in nichts nach und wird nicht nur Einsteiger begeistern.

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