Fahrrad Scheinwerfer Test Vergleich

Wer nachts im Straßenverkehr ohne Licht unterwegs ist, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Nicht nur das Gesehen-Werden ist essenziell, sondern auch das Sehen des Weges selbst - natürlich ohne dabei den Gegenverkehr zu blenden.

Im Fahrradbeleuchtung Test wurden Scheinwerfer und Rücklichter der Akku-Beleuchtung nach fünf Kriterien bewertet, deren Ergebnisse in unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtnote einfließen:

  • Leuchtprofil (30 Prozent)
  • Leuchtdauer (25 Prozent)
  • Handling (15 Prozent)
  • Verarbeitung (15 Prozent)
  • Halter (15 Prozent)

Aktuelle Anstecklichter bieten ordentliches Licht zu noch erschwinglichen Preisen.

Kurz & Knapp

Das flexible Ansteck-Frontlicht für Fahrräder hat die 100-Lux-Marke geknackt. Damit erreichen die günstigen Lampen ab 100 Euro auf dem Papier annähernd das Niveau von deutlich teureren Top-Scheinwerfern. Auch unser Praxistest zeigt, dass ihre Leuchtkraft den Scheinwerfern von Lupine und Supernova nahekommt, jedenfalls dem Abblendlicht. Die Rücklichter unterscheiden sich teils extrem bei der Leuchtdauer; die Modelle von Lezyne, Lupine, Sigma und Trelock haben sogar integriertes Bremslicht an Bord.

Leuchtet teures Fahrradlicht besser?

Fünf Frontlichter, ordnungsgemäß zugelassen nach der StVZO, haben wir auf einen im Montageständer geklemmten Rennlenker montiert und exakt gleich ausgerichtet, um die mit Pylonen markierte 30 Meter lange Teststrecke fotogerecht auszuleuchten. Zum Vergleich haben wir diesen fünf günstigen Modellen von Busch & Müller, Cateye, Lezyne, Sigma und Trelock zu Set-Preisen zwischen 110 Euro (Sigma) und 172 Euro (Cateye) zwei deutlich teurere Top-Scheinwerfer plus Akku gegenübergestellt, um herauszufinden, ob und wie deutlich sich diese in der Leistung unterscheiden: dem SL Nano AF von Lupine für 326 Euro mit einer maximalen Beleuchtungsstärke von 130 Lux und dem M99 Mini Pro von Supernova (579 Euro); für dessen Fernlicht im Powermodus gibt der Hersteller 275 Lux an, im Abblendmodus 150 Lux. Auch die Strahlkraft der Rücklichter haben wir an derselben Stelle im Forstenrieder Park bewertet.

Völlig abwegig ist diese Gegenüberstellung nicht, denn bei der Power, also der deklarierten Beleuchtungsstärke in Lux, spielen die fünf Kandidaten mit etwa 100 Lux zumindest vom Nennwert in einer ähnlichen Liga wie die Strahler von Lupine und Supernova, zumindest wenn Letzterer mit Abblendlicht im Standardmodus leuchtet. Aufgeblendet feuern der SL Nano AF und der M99 Mini Pro jedoch so viel mehr Licht in den Forstenrieder Park, dass man auch in 200 Metern Entfernung im Lichtstrahl noch bequem Zeitung lesen könnte. In der Praxis bedeutet das, dass alle getesteten Scheinwerfer genügend Licht auf die Straße werfen, damit Radfahrer selbst in mondloser Dunkelheit sicher ihren Weg durch die Nacht finden - und Hindernisse wie Äste, Steine oder Frostlöcher auf der Straße rechtzeitig erkennen können. Übrigens: Richtig ausgerichtet, blendet kein LED-Spot den Gegenverkehr. Schon von Amts wegen muss der Scheinwerferreflektor eine knackscharfe und blendfreie Hell-Dunkel-Kante erzeugen, die lediglich dann ihren Sinn verliert, wenn der Scheinwerfer zu hoch eingestellt andere Verkehrsteilnehmer rücksichtslos blendet.

Wechselt man bei Lupine oder Supernova zum Fernlicht, ist das ein Effekt wie Flutlicht. Beide Scheinwerfer werfen einen hellen und homogen Lichttunnel in die Nacht, der das stärkste Licht der fünf günstigen Kandidaten in den Schatten stellt und ausreichend hell wäre, um damit bei 50 km/h schnelle Abfahrten sicher zu meistern.

Fahrradlicht im Ausdauertest

Die Ausdauer der Front- und Rücklichter haben wir bei mehreren Leuchtmarathons ermittelt, bei rund 10 Grad nächtlicher Außentemperatur. Zusätzlich haben wir die Leuchten eingewickelt in nasse und kühlende Küchenhandtücher, weil ihre Elektronik die Leistung drosselt, sobald die Scheinwerfer zu heiß werden. Ohne zusätzliche Kühlung passierte uns das bei den Scheinwerfern von Cateye und Lezyne, deren Licht bereits nach Minuten erlosch. Während der Fahrt mit dem Rad kühlt der Fahrtwind die Lichter; wird’s den Akkus dennoch zu warm, regelt die Elektronik die Leistung des Scheinwerfers als Schutz vor Defekten stufenweise herunter.

Manche bieten Reserve

Große Unterschiede gibt es bei der Anzeige der verbleibenden Leuchtdauer. Vorbildlich, übersichtlich und präzise funktionieren hier Sigma und Trelock. Ersterer informiert nicht nur akkurat mit einem Fünf-Balken-Display; am Ende der Akku-Laufzeit bleiben auch noch genug Elektronen übrig für eine gute Stunde Notlicht. Noch präziser funktioniert das Infocenter bei Trelock, bei dem sich der Reststrom minutengenau ablesen lässt. Dafür fällt der Notstrom knapper aus, lediglich 15 Minuten Reserve bleiben für den Heimweg übrig. Beim Cateye muss die Ausfahrt genau getimt sein, nach exakt zwei Stunden voller Power mahnt der schlecht platzierte Indikator des GVolt 100 zum sofortigen Nachladen.

Bei den Montagemöglichkeiten sind die Hersteller auch 2022 immer noch sehr konservativ und legen ihren Lichtern Halter bei, die sich exklusiv um runde Rohre klammern; für Aerolenker oder integrierte Cockpits ist keiner der serienmäßig beigefügten Halter geeignet. Wer einen damit ausgestatteten Renner pilotiert, muss sich daher im Zubehörsortiment der Hersteller schlau machen und wird bei unserem Testfeld lediglich bei Busch & Müller, Lupine und Supernova fündig. Alle anderen Lichter passen nur an runde und nicht zu dicke Rohre.

Weitgehend unproblematisch lassen sich die Rücklichter an verschiedenen Sattelstützen montieren. Dies funktioniert mit den serienmäßigen Gummiringen bei runden oder aerodynamisch optimierten Stützen gleichermaßen, sofern die Gummis lang genug sind für dickere Stützen. Von Lupine gibt es sogar einen smarten Magnethalter fürs Sattelgestell, mit dem sich die rote Leuchte schick befestigen lässt - sofern man kein Satteltäschchen montiert hat.

Die Rücklichter sind bei Einsatz und Montage durchweg recht unkompliziert, Busch & Müller und Trelock überzeugen mit langer Leuchtdauer. Bei den Frontlichtern loben wir die Modelle von Busch & Müller, Sigma und Trelock etwas mehr als Cateye und Lezyne; der Cateye-Strahler kann wegen seines drehbaren Reflektors aber zum Beispiel auch unter dem Lenker montiert werden. Die vergleichsweise schwere Lezyne-Lampe leuchtet zwar lange, muss zum Laden jedoch ewig an die Steckdose.

Der SL Nano ist kompakter, der Akku informiert besser über den Ladestand, sein Lichtteppich ist etwas homogener und heller, und günstiger ist er auch noch.

Die 7 Lampensets im Detail

Busch & Müller Ixon Rock und Ixxi

  • Preis Front-/ Rücklicht: 100 Euro / 27 Euro
  • Set-Preis: 127 Euro
  • Set-Gewicht: 186 Gramm
  • Extraausstattung: Ladegerät
  • Leuchtmodi vorn/hinten: 3/1
  • Leuchtdauer, -reserve v/h: 2:45, 0:15 Std. / 22:45 Std.
  • Note Scheinwerfer: 2,0
  • Note Rücklicht: 1,8
  • Fazit: Gut verarbeitet, präzise Ladestandsanzeige, Halter mit Bajonettsicherung ist etwas fummelig und baut hoch; dagegen ist der neue Halter für die Montage an Auslegern von Aerolenkern filigran und praktisch.

Cateye Gvolt 100 und Rapid Micro G

  • Preis Front-/Rücklicht: 149 Euro / 23 Euro
  • Set-Preis: 172 Euro
  • Set-Gewicht: 217 Gramm
  • Extraausstattung: drehbarer Reflektor
  • Leuchtmodi vorn/hinten: 3/1
  • Leuchtdauer, -reserve v/h: 2:00 Std., - / 5:10 Std.
  • Note Scheinwerfer: 2,7
  • Note Rücklicht: 2,1
  • Fazit: Der Scheinwerfer kann auf und unter dem Lenker montiert werden; wird bei Volllast sehr heiß, regelt ohne ausreichende Kühlung sofort runter; zwei Stunden Leuchtdauer sind knapp bemessen.

Lezyne Power Pro 115 und Strip Alert

  • Preis Front-/Rücklicht: 96 Euro / 40 Euro
  • Set-Preis: 136 Euro
  • Set-Gewicht: 273 Gramm
  • Extraausstattung: Rücklicht mit Akku-Alarm
  • Leuchtmodi vorn/hinten: 3/3, mit Bremslicht
  • Leuchtdauer, -reserve v/h: 3:30 Std., - / 3:00 Std., Alarm
  • Note Scheinwerfer: 2,4
  • Note Rücklicht: 2,0
  • Fazit: Sehr lange Ladezeit; der Scheinwerfer wird heiß und benötigt ausreichend Kühlung, Indikator an der Rückseite schlecht sichtbar; sehr helles, rundum sichtbares Rücklicht, aber recht kurze Leuchtdauer.

Sigma Auro 100 und Blaze Link

  • Set-Preis: 110 Euro
  • Set-Gewicht: 139 Gramm
  • Extraausstattung: Kombischaltung zwischen Scheinwerfer und Rücklicht
  • Leuchtmodi vorn/hinten: 4/1, mit Bremslicht
  • Leuchtdauer, -reserve v/h: 2:30 Std., 1:15 Std. / 7:30 Std.
  • Note Scheinwerfer: 2,1
  • Note Rücklicht: 1,7
  • Fazit: Scheinwerfer und Rücklicht mit informativen und präzisen Indikatoren; Kombischaltung für beide Lichter, mit Bremslicht; gute Lichtreserve, Haltegummi schon für Lenker mit 30 mm Durchmesser sehr kurz.

Trelock LS 760 IGo Vision Set

  • Set-Preis: 150 Euro
  • Set-Gewicht: 200 Gramm
  • Extraausstattung: Multifunktionsdisplay, Powerbankmodus mit Adapter
  • Leuchtmodi vorn/hinten: 5/1, mit Bremslicht
  • Leuchtdauer, -reserve v/h: 2:15 Std., 0:30 Std. / 9:35 Std.
  • Note Scheinwerfer: 2,2
  • Note Rücklicht: 2,0
  • Fazit: Bestes Display, informativ, sehr einfache Bedienung; klobiger, wenig flexibler Halter; das Leuchtprofil ist homogen, könnte vorm Vorderrad jedoch heller sein; Rücklichthalter passt nicht ideal an Aerostützen.

Lupine SL Nano AF und C14 Mag

  • Preis Front- / Rücklicht: 326 Euro / 125 Euro
  • Set-Preis: 451 Euro
  • Set-Gewicht: 340 Gramm
  • Extraausstattung: Ladegerät, Funk-Fernbedienung
  • Leuchtmodi vorn/hinten: 2 plus Fernlicht / 2 mit Bremslicht
  • Leuchtdauer, -reserve v/h: 4:05 Std., - / 14:00 Std., -
  • Note Scheinwerfer: 1,4
  • Note Rücklicht: 1,4
  • Fazit: Bestes Leuchtprofil bei Fernlicht; Ladestandsindikator am Akku muss durch Drücken aktiviert werden, komfortable, kabellose Fernbedienung; robustes Rücklicht mit langer Leuchtdauer.

Supernova Lights M99 Mini Pro B54

  • Preis: 579 Euro
  • Set-Gewicht: 490 Gramm
  • Extraausstattung: Ladegerät, Umschalter Aufblendlicht, App-Steuerung
  • Leuchtmodi vorn/hinten: 3 plus Fernlicht / -
  • Leuchtdauer, -reserve v/h: 2:10 Std., 3:00 Std.

Weitere Getestete Fahrradlicht-Sets

  • Sigma Aura 80 USB-Set
  • Sigma Aura 60
  • Büchel BLC 820
  • Trelock LS950 Control

Die Wahl des Testsiegers fiel uns bei diesem Test nicht leicht, denn auch andere Sets haben uns überzeugt und sind empfehlenswert. Es ist die Summe der Kleinigkeiten, die den Favoriten letztlich ausmacht.

Die Aura 80 sowie die Blaze Rückleuchte sind sehr hochwertig verarbeitet und fassen sich gut an. Keinerlei unschöne oder scharfe Kanten sind zu finden. Die Montage ist sehr einfach.

Auch die Montage der Blaze-Rücklampe ist sehr einfach. Die Lampe wird einfach mittels Gummiband an der Sattelstütze befestigt. Weiter verfügt die Lampe noch über eine Bremslichtfunktion. Treten negative Beschleunigungen auf, leuchten im Nacht-Modus für drei Sekunden die zwei unteren LEDs deutlich sichtbar auf, im Tag-Modus leuchten alle drei LEDs auf. Die Bremslichtfunktion reagiert gut, auch schon bei etwas geringeren Verzögerungen und warnen so den nachfolgenden Verkehr zuverlässig. Insgesamt eine tolles Set mit nützlichen Funktionen und guter Ausleuchtung sowie Leuchtdauer, die jeden Biker, egal ob Rennradfahrer oder Mountainbiker glücklich machen werden.

Wo beim kleinen Bruder die Seitenausleuchtung ein Kritikpunkt war, ist diese beim Aura 80 besser. Dennoch ist in puncto Seitenausleuchtung immer noch etwas Luft nach oben. In der 08/2020-Ausgabe der Stiftung Warentest bekam das Sigma Aura 80 USB-Set die Gesamtnote »gut« (2,0).

Gut hat uns auch gefallen, dass die GVolt 70 über eine Mode-Memory-Funktion verfügt. Die Ausleuchtung ist mit ein Grund, warum die GVolt 70 so weit vorne gelandet ist. Der Fernbereich wird hell und gut ausgeleuchtet, der Nahbereich etwas weniger. Besonders gut hat uns die Breite der Ausleuchtung gefallen. So sind etwaige Hindernisse am Weg- und Waldrand sehr gut und frühzeitig erkennbar.

Das Set Trelock LS 950 Control kommt mit der Frontlampe und mit der LS 720 REEGO Rücklampe. Die Lampen selbst wirken hochwertig und gut verarbeitet. Beim Fahren war das kaum hörbar, aber dennoch präsent.

Fahrradlampe mit LED oder Glühbirne

Eine längere Lebensdauer, helleres Licht und weniger Stromverbrauch - Vorteile, die man der LED Fahrradlampe für üblich zusagt.

Fahrradlampen mit Standlichtfunktion

Wer auch bei einem kurzen Stopp an der Ampel oder dem Überqueren einer Straße nicht auf eine Fahrradbeleuchtung verzichten möchte, der sollte sich für eine Standlichtfunktion entscheiden.

Fahrradlampe mit Akkus

Wer aus sportlichen Gründen oder aufgrund der Bauart auf einen Dynamo an seinem Fahrrad verzichten muss oder möchte, der hat seit der Aufhebung der Dynamopflicht die Möglichkeit, auf Fahrradbeleuchtung mit Akkubetrieb zurückzugreifen.

Tabelle: Einige Modelle im Überblick

ModellLUXLaufzeitTestergebnisPreis
Velmia Fahrradlampe Choice of the Month70/30/15bis 8,5hsehr gut26,99 €
Ansmann SET Preis-Leistung: gut50/25bis 6hsehr gut34,99 €
Sigma Aura 60 Top für die Stadt40/60bis 10hsehr gut44,95 €

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