Der Schinderhannes-Untermosel-Radweg: Eine Radtour mit Aussicht

Der Schinderhannes-Untermosel-Radweg verbindet den vorderen Hunsrück mit der Untermosel über verkehrsferne Wege. Zwischen Kastellaun und Hatzenport kannst du eine landschaftlich wunderschöne Tour auf dem Schinderhannes-Radweg zwischen Kastellaun und Emmelshausen sowie dem Schinderhannes-Untermosel-Radweg zwischen Emmelshausen und der Mosel genießen. Sein Zusatznamen „Radweg mit Aussicht“ macht deutlich, dass auf seinem Weg von Emmelshausen über Gondershausen, Mermuth, Beulich und Morshausen weite Blicke über den Hunsrück bis zu den Vulkankegeln der Eifelberge möglich sind. Viele Kilometer kannst du dabei rollen und die Blicke gen Mosel oder Hunsrückhöhen schweifen lassen.

Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten

Startpunkt ist die Tourist-Info Emmelshausen im Zentrum am Park am Kreisel. Ab hier fährst du abwärts durch die Rhein-Mosel-Str. und biegst bei einem bekannten Discounter links ab, direkt wieder rechts kommst du auf den Schinderhannes-Untermosel-Radweg. Vorbei am Friedhof und Sportplatz Liesenfeld radelst du durch das Waldstück "Scheid" nach Gondershausen. Am Ortseingang Gondershausen siehst du im Kreisel ein Wahrzeichen, die Reiserbesen. Sie weisen auf die alte Tradition der "Gonderscher Besembenner" hin. Du fährst nicht in den Kreisel, sondern halblinks in den schmalen Fußweg. Von dort gelangst du zur Hübelstraße und biegst nach links ab. Kurz danach gleich rechts wieder in den Gartenweg. Am Ende des Gartenwegs überquerst du die Rhein-Mosel-Straße und fährst gleich rechts wieder in die Schönecker Straße.

Weiter geht es Richtung Mermuth. Hier ist hoch bis zu einem Waldstück eine kurze Steigung zu überwinden. Wenn du aus dem Waldstück herauskommst, wirst du mit einem tollen Blick bis in die hohe Eifel belohnt. In Mermuth ist der Besuch im bundesweit einmaligen Intarsienmuseum möglich (täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr). Die handwerkliche Technik der Intarsien-Einlegearbeiten ist mehrere Tausend Jahre alt. Der Radweg führt weiter geradeaus durch den Grieswald. Hier soll das Griesmännchen auch heute noch spuken.

Die Sage vom Griesmännchen

Folgende Geschichte rankt sich um das Griesmännchen:

Die Beulicher nahmen einen Wald, Gries genannt, für sich in Anspruch, der stets zu Mermuth gehört haben soll. Nach langem Streit kam es zum Prozeß zwischen den beiden Gemeinden. In Beulich gab es einen alten Mann, der die Pest überlebt hatte. Er war als ehrlicher und braver Mensch bekannt und sollte entscheiden. Der Mann ging in seinen Garten, streute Erde in die Schuhe und verbarg Zweige von Beulicher Bäumen unter seinem Hut. So ausgerüstet schritt er den Grenzverlauf ab und hielt zum Entsetzen der Mermuther, nachdem er schon längst die nätürliche Grenze des Baches überschritten hatte, erst 100 Meter vor ihrer Ortsgrenze an. Dort hob er die Hand zum Schwure und rief mit lauter Stimme: "Der Boden, auf dem ich stehe, und das Laub, welches mein Haupt bedeckt, hat immer zu Beulich gehört, so wahr mir Gott helfe." Zur Strafe soll der Geist des Mannes auch heute noch im Grieswald spuken.

Vorbei an der Ferienpension Grieshof biegst du hinter dem Grieswald direkt wieder nach rechts ab und fährst nach Beulich. Dort nach rechts in die Parkstraße und immer geradeaus durch die Ehrenburger Straße.

Weiter geht es nach Morshausen: Sehenswert: Der Schwengelbrunnen, den man eher in der ungarischen Pußta vermutet hätte. Der Sage nach wurde dieser von einer ungarischen Gräfin gestiftet, die auf die Ehrenburg verheiratet war. Im "Backes" neben der Kirche befindet sich das kleine Heimatmuseum, das dem Morshausener Schriftsteller Jakob Kneip (Hampit der Jäger) gewidmet ist. In Morshausen läuft die Radstrecke durch die Brunnenstraße, die Kirchstraße und die Jakob-Kneip-Straße, von der du in den Emmriger Weg einbiegst. Weiter führt die Strecke über den Radweg in steilen Serpentinen mit Ausblicken auf Weinberge und die Burg Bischofsstein an die Mosel in den Weinort Burgen herunter.

Praktische Informationen

Auch kürzere Etappen sind dabei möglich, denn der RadBus Hunsrück-Mosel (Linie 629) nimmt Ihnen bei Bedarf einzelne Abschnitte ab. Wollen Sie nur entspannt hinab zur Mosel rollen? Dann starten Sie in Emmelshausen und lassen Sie anschließend (oder vor der Tour) die schweren Anstiege nach Emmelshausen den RadBus übernehmen. Der RadBus fährt von montags bis freitags dreimal zwischen Emmelshausen und Hatzenport sowie samstags, sonntags und feiertags mindestens 5 mal am Tag zwischen Kastellaun und Hatzenport. Bis zu 20 Fahrräder können transportiert werden.

Sicherheitshinweise und Ausrüstung

Beachten Sie die Verkehrsregeln, achten Sie auf andere Verkehrsteilnehmer und fahren Sie mitangepasster Geschwindigkeit, insbesondere in den Abfahrten. Nehmen Sie Rücksicht auf andere Radfahrer:innen und Fußgänger:innen.

Empfohlene Ausrüstung:

  • Helm
  • Handy mit vollem Akku
  • Bargeld, Ausweis
  • Navigationsgerät, Kartenmaterial
  • Luftpumpe / Druckluftkartusche
  • Ersatzschlauch
  • Ausreichend Getränke
  • Energieriegel / -gel
  • Wind- / Regenjacke

Anreise und Rückfahrt

Von Burgen aus folgst du dem Mosel-Radweg flussaufwärts nach Treis-Karden, wo du über die Moselbrücke auf die andere Flussseite wechselst. Über Pommern und Klotten geht es schließlich zurück zu deinem Startpunkt Cochem. Du fährst morgens zunächst mit dem Zug von Cochem nach Treis-Karden. Von hier aus geht es mit dem RegioRadler Untermosel nach Emmelshausen zum Startpunkt deiner Radtour.

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