Die richtige Schlauchgröße für Ihr 29 Zoll Mountainbike

Mountainbike Reifen sind auf unebenen und steinigen Wegen beim Mountainbiken höchsten Belastungen ausgesetzt. Beansprucht wird dabei nicht nur der Reifen, auch der Schlauch muss Wurzeln, Steinen und Durchschlägen standhalten. Bei einem Mountainbike sind deshalb besondere Herstellungsverfahren für Fahrrad-Schläuche erforderlich, die diesen Beanspruchungen Rechnung tragen.

Wie finde ich die richtige Schlauchgröße für mein Mountainbike?

Um die richtige Fahrradschlauch-Größe zu ermitteln, sollten Sie zwei Dinge berücksichtigen: die Art des Ventils und die Größe des Fahrradreifens. Außerdem ist es wichtig, dass der Schlauch nicht nur zu Ihrer Laufradgröße und Reifenbreite passt, sondern auch zum Fahrradtyp und Einsatzzweck passt. Wer also viel im Gelände unterwegs ist, braucht einen anderen Schlauch als jemand, der mit seinem Fahrrad die Straßen unsicher macht.

Auf den Verpackungen von Fahrradschläuchen finden Sie verschiedene Größenangaben, meist die größte und die kleinste Reifengröße, zu der der Schlauch passt. Das hat einen einfachen Grund: Fahrradschläuche bestehen aus Butylkautschuk und sind daher sehr flexibel und dehnbar. Deshalb passt ein und derselbe Schlauch zu verschiedenen Reifenbreiten und -durchmessern - je nachdem, wie stark Sie ihn aufpumpen.

Die Art des Ventils bestimmen

Um die richtige Reifengröße zu finden, muss zunächst der Ventiltyp bestimmt werden. Wenn der neue Schlauch nicht das richtige Ventil hat, kann es sein, dass er nicht durch das Felgenloch passt. Achten Sie deshalb darauf, dass der neue Schlauch das gleiche Ventil hat wie der alte.

Im Allgemeinen gibt es drei gängige Ventiltypen:

  • SV: Sclaverand-Ventil (französisches Ventil, Presta-Ventil): E-Bike, Rennrad, Mountainbike
  • DV: Dunlop-Ventil (Blitzventil): Citybike, Trekkingbike
  • AV: Schrader-Ventil (Autoventil): Tourenrad, Mountainbike

Das Schrader-Ventil ist sehr robust und besonders benutzerfreundlich. So können Sie einen Reifen mit Schrader-Ventil an jeder Tankstelle aufpumpen. Das französische Ventil ist vor allem bei Rennrädern verbreitet und hat einen Ventilkopf, den Sie vor dem Aufpumpen abschrauben müssen. Auch beim Dunlop-Ventil muss vor dem Aufpumpen eine Ventilkappe entfernt werden. Dieser Ventiltyp ist vor allem bei Citybikes verbreitet.

Die Reifengröße bestimmen

Die Reifengröße können Sie anhand der Reifenkennzeichnung bestimmen. Diese finden Sie entweder auf der Seitenwand des Fahrradreifens oder auf dem alten Fahrradschlauch.

Meist handelt es sich um eine Angabe wie "XX-YYY" oder "XX x YYY", wobei XX für die Breite in Millimetern und YYY für den Durchmesser des Fahrradreifens in Millimetern steht. Steht auf dem Reifen eine andere Angabe, können Sie diese mit Hilfe einer Fahrradschlauch-Größentabelle einfach umrechnen.

Welche Schlauch-Größenangaben gibt es?

In der Regel findet man die Größenangabe auf der Seite des Reifens. Doch schon hier kommen viele Radfahrer ins Straucheln, denn oft finden sich mehrere Angaben auf einem Fahrradreifen. Inzwischen hat sich die sogenannte ETRTO-Norm (European Tire and Rim Technical Organization) für eine einheitliche Ordnung durchgesetzt.

Diese Größenbezeichnung (z.B. 55-406) ermöglicht eine eindeutige Zuordnung zur Felgengröße, da sie sowohl die Breite (55 mm) als auch den Innendurchmesser (406 mm) des Fahrradreifens berücksichtigt. Darüber hinaus können auf der Seitenwand des Reifens weitere Größenangaben stehen:

  • Zoll (27,5 Zoll= ungefährer Außendurchmesser)
  • Französisch (700 x 38C = ungefährer Außendurchmesser x Reifenbreite x Reifenhöhe)
  • Englisch (28 x 1 5⁄8 x 1 3⁄8 = ungefährer Außendurchmesser x Reifenhöhe x Reifenbreite oder 28 x 1.40 = ungefährer Außendurchmesser x Reifenbreite in Zoll)

Die Angabe in Zoll ist zwar weit verbreitet, aber relativ ungenau, da der tatsächliche Außendurchmesser je nach Reifendruck variiert. Außerdem berücksichtigt sie nicht den Innendurchmesser und die Breite des Reifens, wie es bei der französischen Größenangabe der Fall ist, die jedoch nicht für alle Reifengrößen existiert - und daher z. B. nicht für Mountainbike-Reifengrößen verwendet wird.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Ein Fahrradreifen mit der der Größenbezeichnung 27,5", 35-584, 27.5 x 1.35, 650B besitzt folgende Abmessungen:

  • Außendurchmesser: 27,5 Zoll bzw. 650 mm
  • Innendurchmesser: 584 mm
  • Breite: 1.35 Zoll bzw. 35 mm
  • Reifenhöhe: B = 33 mm

Fahrradschlauch-Größentabelle nach Fahrradtyp

Ein Fahrradschlauch muss immer zur Reifengröße des Fahrrads passen. Deshalb geben die Schlauchhersteller immer an, mit welchen Reifengrößen der jeweilige Schlauch kompatibel ist.

Dieser hochmoderne Fahrrad-Schlauch eignet sich für Reifen mit einem Innendurchmesser von 622 Millimetern (29") und einer Breite von 62 bis 75 Millimeter (2,3 - 3,0"). Der neuartige Kunststoff Aerothan, der von Schwalbe entwickelt wurde, ist äußerst strapazierfähig und somit langlebig.

Dennoch empfiehlt es sich, den MTB-Schlauch passend zur Felgen- und Reifengröße zu wählen. Zwar passt im Notfall auch ein 26-Zoll-Schlauch in einen 29er-Reifen, durch die starke Dehnung steigt allerdings die Pannenanfälligkeit. Umgekehrt kann ein zu großer Schlauch bei der Montage Falten bilden oder sogar zwischen Felge und Reifen gequetscht werden.

Neben den Größen bieten die meisten Hersteller auch verschiedene Gewichtsklassen mit unterschiedlichen Wandstärken. Leichtschläuche (ca. 100 bis 150 Gramm) mit gerade mal 0,45 Millimetern Wandstärke senken zwar den Rollwiderstand, erhöhen aber das Pannenrisiko und müssen öfter nachgepumpt werden. Sie eignen sich daher eher für den Cross-Country-Einsatz. Besonders starke Downhill-Schläuche schützen effektiv vor Durchschlägen, rollen aber sehr zäh. Die Standardmodelle der Hersteller wiegen etwa 160 bis 220 Gramm und bieten einen guten Kompromiss aus beiden Welten.

Die wichtigsten Daten finden sich sowohl auf der Verpackung, als auch auf dem Schlauch selbst.

Eine gute Verpackung gibt Auskunft über alle wichtigen Daten: Größe in Zoll und ETRTO, Ventilart und im besten Fall auch -länge. Wandstärke und Gewicht werden Sie nur im Ausnahmefall erfahren. Zumindest die Größenangabe findet sich zusätzlich noch mal auf dem Schlauch selbst.

Vorsicht bei Hochprofilfelgen: Ist das Ventil zu kurz, kann der Pumpenkopf nicht sauber aufgesetzt werden und schließt beim Pumpen nicht luftdicht ab.

Wissenswertes zum Ventil

Das Ventil muss zur Felgenbohrung passen. Verwendet man Sclaverand-Ventile in zu großen Felgenbohrungen, kann dies zum Ventilabriss führen. Unterschiede in der Lufthaltigkeit gibt es bei den Ventilen keine.

Die Reifengröße wird nach der Europäischen Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization) bezeichnet. Zum Beispiel: ETRTO 57-622. Sie gibt die Breite (57 mm) und den Innendurchmesser (622 mm) des Reifens in Millimetern an. Die Zollbezeichnung gibt lediglich den ungefähren Außendurchmesser und die Reifenbreite wieder. 29 x 2,25 Zoll entspricht dem oben genannten Beispiel.

Die 3 wichtigsten Mountainbike-Größen im Überblick:

  • 559 = 26 Zoll
  • 584 = 27,5 Zoll
  • 622 = 29 Zoll

Im Mountainbike-Segment haben sich das Sclaverand- (auch Presta- oder Französisches-) Ventil und das Auto-/Schrader-Ventil durchgesetzt. Das klassische Dunlop- und das italienische Regina-Ventil spielen keine Rolle.

Vorteil Autoventil: Man kann den Schlauch an der Tankstelle einfach über den Kompressor mit Luft befüllen.

Die Felgenmutter dient ausschließlich dazu, das Ventil beim Pumpen zu arretieren. Eine zu stark angezogene Felgenmutter erhöht die Gefahr eines Ventilabrisses. Wandert der Reifen beim Bremsen auf der Felge, kann sich ein Ventil ohne Mutter noch leicht schräg stellen. So lässt sich eventuell ein Abriss verhindern.

Etwa 35 bis 40 Millimeter misst ein Standardventil. Für einige hohe (Carbon-)Felgen ist das zu kurz. Sclaverand-Ventile werden deshalb für einige Modelle auch in 60 Millimetern Länge angeboten. Alternativ hilft eine Ventilverlängerung beim Aufpumpen. Beim An- und Abschrauben der Verlängerung kann ein Ventilschlüssel nützlich sein.

Alternative Materialien für MTB-Schläuche

Latex

Anders als Kautschuk-Schläuche werden Latex-Schläuche nicht unter Zusatz von Schwefel bei Druck und Hitze vulkanisiert, sondern nur bei Außentemperatur getrocknet. Latex-Schläuche sind extrem elastisch, rollen dadurch leichter ab und bieten guten Schutz gegen Durchstiche. Sie sind aber nicht besonders luftdicht. Vor einer Ausfahrt muss eventuell nachgepumpt werden.

Kunststoff

Polyurethan ist ein hochwertiger, alterungsbeständiger Kunststoff, im Vergleich zu Latex und Butyl aber weniger elastisch.

Mit dem Evo Tube hat auch Schwalbe einen Kunststoffschlauch entwickelt. Er besteht aus dem Thermoplast Aerothan und soll luftdicht, pannensicher und ebenfalls sehr leicht sein.

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