Am Fahrrad den Schlauch oder Reifen zu wechseln dürfte wohl zu den häufigsten Tätigkeiten eines Fahrradfahrers zählen. So gut das Material und die Qualität eines Fahrradreifens und Fahrradschlauches heutzutage auch sein mag, spätestens wenn der Zahn der Zeit über Jahre am Material genagt hat, das Profil des Reifens abgefahren ist oder dieser durch Risse aufgrund zu niedrigen Luftdrucks porös geworden ist, wird eine Erneuerung nötig sein.
Durch das Aufkommen der Reifen mit Pannenschutzeinlage (z.B. von Schwalbe) hat man als Fahrradfahrer zum Glück schon mal deutlich weniger mit geplatzten und gerissenen Schläuchen zu tun, aber auch der beste Pannenschutz kann bei ungünstigen Durchstichen nicht immer einen beschädigten Schlauch verhindern. Das Risiko wird aber deutlich minimiert.
Moderne Pannenschutzreifen für Fahrräder kosten zwar ein wenig mehr als Reifen ohne Schutz, aber oft hat sich dieser Mehrpreis nach der ersten verhüteten Panne schon gerechnet. Zumal wohl niemand gerne mitten im Wald mit einem Platten liegenbleiben möchte. Ein Pannenschutzreifen bietet also deutlich mehr Komfort und Sicherheit.
Spätestens bei einem abgefahrenen Profil sollte der Reifen getauscht werden. Auch wenn Sie oft mit zu niedrigem Luftdruck fahren, bilden sich an der Reifenflanke mit der Zeit Risse. Diese können irgendwann den Reifen unter Belastung regelrecht platzen lassen.
Auch Hitze, Kälte und UV-Licht setzen einem Reifen auf Dauer zu und das Material wird, trotz moderner Technik und hochwertigem Material, dann doch irgendwann porös.
In der Regel fahren die meisten mit Ihrem Fahrrad dann in eine Fahrradwerkstatt und lassen Reifen und Schlauch vom Fachmann wechseln. Mit unserer Anleitung und nur wenig Werkzeug ist dieses aber auch für den Laien recht einfach zu bewerkstelligen.
Wer Glück hat, muss diese Arbeit nicht unterwegs auf einem Feldweg ausführen, sondern kann in der heimischen Hobby-Werkstatt (Garage oder Keller) arbeiten. Das ist auch die beste Voraussetzung für einen optimalen Reifenwechsel, wenngleich es natürlich am Wegesrand auch funktioniert.
Hier ist natürlich vorausgesetzt, dass Sie das Werkzeug und einen Ersatzschlauch und/oder Faltreifen bei Ihrer Fahrradtour dabei haben.
Benötigtes Werkzeug und Material
Nachfolgend erklären wir Ihnen, anhand einer bebilderten Schritt-für Schritt-Anleitung, wie Sie beim Wechsel bzw. der Erneuerung eines Fahrradschlauchs und/oder eines Fahrradreifens vorgehen sollten. Als wichtigstes Werkzeug darf hierbei ein vernünftiger Reifenheber, am besten mit Metallkern, wie z.B. von XLC nicht fehlen. eventuell Gabel- bzw.
- Reifenheber (am besten mit Metallkern)
- Gabel- bzw. Ringschlüssel (meist SW15)
- Neuer Fahrradmantel
- Schmiermittel (z.B. Schwalbe Montagefluid Easy Fit)
- Fahrradpumpe
- Optional: Reifen-Komplett-Set (2 Reifen, 2 Schläuche, 2 Felgenbänder)
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Reifenwechsel
- Laufrad ausbauen: Stellen Sie das Fahrrad dazu am besten auf den Kopf bzw. auf den Sattel und Lenker. Um Schrammen am Fahrrad zu vermeiden, legen Sie alte Putzlappen unter. Entweder lösen Sie das Laufrad mit einem eventuell vorhandenen Schnellspanner oder die Schraubmuttern mit einem Gabel-/Ringschlüssel (meist ein SW15). Handelt es sich um das hintere Laufrad, wo auch die Schaltung sitzt, müssen Sie beim Abnehmen des Hinterrades das Schaltwerk nach hinten wegdrücken. Schalten Sie vorher die Gänge auf das kleinste Ritzel zurück. So können Sie es leichter aushängen. Hat Ihr Fahrrad Felgenbremsen, schauen Sie, ob Sie das Laufrad durch die Bremsen hindurchgezogen bekommen. Andernfalls lösen Sie die Felgenbremsen und ziehen dann das Rad durch die Bremsbeläge.
- Luft ablassen: Haben Sie das Laufrad aus der Gabel bzw. dem Fahrradrahmen genommen, lassen Sie die Luft über das Ventil aus dem Reifen bzw. Schlauch.
- Reifen von der Felge hebeln: Beginnen Sie auf der gegenüberliegenden Seite des Ventils damit, den Reifen mittels des Reifenhebers von der Felge zu hebeln.
- Felgenband kontrollieren: Kontrollieren Sie jetzt das Felgenband auf Schäden und tauschen Sie es gegebenenfalls aus. Sollte der Mantel samt Schlauch gewechselt werden, empfiehlt es sich bei dieser Gelegenheit auch gleich das Felgenband zu wechseln. Ein günstiges Felgenband kostet ca. 2-3 Euro. Diese kleine Investition lohnt sich auf jeden Fall, da nur ein komplett heiles Felgenband den Schlauch schützen kann. Besonders wenn das Felgenband schon Risse oder Scheuerstellen hat oder verzogen ist, sollte unbedingt ein neues eingelegt werden.
- Neuen Reifen aufziehen: Anschließend gilt es den neuen Fahrradmantel auf das Laufrad zu ziehen. Dieses gelingt am einfachsten mit einem geeigneten Schmiermittel, z.B. mit dem Schwalbe Montagefluid Easy Fit. So rutscht der Rand des Reifens sicher in seine Position. Dieser Punkt scheint auf den ersten Blick recht belanglos, hilft aber ungemein, den Reifen später in die richtige Position auf der Felge zu bringen.
- Laufrichtung beachten: Bevor Sie aber beginnen, den neuen Fahrradreifen auf die Felge aufzuziehen, müssen Sie noch die Laufrichtung des Reifens beachten. Das Reifenprofil ist entsprechend der Laufrichtung ausgerichtet. Das heißt, nur in diese Richtung wird das Profil optimal "greifen" und während der Fahrt den nötigen Grip und Stabilität gewährleisten. Auf der Reifenflanke ist ein Pfeil mit einer Bezeichnung (z.B. Rotation) aufgedruckt.
- Reifen aufziehen: Stülpen Sie den Reifen (ohne den neuen Schlauch) mit einer (!) Seite komplett über die Felge. Setzen Sie das Fahrradventil vom Schlauch in die Ventilöffnung ein und sichern es ein wenig mit der (eventuell vorhandenen) Befestigungsschraube. Bitte die Schraube noch nicht komplett am Ventil anziehen, sondern nur locker festschrauben.
- Schlauch einsetzen und Reifen montieren: Anschließend wird der Schlauch mit einer Fahrradpumpe ein wenig (!) mit Luft gefüllt. Schieben Sie den Fahrradreifen soweit es geht per Hand über das Felgenhorn. Bei neuen Reifen wird man dann an den Punkt kommen, wo sich der Reifen per Hand nicht weiter auf die Felge aufschieben lässt. Mit einem geeigneten Hebelwerkzeug (z.B. das erwähnte Reifenheber-Set von XLC) kann man relativ einfach den "Rest" vom Reifen über das Felgenhorn auf die Felge hebeln. Oft klappt dieses ganz gut mit nur einem Reifenheber, falls nicht, nutzen Sie zwei Reifenheber dazu, die Sie je rechts und links ansetzen. Somit wird verhindert, dass der Reifen wieder von der Felge rutscht.
- Reifen ausrichten: Abschließend sollte der neu aufgezogene Fahrradreifen auf dem Laufrad per Hand noch ein wenig bewegt/gewalkt werden, damit er sich gut auf die Felge setzt. Danach sollten Sie den Schlauch entsprechend der Angabe auf dem Mantel mit Luft befüllen. Ganz zum Schluss sollten Sie noch einmal genau betrachten ob der Mantel auch richtig auf der Felge sitzt. Dieses erkennen Sie an der geriffelten Fläche am Übergang zur Felge.
- Laufrad montieren: Das runderneuerte Laufrad mit Reifen und Schlauch kann nun wieder am Fahrradrahmen bzw. in der Gabel montiert werden.
Tubeless-Systeme: Vorteile und Montage
Tubeless-Bereifung bietet eindeutige Vorteile bei Schnelligkeit, Komfort, Grip und Pannensicherheit. Unnötige Reibung zwischen Reifen und Schlauch wird vermieden. Dadurch ist der Rollwiderstand wesentlich geringer als bei Faltreifen oder Schlauchreifen.
Tubeless kann man ohne Leistungseinbußen mit einem geringeren Luftdruck fahren. Das bringt Vorteile im Komfort aber auch mehr Kontrolle in kritischen Situationen und auf schlechten Strecken. Gleichzeitig bieten Tubeless-Systeme hohe Pannensicherheit. Die Gefahr von Durchschlägen ist deutlich geringer. Ein plötzlicher Luftverlust durch platzende Schläuche oder Ventilabrisse ist ausgeschlossen. Zudem funktionieren Tubeless-Systeme sehr gut im Zusammenspiel mit Pannenschutzflüssigkeiten.
Die Vorteile sind vor allem für sportliche Fahrer interessant, denen es um maximale Performance geht. Das System ist technisch anspruchsvoll und erfordert ein Tubeless kompatibles Laufrad. Wenn Du ein wartungsärmeres Set-Up suchst, dann ist das System mit Schlauch die richtige Wahl für dich.
Benötigtes Material für Tubeless-Montage
- Tubeless-Ventil
- Dichtflüssigkeit (z. B Schwalbe Doc Blue)
- Montagefluid (z. B Schwalbe Easy Fit)
- Standpumpe mit Manometer
- Putztuch
- Optional: Kompressor oder Schwalbe Tire Booster (sehr hilfreich beim Aufpumpen)
Schritte zur Tubeless-Montage
- Reinigen Sie Reifen und Felge vor der Montage.
- Montieren Sie den Reifen wie gewohnt auf die Felge. Reifenheber nur vorsichtig einsetzen.
- Wichtig: Vor dem Aufpumpen beide Reifenwülste mit Montagefluid bestreichen (1). Das Ventil muss sich beim Aufpumpen zwischen den Wülsten befinden (2).
- Beim ersten Aufpumpen ist ein kräftiger Luftstoß erforderlich (Standpumpe, Kompressor oder Tire Booster) (3). Der Reifen rastet hörbar auf der Felge ein. Danach Luft wieder ablassen.
- Am besten direkt zur ersten Ausfahrt starten. Die Abdichtung durch die Milch ist erst abgeschlossen, wenn der Reifen gewalkt hat und die Karkasse vollständig benetzt ist. Nach 24 Stunden nachpumpen.
Wichtige Hinweise
- HINWEIS: Unbedingt die Angaben zu maximalem Luftdruck von Reifen und Felge beachten.
- HINWEIS: Bitte zum Aufpumpen keine CO2-Kartuschen verwenden. Das CO2 wirkt sich ungünstig auf die Pannenschutzflüssigkeit aus.
- HINWEIS: Generell ist beim Hantieren mit der Dichtflüssigkeit Vorsicht geboten.
Dichtflüssigkeit: Vorbeugender Pannenschutz und Tubeless Konversion
- Füllmengen: Reifen von 23 - 60 mm -> 60 - 90 ml/Reifen, von 62 - 100 mm -> 90 - 120 ml/Reifen. Gut schütteln! Wirkt bis zu 7 Monate. Nicht geeignet für grobe Defekte (Schnitte/Platzer). Tubeless Konversion nur mit Tubeless tauglichen Laufrädern und Reifen.
- Nein, Du kannst die Dichtflüssigkeit auch direkt in den Reifen schütten bevor Du den zweiten Reifenwulst montierst. Das nachträgliche Einfüllen über das Ventil hat den Vorteil, dass man „sauberer“ arbeiten kann, weil die Milch erst ins Spiel kommt, wenn der Reifen bereits in der Felge eingerastet ist. Bei bekannten Kombinationen geht das direkte Einfüllen natürlich schneller.
- Tubeless Easy-Reifen sind keine luftdichten Tubeless-Reifen. Es wird eine spezielle Pannenschutzflüssigkeit benötigt, um die notwendige Dichtigkeit herzustellen. Echte Tubeless-Reifen, wie sie früher üblich waren, kamen theoretisch ohne die Flüssigkeit aus. Dafür waren sie viel schwerer und in der Praxis wurden sie trotzdem meistens mit Dichtmilch gefahren.
Wie häufig muss die Dichtflüssigkeit nachgefüllt bzw. gewechselt werden?
- Doc Blue bleibt ca. 2000 km oder 2-7 Monate als vorbeugender Pannenschutz im Reifen aktiv. Wenn das System einmal dicht ist, musst Du die Milch nicht unbedingt nachfüllen. Die zusätzliche Schutzwirkung gegen Pannen hast Du natürlich nur, wenn es noch aktive Milch im Reifen gibt. Wir empfehlen die Dichtflüssigkeit vor einem Wettkampf oder einer größeren Tour zu kontrollieren und zu erneuern.
- Wenn Dich das Mehrgewicht nicht stört, kannst Du auch einfach zusätzliche Dichtmilch einfüllen. Mit einer Nadel kann man testen, ob die Dichtflüssigkeit noch funktionsfähig ist. Einfach in die Lauffläche einstechen und den Reifen rotieren lassen. Wenn das Loch nicht automatisch abgedichtet wird, musst Du Dichtflüssigkeit nachfüllen.
- Doc Blue bleibt ca. 2000 km oder 2-7 Monate als vorbeugender Pannenschutz im Reifen aktiv. Der Zeitraum variiert stark in Abhängigkeit von der Temperatur. DOC BLUE wurde erfolgreich gemäß der OECD-Norm 301B auf biologische Abbaubarkeit getestet. Die auf Naturlatex basierende Dichtmilch bietet eine umweltfreundliche Alternative zu Sealants mit synthetischem Latex. Zusätzliche Konservierungsmittel sind bei DOC BLUE nicht erforderlich, da Ammoniak zur Stabilisierung beim Zapfen des Kautschuksafts eingesetzt wird.
Tipps und Tricks für die Tubeless-Montage
Aufpumpen ist häufig das größte Problem beim Montieren eines Tubeless-Reifens. Gerade bei eher klassischen Felgenformen, die nicht optimal für eine Tubeless-Montage konstruiert sind, entweicht die Luft beim Pumpen oft unkontrolliert zwischen Reifenwulst und Felge. Folgende Kniffe schaffen Abhilfe:
- Kontrollieren, dass das Ventil zwischen den Reifenwülsten positioniert ist.
- Montagefluid wie z. B. Easy Fit verwenden! Durch den Gleitfilm rutscht die Reifenwülste viel leichter in die vorgesehene Position.
- Ventileinsatz entfernen um den Luftdurchfluss zu vergrößern.
- Wenn der Reifen zu locker sitzt, hilft oft eine zusätzliche Lage Felgenband.
- Reifen vorher mit Schlauch montieren und 24 Stunden ruhen lassen.
Es kann natürlich auch Undichtigkeiten im Bereich des Ventils oder der Felge geben. Um diese festzustellen ist es nötig, das Laufrad komplett unter Wasser zu halten oder mit Montagefluid zu bestreichen. Bei entsprechenden Undichtigkeiten tritt die Luft dann am Ventil und/oder den Speichen-Nippeln aus. Das kann eine Weile dauern, da sich im Hohlraum der Felge zunächst ausreichend Druck aufbauen muss. Oft liegt das Problem im Bereich des Ventils. Mögliche Abhilfe: Ventilmutter fester ziehen, Kontaktbereich Ventil/Felge säubern und entgraten, Ventil austauschen, Felgenband austauschen.
Wenn das alles ohne Erfolg bleibt, dann kann evtl.
Was ist ein Tire Booster?
Zum Aufpumpen eines Tubeless-Reifens ist ein kräftiger Luftstoß erforderlich. Leider ist eine Standpumpe dafür nicht bei allen Laufrädern ausreichend und einen Kompressor haben die wenigsten Nutzer zuhause. Hier schafft der Tire Booster Abhilfe. Im wesentlichen handelt es sich um einen Druckbehälter, den Du mit der Standpumpe bis auf 11 bar aufpumpen kannst. Die gesammelte Luft beförderst Du dann mit einem einzigen „Schuss“ in den Reifen.
Gebrauchsanleitung & Sicherheitshinweise für den Tire Booster
Der Tire BOOSTER unterstützt dich bei der Tubeless-Montage.
- Reifen und Felge vor der Montage säubern.
- Reifen wie gewohnt auf die Felge montieren. Vor dem Aufpumpen beide Reifenwülste mit Montagefluid bestreichen. Das Ventil muss sich beim Aufpumpen zwischen den Wülsten befinden.
- Entlüftungsventil („Air Valve“) des Tire Booster schließen.
- Pumpenkopf vom Tire Booster auf das Fahrradventil drehen. Mit dem Adapter kannst du den Luftstrom in den Reifen verstärken. Dafür Ventileinsatz entfernen, Adapter auf den Pumpenkopf des Tire Boosters schrauben und zusammen auf den Ventilschaft drehen.
- Tire Booster aufpumpen (max. 11 Bar/160 PSI).
- Entlüftungsventil öffnen. Der Reifen rastet hörbar auf der Felge ein.
- An der Kennlinie den richtigen Sitz des Reifens überprüfen. Ist Nachpumpen erforderlich, kann dies über den Tire Booster erfolgen (Entlüftungsventil muss geöffnet sein).
- Pumpkopf entfernen. Ggf. Dichtflüssigkeit (z.B.
Wichtige Hinweise
- Temperaturen unter -15°C bzw.
Felgenkompatibilität und Montagehinweise
Vereinzelt gibt es Laufräder, die sich heute als Tubeless oder Tubeless Ready bezeichnen, aber noch nicht dem neuesten Standard entsprechen. Trotzdem kannst Du einen Tubeless Reifen darauf montieren, aber Du musst mit Problemen oder größeren Aufwand bei der Montage rechnen. Häufig brauchst Du einen Kompressor oder den Tire Booster zum Aufpumpen. Bei Fragen wende dich bitte an den Laufrad-Hersteller.
Hier findest Du eine Liste mit Rennrad-Laufrädern, die wir auf Sicherheit, Montagefreundlichkeit und Bepumpbarkeit getestet haben.
Unmöglich ist eine Tubeless-Montage in der Regel bei sehr schmalen Felgen (13C), sehr günstigen Felgen oder bei Felgen mit Ösen im Tiefbett. In diesen Fällen klappt es meist nicht, die Felgen mit dem Felgenband luftdicht zu bekommen.
Vorsicht bei Felgen mit geringer Flankenhöhe (deutlich unter ETRTO Standard) und Hookless-Felgen. Die Absprungsicherheit ist hier zumindest reduziert.
Felgenband
Das Schwalbe Tubeless-Felgenband ist absolut Hochdruck- und Hitzebeständig. Eine Lage Felgenband ist in der Regel ausreichend. Alle Speichenbohrungen müssen sicher durch das Felgenband abgedeckt sein. Am besten bedeckt es den kompletten Felgenboden. Der Felgenboden muss vor der Verlegung absolut sauber und eben sein. Alte Klebstoff- und Fettrückstände mit Bremsenreiniger entfernen. Felgenband unter kräftigem Zug aufkleben, damit keine Luftblasen entstehen. Am Ende das Band ca. 5-10 cm überlappen lassen.
Tubeless-Ventil
Das Schwalbe Tubeless-Ventil ist aus Aluminium und sehr leicht. Der konische Ventilfuss ist mit Metall verstärkt und passt in fast alle Felgen. Bei Rennfahrern unbeliebt, trotzdem ist für den Tubeless Betrieb die Ventilmutter zwingend notwendig um das Ventil sicher in der Felge zu fixieren.
Es gibt nur wenige Felgen, die bereits luftdicht gefertigt werden. Einstiche werden während der Fahrt automatisch von Doc Blue abgedichtet und repariert. Wichtig: Du musst weiterfahren oder die defekte Stelle auf den Boden drücken. Die Walkarbeit unterstützt die Funktion der Dichtmilch. Nur bei sehr groben Verletzungen wie Schnitten oder Snake-Bites hilft die Dichtflüssigkeit nicht weiter. Hier ist ein Ersatzschlauch immer noch die beste Lösung. Dazu das Tubeless-Ventil entfernen und die Dichtflüssigkeit auswischen.
Tubeless Technology
Von Beginn an haben wir an die Tubeless Technologie geglaubt und viel Pionierarbeit in der Forschung und Entwicklung geleistet. Heute sind wir überzeugt: Tubeless ist die Reifentechnologie für performanceorientierte Radfahrer!
Welche Reifen passen auf welche Felgen?
Reifen und Felge müssen zueinander passen. Genauer gesagt, muss der Reifeninnendurchmesser mit dem Felgenschulterdurchmesser übereinstimmen. Die Reifengröße 37-622 passt z.B. auf eine Felge 622 x 19C. Außerdem müssen Reifenbreite und Felgeninnenmaulweite aufeinander abgestimmt sein.
Tubeless-Reifen sind heute keine Besonderheit mehr. Die Vorteile überwiegen und die Montage ist einfach. Trotzdem hält sich ein Gerücht wacker: Der Wechseln von Schlauchlosen Reifen ist aufwendig und erfordert Übung. Skepsis gegenüber schlauchlosen Reifen ist nicht angebracht. Die Vorteile von Tubeless sind geringerer Rollwiderstand und mehr Sicherheit vor Pannen.
Montage von Hookless-Felgen
- Den Reifen zusammendrücken, „kneten“ bis er sich an einer Stelle von der Felge löst.
- Reifen von der Felge ziehen, ggfl.
- In manchen Erklärungen wird empfohlen, den Ventilschaft mit einem Wattestäbchen zu reinigen.
- Genau wie Schlauchreifen über die Felge ziehen. Dabei unbedingt oben am Ventil beginnen. Bei den Giant bzw. Cadex Laufrädern und dem Cadex-Schlauch ist kein Spüli notwendig.
- Jetzt kommt die Pumpe mit Tank oder der Kompressor zum Einsatz. Damit die Kanten vom Reifen fest in die Hookless-Flanke springt, braucht es schnell und viel Druck. Bei Pumpen mit Druckzylinder wird statt in den Reifen Druck in einem Zylinder aufgebaut. Anschließend wird der Inflator ins Ventil gesteckt und, meist, ein kleines Hebelchen umgelegt. Jetzt strömt die Luft in den Reifen.
- Ventil nach oben, Dichtmilchflasche drunter halten und das Laufrad mit der Dichtmilch nach unten drehen. Die richtige Menge ist etwa 40 ml, bei breiteren Reifen auch 60 ml. Die Menge gibt der Hersteller an.
Prüfen ob Luft ausströmt.
Hookless (Hackenlos) sind Felgen ohne Felgenhorn. Die Hersteller der Laufräder geben deshalb an, welche Reifen gefahren werden dürfen. Wichtig ist auch der richtige Reifendruck. Der entspricht nicht der auf dem Reifen angegebenen maximalen Bar, sondern der Herstellerangabe für die Kombination Reifen und Laufrad.
Vorteile von Hookless sind das etwas geringere Gewicht und eine vermeidlich sicherere Eigenschaft an der Seitenwand. Reifen springen aber nicht sofort von der Felge, wenn der Druck höher ist, auch dann nicht wenn versehentlich oder aus Unwissenheit 8 bar reingepumpt wurden.
Cadex hat bei den Race Reifen eine schnittfest Kevlar-Einlage, die nochmal Sicherheit vor Durchstichen bringt.
Conti GP 5000, sozusagen der Goldstandard fürs Rennrad, kostet UVP 75,00 Euro. Ein besseres Fahrgefühl hat der Pirello Zero für den gleichen Preis. Im Listenpreis ist auch der Cadex Tubeless-Reifen etwa in der gleichen Preisrange.
Zusammenfassung
Einen Fahrradreifen tubeless, also ohne Schlauch zu montieren, scheint für manche eine schwierige Aufgabe zu sein. Mit den richtigen Tipps und Tricks ist es jedoch keine große Sache. Noch nie was von Tubeless gehört? Es gibt wohl kein günstigeres, einfacheres und effektiveres Upgrade für euer Bike als ein Tubeless-Setup. Viele bevorzugen Schläuche oft nur aus dem einen Grund, weil sie sich bei der Montage eines Tubeless-Reifens unsicher sind. Wir zeigen euch, wie einfach es sein kann und versprechen euch eine saubere Installation.
Bevor ihr startet, müsst ihr sicherstellen, dass ihr die richtigen Parts zur Verfügung habt. Ihr braucht Tubeless-ready Felgen und Reifen (schaut euch dazu unseren Gruppentest zu den besten Tubeless-Reifen an), Dichtmilch und ein Paar Tubeless-Ventile. Wenn eure Felgen kein Felgenband haben, müsst ihr vorher ein spezielles Tubeless-Felgenband einkleben, das eure Felgen abdichtet.
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