Schleimbeutelentzündung Ellenbogen: Ursachen und Behandlung

Bei einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis) sind die an Gelenken befindlichen Säckchen aus Bindegewebe entzündet. Eine Schleimbeutelentzündung geht mit starken Schmerzen einher. Sie kann in verschiedenen Gelenken auftreten. Eine Bursitis entwickelt sich meistens aufgrund von Überlastung an Ellenbogen, Knie, Fuß, Hüftgelenk bzw. Becken oder an der Schulter.

Welche Aufgaben haben Schleimbeutel?

Schleimbeutel (lat. Bursae) bestehen aus lockerem Bindegewebe und Schleimhaut. Im menschlichen Körper finden sich etwa 160 der mit Gelenkflüssigkeit (Synovia) gefüllten Säckchen. Diese Gelenkflüssigkeit wird in der innenliegenden Schleimhaut (Membrana synovialis) gebildet. Dicht nebeneinander liegende Sehnen, Knochen oder Muskeln können sich mithilfe der Schleimbeutel reibungslos gegeneinander verschieben. Als Polster zwischen zwei Gelenken oder zwischen Knochen und Weichteilen bieten Schleimbeutel einen Schutz vor Schäden und übermäßiger Reibung. Schleimbeutel stellen außerdem eine Art Kissen für Knochenvorsprünge nach außen dar.

Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen

Eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen (Bursitis olecrani) ist häufig sehr schmerzhaft. Meist tritt sie an der knöchernen Spitze des Ellenbogens auf. Im Englischen wird die Bursitis olecrani auch "student’s elbow" (Studenten-Ellenbogen) genannt. Der Grund: Stützt man beim Lernen wiederholt seinen Ellenbogen am Tisch auf, führt dies mitunter längerfristig zu einer Schleimbeutelentzündung. Der Schleimbeutel am Ellenbogen entzündet sich leicht, z. B. durch häufiges Aufstützen. Im Ellenbogen liegt der Schleimbeutel an der Außenseite des Gelenks.

Ursachen einer Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen

Zu den häufigsten Ursachen der Schleimbeutelentzündung zählt eine chronische Überlastung, z. B. durch immer wiederkehrende monotone Bewegungen. Die häufigsten Ursachen für Schleimbeutelentzündungen am Ellenbogen sind Unfälle oder Prellungen. Hieraus kann sich sogar eine chronische Bursitis entwickeln. Als weitere Auslöser gelten Druckbelastungen und Überbeanspruchung.

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen:

  • Wiederholte Reizung: Eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen ist meist die Folge von wiederholten Stößen und Kraft-Einwirkungen auf den Ellenbogen. Davon betroffen sind oft Menschen, die viel am Schreibtisch arbeiten und über lange Zeit ihren Arm auf dem Ellenbogen abstützen. Die durch das lange Aufstützen bedingte Reizung und Entzündung nennen Ärzte eine atraumatische Entzündung. Das bedeutet, die Ursache für die Entzündung ist weder eine Verletzung noch ein einmaliger Stoß.
  • Bakterien: Bei einer Schnitt-Verletzung oder einer Operation am Ellenbogen dringen möglicherweise Bakterien in den Körper ein und führen zu einer Schleimbeutelentzündung. In diesem Fall spricht man von einer septischen Entzündung. Hierbei besteht die Gefahr, dass die Infektion sich auf den ganzen Körper ausbreitet und den Betroffenen sehr krank macht. Deshalb sollten Patienten mit einer Bursitis olecrani immer auf Verletzungen der Haut in der Ellenbogen-Region untersucht werden. So lässt sich gegebenenfalls frühzeitig eine Ausbreitung der Bakterien verhindern. Eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen wird aber nur selten durch Bakterien verursacht. In den meisten Fällen handelt es sich um eine harmlose (nicht-bakterielle) Entzündung.
  • Grunderkrankungen: Manchmal sind Entzündungen im Ellenbogen-Gelenk die Ursache für eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen. Solche Entzündungen in den Gelenken treten oft im Rahmen einer anderen Krankheit wie Rheuma oder Gicht auf. Besonders bei immer wieder kehrenden Schleimbeutelentzündungen am Ellenbogen steckt mitunter eine solche Ursache dahinter.

Neben Verletzungen und Arthritis können auch Gicht und andere Erkrankungen Entzündungen im Körper auslösen und damit das Risiko einer Bursitis am Ellenbogen erhöhen. Bei Sportlern, insbesondere bei Tennisspielern, ist die Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen auch als „Tennisarm“ bekannt.

Eine Bursitis kann auch durch wiederholte Belastung des Ellenbogens bei bestimmten Tätigkeiten entstehen, z. B. durch das Tragen schwerer Werkzeuge bei Handwerkern oder durch regelmäßiges Heben schwerer Gegenstände. Eine schlechte Technik beim Sport oder eine ungeeignete Ausrüstung können ebenfalls zu einer Bursitis am Ellenbogen führen. In manchen Fällen können auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Gicht das Risiko erhöhen.

Symptome einer Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen

Eine Schleimbeutelentzündung ist sehr schmerzhaft. Weitere Symptome sind Schwellungen, Rötungen und Überwärmung der Haut. Außerdem kann es zu Gelenkergüssen und Bewegungseinschränkungen kommen.

Rötung, Schwellung und Berührungsempfindlichkeit im Bereich des Ellenbogens sind die häufigsten Anzeichen einer Bursitis olecrani. Berührungen sowie Druck auf den Ellenbogen lösen heftige Schmerzen aus. Auch Beuge-Bewegungen sind sehr schmerzhaft, weil bei einer Entzündung Flüssigkeit in das Gewebe fließt, die Durchblutung gesteigert ist und Nerven sensibler auf Reize ansprechen.

Bei einer Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen ist das Gelenk häufig geschwollen, es schmerzt und ist gerötet. Eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen (Bursitis olecrani) geht meist mit einer Schwellung des Schleimbeutels einher, der sich beim Abtasten dick und prall elastisch anfühlt. Der Betroffene verspürt durch die vermehrte Flüssigkeitseinlagerung (Ödem) ein Spannungsgefühl über dem Ellenbogen und Schmerzen beim Bewegen. Auch Druckschmerzhaftigkeit, Rötung und Überwärmung sind typische Beschwerden, die auf eine Bursitis olecrani hinweisen.

Diagnose

Bei der Anamnese und der körperlichen Untersuchung fallen sofort die typischen Entzündungszeichen auf. Eine Ultraschalluntersuchung des Ellenbogens gibt Hinweise auf Flüssigkeitsansammlungen im Gelenk. Eine Punktion des entzündeten Schleimbeutels zeigt, ob sich Eiter im Schleimbeutel befindet.

Liegt eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen vor, kann diese bereits durch die Anamnese (Krankengeschichte) und körperliche Untersuchung relativ sicher vom Arzt diagnostiziert werden. Ein Grund dafür ist unter anderem der recht typische Tastbefund und die Beschwerden des Patienten. Weitere Hinweise bekommt der Orthopäde durch eine Ultraschalluntersuchung des betroffenen Ellenbogens. In der Bildgebung zeigt sich der Schleimbeutel (Bursa) als eine mit Flüssigkeit gefüllte Höhle.

Behandlung

Bevor eine Bursitis behandelt wird, sollte man zuerst ihre genaue Ursache abklären. In der Frühphase lässt sich die Bursitis meist gut konservativ behandeln. Das Hochlagern und Ruhigstellen mit Gips oder Schiene verschafft oft schon Besserung. Auch Kühlen ist eine hilfreiche Maßnahme, um Schmerzen zu lindern und der Schwellung entgegenzuwirken. Entzündungshemmende Schmerzmittel tragen zur Linderung von Schmerzen, Schwellung und Reizung bei. Bei Ansammlung von Flüssigkeit im Gelenk ist die Punktion oder eine lokale Behandlung mit Kortison zu empfehlen.

Eine Schleimbeutelentzündung behandelt man in aller Regel konservativ. Dazu gehören an erster Stelle das Ruhigstellen und Schonen des Gelenkes. Schienen oder Gipsverbände unterstützen die Heilung während der Ruhigstellung. Betroffene sollten den Ellenbogen kühlen und hochlagern. Bei einer sehr starken Schwellung des Schleimbeutels erfolgt eine Punktion. Diese Maßnahme nimmt den Druck vom Gelenk. Gleichzeitig kann der Arzt die abgezogene Flüssigkeit auf Krankheitserreger untersuchen. Zudem können bei der Punktion entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente in den Schleimbeutel gespritzt werden.

Konservative Therapiemöglichkeiten

  • Schonung: Zunächst einmal sollten Sie das betroffene Gelenk ruhigstellen, um die Reizung nicht noch weiter voranzutreiben. Um eine weitere Belastung des betroffenen Schleimbeutels zu vermeiden, wird der Arzt Sie krankschreiben.
  • Hausmittel: Als Hausmittel haben sich Kälteanwendungen wie Quarkwickel oder kühlende Kompressen bewährt. Bei einer Schleimbeutelentzündung helfen lokal wirkende Salben mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkstoffen. Dazu zählen beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac.

Operativer Eingriff

Wenn sich die Bursitis mit konservativen Therapiemethoden nicht erheblich bessert oder wenn sie bereits chronisch ist, kommt nur die Operation infrage. Dabei wird der Schleimbeutel komplett entfernt (Bursektomie). In der Gelenk-Klinik führen wir diese Operation endoskopisch durch. Bei dem minimalinvasiven Eingriff ist der postoperative Schmerz geringer, das Infektionsrisiko reduziert und die Erholungsphase beschleunigt. Da der Schleimbeutel sich innerhalb kurzer Zeit wieder neu bildet, entstehen durch die Bursektomie keine bleibenden Schäden.

Bleibt die konservative Behandlung über einen längeren Zeitraum erfolglos oder wird eine eitrige Entzündung des Schleimbeutels diagnostiziert, kann in einem kleinen Eingriff der Schleimbeutel an der Streckseite des Ellenbogens entfernt werden. In einigen Fällen ist es notwendig, den Eiter durch eine Drainage abzuleiten und einen Antibiotikaträger in die Wunde einzubringen.

Führen diese Therapiemaßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, kehrt die Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen immer wieder. Handelt es sich um eine eitrige, bakteriell bedingte Schleimbeutelentzündung, kann eine Operation nötig werden. Bei einem solchen Eingriff wird der Schleimbeutel meist komplett entfernt.

Dauer der Genesung nach einer Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen

Die Genesungszeit nach einer Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen hängt von der Schwere der Entzündung, dem individuellen Heilungsverlauf und der Art der sportlichen Betätigung ab und kann einige Wochen bis Monate dauern, je nachdem, ob der Ellenbogen vollständig ausgeheilt ist.

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