Knieschmerzen oberhalb des Knies nach dem Radfahren: Ursachen und Lösungen

Viele Radfahrer und Radfahrerinnen haben nach dem Fahrradfahren oder bereits während der Fahrradtour Schmerzen in den Kniegelenken oder auch Schmerzen am Steißbein.

Was sind die Ursachen für Knieschmerzen nach dem Fahrradfahren?

Knieschmerzen beim Radfahren können verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören:

  • Eine falsche Sattelhöhe
  • Eine falsche Trettechnik
  • Lange Touren ohne Pausen
  • Eine schwache Beinmuskulatur
  • Fehlstellungen der Füße
  • Ungeeignete Schuhe

Rad-spezifische Fehleinstellungen die zu Knieschmerzen während des Radfahrens führen können

Als erste Ursache für Knieschmerzen beim Radfahren lassen sich oft falsch eingestellte Cleats nennen. Ein zu weit nach vorn gestelltes Cleat bringt das Knie am oberen Wendepunkt höher und führt damit zu einem spitzen Kniewinkel beim Einstieg in die Druckphase.

Sehr ungünstig, da dies zu ungünstigen Kraftverhältnissen rund um die Kniescheibe (sog. retro-patellarem Druck) führen kann. Gleiches gilt im übrigen auch für eine zu lange Kurbellänge!

Im Zweifelsfall also das Cleat nach hinten nehmen (und eventuell die Kurbellänge verkürzen)! Ebenso kann ein Cleat mit falsch eingestellter Rotation zu Rotationsbewegungen und damit Scherkräften über die Knieachse führen.

Hier sollte man darauf achten, dass man (pauschal betrachtet) das Cleat so einstellt, dass die Ferse des Fußes leicht nach innen rotiert.

Falsche Sitzhöhe

Wirklich einer der häufigsten Verursacher von Knieschmerzen beim Radfahren ist eine schlecht eingestellte Sitzhöhe. Ein zu tief eingestellter Sattel führt zu einem spitzen Kniewinkel beim Einstieg in die Druckphase und damit zu ungünstigen Kraftverhältnissen rund um die Kniescheibe.

Ein zu hoch eingestellter Sattel hingegen bringt oft eine Überstreckung des Knies mit sich und reizt dabei gerne Ansätze der hinteren Muskulatur und vor allem des Tractus Iliotibialis.

Als (sehr plakative) Hilfestellung gilt hier, Schmerzen an der Vorderseite des Knies deuten oft auf eine zu niedrige Sitzhöhe, Schmerzen an der Rück- und Außenseite des Knies eher auf eine zu hohe Sitzposition hin.

Sattelneigung & falscher Sattel

Ja auch die Wahl des richtigen Sattels, vor allem aber auch dessen Lage (in Vor- Rückrichtung) und Neigung beeinflussen stark die Belastung des Knies. Ein extrem nach vorne gestellter, sowie nach vorne geneigter Sattel verlagern den Körperschwerpunkt nach vorne und erzeugen eine Art „Drehmoment“ auf dem Rad.

Der Körper „Kippt“ nach vorne. Dies, gepaart mit etwas schwacher Körperhaltemuskulatur führt oft zu einer Kompensation im Tritt. Es wird im Einstieg der Druckphase etwas gegen das Pedal „gestemmt“ um sich quasi auf dem Sattel stabil zu halten.

Hier wird erneut viel Kraft bei spitzem Kniewinkel erzeugt, was zu Überlastung führen kann. Ein extrem weit nach hinten versetzter oder auch nach hinten geneigter Sattel führen dagegen oft zu einem sehr rückversetzten Körperschwerpunkt und aufrechter Beckenlage, was eine effektive Kraft aus der Streckmuskulatur erschwert.

Tipp: Am besten hier erst einmal aus einer visuell, neutralen Einstellung starten und eher tiefer anfangen. Der Fuß sollte auch durch den unteren Punkt nicht zu spitz werden, das Knie leicht gebeugt bleiben.

Cockpitposition

Auch die Lage des Cockpits beeinflusst die Belastung des Knies. Ähnlich wie ein schlecht eingestellter Sattel beeinflusst auch das Cockpit die Lage des Körperschwerpunkts auf dem Rad. Ein zu weit entferntes Cockpit „zieht“ den Körper sozusagen nach vorne auf dem Rad.

Kleiner Tip: Wenn man beim Fahren nicht ohne große Hilfsbewegungen die Hände über den Lenker streichen kann, spricht das für einen nach vorn orientierten Körperschwerpunkt.

O-Beine, X-Beine, leicht nach außen oder innen gerichtete Füße - Fehlstellungen sind eher die Regel als die Ausnahme. Gerade bei längeren Fahrradtouren kann das zu Problemen in den Kniegelenken führen, denn: Sind Fuß beziehungsweise Pedal nicht richtig ausgerichtet, wird die Belastung nicht optimal auf das Kniegelenk übertragen.

Mit Plattformpedalen können Sie leicht die Position Ihrer Füße während der Fahrt ändern. Sie haben zwei Vorteile: erstens verteilt sich der Druck auf dem Fuß gleichmäßig und zweitens bieten sie viel Platz für eine bequeme Stellung.

Dieses Problem kennen alle, die mit ihrem Bike gerne auch mal längere Strecken bergauf fahren. Um die Schwerkraft zu überwinden ist natürlich sehr viel Druck auf das Pedal nötig, gerade, um aus dem „toten Punkt“ Kraft auf die Pedale zu übertragen.

Durch diesen „unrunden“ Tritt kommen kurze Belastungsspitzen zustande, die die Knie enorm fordern. Ovale Kettenblätter sollen Schwächen bei der Übertragung der Beinkraft auf das Pedal ausbügeln. Bei der Pedalstellung auf „6 und 12 Uhr“ gibt es einen „toten Punkt“.

Diesen umgehen ovale Kettenblätter und entlasten somit die Knie, die nicht immer wieder von null auf hundert über diesen toten Punkt treten müssen.

Medizinische Gründe

Leiden Sie regelmäßig und das über einen längeren Zeitraum unter Knieschmerzen beim Fahrradfahren, ist fachlicher Rat durch einen Arzt oder Orthopäden ratsam. Anhaltende Schmerzen im Knie, womöglich in Verbingung mit eingeschränkter Beweglichkeit des Gelenks, sind immer Symptome, die auf jeden Fall zum Arzt führen sollten.

Denn nur wenn medizinische Ursachen ausgeschlossen werden können, ist Fahrradfahren auch wirklich gesund für die Gelenke. Mögliche Ursachen für schmerzende Knie beim Radfahren:

  • Arthrose: Diese Erkrankung des Kniegelenks gehört zu den häufigsten Abnutzungserscheinungen der Gelenke. Allerdings kann die kreisförmige, regelmäßige Beinbewegung beim Radfahren dafür sorgen, dass die Gelenkknorpel besser durchblutet werden. So bildet sich mehr Gelenkflüssigkeit, die als „Schmiere“ zwischen den Gelenkflächen fungiert: Wichtig: kleine Gänge mit hoher Übersetzung wählen!
  • Chronischer Meniskusschaden: Schon im Kindesalter kann es zu einer angeborenen Formstörung des Meniskus kommen, was zu Einklemmungen im Kniegelenk führt. Aber auch Bindegewebserkrankungen können den Meniskus schwächen, zusätzliche ständige Überlastung dünnt ihn an kritischen Punkten außerdem aus.
  • Akuter Meniskusriss: Bei plötzlichen Stopp- und Drehbewegungen des Knies können auch im Alltag akute Risse im Meniskus entstehen. Seltener sind Meniskusrisse durch Verschleiß.
  • Schleimbeutelentzündung: Überlastung, ein Schlag oder Sturz, dauerhafte Reizung und Druckbelastung - die kleinen flüssigkeitsgefüllten „Poster“ im Kniegelenk sind schnell beleidigt. Mit Ultraschall oder Röntgen lässt sich feststellen, ob es sich um eine Schleimbeutelentzündung handelt.
  • Überlastung: Auch ungewohnte Belastungen können zu akuten Knieschmerzen führen, beispielsweise bei längerem bergabgehen oder Sportarten mit schnellen Stoppbewegungen. Meist in Verbindung mit einer leichten Schwellung oder Erwärmung des Knies helfen hier in der Regel Schonung und abschmerzwellende Salben oder Medikamente.

Was darf man nicht machen, wenn man Knieschmerzen hat?

Verzichten Sie auf Aktivitäten, die das Knie stark belasten, wie Laufen, Springen oder schwere Gewichte heben. Besonders in akuten Schmerzphasen sollten Sie das Knie schonen und ihm ausreichend Ruhe gönnen.

Tragen Sie gut gedämpfte Schuhe und achten Sie darauf, das Knie nicht in unnatürliche Positionen zu bringen.

Was tun wenn aber das Rad ok eingestellt ist und ich trotzdem Knieschmerzen beim Radfahren habe?

Sehr viel häufiger tauchen allerdings Knieschmerzen beim Radfahren auf OHNE offensichtlichen Fehler in der Radeinstellung gibt. Warum?

Schmerzen haben meistens etwas mit fehlerhafter bzw. nicht adäquater Muskelbeanspruchung zu tun. Viele Muskeln machen nicht wirklich das „wofür sie vorbereitet bzw. gemacht wurden“.

Oft auch einfach aus dem Grund, weil andere Muskeln nicht das tun was sie sollen und andere Muskeln entsprechend deren „Aufgaben übernehmen“.

Dies gilt sowohl für alle Muskel, die direkt Kraft auf das Pedal bringen, wie auch Muskeln, die den Körper fixieren und halten während Kraft übertragen wird.

Eines der größten und gängigsten Probleme in Relation zu Knieschmerzen beim Fahrradfahren sind Dysbalancen und Schwächen hüftumliegender Muskulatur. Hüftbeugende Muskeln, die für die Pedalbewegung essenziell sind, werden permanent verkürzt.

Die gluteale Muskulatur (Gesäßmuskeln), die bei der Pedalbewegung kraftvoll nach hinten unten strecken könn(t)en werden quasi permanent „ausgeschaltet“.

Es entsteht ein manifestes Ungleichgewicht, von dem angrenzende Muskeln oft in Mitleidenschaft gezogen werden.

Steigen wir nun mit dieser „dysfunktionalen“ Hüftmuskulatur aufs Rad, sind kompensatorische Maßnahmen quasi vorprogrammiert. Zum Beispiel weicht das Knie am oberen Wendepunkt gerne nach außen um den Hüftbeuger zu entlasten.

Was sind potenzielle Differenzierungen von Knieschmerzen während des Radfahrens?

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es für deine Knieschmerzen beim Radfahren einen schnellen und simplen Fix gibt. Schmerzen sind generell sehr komplex und so wie sie kamen, so werden sie vermutlich auch wieder gehen.

Die Entstehung der Schmerzen ist meist eine Kombination aus:

  • Rad-bezogenes Problem (das Knie wird durch eine fehlerhafte Einstellung einer oder mehrerer Kontaktpunkte am Rad in eine ungünstige Bewegung oder Stellung „gezwungen“),
  • Direktes muskuläres Problem (ein bestimmter Muskel der an der Kniebewegung involviert ist, arbeitet akut oder chronisch „dysfunktional“) oder
  • Indirekt muskuläres, peripheres Problem (der betroffene Muskel kompensiert ein Problem, was eigentlich an einer anderen Stelle liegt)

Arten von Knieschmerzen nach dem Radfahren

Es gibt verschiedene Arten von Knieschmerzen, die nach dem Radfahren auftreten können. Wir erklären diese Arten im Folgenden:

  • Vorderseite: Schmerzen an der Vorderseite des Knies kommen meist von der Kniescheibe oder der Sehne unter der Kniescheibe.
  • Rückseite: Schmerzen in der Kniekehle hängen meist mit einer Überdehnung oder dem Ansatz der Kniesehnen zusammen.
  • Innenseite: Schmerzen an der Innenseite des Knies hängen meist mit einem erhöhten Druck auf die Innenseite des Knies zusammen.
  • Außenseite: Die Beschwerden an der Außenseite werden in der Regel durch die Reibung der Sehnenplatte an der Seite des Oberschenkelknochens verursacht.

Weitere Ursachen von Knieschmerzen nach dem Radfahren

  • Verkehrtes Fahrrad
  • Nicht richtig eingestelltes Fahrrad
  • Falsche Haltung beim Radfahren
  • Überlastetes Knie
  • Temperaturunterschiede
  • Erkrankung

Wie lassen sich Knieschmerzen beim Radfahren verhindern?

  • Gewöhnen Sie sich an neues Material
  • Wärmen Sie sich auf
  • Bauen Sie das Radfahren schrittweise auf

Was sind Schmerzen oberhalb des Knies?

Das Kniegelenk ist eines der größten Gelenke im menschlichen Körper. Der Muskel, der oberhalb des Knies liegt, ist der Quadrizeps (Quadriceps femoris). dem M. dem M. dem M. dem M. Diese Muskeln verlaufen an der Vorderseite des Oberschenkels und setzen am oberen Ende des Oberschenkelknochens (Femur) an und bilden die Sehne, die über die Kniescheibe (Patella) verläuft und sich am Schienbein (Tibia) fortsetzt.

  • Musculus rectus femoris (Teil des M.
  • Musculus vastus medialis (Teil des M.
  • Musculus vastus lateralis (Teil des M.

Was tun bei Schmerzen oberhalb des Knies?

Die Behandlung von Knieschmerzen oberhalb des Kniegelenks richtet sich immer nach der Ursache.

  • eine Überbelastung des Knies zu vermeiden, indem das betroffene Bein ruhig gestellt und Sport vermieden wird.
  • Oberhalb des Knies befindet sich zusätzlich zur Sehne (Quadricepssehne) auch noch ein Schleimbeutel direkt über der Kniescheibe (Bursa präpatellaris). Dieser und die Quadrizepssehne können sich bei einer Überbelastung entzünden und dementsprechend zu starken Schmerzen führen. Zusätzlich tritt eine Schwellung auf und der entsprechende Kniebereich kann warm und druckempfindlich werden.
  • Schuhwerk und ggf. Einlagen zu korrigieren, auszugleichen oder zu unterstützen. Bei der Laufbandanalyse werden mithilfe mehrerer Videokameras und Druckmessplatten die Bewegungen des Betroffenen von allen Seiten auf dem Laufband aufgezeichnet.

Gezielte Stärkung und Rehabilitation

Verschiedene Muskeln und Strukturen im und um das Knie können betroffen sein.

  • Korrektur von Muskelungleichgewichten Schmerzen oberhalb der Kniescheibe können durch Ungleichgewichte in der Muskelkraft und -spannung verursacht werden.
  • Verbesserung der Bewegungsmechanik Fehlbelastungen und schlechte Bewegungsmuster sind häufige Ursachen für Knieprobleme.
  • Anpassung an individuelle Bedürfnisse und Fortschritte Jeder Mensch reagiert anders auf bestimmte Übungen und hat unterschiedliche Voraussetzungen.

Tabelle: Fehler, Symptome und Lösungen bei Knieschmerzen

Fehler Symptome Tipps und Übungen
Sattel zu tief Erhöhte Kompression der Kniescheibe, Schmerzen auf der Vorderseite Sattel höher einstellen, auf leichten Kniewinkel am unteren Totpunkt achten
Sattel zu hoch Probleme auf der Rückseite oder Außenseite des Knies Sattel tiefer einstellen, Flexibilität der hinteren Oberschenkelmuskulatur verbessern
Cleat falsch positioniert Schmerzen an der Vorderseite, Scherbelastungen im Knie Cleat-Position korrigieren, Float anpassen
Dysbalancen in Hüft-, Bein- und Rumpfmuskulatur Ausweichbewegungen, seitliche Spannungen im Knie Kräftigungs- und Dehnübungen für Hüfte, Beine und Rumpf

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0