Schmerzen im Po beim Fahrradfahren: Ursachen und Lösungen

So traumhaft könnte sie sein, die Radtour, wären da nur nicht die fiesen Po-Schmerzen währenddessen und danach. Es gibt verschiedene Gründe für den lästig schmerzenden Hintern nach dem Bike-Ausflug - und glücklicherweise auch einiges, was du dagegen unternehmen kannst.

Ursachen von Po-Schmerzen beim Fahrradfahren

Zunächst sei angemerkt: Wer gerade intensiver mit dem Radfahren beginnt und somit noch nicht daran gewöhnt ist, muss bei den ersten längeren Touren immer damit rechnen, dass der Po „reagiert“. Dies ist übrigens auch bei grundsätzlich erfahrenen und trainierten Radfahrern der Fall, wenn sie nach mehreren Monaten Pause in die neue Saison starten. Mit der Zeit beziehungsweise nach ein paar Ausfahrten sollten die Gesäßschmerzen demzufolge weniger werden und schließlich mehr oder weniger ganz verschwinden.

Sitzposition und Haltung

Sitzt du beim Fahrradfahren stundenlang in der gleichen Position, kommt es zu Po-Schmerzen. Das passiert ja auch, wenn man zu lange auf seinem Bürostuhl sitzt, egal wie ergonomisch dieser auch geformt sein mag.

Nicht nur zu langes Sitzen, sondern auch die Sitzposition selbst bedingt oft Po-Schmerzen bei oder nach dem Fahrradfahren. Beispiel: Bei einem zu niedrig eingestellten Sattel erhöht sich der Druck auf den Po - hallo Schmerzen. Zu hoch sollte der Sattel jedoch auch nicht sein, denn sonst kippst du beim Treten unbewusst dein Becken hin und her, sodass Reibung entsteht.

Hast du bei oder nach dem Fahrradfahren Po-Schmerzen, so kann auch der Sattel beziehungsweise dessen ungünstige Neigung ursächlich sein. Spitze und Hinterteil des Sattels bilden im Idealfall eine Linie. Schmerzt dein Po, ist der hintere Sattelbereich möglicherweise zu hoch eingestellt.

Vielleicht passt der Sattel aber insgesamt nicht so recht zu dir. Nicht umsonst sind verschiedene Sattelformen erhältlich - es ist eben jeder Hintern anders. Lass dich diesbezüglich am besten individuell bei einem kompetenten Fahrradhändler beraten.

Schmerzt der Intimbereich oder der Po nach oder beim Fahrradfahren, sollte die richtige Sattelneigung kontrolliert werden. Im Idealfall bildet die Sattelspitze und das Sattelhinterteil eine Linie. Schmerzt es im Intimbereich, so ist oftmals die Sattelspitze zu hoch eingestellt. Schmerzt der Po, ist der hintere Sattelbereich zu hoch eingestellt.

Das Zusammenspiel aus richtiger Sattelhöhe, Neigung, Abstand zum Lenker und die Handhaltung ergeben die richtige Sitzposition. Verstellt man eine Komponente, sollte man prüfen, ob die anderen Einstellungen noch Bestand haben oder ob man hier gegebenenfalls nachjustieren muss.

Es gibt unterschiedliche Schmerzbereiche, die durch verschiedene Problematiken ausgelöst werden. Oftmals entstehen die Schmerzen erst nach längeren Touren. Der Körper kompensiert anfangs die falsche Bewegung oder Haltung.

Schmerzt der Po, muss es nicht immer die Sattelposition Schuld daran haben. Dies ist vor der Neuanschaffung eines Sattels jedoch die einfachste Möglichkeit, um eine mögliche Ursache zu finden. Schmerzen dabei die Sitzknochen, ist der eingesetzte Sattel möglicherweise nicht der richtige. Die Sitzknochen treffen eventuell die Polsterung des Sattels nicht ideal. Hier sollte man sich einen Sattel kaufen, der genau zu den Sitzknochen passt.

Die Rolle der Radhose

Wer immer noch davon überzeugt ist, dass bei einer ausgedehnten Radtour eine einfache Radhose ohne Polsterung ausreicht, braucht sich wirklich nicht darüber zu wundern, wenn er Po-Schmerzen bekommt. Wichtig: Wie der Sattel, muss auch die Radhose mit Sitzpolster perfekt zu deinem Gesäß passen.

Es gibt verschiedene Hersteller, die erstklassige Radhosen mit Sitzpolster produzieren. Einer davon ist die deutsche Marke Gonso. Die Radunterhosen und Radhosen von Gonso Sitivo erfüllen alle Kriterien an eine hochwertige Fahrradhose. Sie trägt sich sehr leicht, hat eine enganliegende Passform, verfügt über stabilisierende Antirutschgummis am Beinabschluss und weist ein Sitivo Sitzpolster mit patentierten Poron® Elementen auf. Letztere zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, dass sie Stöße im Bereich der hinteren Gesäßknochen verstärkt absorbieren.

Einsteiger ins längere Fahrradfahren machen häufig einen typischen Anfängerfehler: Unter der Radhose mit Sitzpolster tragen sie noch eine normale Unterhose. Zugegeben: Wenn man es als Neuling nicht besser weiß, ist es auch ziemlich komisch, ohne Unterwäsche in die Fahrradhose zu steigen. Außerdem liegt der Gedanke, ein Unterhöschen würde die Radhose sauber(er) und hygienischer halten, nicht fern.

Baumwolle - die meisten Unterhosen bestehen aus der Naturfaser - saugen den entstehenden Schweiß nur auf, transportieren ihn aber nicht ab. In Anbetracht dieser Kombination ist es leider eine logische Konsequenz, wenn sich die Haut nach dem Radfahren entzündet, was die Schmerzen noch verschlimmert. Somit können wir dir nur ausdrücklich raten, unter der Radhose mit Sitzpolster nichts weiter zu tragen.

Ironischerweise sind aber gerade die Polsterhosen oft für die Schmerzen verantwortlich. Passt die Polsterung nämlich nicht zum eigenen Gesäß, kann sie unangenehme Falten werfen. Diese Falten verursachen dann Druckschmerzen, die nach einigen Kilometern unerträglich werden können. Polsterhosen, deren Nähte nicht sorgfältig abgeflacht wurden, können ebenfalls scheuern. Gleiches gilt für Polster, die Feuchtigkeit nicht gut ableiten. Vor allem im empfindlichen Gesäßbereich kann es dann schnell zu Reizungen kommen.

Eine hochwertige Polsterhose ist deshalb unerlässlich.

Piriformis-Syndrom

Der in der tiefen Hüftmuskulatur gelegene Musculus Piriformis (lat. für birnenförmiger Muskel) verläuft unterhalb des großen Gesäßmuskels. Sein Ansatzpunkt ist das Kreuzbein. Von der Innenfläche des Kreuzbeins zieht er zur Spitze des großen Rollhügels am Oberschenkelknochen. Seine Hauptfunktionen sind die Außenrotation der gestreckten Hüfte und die Abspreizung des Oberschenkels sowie das Heben des Oberschenkels nach hinten.

Durch eine Verspannung oder Verhärtung des Piriformis-Muskels verringert sich der Platz im großen Sitzbeinloch und es kommt zur Einengung und Reizung des Ischiasnervs (darum spricht man mitunter auch vom „Engpass-Syndrom“). Der Druck auf den Ischiasnerv (Nervus Ischiadicus) ist dann typischerweise Ursache für Symptome wie Rückenschmerzen oder Schmerzen im Gesäß, die bis in die Beine ausstrahlen können, ähnlich wie bei einem Bandscheibenvorfall.

Das Piriformis-Syndrom kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  • Überlastung beim Sport und im Training: Zu häufiges, langes oder hartes Laufen, Rad fahren oder eine andere wiederholte Belastung oder anstrengende Bewegungen mit den Beinen können zu einer Überbeanspruchung des Piriformis-Muskels führen und somit Schmerzen verursachen.
  • Traumata: Auch ein Sturz oder eine direkte Verletzung des Gesäßbereichs kann den Muskel schädigen und zu Entzündungen führen.
  • Anatomische Anomalien: Bei einigen Menschen verläuft der Ischiasnerv durch den Piriformis-Muskel (Musculus Piriformis) statt darunter, was das Risiko einer Reizung erhöht.
  • Langes Sitzen: Lange Perioden des Sitzens, besonders auf harten Oberflächen, können den Muskel verspannen und den Ischiasnerv (Nervus Ischiadicus) komprimieren.
  • Portemonnaie: Ein häufiges Problem, das bei Männern zum Piriformis-Syndrom führt, ist das Portemonnaie. Befindet es sich beim Sitzen in der Gesäßtasche, wird eine Gesäßhälfte komprimiert und mehr belastet als die andere. Es kommt durch diese Kompression zur Minderdurchblutung der Gesäßregion und des Gluteus Maximus (großer Gesäßmuskel).

Das Piriformis-Syndrom kann verschiedene Probleme bereiten:

  • Schmerzen im Gesäß: Die Schmerzen treten auf der Seite / Körperhälfte auf, auf der der Ischiasnerv negativ manipuliert wird. Der Schmerz kann nicht nur an einer Stelle auftreten, er kann vielmehr bis zum Oberschenkel und ins weitere Bein ausstrahlen.
  • Taubheitsgefühle und Kribbeln: Auch diese Symptome treten auf der geschädigten Seite auf.

Bei starken Schmerzen oder auch nur dem Verdacht eines Piriformis-Syndroms solltest du einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Je eher das Problem behandelt wird, je schneller und besser kann für Abhilfe gesorgt werden.

Vor der Diagnose eines Piriformis-Syndroms werden der Arzt oder die Ärztin zunächst ein ausführliches Gespräch mit dir führen. Sie erfragen unter anderem, seit wann die Schmerzen und Beschwerden in deinem Körper bestehen, wo sie lokalisiert sind, in welchen Situationen sie auftreten und ob die Beschwerden möglicherweise auf einen Unfall, einen Sturz oder eine Verletzung zurückzuführen sind. Im nächsten Schritt erfolgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt oder die Ärztin testet die Beweglichkeit deiner Hüften und sucht nach Anzeichen für Muskelverspannungen, Verkürzungen, Bewegungseinschränkungen oder Sensibilitätsstörungen.

Die Behandlung des Piriformis-Syndroms umfasst eine Kombination aus konservativen und in schwereren Fällen invasiven Methoden. „Maßnahmen sind Lockern und Dehnen, wodurch man Asymmetrien und Dysbalancen ausgleichen kann“, sagt Dr. Kim Tofaute. Erst bei schweren Fällen, so Kim Tofaute, folgen ärztliche und physiotherapeutische Behandlung.

Konservative Behandlungen

  • Physiotherapie: Dehnungsübungen und Kräftigungsübungen zur Entspannung des Piriformis-Muskels und zur Linderung des Nervendrucks.

Schlafposition

Wenn du am Piriformis-Syndrom leidest, solltest du öfter die Schlafposition wechseln, um Verspannungen zu vermeiden und die Durchblutung der Muskulatur in allen Bereichen anzuregen. Du kannst sowohl auf dem Rücken als auch auf der Seite schlafen. Allerdings solltest du bei starken Beschwerden in Seitenlage mit der schmerzenden Seite / Körperhälfte nach oben schlafen, was die Schmerzen lindern kann. Ein Kissen zwischen den Beinen sorgt darüber hinaus für Linderung der Beschwerden. Die Hüft- und Schulterregion sollte in die Matratze einsinken.

Vorbeugende Maßnahmen

Vorbeugen ist besser als heilen! Darum sollten Personen, die gefährdet sind (wie zum Beispiel Büroarbeiter, die für Stunden, Tage und Wochen am Schreibtisch sitzen), Probleme mit dem Piriformis-Syndrom zu bekommen alle Möglichkeiten nutzen, es gar nicht erst zu Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen kommen zu lassen.

Der Piriformis-Muskel ist ein Gesäßmuskel, der die gestreckte Hüfte nach außen dreht und stabilisiert. Bei Hüftbeugung verändert er seine Funktion und spreizt das Bein nach außen ab. Gezielte Übungen helfen, den verspannten Muskel zu dehnen und zu kräftigen, damit er belastbarer wird, ohne die unter ihm verlaufenden Nerven zu irritieren.

Nimm dir ganz bewusst Zeit für die Dehnübungen und Übungen zur Kräftigung. Du solltest etwa zwei- bis dreimal pro Woche trainieren, um Effekte zu erzielen.

Dehnübungen und Kräftigung

  • Dehnen des Piriformis-Muskels:
    • Ausgangsstellung: Leg dich auf den Rücken und beuge das zu dehnende Bein in Hüft- und Kniegelenk. Deine Hand umfasst das Knie seitlich.
    • Durchführung: Zieh das in Beugung befindliche Knie Richtung diagonaler Schulter, bis du die Dehnung seitlich in der Gesäßmuskulatur spürst.
    • Halte die Dehnung etwa 15 bis 30 Sekunden.
  • Dehnen der Gesäßmuskulatur:
    • Ausgangsstellung: Rückenlage, die Beine gebeugt. Kreuze nun die rechte Ferse über das linke Knie. Beide Hände umfassen den linken Oberschenkel.
    • Durchführung: Ziehe den linken Oberschenkel leicht Richtung Brustkorb, bis im rechten Oberschenkel/Gesäß ein Dehnungsgefühl spürbar ist. Anschließend wechselst du die Seite.
    • Halte die Dehnung etwa 15 bis 30 Sekunden.
  • Mobilisation und Kräftigung der Außenrotatoren:
    • Ausgangsstellung: Leg dich auf die Seite. Die Hüft- und Kniegelenke sind leicht gebeugt. Deine Beine liegen parallel übereinander.
    • Durchführung: Drehe das oben liegende Knie Richtung Decke. Die Füße halten dabei Kontakt. Das Becken bleibt stabil.
    • Halte die Dehnung etwa 15 bis 30 Sekunden.
  • Mobilisation der Außenrotatoren mit Theraband:
    • Ausgangsstellung: Liege auf dem Bauch. Die Oberschenkel sind parallel. Wickel das Theraband um den Unterschenkel und befestige es an einem festen Gegenstand seitlich des Übungsbeines.
    • Durchführung: Das angewinkelte Bein zieht aktiv gegen den Widerstand des Therabandes nach innen. Der Oberschenkel hält den Kontakt zum Boden.
    • Wiederhole die Bewegung 15-mal und wechsle dann das Bein. Dies entspricht einem Satz.
  • Kräftigung der Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur:
    • Ausgangsstellung: Stehe vor einem Stuhl. Die Knie berühren die Sitzfläche.
    • Durchführung: Setz dich mit dem Gesäß nach hinten unten ab. Der Rücken bleibt gerade, die Knie halten den Kontakt zum Stuhl.
    • Wiederhole die Bewegung 15-mal und wechsle dann das Bein. Dies entspricht einem Satz.

Tipps für die Fahrt

Willst du deine Tour ambitioniert durchfahren, ohne regelmäßig Pausen einzulegen, raten wir dir, in bestimmten Zeitabständen für zwei, drei Minuten in den Wiegetritt zu wechseln, also aus dem Sattel zu gehen und im Stehen zu pedalieren.

Wer dennoch während der Fahrt Schmerzen verspürt, sollte aus dem Sattel steigen und dem Gesäß eine Pause gönnen. Schon ein paar Minuten Entspannung können Wunder wirken.

Weitere Maßnahmen

Sind die Po-Schmerzen nach dem Radfahren einmal da, kannst du nur noch versuchen, sie so gut wie möglich zu behandeln, um sie schnell wieder loszuwerden. Dafür gibt es beispielsweise spezielle Gesäßcremes zum Auftragen auf die Haut. Sie enthalten Kräuterextrakte.

Die richtige Sattelbreite

Faustregel: Sitzknochenabstand + 2 cm = optimale Sattelbreite. Um ihn zu finden, empfiehlt sich eine Vermessung der Sitzknochenabstände. Generell gilt: Umso aufrechter die Sitzposition, umso breiter sollte der Sattel ausfallen. Zudem sollte die Straffheit des Polsters mit der Tourenlänge zunehmen.

Satteltypen und Material

Schmale härtere Sättel verwenden eher sportliche Radler. Schmidt rät: "Testen Sie beim Fachhändler verschiedene Sättel aus und nehmen Sie den, mit dem Sie sich am wohlsten fühlen." Manche Händler ermöglichen es, den Sattel einige Tage auszuprobieren und dann - wenn er nicht passt - wieder zurückzugeben.

Dynamisches Radfahren

Radeln Sie außerdem dynamisch. Wechseln Sie öfter die Sitzposition, stehen Sie zwischendurch auf und drücken den Rücken durch, schütteln Sie die Arme aus. Wählen Sie kleinere statt zu große Gänge. Das entlastet die Kniegelenke und führt gleichzeitig zu einem größeren Trainingseffekt.

Rad-Outfit

Schmerzen Po, Nacken oder Hände, auch wenn Sie richtig auf dem Rad sitzen, dann überprüfen Sie Ihr Rad-Outfit. Eine Radhose mit spezieller Polsterung dämpft den Druck auf das Gesäß. Wichtig: Keine Unterhose darunter anziehen, da es sonst zwischen den einzelnen Textilien reibt. Handschuhe mit Einlagen an den Handinnenseiten entlasten die Handflächen. Lenkerhörnchen, sogenannte Bar-Ends, ermöglichen es, den Lenker anders zu umfassen und Hände, Arme und Schultern zwischendurch zu entlasten.

Weitere Ursachen für Beschwerden beim Radfahren

Viele Radfahrer kämpfen mit körperlichen Beschwerden. Auch Taubheitsgefühle im Sitzbereich oder in den Händen sind keine Seltenheit. Diese Beschwerden können den Spaß am Radfahren deutlich schmälern.

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen gehören tatsächlich zu den häufigsten Beschwerden beim Radfahren. Sie entstehen oft durch eine falsche Sitzposition, die die Lendenwirbelsäule überlastet. Eine weitere Ursache ist die mangelnde Rumpfkraft, die die Stabilität beim Fahren beeinträchtigt.

Eine spezielle Ursache für Rückenschmerzen beim Radfahren ist das Piriformis-Syndrom. Dabei reizt der Piriformis-Muskel im Gesäßbereich den Ischiasnerv, was zu Schmerzen führt, die bis ins Bein ausstrahlen können. Regelmäßiges Dehnen des unteren Rückens und der Hüftmuskulatur kann Verspannungen lösen.

Gesäßschmerzen und Sitzprobleme

Gesäßschmerzen und Sitzprobleme kommen insbesondere auf längeren Strecken häufig vor. Sie entstehen durch den Druck, der beim Sitzen auf den Sitzknochen und empfindlichen Weichteilen lastet. Und dieser Druck kann zu Hautirritationen, Taubheitsgefühlen oder sogar schmerzhaften Entzündungen führen. Ist er zu hart oder zu schmal, kann er Druckpunkte verstärken. Ein zu weicher Sattel auf der anderen Seite belastet den Sitzbereich ungleichmäßig.

Die Lösung liegt in einem ergonomisch geformten Sattel, der individuell auf den Körperbau abgestimmt ist. Eine gute Radlerhose mit hochwertigem Polster bietet zusätzlichen Komfort. Außerdem entlasten regelmäßige Pausen auf längeren Fahrten den Sitzbereich und die Pflege der Haut kann Reizungen vorbeuten. Achten Sie zu guter Letzt darauf, dass Sattel- und Lenkerpositionen richtig eingestellt sind.

Knieschmerzen

Knieschmerzen entstehend meist durch eine Überlastung der Gelenke oder eine falsche Sitzposition. Besonders betroffen ist oft die Kniescheibe. Sie wird bei ungünstigem Treten in die Pedale oder übermäßigem Druck gereizt. Grund dafür kann ein zu hoher oder niedriger Sattel sein.

Um Knieschmerzen vorzubeugen, sollte die Sitzhöhe so eingestellt werden, dass das Bein am tiefsten Punkt der Pedale fast vollständig gestreckt ist. Eine korrekte Pedalposition und das Tragen von passenden Schuhen unterstützen die gleichmäßige Kraftübertragung. Um das Knie an die Belastung zu gewöhnen, können Sie die Trainingsintensität auch schrittweise steigern.

Oberschenkelschmerzen

Oberschenkelschmerzen sind oft ein Resultat aus Muskelüberbelastung oder einer unzureichenden Regeneration. Besonders bei steilen Anstiegen oder intensiven Trainingseinheiten werden die Quadrizeps-Muskeln stark beansprucht. Aber auch die falsche Sattelhöhe kann den Bewegungsablauf stören, die Muskeln ungleichmäßig belasten und so für die Schmerzen im Oberschenkel verantwortlich sein.

Mit einem gezielten Kraft- und Dehntraining, welches die Muskulatur stärkt und beweglich hält, können Sie solche Schmerzen vermeiden. Eine ausgewogene Trittfrequenz von etwa 80 bis 90 Umdrehungen pro Minute verteilt die Belastung gleichmäßiger.

Nackenschmerzen

Diese Art von Beschwerden beim Radfahren treten häufig durch eine unnatürliche Körperhaltung auf. Das kann eine zu stark nach vorne geneigte Sitzposition sein, die Sie dazu zwingt, den Kopf dauerhaft anzuheben. Das belastet die Nackenmuskulatur und führt zu Verspannungen.

Achten Sie generell auf eine entspannte Haltung und wechseln Sie regelmäßig die Position der Hände am Lenker. Ein ergonomischer Lenker und die richtige Einstellung von Sattel und Griffen helfen ebenfalls, Nackenschmerzen zu vermeiden.

Taubheitsgefühl in den Händen

Ein Taubheitsgefühl in den Händen beim Radfahren entsteht in der Regel durch Druck auf die Nerven in den Handflächen. Dazu kommt es durch eine ungünstige Handposition oder starkes Abstützen auf dem Lenker, was die Blutzirkulation stört und Nerven reizt.

Vermeiden Sie dauerhaftes Festhalten an einer Stelle des Lenkers. Tragen Sie gepolsterte Fahrradhandschuhe und nutzen Sie ergonomische Lenkergriffe, um den Druck zu verringern. Wechseln Sie außerdem regelmäßig die Handposition und achten Sie darauf, dass Ihr Lenker richtig eingestellt ist.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn die Schmerzen länger anhalten, mit Schwellungen, Taubheitsgefühlen oder Bewegungseinschränkungen verbunden sind.

In folgenden Fällen ist eine ärztliche Abklärung notwendig:

  • Schmerzen über mehr als zwei Wochen trotz Anpassungen
  • Taubheitsgefühl im Gesäß oder in den Beinen
  • Verdacht auf Knochenverletzung nach Sturz
  • Vorbelastung durch Bandscheibenvorfälle oder Steißbeinprellungen

Sofortmaßnahmen bei akuten Beschwerden

Akute Beschwerden können nämlich mit einfachen Maßnahmen sofort gelindert werden. Bei Taubheitsgefühlen oder Druckschmerzen in den Händen sollten Sie regelmäßig die Handposition wechseln und gegebenenfalls gepolsterte Handschuhe oder einen ergonomischen Lenker verwenden. Zudem können Kühlung bei Entzündungen oder eine Wärmebehandlung bei Verspannungen die Beschwerden schnell lindern. Sollten die Schmerzen jedoch nicht nachlassen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Zusammenfassung

Häufige Beschwerden beim Fahrradfahren entstehen also, wie wir gesehen haben, oft durch ungünstige Körperhaltung, falsche Einstellungen am Fahrrad oder Überlastung. Beschwerden beim Radfahren lassen sich in vielen Fällen mit einfachen Anpassungen lindern. Etwa mit einer besseren Sitzposition, geeigneter Ausrüstung oder gezielten Dehnübungen.

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