Fahrrad Schmutzfänger Vorne Test: So bleiben Sie sauber unterwegs

Ein Fahrrad-Schutzblech ist ein fast unverzichtbares Zubehörteil, wenn Sie Ihr Fahrrad täglich auf dem Arbeitsweg, zum Einkaufen in der City oder bei anderen Unternehmungen im Alltag einsetzen.

Es schützt Sie bei Regenfahrten oder beim Durchqueren von Pfützen oder Matsch vor umherfliegendem Dreck. Gerade auf dem Weg zur Schule oder Arbeit ist Ihre Kleidung so auch beim Fahrradfahren vor groben Verschmutzungen geschützt, sodass Sie schick und sauber Ihr Fahrziel erreichen.

Im Folgenden werden verschiedene Schmutzfänger Modelle und deren Eigenschaften vorgestellt, um Ihnen die Entscheidung für den richtigen Schmutzfänger zu erleichtern.

Testumgebung und Bewertung

Das Setup für unseren Praxistest der Schutzbleche war durchaus speziell: Ein Testfahrer im weißen Maler-Overall durchfuhr fünfmal eine felgentiefe, etliche Meter lange Schlammpfütze. Danach war sehr sichtbar, was die Schmutzschützer leisten - oder auch nicht… Bis zum Knie oder halben Oberschenkel gibt es keine Rettung, doch den Rest hielten die guten Konstruktionen einigermaßen sauber.

Um bei einer Order in einem Shop im Internet keinen Kauf zu tätigen, den Sie später bereuen, sollten Sie sich umfassend informieren. Da die Sicherheit beim Kauf von einem passenden Fahrrad-Schutzblech oder einem Radschutz für vorne oder hinten am Fahrrad an erster Stelle stehen sollte, ist die Anschaffung eines hochwertig verarbeiteten Modells unbedingt zu empfehlen.

Da eine Beratung beim Kauf in einem Shop im Internet entfällt, sollten Sie deshalb unbedingt unseren Test sichten. Dieser informiert Sie umfassend über die einzelnen Stärken und Schwächen der getesteten Modelle.

Einzelne Modelle im Test

Die eleganteste und robusteste Befestigung für häufige Montagen bietet Topeak.

Wer zugunsten der einheitlichen Optik und der einfachen Beschaffung ein Set kaufen möchte, macht bei SKS keinen Fehler. Doch alle Modelle sind auch einzeln erhältlich. Dabei ist das Mehrgewicht geringer, als die auffällige Optik suggeriert. Wirkungsvolle Schutzblech-Sets wiegen nur 350 bis 400 Gramm.

1 - Crud XL Fender / Rear Fender

Der hintere Schützer lässt für den Federweg am Fully zwangsläufig viel Luft zum Reifen. Entsprechend mäßig ist der Schutz - eher ein Teil für Hardtails. Die Montage an der Sattelstütze erfordert einen 5-mm-Innensechskant. Technisch solide, aber kein Siegertyp. Leider nur online bestellbar.

  • Setpreis ca. 65 Euro (online)
  • Länge v/h: 62/64 cm
  • Gewicht v/h: 194/168 g

Mit dem Fender XL fürs Vorderrad haben die Briten einen Treffer gelandet. Viel Länge vorne, daher guter Schutz fürs Gesicht. Unser Tipp fürs Vorderrad.

Die werkzeuglose Montage mit sechs straffen Gummiringen ist wackelfrei, die mittig geteilte Konstruktion lässt Luft zum Reifen.

2 - Mucky Nutz MugGuard front/rear

Das Hinterradmodell kann dagegen glänzen. Es bietet die größte Winkelverstellung und passt daher auch für Hardtails oder Hinterbauten außerhalb des Viergelenker-Mainstreams. Es sitzt solide. Die montierte Verlängerung ist per Daumendruck schnell entfernt. Guter Schutz und gute Konstruktion.

  • Setpreis 77 Euro
  • Länge v/h: 62/82 (44) cm
  • Gewicht v/h: 110/225 g

Der vordere Schmutzschutz von Mucky Nutz ließe sich wohl nur mit Kabelbindern sinnvoll montieren. Die beigelegten Klettstreifen sind fummelig und wenig haltbar. Zudem halten sie den sehr flexiblen Schützer kaum vom Reifen weg. Aus unserer Sicht wenig empfehlenswert.

3 - SKS Mudrocker Set

Ein Plus: das umfangreiche Befestigungsmaterial im Lieferumfang.

  • Setpreis 65 Euro
  • Länge v/h: 50/65 (bis 85) cm
  • Gewicht v/h: 122/266 g

SKS liefert das ausgeglichenste Set im Test. Beide Teile sind in Sachen Schutz und Montage richtig gut, auch wenn keines Maßstäbe setzt. Vorne bietet nur SKS mit beigelegtem Adapter die Möglichkeit zur direkten Schraubmontage an geeigneten Gabelbrücken, aber auch die relativ breiten Klettriemen halten beide Schützer sicher am Platz.

Der hintere Schützer ist in zwei Winkeln montierbar und lässt sich durch beigelegte Extensions um je etwa zehn Zentimeter nach vorne und hinten verlängern. Wir haben auf die hintere Verlängerung verzichtet, weil sie das sichtbare Schwänzeln verstärkt hätte.

4 - Topeak Tetrafender Set

Mit gut durchschnittlichem Schutz vorne und einem etwas zu knapp bemessenen Abweiser am Heck hält das Set bei der Schutzwirkung nicht ganz das Niveau der Fertigungsqualität.

  • Setpreis 65 Euro
  • Länge v/h: 54 (38)/55 (32) cm
  • Gewicht v/h: 230/360 g

Topeak treibt für seine Schlammfänger maximalen Aufwand: Die ohnehin solidesten Klettriemen im Test lassen sich mit einem Schräubchen weiter straffen, die Metallstreben sind verstellbar, beide Schützer lassen sich werkzeugfrei verkürzen und verlängern. Das wiegt. Das Set ist über 200 Gramm schwerer als die meisten Mitbewerber und in der Erstmontage etwas aufwendiger anzupassen.

5 - Unleazhed MR02/M02 Set

Keiner im Test hielt den Rücken sauberer.

  • Setpreis 75 Euro
  • Länge v/h: 51/76 cm
  • Gewicht v/h: 115/217 g

Das Set des deutschen Herstellers Unleazhed ähnelt auf den ersten Blick dem SKS-Angebot. Im direkten Vergleich zeigen sich unterschiedliche Qualitäten: Unleazhed begnügt sich bei seinem etwas leichteren Set mit schmaleren Klettbändern, auch die Gummi-Auflagen zwischen hinterem Schützer und Rahmen sind etwas fummeliger geraten.

Deutlich besser als beim Mitbewerber ist aber die Schutzwirkung des hinteren Schlamm-Catchers. Der üppig lange Schützer ist durch dreidimensionale Versteifungen auf der Innenseite weniger schwingungsanfällig. So kann er seine Länge und Breite souverän ausnutzen.

Weitere getestete Produkte

Neben den oben genannten Produkten wurden auch weitere Schmutzfänger getestet und bewertet. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie in der folgenden Tabelle:

ModellMaterialGewichtBesonderheitenBewertung
Fahrer 701779Recycelte LKW-Plane50 gBiegsam, aus recyceltem MaterialSehr gut
Bibia 03430014Kunststoff110 gFür mehrere Schutzbleche geeignet, biegsamSehr gut
Fahrer ‎LTZ-ERecycelte LKW-Plane31 gBesonders geringes Gewicht, für mehrere Schutzbleche geeignetSehr gut
Widek 8712864310059Gummi80 gFür mehrere Schutzbleche geeignet, biegsamSehr gut
Sks Germany 11777Aluminium40 gBesonders geringes Gewicht, biegsam, in weiteren Ausführungen erhältlichSehr gut
Sks Germany 8353Kunststoff60 gBesonders leichte Montage, biegsamSehr gut
Brat ‎MUD-BKunststoff7 gBesonders geringes Gewicht, besonders leichte Montage, für mehrere Schutzbleche geeignetGut
Widek H35104_SMLHartgummi120 gFür mehrere Schutzbleche geeignet, biegsamGut

Schutzbleche am Rennrad

Das wichtigste Kriterium ist und bleibt der Schutz vor Spritzwasser - und zwar vor dem, das von den Reifen aufgewirbelt wird. Deshalb ist nur ein langes Schutzblech ein guter Schmutzschutz. Wenig überraschend schneiden deshalb die festmontierten Modelle besser ab, weil sie länger sind als Steckbleche und dank stabiler Befestigung auch auf ruppigem Terrain an Ort und Stelle bleiben.

Wichtig für beide Arten von Schutzblechen ist, dass sie sich einfach montieren lassen - mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Steckbleche, die erst nach 20 Minuten Gefummel startklar sind, bleiben erfahrungsgemäß in der Garage. Das Anbringen fest montierter Bleche erfordert mehr Zeit - kann einen aber auch zur Weißglut treiben, wenn Montageteile und Befestigungspunkte nicht zusammenpassen. Davor sind im Übrigen auch moderne Marathonräder oder Gravelbikes nicht gefeit, deren integrierte Ösen oder Gewinde die einfache Montage von Zubehör versprechen. Dann heißt es Improvisieren.

Optik der Schutzbleche: Dass Schutzbleche von vielen Rennradlern nach wie vor kritisch beäugt werden, wundert SKS-Entwicklungsleiter Kordes nicht. Der Rennradfahrer möchte sein meist teures Rad auf ein Minimum reduziert haben. Das Schutzblech darf deshalb eigentlich gar nicht auffallen.

Test-Fazit zu den Rennrad-Schutzblechen

Steckbleche sind in der Regel schnell montiert und leicht, eignen sich aber eher für gelegentlichen Einsatz bei Nässe. Wer unabhängig von der Wettervorhersage Rad fahren will, sollte zu fest montierten Blechen greifen. Mit den Besten bleiben Rücken und Füße auch bei längeren Regenfahrten trocken. Die Montage kann allerdings zur Geduldsprobe werden. Wichtig vor dem Kauf: Befestigungspunkte am Rad checken!

Kategorie 1: Schutzbleche mit fester Montage

Am besten gelingt das den Specialized Dry-Tech Fender - kein Schutzblech-Set umschließt die Laufräder auf größerem Umfang als das der US-Amerikaner. Dadurch schützt man nicht nur die eigenen Füße und den Rücken zuverlässig, beim Windschattenfahren behält auch der Hintermann den nötigen Durchblick.

Die robusten Aluminium-Bleche sind mit 80 Euro aber auch die mit Abstand teuersten Modelle im Test. Das in drei Größen erhältliche Set bietet Platz für bis zu 55 Millimeter breite Reifen - damit eignet es sich auch für Gravelbikes.

Knapp dahinter reihen sich die ebenfalls in drei Varianten erhältlichen Bontrager NCS ein. Mit mehr als 600 Gramm sind diese zwar das schwerste Set im Test, doch darauf sollte man bei Schutzblechen nicht allzu großen Wert legen, sie bleiben ja in der Regel nicht dauerhaft am Rad.

Die schlechteste Gesamtnote bei den festen Schutzblechen geht an die Procraft Rainbow. Sie haben uns bei der Montage am meisten Geduld abverlangt. Zwar mussten wir auch bei den Schmutzfängern von Bontrager und SKS zum Bolzenschneider greifen, um die Streben zu kürzen, bei Procraft erwiesen sie sich allerdings als besonders widerspenstig.

Hier punkten die tadellos verarbeiteten SKS Bluemels Shiny 35. In Sachen Sicherheit bieten die Schützer von Procraft und SKS einen Auslösemechanismus: Verfängt sich ein Zweig zwischen Schutzblech und Rad, entkoppeln sich die Streben, damit das Rad nicht blockiert.

Den Schmutzfängern der beiden US-amerikanischen Hersteller fehlt diese Lösung.

Alle getesteten Rennrad-Schutzbleche zur Festmontage

  • Bontrager: NCS
    • 50-60 Euro
    • 25, 35, 45 Millimeter
    • 617 Gramm
    • Fazit: Die glänzenden Kunststoff-Bleche lassen sich relativ schnell montieren, die Streben können einfach angepasst werden. Schwerstes Set im Test.
  • Procraft: Rainbow
    • 36 Euro
    • 35, 45, 50 Millimeter
    • 454 Gramm
    • Fazit: Bei der Montage ist auch wegen der knapp gehaltenen Anleitung Geduld gefragt. Ist das glänzende Kunststoff-Set dann aber am Rad angebracht, erfüllt es seinen Zweck und schützt vor Spritzwasser.
  • SKS: Bluemels Shiny 35 Black Set
    • 26 Euro
    • 28 Millimeter
    • 474 Gramm
    • Fazit: Tadellos verarbeitet, mit Sicherheits-Clip zum Lösen der Streben. Kritikpunkt: Die Strebenlänge am hinteren Schützer war bei der Montage am Testrad weitgehend ausgereizt.
  • Specialized: Dry-Tech Fender
    • 80 Euro
    • 35, 42, 55 Millimeter
    • 595 Gramm
    • Fazit: Der Testsieger schmiegt sich weit um den Reifen und bietet einen exzellenten Spritzschutz. hochwertig verarbeitet. Vergleichsweise schwer und relativ teuer.

Kategorie 2: Rennrad-Schutzbleche zur schnellen Montage

Im Gegensatz zu den festmontierten Schutzblechen muss man bei den Schnellmontage-Modellen kleinere Abstriche beim Nässeschutz in Kauf nehmen. Am besten schneiden hier die SKS Speedrocker ab, die Reifen bis zu 42 Millimeter umschließen und laut Herstellerangaben speziell für Gravelbikes entwickelt wurden.

Auch die BBB SlimGuard halten einen trocken - allerdings mit Einschränkungen. Der Grund: Die Schmutzfänger passen ausschließlich an Felgenbremsen-Räder mit einfachem Bremsbolzen, sind nur für Reifen bis maximal 28 Millimeter geeignet und benötigen genügend Freiraum zwischen Sitzrohr und Reifen.

Nur bedingt empfehlenswert sind die - nur einzeln erhältlichen - Gravelhugger von Mudhugger. Das hintere Blech schützt aufgrund der Befestigung an den Sitzstreben nur Po und Rücken. Füße und Antrieb bekommen ordentlich Spritzwasser und Dreck ab - außer man ist zum Improvisieren bereit und verlängert das Schutzblech selbst.

Besser gefiel uns die Befestigung der Crud Roadracer MK3. Dank eines äußerst stabilen und klebbaren Klettverschlusssystems lässt sich das Schutzblech-Set an nahezu jeder Rahmenform anbringen und mühelos ausrichten. Leider wirkt der Kunststoff billig und ist vergleichsweise weich. Mit 248 Gramm sind die Roadracer dafür das leichteste Set im Test.

Alle getesteten Rennrad-Schutzbleche zur Schnellmontage

  • BBB: SlimGuard
    • 50 Euro
    • 28 Millimeter
    • 365 Gramm
    • Fazit: Die schmalsten Schutzbleche im Test lassen sich nur an Bremsbolzen und Schnellspannachse anbringen. Bei Aero-Rennern muss man auf das Steckblech zwischen Sitzstrebe und Sitzrohr wegen des fehlenden Freiraums verzichten.
  • Crud: Roadracer MK3
    • 40 Euro
    • 38 Millimeter
    • 248 Gramm
    • Fazit: Das lange vordere Schutzblech schützt gut vor Nässe, das assymetrische hintere hält den Antrieb relativ trocken und sauber. Abzüge gibt es wegen des Materials, der Kunststoff wirkt billig und ist vergleichsweise weich.
  • Mudhugger: Gravelhugger Front & Rear
    • 56 Euro
    • 50 Millimeter
    • 262 Gramm
    • Fazit: Bis zu 50 Millimeter breite Schlappen haben unter den Kunststoff-Blechen Platz; wenig Nässeschutz, vor allem hinten, weil das Schutzblech nur bis zu den Sitzstreben reicht. Sehr einfach zu montieren.
  • SKS: Speedrocker
    • 50 Euro
    • 42 Millimeter
    • 415 Gramm
    • Fazit: Empfehlung vor allem für Gravelbikes. Vielfältig einstellbar, guter Spritzschutz. Vergleichsweise schwer.

Montage-Tipps für Rennrad-Schutzbleche

  • Richtige Breite der Schutzbleche: Als Faustformel für die passende Breite eines Schutzbleches empfiehlt sich an beiden Rändern je ein halber Zentimeter Überstand. Für 28-Millimeter-Pneus sollte das Schutzblech demnach rund 38 Millimeter breit sein. Gleichzeitig müssen Sie darauf achten, dass die Schmutzfänger noch durch die Streben beziehungsweise Gabel passen.
  • Abstand halten: Die Schutzbleche sollten mindestens einen Zentimeter Abstand vom Reifen haben, vor allem bei grobstolligem Profil, damit aufgewirbelte oder im Profil steckende Steine sich nicht verklemmen können.
  • Befestigungspunkte überprüfen: Vor dem Kauf von passenden Schutzblechen sollten Sie Ihr Rennrad hinsichtlich möglicher Befestigungspunkte unter die Lupe nehmen. Vor allem Gravelbikes verfügen inzwischen zwar über entsprechende Montageösen, die aber nicht zwingend an der richtigen Stelle sitzen.
  • Schutzfolie verwenden: Bei vielen Schmutzfängern zur Schnellmontage zählt eine Schutzfolie zum Lieferumfang. Diese sollten Sie zwischen Schutzblech und Rahmen/Gabel anbringen, um den Lack zu schonen.
  • Passendes Werkzeug: Insbesondere bei Festmontage-Schutzblechen sollten Sie daran denken, dass die Streben möglicherweise mit einem Bolzenschneider oder einer kleinen Eisensäge gekürzt werden müssen.
  • Vorsicht bei der Anpassung: Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie die Streben erst kürzen, nachdem die Schutzbleche endgültig montiert sind und Sie den Reifenfreigang überprüft haben. Andernfalls lassen sich diese möglicherweise nicht mehr am Rahmen befestigen. Um sich an den scharfen Enden nicht zu schneiden, können Sie diese mit Kunststoffkappen abdecken.

Mit der Lektüre unserer Testberichte und Erfahrungen lassen sich unnötige Fehlkäufe in Zukunft vermeiden und Sie können sich schon nach der Bestellung auf den Versand und Erhalt von Ihrem neuen Fahrrad-Schutzblech oder Radspoiler freuen.

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