Motorradfahren verkörpert für viele Menschen ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer, gepaart mit dem Adrenalinrausch hoher Geschwindigkeiten. Diese Leidenschaft und Liebe zu Motorrädern spiegelt sich in den Zahlen wider: Zum 1. Januar 2024 waren in Deutschland laut Statista rund 4,99 Millionen Krafträder zugelassen - der höchste Stand seit 2008. Ein Kraftrad umfasst zweirädrige Kraftfahrzeuge wie Motorräder und Motorroller verschiedener Klassen.
Rekordhalter: Die Spitze der Geschwindigkeit
Das schnellste Motorrad der Welt erreicht eine Geschwindigkeit von über 600 Kilometern pro Stunde.
Ack Attack: Der Geschwindigkeitsrekord
Rocky Robinson brach laut Guinness Word Records am 25. September 2010 den Landgeschwindigkeitsrekord für Motorräder in den USA. Auf den Bonneville Salt Flats in Utah erreichte er mit seinem Top Oil-Ack Attack eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 605,697 Kilometern pro Stunde über einen Kilometer. In einem einzelnen Lauf schaffte er sogar 634 Kilometer pro Stunde. Dieser Rekord war Robinsons dritter innerhalb von vier Jahren. Vor seinem ersten Rekordbruch hatte der bestehende Rekord 16 Jahre lang Bestand.
Die Ack Attack verfügt über eine Kohlefaserkarosserie und einen Chrom-Molybdän-Rahmen. Sie wird von zwei Suzuki Hayabusa Reihenvierzylinder-Motoren mit einem 30 psi Turbolader angetrieben und erreicht eine maximale Motordrehzahl von 12.000 U/min, was ihr eine Leistung von 700 bis 900 PS verleiht. Das Motorrad ist 5,99 Meter lang, 76,2 Zentimeter hoch und wiegt 748,42 Kilo.
Die Ack Attack ist laut Discovery ein herausragendes Beispiel für einen Streamliner. Deren Design ist darauf ausgelegt, den Luftwiderstand zu minimieren und maximale Geschwindigkeiten zu erreichen. Mit ihrer glatten Karosserie erinnert sie eher an eine futuristische Rakete als an ein traditionelles Motorrad. Die schlanke, stromlinienförmige Silhouette und die geschlossene, torpedoartige Hülle sorgen für eine aerodynamische Form. Der Fahrer sitzt innerhalb des Fahrzeugs, was für Streamliner typisch ist und das revolutionäre Design unterstreicht, das speziell für die Erzielung neuer Geschwindigkeitsrekorde entwickelt wurde.
Fédération Internationale de Motocyclisme (FIM)
Die Fédération Internationale de Motocyclisme (FIM) wurde 1904 gegründet und ist die offizielle Instanz für Motorradweltrekorde. Für einen Geschwindigkeitsrekord müssen zwei Läufe in entgegengesetzter Richtung innerhalb von zwei Stunden absolviert werden.
1930 brach Joseph Wright diesen Rekord mit 220,99 Kilometern pro Stunde auf einem supercharged Osborn Engineering Company Motorrad. In den 1930er-Jahren wechselte der Rekord zwischen BMWs und JAP-angetriebenen Motorrädern, mit einer Ausnahme: Piero Taruffi auf einer Gilera mit 274,18 Kilometern pro Stunde im Jahr 1937. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Wilhelm Herz 1951 in Deutschland den ersten Nachkriegsrekord.
Straßenzugelassene Superbikes: Geschwindigkeit für den Alltag
Das schnellste Motorrad der Welt hat keine Straßenzulassung. Bei denen, die eine haben, ist es schwierig, die schnellste auszumachen, da viele der Hersteller ab ungefähr 300 Kilometern pro Stunde ein Limit setzen. Daher kann hier nur auf die Stärke der Serienmotorräder geachtet werden.
- Platz 5: MV Agusta Brutale 1000 RS: Diese Maschine mit einer Leistung von 153 kW (208 PS) beschleunigt in knapp 8 Sekunden auf 200 km/h.
- Platz 4: Ducati Panigale V4: Die Ducati Panigale V4 leistet 159 kW (216 PS) und hat das Potenzial, Geschwindigkeiten von über 300 km/h zu erreichen.
- Platz 2: Honda CBR 1000 RR-R Fireblade: Diese Honda hat eine Leistung von 160 kW (218 PS) und kann laut YouTube-Videos mühelos Geschwindigkeiten von über 300 km/h erreichen.
Die Suzuki Hayabusa: Eine Legende der Geschwindigkeit
Die Suzuki Hayabusa ist schon in der Serienversion ein kraftstrotzendes Power-Bike für Könner. Die Suzuki Hayabusa ist für viele das Superbike schlechthin. Je nach Generation stehen 175 PS und 312 km/h Spitze oder 197 PS und abgeregelte 298 km/h im Datenblatt.
Dazu kommen das einzigartige, im Windkanal optimierte Äußere der Japanerin, ihr gewöhnungsbedürftig hohes Gewicht und öffentliche Beschleunigungsversuche, bei denen sie selbst Supersportwagen abzogen hat. Stoff für eine Legende! Kein Wunder also, dass sich meist nur Könner an die Serienversion des "Wanderfalken" herantrauen.
Eine Hayabusa für Geschwindigkeitsrekorde
Mick Ellis aus Großbritannien baute die Maschine zu Hause in seiner Garage auf, weil er einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen wollte. Wichtigste Modifikation ist ein GT35-Turbolader von Garrett, der zu einer wahren Leistungsexplosion führt: Mit 119-Oktan-Sprit bringt es die vielleicht krasseste Hayabusa der Welt auf unglaubliche 650 PS! Beinahe jedes Teil des 1300er-Vierzylinders hat Ellis überarbeitet. Ölfilter, Kolben und Zylinderköpfe, die Benzinpumpe und der Kühler wurden entweder auf die exorbitante Kraft angepasst oder gleich getauscht. Ähnliches gilt für das Getriebe und die Auspuffanlage. Der Rahmen, die Räder und die hinteren Bremsen konnten von der serienmäßigen Hayabusa übernommen werden. Die Gabel stammt ebenfalls vom Basismotorrad, allerdings musste sie modifiziert werden. Bei der neuen Lenkgeometrie halfen Profis mit Motorsport-Background. Die Schwinge verlängerte Ellis um zehn Zentimeter. Deshalb stammen Bauteile wie die Kette aus dem Dragracing-Sport. Die vorderen Bremsen lieferte schließlich Spezialist PFM Performance.
Schnellste Frau mit 425 km/h auf einem Motorrad
Micks Ehefrau Becci übernahm das Steuer und wurde im August 2014 mit 425 km/h (!) zur schnellsten Frau auf einem Motorrad. Die vorherige Bestmarke überbot sie damals um satte 32 km/h. Und Becci Ellis hält ihren Rekord bis heute. Als die Mutter zweier Kinder 2015 versuchte, ihren eigenen Rekord zu knacken, hatte sie einen Unfall - das hatte auf ihre Leistung aber keinen Einfluss.
Becci und Mick verkaufen die Monster-Hayabusa! Und das für weniger als vielleicht zunächst gedacht. 30.000 britische Pfund ruft das Ehepaar auf, das sind umgerechnet knapp 32.000 Euro.
BMW S 1000 RR und M RR: Performance bis ins Detail
Für alle, die keine Millisekunde verschenken. Das für den Rennsport homologierte Superbike wurde im Windkanal aerodynamisch perfektioniert und auf dem Rundkurs weiterentwickelt. Ihre Höchstgeschwindigkeit von 314 km/h verdankt die M RR ihrem 6 PS stärkeren ShiftCam Motor mit jetzt 218 PS sowie der neuen Verkleidung mit aerodynamischeren Winglets. Bis ins Detail steht dieses Bike für Performance, Motorsport und Exklusivität. Ebenso wie der BMW Motorrad Motorsport Race Support.
Die M RR feiert Siege auf den Rennstrecken der Welt. BMW Racer und Teams vertrauen auf die kompromisslose Performance des Superbikes.
Die neu gestaltete Front- und Seitenverkleidung sorgt für mehr Performance. Zusätzlich entlastet die weiter optimierte Aerodynamik den Fahrer, indem sie den Anpressdruck des Windes reduziert: für ein langanhaltendes, schnelles, fokussiertes Fahren. Die überarbeiteten M Winglets Evolution 3.0 hingegen erhöhen den Anpressdruck des Vorderrads - auch in der Schräglage und produzieren eine um 50 % erhöhte Downforce von bis zu 30 kg.
Bestmögliches Gefühl für Vorder- und Hinterrad sowie eine atemberaubende Zielgenauigkeit: Das Herzstück des Fahrwerks ist ein aus Aluminium gefertigter Brückenrahmen, ergänzt von einer Upside-Down-Gabel und einem Zentralfederbein mit Full Floater Pro Kinematik für deutlich gesteigerte Fahrwerksperformance. Die Launch Control der M RR unterstützt den perfekten Rennstart und der Pit-Lane-Limiter weiß, wann die Leistung zu zügeln ist. Der Schaltassistent Pro sorgt bei jedem Gangwechsel für schnelle Schaltvorgänge ohne Kupplungsbetätigung. Für den Rennbetrieb ist das Schaltschema leicht umzukehren. Zusätzlich steigern insgesamt 7 Fahrmodi, zwei einstellbare Gaskennlinien, ABS Pro, DTC, MSR und die dreifache Einstellbarkeit des Motorschleppmoments die Performance. Das Triebwerk mit BMW ShiftCam Technologie und Maximaldrehzahl von 15.100 U/min hat sich in der WSBK bewährt. So konnte die Leistung um 6 PS gesteigert werden.
Zusammen mit der aufeinander abgestimmten Armatur/Sattel-Kombination ergeben sich so weiterhin eine maximale Bremsstabilität und eindeutiges Feedback sowie eine optimale Abstimmung auf das Race ABS.
Die M RR gibt es in zwei Ausführungen: Als M RR und als M RR mit M Competition Paket. Beide wurden mit einer klaren Vorgabe entworfen: siegen.
BMW S 1000 RR: Das entspannte 300 km/h Bike
Platz 1 für ein echtes Sportmotorrad, das ganz entspannt 300 km/h läuft und über einen breiten Einsatzbereich verfügt: die BMW S 1000 RR. Egal ob auf der Rennstrecke oder der Landstraße, mit der S 1000 RR ist eine gute Zeit garantiert. Verglichen mit aktuellen 1000er Supersportlern, ist die BMW im Sprint von 200 auf 300 km/h allen Konkurrenten überlegen. Dazu hat sie ein Fahrwerk, das mit der Geschwindigkeit problemlos umgeht und auch auf der Rennstrecke sehr kompetent funktioniert.
Kawasaki: Ninja H2R und ZZR 1400
Kawasaki Ninja H2: Eine Rakete mit Kompressor
Bevor es zu komfortablen 300 km/h Bikes geht, noch eine echte Rakete auf Platz 2: die Kawasaki Ninja H2. Eigentlich stapelt die Ninja H2 mit ihrer Leistung tief. Angegeben mit 200 PS, leistet sie gut und gerne 210 bis 220 PS, mit ein wenig Tuning wird sie deutlich schneller. Ihr kompressorgeladener Vierzylinder hat in dieser Liste auch das größte Potential in Richtung Tuning, wie die Kawasaki Ninja H2R eindrucksvoll beweist.
Einzig das Ansprechverhalten leidet unter der Motoraufladung, in der aktuellen Version wurde hier aber Hand angelegt. Trotzdem hat der Kompressor sein eigenes Flair in Sachen Sound und Durchzug. Der Sprint von 150 bis 300 km/h ist schlichtweg gewaltig.
Highspeed-Freaks aufgepasst! Ab sofort können wieder neue 2022er Modelle der brutalen Kawasaki Ninja H2R bestellt werden. Wer auf öffentlicher Straße einmal 200 km/h gefahren ist, weiß, wie schnell sich dieses Tempo anfühlt. Nun stellt Euch vor, ihr fahrt die doppelte Geschwindigkeit: 400 km/h. Das hat der ehemalige Rennfahrer Kenan Sofuolu aus der Türkei 2016 mit einer leicht modifizierten Ninja H2R geschafft.
Zwar liegt die offizielle Höchstgeschwindigkeit unter dem Wert, doch mit leichten Änderungen an der H2R konnte Sofuolu die 400er Marke knacken. Für diesen inoffiziellen Rekordversuch wurde die Osman-Gazi-Brücke verwendet, die als viertgrößte Hängebrücke der Welt genügend Raum bot.
Auch in Drag-Rennen schlägt sich die Kompressor-Kawa gut. Beim Teknofest Istanbul wurde ein gewaltiges Drag Race organisiert, bei dem die Ninja H2R gegen einen Red Bull RB8 F1-Boliden, einen F16 Kampfjet, sowie gegen weitere Supercars antrat. Tatsächlich konnte das Motorrad den 750 PS starken Formel 1 Wagen schlagen und auch der Fighter Jet konnte auf die Distanz nicht aufholen. Ein eindeutiges Zeichen purer Leistung, was durch die Kollegen von MOTORRAD bestätigt wird: GPS-Messungen haben ergeben, dass die Kawa H2R den Sprint auf 200 km/h in 6,5 Sekunden hinlegt.
Wer mit dem Gedanken spielt, eines der extremsten Motorräder aller Zeiten zu besitzen, kann sich bis 22. November 2021 entscheiden. Bis dahin ist die Bestellfrist offen, anschließend werden die Bikes per Hand in Japan gefertigt.
1000PS Gründer und CEO NastyNils konnte die Ninja H2R bereits testen. "Die Intensität der Beschleunigung ist unbeschreiblich. Wer kann da widersprechen? Schließlich leistet der kompressorgeladene Reihenvierzylinder leistet 310 PS bei 14.000 Umdrehungen, mit Ram Air Effekt werden es sogar 326 PS. Diese Leistung auf ein Gewicht von 216 Kilogramm und eine Aerodynamik, die für Rennstreckeneinsätze konzipiert wurde, kann schon Respekt einflößen.
Kawasaki ZZR 1400: Komfort und Geschwindigkeit
Auf Platz 5 ein Motorrad, das sich durch Reisekomfort, Geschwindigkeit und angenehme Fahrbarkeit definiert: die Kawasaki ZZR 1400. Während sie in Amerika den Anspruch eines Sportmotorrads genießt, gilt die ZZR 1400 in Europa als reiner Sporttourer. Das bedeutet aber keines Falls, dass die Kawasaki ein langsames Motorrad ist. Ganz im Gegenteil: Knapp 300 km/h läuft die 192 PS starke ZZR 1400, ein Hammer auf deutschen Autobahnen. Die wahre Überraschung folgt aber im Handlingparkour. Dank steilem Lenkkopfwinkel und kurzem Nachlauf ist sie trotz ihres langen Radstands relativ handlich. Somit eignet sich die ZZR 1400 nicht nur als Autobahnpendler, auch auf der Landstraße ist man auf ihr einigermaßen schnell unterwegs.
Weitere Kandidaten für die Top 5
- Kawasaki ZX-12 R: Mit 178 PS lieferte sie sich anfangs ein schweres Duell gegen die Suzuki Hayabusa.
- Suzuki GSX 1300 R Hayabusa: Sie war das erste Motorrad, das die magische 300 km/h Grenze geknackt hat.
Langen Motorcycles: Ein neuer Herausforderer?
Langen Motorcycles Langen, ein junger Hersteller exklusiver Motorräder aus England, will das schnellste Serienmotorrad der Welt bauen. Basis ist das 2023 vorgestellte Modell Lightspeed 1200 mit einem 185 PS starken Rotax-V2-Motor, der mit Turbounterstützung auf bis zu 300 PS aufgeblasen wird. Im Gegensatz zu den aufgeladenen Motorrädern der 1980er-Jahre soll die LS12 Turbo nicht mehr unter dem Turboloch und einer schwer kontrollierbaren Leistungsentfaltung leiden. Motormanagement und physikalische Kontrollsysteme sollen dafür sorgen, dass der Fahrer die Pferdestärken stets unter Kontrolle hat. Im Fahrmodus „Road“ bleibt die Leistung auf etwa 250 PS begrenzt. Genaue Eckdaten will der Hersteller zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.
Noch in diesem Jahr will Langen mit der Serienproduktion des Lightspeed 1200 beginnen. Wann genau die ersten Turbo verfügbar sein werden, ist noch offen. Die Preise dürften deutlich über 50.000 Euro liegen.
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