Im Sommer mit dem Fahrrad durch beeindruckende Landschaften fahren - was gibt es Schöneres? Nordrhein-Westfalen steht für Kontraste: An Flüssen entlang von der Quelle bis zur Mündung, auf und ab durchs Bergische oder ohne Steigung auf ehemaligen Bahntrassen.
Die Vielfalt der Radtouren am Niederrhein
Es gibt unzählige Möglichkeiten für eine Radtour am Niederrhein. Gute Voraussetzungen für eine Radtour: Mehr als 2000 Kilometer Radwege sind am Niederrhein ausgeschildert.
1. Wegberger Mühlenroute
Der Name der Wegberger Mühlenroute ist Programm: Der Weg führt an vielen der ehemals 25 Wassermühlen der Stadt vorbei. Ein Highlight ist der Start- und Endpunkt, die Wegberger Mühle aus dem Jahr 1505. Danach führt die Route durch einen Teil des Naturparks Schwalm-Nette und vorbei an Weihern und Bächen. Auf dem Weg liegen die Molzmühle, die wohl eine der schönsten Mühlen auf dem Weg ist und ein Restaurant bietet. Man kommt aber auch an der Holtmühle mit ihrem sechs Meter großen Mühlrad und zugehörigem Café vorbei, und an der noch voll funktionsfähige Schrofmühle sowie die Kornmühle Tüschenbroich mit einem Mühlenmuseum.
2. Rheinische Apfelroute
Die rheinische Apfelroute führt Radfahrerinnen und Radfahrer über insgesamt 124 Streckenkilometern durch den Rhein-Sieg-Kreis. Vorbei an blühenden Obstplantagen, bunten Gemüsefeldern und regionalen Hofläden geht es durch die größte Obst- und Gemüseanbauregion Nordrhein-Westfalens. Wem die gesamte Strecke zu weit ist, der kann eine der insgesamt sechs Nebenschleifen der Apfelroute machen. Besonders zur Obstblüte im Frühling und zur Erntezeit im Herbst ist die Route ein Genuss für Augen und Gaumen.
3. Ruhrtal-Radweg
Der Ruhrtal-Radweg ist mindestens genauso vielseitig wie lang. Kein Zufall: Denn in Winterberg entspringt die Ruhr, die der Route ihren Namen gibt. Er startet im sauerländischen Winterberg und führt bis nach Duisburg. Sie mündet im Ruhrgebiet bei Duisburg in den Rhein. Auch, wenn man nicht immer direkt am Fluss entlang fahren kann, orientiert sich der Ruhrtal-Weg am Flussverlauf. Auf der Strecke erwarten die Radler vor allem Kontraste: Fachwerk und Industrie, Natur und Kultur. Deshalb ist der Weg in 23 Etappen unterteilt. Die komplette Tour ist zu lang für einen Tagesausflug. Ein Highlight erwartet Radfahrer auf der Strecke zwischen Freienohl und Oeventrop. Besonderheiten sind außerdem die Essener Etappe, wo Radfahrer sich am Baldeneysee erholen können und die historische Altstadt von Arnsberg. Der schönste Abschnitt soll allerdings von Hattingen nach Mülheim führen, von der Altstadt zum ältesten Hochofen des Ruhrgebiets, dann wieder vorbei an Weiden und Höfen und immer nah an der Ruhr entlang.
4. Erft-Radweg
Auch dieser Radweg führt an einem Fluss entlang. Radfahrer können hier den Verlauf der Erft entdecken, angefangen in der Eifel bis zum Rhein bei Neuss. Wer besonders sportlich ist und nach dem Erft-Radweg noch nicht genug hat, der kann die Strecke erweitern und auf dem Rheinradweg und dem Ahr-Radweg weiterfahren.
5. RadBahn Münsterland
Auf einem alten Gleisbett können Radfahrer das Münsterland zwischen Coesfeld und Rheine entdecken. Mittlerweile befahren Radler die Strecke, aber noch vor wenigen Jahren sind hier jeden Tag Züge gerollt. Und das merkt man auch. Die Relikte der Vergangenheit sind auf der ehemaligen Bahnstrecke immer noch sichtbar. In Neuenkirchen führt die Route vorbei am alten Bahnhof St. Arnold. Hier sind ehemalige Gleisanlagen der alten Bahnstrecke neben dem Radbahnweg erhalten geblieben. Wer Lust hat, kann hier eine Draisinenfahrten unternehmen. Neben dem eigentlichen Radbahnweg gibt es zusätzlich auch Rundschleifen durch Orte, die an der Strecke liegen.
6. Römer-Lippe-Route
Dieser Weg führt Radler auf die Spuren einer alten Römerstraße. Angefangen beim Hermannsdenkmal bis zur Xantener Innenstadt, immer vorbei am Fluss Lippe. Da die Strecke relativ lang ist, gibt es einige Teilabschnitte, die sich für eine Tagestour eignen. Auf dem 44 Kilometer langen Weg von Lünen über Waltrop und Olfen bis Haltern am See gibt es beispielsweise einiges zu entdecken. Im Industriemuseum Schiffshebewerk in Waltrop können die Türme besichtigt werden, die 1899 von Kaiser Wilhelm II eingeweiht wurden. Der Aufzug hat früher Schiffe in 14 Metern Höhe befördert, um eine Kanalstufe zu bewältigen.
Länge: 295 Kilometer (inklusive zusätzlicher Wegeschleifen Gesamtlänge: 479 Kilometer)
Start: Hermannsdenkmal, Detmold
Ende: Xantener Innenstadt
Schwierigkeitsgrad: je nach Etappe. Insgesamt gibt es kaum Höhenmeter zu bewältigen, nur auf den ersten 30 Kilometern der Route zwischen dem Hermannsdenkmal und Bad Lippspringe gibt es einige Steigungen.
7. Fünf-Talsperren-Tour
Dieser Rundweg führt im Bergischen Land an fünf Talsperren vorbei. Die erste ist die Brucher-Talsperre, dann folgt die Lingese-Talsperre. Zwischen Mai und Oktober pendelt entlang der Strecke der Bergische Fahrradbus.
8. Möhnetal-Radweg
Dieser Flussradweg führt von der Möhnequelle bis hin zur Mündung in die Ruhr. Radfahrer können auf dieser Strecke Auenlandschaften mit grünen Wiesen und Hügeln und den Möhnesee, einen der größten Stauseen in Nordrhein-Westfalen, entdecken.
9. 100-Schlösser-Route
Wer die 100-Schlösser-Route befährt, der bewegt sich mit dem Rad durch die Geschichte des Münsterlandes. Die Strecke führt vorbei an mehr als hundert Schlösser, Burgen, Herrensitze und Gräftenhöfe. Radler können hier die Region auf ruhigen Wegen entdecken und zwischen Wiesen und Weiden fahren. Wegen ihrer Länge ist die Route unterteilt in vier Teilstrecken: den sogenannten Nord-, Ost-, Süd- und Westkurs. Dabei ist der Südkurs der kürzeste und führt südlich von Münster an Schlössern und Burgen vorbei, die teilweise nur wenige Kilometer auseinander liegen. Auf dem Weg liegt beispielsweise das berühmte Schloss Nordkirchen, das größte und bekannteste Schloss der Region. Es wird auch das "Versailles Westfalens" genannt.
10. Seseke-Weg
Die Route führt entlang des namensgebenden Flusses Seseke, vorbei an Wiesen und Bäumen, die das Flussufer säumen. Los geht es an der Mündung, die Strecke endet an der Quelle. Der Ostpol ist ein Förderturm der Zeche Königsborn in Bönen. Eine Bürgerstiftung hat daraus ein Kultur- und Veranstaltungszentrum gemacht. An anderer Stelle führt der Seseke-Weg durch eine alte Zechensiedlung oder auch an der Schachtanlage Grillo der Zeche Monopol in Kamen vorbei.
11. Flamingo-Route
Flamingos in Deutschland? Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, kommt im Zwillbrocker Venn zusammen. Hier gibt es die nördlichste Flamingo-Brutkolonie in Europa. Die beste Zeit, um die Tiere zu beobachten, ist zwischen März und Juli. Aber nicht nur die rosafarbenen Vögel sind auf der Strecke sehenswert.
Weitere Radtouren und Tipps am Niederrhein
- Kiesland-Runde: Eine 40 Kilometer lange Tour zwischen Rheinberg und Moers, die an Baggerlöchern vorbeiführt.
- Tour von Xanten über Grieth und Kalkar: Eine 56 Kilometer lange Strecke mit Pausenmöglichkeit an der Fähre in Grieth und einer Eisdiele in Kalkar.
- Drei-Flüsse-Route: Verschiedene Strecken zwischen 50 und 65 Kilometern zwischen Hamminkeln, Schermbeck, Hünxe und Wesel.
- Streuobstwiesentour: Eine 42 Kilometer lange Strecke zwischen Hamminkeln, Haffen und Bislich mit Beobachtungsmöglichkeiten für Vogelarten und Störche.
- Tour-de-Bude: Eine Trinkhallentour durch Duisburg mit etwa 40 Trinkhallen auf dem Rundkurs.
- Tour von Kleve nach Nijmegen: Eine 60 Kilometer lange Strecke durch den Schlosspark und entlang des Draisinenradweges.
- Tour von Xanten nach Wetten: Eine 50 Kilometer lange Strecke durch Natur pur.
- Schöne Aussichten: Eine 40 Kilometer lange Tour zu den Halden Pattberg, Norddeutschland und Rheinpreussen.
- Von Brücke zu Brücke: Eine 65 Kilometer lange Strecke von Alpen über Xanten, Rees und Wesel zurück nach Alpen.
- Rundtour ab Xanten: Eine Tour, die weitestgehend dem Knotenpunktsystem folgt.
7 Fahrradtouren am Niederrhein im Überblick
Hier ist eine Übersicht der 7 Fahrradtouren am Niederrhein mit ihren jeweiligen Längen:
| Tour | Länge |
|---|---|
| Burgen und Schlösser | 51 km |
| Heide-und-Seen-Route | 50 km |
| Bylerward-Route | 57 km |
| Maas-Tour | 67 km |
| Foto-Strecke | 71 km |
| Zum Kloster Kamp | 66 km |
| Naturpark-Runde | 76 km |
Raderlebnistag Niederrhein
Der erste Sonntag im Juli ist am Niederrhein längst ein fester Termin für alle Fahrradbegeisterten. Am 6. Juli 2025 heißt es wieder: Rauf aufs Rad! Zwischen 10 und 17 Uhr laden deutsche und niederländische Kommunen zu einem grenzenlosen Fahrradvergnügen ein. Ob entspannte Genusstour oder sportliche Herausforderung - unter den 99 Routenvorschlägen ist für jede*n etwas dabei. Entlang der Routen warten Genuss- und Erlebnisstationen, viele Orte bieten zusätzlich bunte Rahmenprogramme, Straßenfeste oder kleine Festivals.
Das neue NiederrheinRad-Abholsystem
Das Ganze ist mehr als simpel und total unkompliziert - Digitalisierung statt Schlüsselübergabe, Flexibilität statt Bürokratie. Ich habe mich einfach registriert, das Nutzerkonto angelegt und die notwendigen Daten eingegeben. Als nächstes habe ich eine Zahlungsmethode hinterlegt (Kreditkarte, SEPA-Lastschrift, Apple Pay oder Google Pay möglich). In der App gibt es eine Live-Karte, welche Fahrräder aktuell verfügbar sind und ich konnte auch nach Wunschzeit und Wunschstation filtern.
Nachdem ich die Räder am Welcome Hotel gefunden habe, habe ich nur noch auf „Jetzt buchen“ geklickt, die Nutzungsbedingungen akzeptiert und die Buchung bestätigt. Pünktlich zur gebuchten Startzeit waren wir vor Ort und haben in der App die Buchung gestartet und das Schloss hat sich automatisch per Bluetooth geöffnet. Es klickt hörbar und schon kann es losgehen.
Radfahren nach Zahlen: Das Knotenpunktsystem
23 - 34 - 45: Was ein bisschen nach der Ziehung der Lottozahlen klingt, ist in Wirklichkeit ein clever ausgeklügeltes System für Fahrradfahrer. Am Niederrhein radeln Sie nach Zahlen. So muss man sich für seine Tour keine Ortsnamen mehr einprägen oder komplizierte Karten lesen. Nur noch ein paar Zahlen notieren, und schon geht’s los.
Das System „Radeln nach Zahlen“ kommt aus Belgien und den Niederlanden. Dort hat es ganz schnell die Runde gemacht und ist nun auch komplett am Niederrhein eingeführt. Das Radwegenetz ist einheitlich beschildert, alle Kreuzungen (Knotenpunkte) sind durchnummeriert.
Unter den Wegweisern werden jeweils Richtung und Nummer der nächstgelegenen Knotenpunkte angezeigt. Sie müssen sich statt Ortsnamen nur die Nummern der Knotenpunkte der geplanten Strecke merken. Kleiner Zettel genügt, oder man schreibt die Zahlen auf den Handrücken.
Erkennbar ist das deutsche System an den rot-weißen Pfeil-, Tabellen und Zwischenwegweisern. Die angrenzenden Niederlande verwenden eine grün-weiß-Kombination.
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