Kennen Sie Hosenklammern? Früher waren das meist Metallklammern, die man beim Radfahren unten um die Hosenbeine klemmte, um den Stoff von der Fahrradkette fernzuhalten. Nachdem die praktischen Schmutzschützer lange aus der Mode gewesen sind, sorgen jetzt zwei aktuelle Trends für ihre Rückkehr: Hosenbeine werden wieder weiter und der Kettenschutz spartanischer.
Sportliche Fahrräder haben oft gar keinen Kettenschutz. Und wenn doch, dann meist nur in Form eines simplen Plastikrings, der verhindern soll, dass ein flatterndes Hosenbein zwischen Kette und Kettenblatt gerät. Wohl deshalb kehrt die Hosenklammer jetzt zurück. Meist allerdings nicht wirklich als Klammer aus Metall, sondern als Band zum Fixieren flatternder Hosenbeine.
Befestigt werden diese Bänder entweder per Klettverschluss, mit einem Selbstspanner samt integriertem Metallband oder auch, wie die gute alte Hosenklammer, durch ihr elastisches Material.
Sicherheit oder Stil?
Oft sind solche Bänder neongelb. Das ist selten schön, erhöht aber bei Tage die Sichtbarkeit und damit die Sicherheit, gibt den Hosenbändern über den Schutz der Hosen hinaus eine weitere Funktion. Um im Dunklen sichtbar zu werden, reichen die meist grauen Reflexionsstreifen auf einigen Produkten aus.
Bequem und universell passend, aber ohne nennenswerte Reflexionsschicht, sind die Pants Protector von Deuter. Bei Nacht sind daher die kleinen Doowah von Zéfal besser sichtbar. Zéfal verkauft die kleinen Klettbänder im Doppelpack.
Sie sind nur 2,5 Zentimeter breit und werden etwas umständlich geschlossen: Die Enden werden durch eine Lasche gezogen, umgeschlagen und sitzen dann per Klett sicher. So sicher, dass mir nach wenigen Einsätzen das unhandliche System mit der Lasche als Vorteil erschien. Denn nicht nur Stoffhosen, sondern auch widerspenstiger Jeansstoff sitzt damit dauerhaft sicher am Bein.
Die 38 Zentimeter langen Bänder sind fast durchgängig mit Klett versehen, lassen sich an dünne Unterschenkel mit wenig Stoff ebenso binden wie an kräftige mit dickem Stoff. Unterbrochen wird das Klettband von einem etwa zwölf Zentimeter langen Reflexionsstreifen. Wer auch im Hellen mehr Sichtbarkeit wünscht, kann die Bänder in Neongelb bestellen.
Fazit: Zéfal Doowah
Sitzt sicher und bietet ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Ästhetik und Sicherheit.
Deuter Pants Protector
Deuter setzt auf Komfort: Ganze acht Zentimeter breit sind die Pants Protector, die innen mit einer weichen Stoffschicht versehen sind. An den sich verjüngenden Enden sitzen Elemente aus Klett. Um das Bein legen und schließen genügt.
Das passt bei den meisten Beinen gut, bei Kindern aber nicht mehr, denn für sehr schlanke Fesseln und dünnen Stoff sind die Klettstreifen zu kurz. Bei längeren Strecken können Hosenbeine je nach Stoffart herausrutschen, da der innere Stoff der Pants Protector sehr glatt ist. Mit Jeans gab es keine Probleme.
Der aufgedruckte Schriftzug und das kleine Logo können Scheinwerferlicht reflektieren, sind aber zu klein, um wirklich ein Plus an Sicherheit zu bieten. Deuter verkauft die Pants Protectors einzeln.
Fazit: Deuter Pants Protector
Bequemer Sitz, einfaches Schließen.
Brooks Trouser Straps
Hierzulande ist Brooks vor allem für Ledersättel bekannt. Entsprechend werden auch die Hosenbänder der Firma aus Leder hergestellt. Die Bänder sind selbstspannend und müssen einfach nur um das Hosenbein gezogen werden. Ein eingenähtes Metallband sorgt für die nötige Spannung.
An Stoffhosen sitzen die Trouser Straps gut, an Jeans müssten sie mehr Spannung aufbringen, damit das Hosenbein eng anliegt. Der Mechanismus passt sich aber gut an unterschiedliche Beinstärken an. Bei der Fahrt sitzen sie sicher und rutschen nicht. Brooks bietet die Lederbänder in drei Farben an und verkauft sie einzeln.
Fazit: Brooks Trouser Straps
Stilvoller geht es kaum, und bequem sind die Brooks-Bänder auch.
Decathlon Hosenschutz
Schon der Name sagt es: Decathlon stellt die Sicherheit in den Vordergrund und preist sein Band mit dem Argument verbesserter Sichtbarkeit bei Tag und Nacht an. Das ist korrekt: Das 4,5 Zentimeter breite neongelbe Band leuchtet am Tag, der integrierte Reflektorstreifen in der Nacht, wenn er angestrahlt wird.
Auch als Hosenschutz funktionieren die Decathlon-Bänder. Ähnlich wie die Bänder von Brooks sind sie selbstspannend und legen sich sicher um die Hosenbeine. Wie auch bei den Trouser Straps sitzen Stoffhosen enger als Jeans, weil auch hier die Spannkraft nicht besonders stark ist.
Vaude Hosenschutz
Der Hosenschutz von Vaude besteht aus einem fünf Zentimeter breiten und 43 Zentimeter langen Streifen, der an beiden Enden mit Klett versehen ist. Außen gibt es einen breiten, komplett umlaufenden Reflexionsstreifen. Man bleibt so im Dunklen sichtbar und muss auch nicht darüber nachdenken, wohin der reflektierende Streifen zeigen soll.
Allerdings: Da der Klettverschluss nur elf Zentimeter lang ist, lässt sich dieser Hosenschutz nicht besonders eng binden.
Decathlon Hosenklammer 100
Die Hosenklammern von Decathlon folgen demselben Prinzip wie die Metallklammern der Achtzigerjahre: Sie werden um das Hosenbein gelegt und halten den Stoff mit ihrer Eigenspannung fest. Die Decathlon-Klammern sind aus neongelbem Kunststoff und zusätzlich mit einem feinen reflektierenden Streifen versehen. So tragen sie tags und nachts zur Sichtbarkeit bei.
Die Spannung der Klammer erweist sich als ausreichend für dünne und weiche Stoffe. Bei Jeans sitzt das Hosenbein nicht perfekt. Die Klammern erfüllen dennoch ihren Zweck.
Da die Spannung nicht regulierbar ist, kann der Druck der Klammern nach einiger Zeit stören. Decathlon verkauft die Hosenklammer 100 paarweise.
Fazit: Decathlon Hosenklammer 100
Kein anderes Produkt im Testfeld lässt sich so leicht anlegen.
Chainrunner Kettenschutz
Der Chainrunner ist die patentierte Erfindung eines Hamburger Fahrradhändlers, der das Produkt seit mehreren Jahren im Internet bzw. bei Ebay direkt vertreibt. Auf meinem Dahon Bullhead Faltrad habe ich mit dem werksseitig montierten Chainrunner-Kettenschutz im Sommer bisher gute Erfahrungen gemacht. Er war immer sehr unauffällig.
In der mitgelieferten Anleitung des Chainrunners wird empfohlen, dass man den äußeren Kettenradschutz mit den fünf mitgelieferten Distanzscheiben und kräftigem Nachbiegen einfach wieder montieren kann, aber ich lasse ihn zum Testen des Chainrunners einfach erstmal ab, bevor ich das massive Aluminiumteil verbiege.
Wie sich herausstellt passen die fünf original Innensechskant-Shimano-Schrauben des Kettenrads ohne Aluschutz nur, wenn man sie mit häßlichen Unterlegscheiben hinterlegt. Neben der ausführlichen Montageanleitung gibt es für den motivierten Selbstschrauber noch ein kurzes Video auf Youtube.
Allerdings entpuppt sich die Montage des Chainrunners für Ungeübte dann doch als ziemlich fummelig. Erinnern Sie sich noch an das Aufziehen Ihres ersten Fahrradreifens? So ähnlich fühlt sich das an…
Wichtig ist, die Kette vorher wirklich penibel zu reinigen, damit der schmierige Dreck nicht gleich in der Kettenschutzhülle gefangen ist. Es gilt dabei den Kunststoffschlauch möglichst gestaucht aufzuziehen, da sonst am offenen Ende eine Lücke entsteht, die die nackte Kette durchblitzen lässt (siehe Foto).
Die Lücke wird beim Einfahren des Kettenschutzschlauchs auf den ersten fünf Kilometern eher noch größer anstatt sich zu selbst schließen. Es gibt den pfiffigen Schlauch übrigens auch noch in einer Überlänge. Bei meinem 28er Stevens Citiflyer reichte die Schlauchlänge so gerade aus, nur drei Zentimeter musste ich mit der Schere abschneiden (2,5 cm wären besser gewesen…).
Dabei ist es von Vorteil, wenn der Schnitt leicht schräg erfolgt, da die offenen Schlauchenden zumindest am kleinen Ritzel durch den engen Radius einen deutlichen Winkel erzeugen, wie auf dem Foto ebenfalls gut zu sehen ist.
Der montierte „Kettenschutz“ macht auf den ersten Kilometern noch leichte Knarzgeräusche und muss etwas eingefahren werden. Dadurch zentriert sich der enge Spalt des Chainrunners quasi von selbst. Nachdem ich die Kette wie in der Anleitung beschrieben ganz leicht geölt habe, waren alle anfänglichen Knarzgeräusche verschwunden.
Voraussetzung dafür ist allerdings dass die Kette sauber fluchtet. Bei etwas schiefen Rahmen oder einem leicht versetzten Zahnkranz oder Ritzel werden Geräusche beim Treten wahrscheinlich nie ganz verschwinden.
In der Anleitung gibt es auch Tipps, wie man die Kettenlinie mit einem gekröpften Ritzel evtl. selbst optimieren kann. Nach den ersten Kilometern war ich begeistert: Man vergisst den Kettenschutz beim Radfahren einfach, er ist mit 90 Gramm federleicht und die Klamotten bleiben sauber.
Nach 300 Kilometern feuchtem Herbstwetter kam dann das böse Erwachen: Beim Fahrradputz traute ich meinen Augen nicht. Meine gute Wippermann-Connex Markenkette rostete vor sich hin, als hätte ich sie ein ganzes Jahr nicht gewartet.
Das Wetter war wirklich schlecht, aber in diesem Zustand hatte ich meine Kette noch nie gesehen, zumal noch kein Salz oder Taumittel auf den Straßen liegt. Ich habe die Kette jetzt etwas dicker eingeölt und werde sie über den Winter weiter beobachten.
Wahrscheinlich ist der Chainrunner eher für Schönwetterradler gemacht, die primär einen Schutz für Ihre Kleidung suchen. Denn neben dem Wasser, werden sich in dem Schlauch auch Sand und Dreck sammeln. Zusammen mit Öl ergibt das eine Schleifpaste, die wahrscheinlich mehr Material abträgt, als ganz ohne Kettenschutz, denn dann kann der Dreck einfach abfallen.
Im Sommer ist der Chainrunner brauchbar, im Winter ist er zumindest bei Nässe kein Ersatz für einen echten Kettenschutz. Ich fahre den Kettenschlauch auch im neuen Jahr über den Winter noch immer. Allein im Januar 2018 über 300 km Pendlerstrecke bei Temperaturen von 1-8 Grad.
Meine Frage derzeit: Wie sieht die Kette aus, wenn ich den Chainrunner nach dem Winter entferne? Und wie hätte die Kette nach dem Winter ohne Schlauch ausgesehen? Ich wette, das bleibt ein Geheimnis.
Einerseits schützt der Chainrunner vor Spritzwasser, Taumittel, Staub direkt vom Vorderrad und vor aufgewirbeltem Dreck des Hinterrads. Andererseits ist es auch ein Schmutzsammler, der die Kette einbalsamiert mit Dreck, Schleifteilchen, Salz und ganz viel Wasser - das viel schlechter verdunsten kann, als ohne den „schützenden“ Schlauch.
Irgendwie ist die Idee wirklich genial, aber im Alltagseinsatz gibt es so viele Nachteile gegenüber einem normalen, „Wald und Wiesen-Kettenschutz“, das ich keine ausdrückliche Empfehlung aussprechen kann.
Ich möchte noch anmerken, dass Ketten, die bei Fahrzeugen als Sekundärantrieb direkt im Straßendreck liegen im 21. Jahrhundert außer an Wettbewerbs- und reinen Sportfahrzeugen nichts mehr zu suchen haben. Es ist ein Jammer, dass hier in den letzten 100 Jahren beim Fahrrad und Motorrad nicht längst Kardan-, Riemen- oder schlaue Direktantriebe Fuß gefasst haben.
Der Chainrunner versagt bei starkem Regen - nicht nur weil es auf der unteren Kettenlinie reinregnet, sondern vor allem wegen der knackend-spürbaren Geräusche, von ständig eindringenden Körnchen, die in dem Schlauch als gefangene Partikel zermalmt werden.
Irgendwie gibt der geniale Kettenschutz dem Radler ein gutes Gefühl und eine saubere Hose, andererseits versteckt er das messbare Verschleiß-Ergebnis unsichtbar unter einem schmutzigen Kunststoffschlauch, der zwar mal eben leicht entfernt werden kann, dessen Re-Montage aber sehr fummelig ist. Vor- und Nachteile liegen hier ganz dicht beieinander.
Weitere Empfehlungen und Bestseller im Bereich Hosenschutz Fahrrad
Vor allem beim langen Sitzen auf dem Rad sind Probleme mit dem Sitzbein nicht selten. Ein guter Hosenschutz ist daher unerlässlich. Doch welcher ist der richtige für dich?
Zunächst einmal sind Hosenschützer in der Regel aus elastischem Material gefertigt. Sie sind also sehr dehnbar und passen sich so gut wie jeder Figur an. Zudem ist das Material atmungsaktiv und leitet die Feuchtigkeit vom Körper weg.
Die Hosenschützer gibt es in verschiedenen Ausführungen. So kannst du zum Beispiel einen Hosenschutz mit Polsterung wählen. Dies ist vor allem bei längeren Touren empfehlenswert, da du so gut vor dem Aufprall auf das Sattel geschützt bist.
Egal für welchen Hosenschutz du dich entscheidest, du solltest auf jeden Fall darauf achten, dass er angenehm zu tragen ist und deine Haut atmen kann.
Eine Liste der Bestseller unter der Kategorie „Hosenschutz Fahrrad“ findest Du hier. Hier kannst Du Dich orientieren, welche Produkte andere Nutzer besonders oft gekauft haben.
Tabelle: Ausgewählte Bestseller im Bereich Hosenschutz Fahrrad
| Produkt | Besonderheiten |
|---|---|
| Reflektorband | Hergestellt aus hochreflektierendem Material, sichtbar bis zu 100 m, gute Stabilität durch elastisches Band mit Klettfläche. |
| Wasserabweisende Überzieh-Hose | 2-Lagen Material, integrierter Gürtel, weitenregulierbarer Bund und Beinabschluss, klimaneutral. |
| 6 STÜCK REFLEKTORBAND | Mischung aus fluoreszierendem Grün und Schwarz, anpassungsfähig, kinderleicht anzubringen, flexibel und leicht. |
| 6/10 stuck fahrrad hosenschutz | Mehrere Farben, ausreichende Menge, gute Stabilität, weithin sichtbar bis zu 300 Meter, bestes Geschenk. |
| Elastisch und anpassbar Klettkabelbinder | Einfache Handhabung, Anti-Rutsch-Technologie, vielseitig einsetzbar, mehr Ordnung und Komfort, langlebig und hochwertig. |
Du möchtest die besten Produkte im Bereich „Hosenschutz Fahrrad“ kaufen? In dieser Bestsellerliste findest Du täglich neue Angebote.
Verwandte Beiträge:
- Shimano Schaltwerk Schutz: Der beste Schutz vor Beschädigungen
- Linola Schutzbalsam fürs Radfahren: Test & Erfahrungsbericht
- Motorrad Schutzjacke: Test, Kaufberatung & Sicherheitstipps
- Shimano STI 7-fach Schaltwerk: Ultimative Umrüstungs- und Kompatibilitäts-Tipps für Perfekte Schaltperformance!
- Harley Davidson Sportster 48 Sitz: Zubehör, Umbau & Tipps
Kommentar schreiben