Wenn der Luftdruck im Reifen nachlässt, ist es Zeit, sich mit den verschiedenen Ventilarten für Fahrräder auseinanderzusetzen. Für Fahrräder werden verschiedene Ventilarten verwendet. Die wichtigsten Ventiltypen, wie sie funktionieren, wie man sie handhabt und welche Vor- und Nachteile sie haben, werden im Folgenden erläutert.
Die wichtigsten Ventilarten im Überblick
In Deutschland und Europa dominieren drei Typen von Fahrradventilen: das Autoventil (auch Schraderventil genannt), das französische oder Sclaverand-Ventil und das Blitzventil. Am wichtigsten sind diese drei Ventiltypen, die jeweils bestimmte Besonderheiten aufweisen.
1. Das Dunlop-Ventil (Blitzventil)
Das sogenannte Dunlopventil ist eng verwandt mit dem Blitzventil und wurde nach John Boyd Dunlop benannt, dem Gründer des gleichnamigen Reifenherstellers. Es besteht aus einem einfachen verschlossenen Röhrchen mit einem seitlichen Loch, über das ein enger Gummischlauch geschoben wird, sodass das Loch verschlossen ist.
Beim Aufpumpen eines Blitzventils entfernt man die Ventilkappe, setzt die Pumpe an und beginnt mit der Luftzufuhr. Beim Pumpvorgang benötigt man in der Regel einen größeren Kraftaufwand als bei den anderen Typen, da die Ventilöffnung nur freigegeben wird, wenn der Pumpendruck höher als der Luftdruck im Schlauch ist.
Will man Luft ablassen, muss man die Mutter lösen, die den Ventileinsatz hält. In der Regel wird dabei die gesamte Luft ausströmen, sodass man den Schlauch komplett neu aufpumpen muss.
Für die Montage eines Fahrradschlauchs mit Blitzventil muss man die Mutter, die den Ventilkern hält, abschrauben und das Ventil entfernen. Anschließend kann man das Röhrchen durch die vorgesehene Öffnung schieben und danach den Ventilkern wieder einsetzten. Die Fixierung erfolgt mit der Mutter.
Heute werden Dunlop-Ventile nur noch selten eingesetzt, da der Pumpdruck zum Überwinden der Vorspannung des Gummischlauches recht hoch ist. Außerdem versprödet der Gummischlauch im Lauf der Zeit.
Eine Sonderform des Dunlop-Ventils nennt sich Blitz-Ventil. Blitzventile waren vor allem früher dominant, sind in Deutschland aber trotz rückläufiger Verkaufszahlen immer noch am häufigsten verbreitet. Sie finden sich vor allem bei Fahrrädern für den alltäglichen Gebrauch.
2. Das Sclaverand-Ventil (Französisches Ventil)
Diese Fahrrad-Ventile wurden vom Franzosen Etienne Sclaverand erfunden und haben einen kleineren Durchmesser als Schraderventile. Sie sind somit leichter und daher häufig im Rennradbereich anzutreffen. Aus diesem Grund hat es sich bei Rennrädern durchgesetzt. Wegen der bei Rennrädern schmalen Felgen schwächt die kleinere Ventilbohrung die Felgensteifigkeit am wenigsten. Diese Fahrradventile werden umgangssprachlich auch Autoreifenventil genannt da sie baugleich zu denen in Autoreifen eingesetzten Ventilen sind.
Die Besonderheit ist hier, dass das Ventil keinen Federmechanismus enthält, sondern eine Rändelschraube, die das Entweichen der Luft verhindert. Um einen solchen Schlauch aufzupumpen, muss die Rändelschraube gelöst werden und nachdem der Schlauch aufgepumpt wurde, wieder angezogen werden.
Einen Schlauch mit einem französischen Ventil pumpt man auf, indem man zunächst die Ventilkappe entfernt und anschließend den mittigen Ventilstift durch eine Drehung der kleinen Haltemutter löst. Danach kann man den Pumpenkopf aufsetzen und Luft zuführen. Dabei sollte man darauf achten, dass der Pumpenkopf stets gerade über dem Ventil sitzt, damit der dünne Ventilstift nicht verbogen wird.
Um Luft abzulassen, drückt man einfach mittig auf den Ventilkopf. Ist der richtige Druck eingestellt, dreht man den Ventilkopf zu und setzt die Kappe wieder auf.
Um einen Schlauch mit französischem Ventil am Rad zu montieren, wird das Ventil durch die dazu vorgesehene Öffnung in der Felge geschoben. Dazu muss man zunächst die Ventilkappe entfernen, ebenso die Mutter am Ventilrohr.
Im Gegensatz zum Dunlop-Ventil wird das französische Ventil mechanisch beim Aufsetzen der Pumpe geöffnet. Es ist möglich, den Luftdruck zu messen. Es sind verschiedene Ventillängen im Angebot, da seit einigen Jahren sogenannte 'V-Felgen' bzw. Hochprofilfelgen auf dem Markt sind.
3. Das Schrader-Ventil (Autoventil)
Schrader-Ventile findet man meist bei Mountainbikes, Trekking-Rädern und City-Bikes. Sie sind auch bei Rädern stark vertreten. Das AV-Ventil benötigt eine Felgenbohrung mit einem Durchmesser von 8,5 Millimeter. Durch die größere, stabilere Bauweise lässt sich der Reifen problemlos an jeder Tankstelle, mit Druckluftspender oder Kompressor aufpumpen, ohne ins Schwitzen zu geraten.
Ein Fahrradschlauch mit Autoventil lässt sich rasch montieren: Das Ventil wird durch die dafür vorgesehene Öffnung in der Felge geschoben und gegebenenfalls mit einer Mutter gegen Verrutschen gesichert.
Um Luft abzulassen, drückt man mit einem kleinen Gegenstand, z.B. einem kleinen Schraubenzieher, auf den Pin, der sich in der Mitte des Ventilröhrchens befindet. Dann entweicht Luft, bis man den Druckgegenstand wieder entfernt.
Schwalbe Clik Valve
Endlich ist sie da: Die längst überfällige Weiterentwicklung, die allen das Aufpumpen vereinfacht! Das SCHWALBE CLIK VALVE (SCV) ist DIE Revolution für Fahrradventile und löst Probleme, die seit über einem Jahrhundert bestehen. In Sachen Bedienbarkeit setzt es dabei völlig neue Maßstäbe. Denn mit dem SCHWALBE CLIK VALVE geht das Aufpumpen des Fahrradventils nun maximal simpel - per Klick.
Das Prinzip des SCHWALBE CLIK VALVE, Gewinner des Eurobike Awards 2024, ist denkbar einfach: Es funktioniert intuitiv per Klick. Was es dafür braucht? Das Ventil und den zugehörigen Pumpenkopf bzw. den entsprechenden Pumpenkopfadapter. Der lässt sich beim Clik Valve mit minimaler Kraft auf das Fahrradventil draufklicken und nach erfolgreichem Pumpen kinderleicht wieder abziehen.
Dabei ist es egal, welches Ventil und welche Pumpe du aktuell hast - dank Umrüstsets für alle bestehenden Fahrradventile und die meisten Pumpen. Um das Fahrradventil zu wechseln, muss lediglich der Ventileinsatz getauscht werden (Sclaverand, Dunlop, Tubeless-Ventil), für das Autoventil gibt es einen Adapter, der über das Ventil geschraubt wird (und einfach wieder abgeschraubt werden kann, um auch Tankstellenpumpen nutzen zu können). Der Pumpenkopfadapter lässt sich in den Pumpenkopf von aktuellen Pumpen integrieren (durch Spannen oder Einschrauben), auch bei Handpumpen.
Das Schwalbe Clik Valve kann gleichzeitig auch mit normalen SV-Pumpen bepumpt werden - man ist dank dieser Reverse-Kompatibilität in keiner Situation aufgeschmissen. Das Handling ist intuitiv, das Aufpumpen des Ventils kinderleicht. Das SCHWALBE CLIK VALVE ist mit nur einer Hand zu bedienen und für alle da: Von den jüngsten Abenteurerinnen und Abenteurern bis zu den erfahrensten Radfahrenden.
Das Schwalbe Clik Valve lässt sich auch mit herkömmlichen SV-Pumpen aufpumpen. Dafür wird nur der Pumpenkopfadapter benötigt, der sich einfach in deine bestehende Pumpe einstecken lässt. Dann wird er auf das Schwalbe Clik Valve draufgeklickt.
Das Tubelessventil Clik Valve hat sogar noch einen weiteren zusätzlichen Vorteil: Einen um 50% höheren Luftdurchfluss als herkömmliche Tubeless-Ventile.
Tipps zu Fahrradpumpen
Beim Kauf einer Fahrradpumpe sollte man darauf achten, dass sie für alle drei Ventilarten verwendet werden kann. Bei guten Pumpen ist dies inzwischen Standard. Auch Nichtautoventile lassen sich mit einem Autoventilstutzen aufpumpen, wenn man einen Adapter verwendet. Dann ist auch nur ein Pumpenkopf erforderlich.
Ein Ventilabriss kann z. B. entstehen, wenn das Ventil unter Spannung eingebaut wurde. Eine andere häufige Ursache ist der Einbau von Schläuchen mit Sclaverand- Ventilen in Felgen mit größeren Ventilbohrungen. Vorsicht: Es gibt leider auch Felgen, die auf der Außenseite die korrekte Bohrung von 6,5 mm haben, aber auf der Innenseite, wo das Problem entsteht, eine größere Bohrung von 8,5 mm. Eine zu stark angezogene Felgenmutter verstärkt die Problematik deutlich. Die Funktion der Felgenmutter liegt ausschließlich darin, das Ventil beim Pumpen zu arretieren.
Meist stehen Ventilabrisse im Zusammenhang mit Reifenwandern. Durch die immer besseren Bremsen rutschen die Reifen beim Bremsen oft auf der Felge.
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