Seit 1973 erobert Schwalbe, ursprünglich aus dem Ruhrgebiet, die Fahrradwelt. Was mit dem Import koreanischer „Swallow“-Reifen begann, entwickelte sich zu einem Inbegriff für Fahrradreifen „Made in Germany“ mit einer riesigen Modellvielfalt. Ob Stadtflitzer, Cross-Country- oder Downhill-Bikes: Die deutsche Traditionsmarke hat den passenden Reifen parat. Seit der Eurobike 2023 präsentiert sich das Unternehmen mit einem überarbeiteten Markenauftritt: neues Logo, neue Flankengestaltung - kurze Zeit später folgten außerdem frische Produktideen wie die neuen Radialreifen. Damit will Schwalbe nun nicht weniger als die Konstruktion moderner MTB-Reifen revolutionieren. Gelingt dieser Schachzug?
MTB-Reifen im Vergleich
Um den passenden MTB-Reifen zu finden, ist es wichtig, die verschiedenen Typen und ihre Eigenschaften zu kennen. Hier ein Überblick über einige beliebte Modelle und ihre Besonderheiten:
- Fincci MTB-Fahrradreifen: Optimale Wahl für begeisterte Mountainbiker mit ausgezeichneter Traktion und Stabilität.
- Maxxis High Roller II: Bietet eine sehr gute Gesamtleistung und wird von Profis und Amateuren gleichermaßen verwendet.
- Maxxis Minion DHF Exo Tubeless Ready 2017: Zuverlässiger Faltreifen für Mountainbikes mit ausgezeichnetem Grip und hoher Langlebigkeit.
- Maxxis Cubierta CrossMark II: Bietet eine gute Kombination aus Traktion und Geschwindigkeit, ideal für Cross Country- und All Mountain-Fahrten.
Schwalbe Marathon Plus MTB HS468
Die MTB-Reifen HS468 aus dem Hause Schwalbe eignen sich für den Einsatz beim Touring und Training. Es handelt sich um Drahtreifen mit der ETRTO-Reifengröße 57-622 (Reifenbreite 57 mm, Innendurchmesser 622 mm). Der EPI-Wert beträgt 67 EPI, das Gewicht liegt bei 1.350 g.
Fazit der Redaktion: Die herausragende Pannensicherheit und der exzellente Grip qualifizieren den Schwalbe Marathon Plus MTB-Reifen als eine vorzügliche Wahl für Fahrer, die sich auf herausforderndem Gelände bewegen möchten. Ein zusätzliches Sicherheitsfeature sind die reflektierenden Streifen, die eine verbesserte Sichtbarkeit in der Dämmerung und bei Nacht bieten.
Schwalbe Karkassen und Gummimischungen
Bei Schwalbe erfolgt die Benennung der Karkassen relativ gut nachvollziehbar. Hier wird mehr oder weniger der Einsatzzweck hinter die Bezeichnung „Super” gehängt. Die fünf Karkassen Super Race, Super Ground, Super Trail, Super Gravity und Super Downhill bieten ein großes Spektrum von leichten, schnell rollenden Karkassen bis hin zu robusten, mehrlagigen Konstruktionen für härteste Einsätze. Bei der neuen Radialkarkasse weicht Schwalbe von dieser Namensgebung etwas ab.
Die verschiedenen Karkassen im Detail:
- Super Race: Fokus auf niedrigem Rollwiderstand und geringem Gewicht.
- Super Ground: Vereint Pannenschutz und gutes Rollverhalten.
- Super Trail (Trail Pro): Einlagige Konstruktion mit zusätzlicher Gummieinlage an der Seitenwand für Durchschlagschutz.
- Super Gravity (Gravity Pro): Bietet sehr guten Pannenschutz und ist ideal für Enduro-Einsätze.
- Super Downhill: Klassische zweilagige Karkassenkonstruktion für maximalen Schutz und Stabilität.
Neu bei Schwalbe sind seit August 2024 die sogenannten Radialreifen, bei denen die Karkassenfäden in einem wesentlich stumpferen Winkel nahe 90° verlaufen statt der normalerweise üblichen 45° von Diagonalreifen. Zum Zeitpunkt des Tests gibt es vier Modelle, die den neuen Karkassenaufbau nutzen: Albert, Shredda Front und Shredda Rear sowie den Klassiker Magic Mary.
Schwalbe hat für das Mountainbike-Segment vier unterschiedliche Gummimischungen entwickelt. Aus welcher dieser Mischungen ein Reifen aufgebaut ist, erkennt man bei Schwalbe nicht nur am Schriftzug an der Reifenflanke, sondern darüber hinaus auch auf der Lauffläche durch einen farbigen Streifen.
Die verschiedenen Gummimischungen im Detail:
- ADDIX Speed: Schnelle XC-Race-Mischung zur Verringerung des Rollwiderstands.
- ADDIX Speedgrip: Universal-Compound mit breitem Einsatzbereich.
- ADDIX Soft: Bietet ein gutes Plus an Dämpfung und Grip für den Enduro- und Gravity-Einsatz.
- ADDIX Ultra Soft: Kompromisslose Gummimischung für maximale Kontrolle bergab.
Testergebnisse und Erfahrungen
Die Herausforderung für die neuen XC-Reifen besteht in den immer extremeren Anforderungen des ausdauerorientierten Mountainbike-Sports. Spektakuläre Strecken, die zum Teil mit Sprüngen, Steinfeldern und künstlichen Hindernissen gespickt sind, müssen ebenso gemeistert werden wie höhere Geschwindigkeiten, die mehr Pannenschutz erfordern. Für die Reifen bedeutet dies, dass sie auch eine ordentliche Portion Pannenschutz und hohen Grip für knifflige Abfahrten mitbringen müssen.
Testergebnisse ausgewählter XC-Reifen:
| Reifen | Testergebnis | Preis | Gewicht | Fazit |
|---|---|---|---|---|
| Continental Cross King Protection TR 29 x 2,3" | Sehr gut | 67 Euro | 675 g | Auf losen, tieferen Böden ist der Cross King eine Macht, auch sein Kurvengrip ist klasse. |
| Schwalbe Racing Ray Super Race Speed 29 x 2,35" | Überragend (Testsieger) | 69 Euro | 724 g | Als grip- und traktionsstarker Vorderradreifen hat sich der Ray einen Namen gemacht. |
| Schwalbe Rick XC Pro Speed 29 x 2,4" | Sehr gut (Testsieger) | 69 Euro | 741 g | Der neue Topsportler von Schwalbe ist kein Leichtgewicht, überzeugt aber mit Seitenhalt in Kurven. |
| Specialized Fast Trak Control T5 2Bliss 29 x 2,35" | Sehr gut (Preis-/Leistungstipp) | 40 Euro | 728 g | Auch wenn der Fast Trak im Matsch gut greift und Traktion erzeugt, im Trockenen ist er besser. |
Die Reifen wurden vor allem auf trockenem Untergrund gefahren, aber auch nasse und matschige Bedingungen wurden berücksichtigt. Aufgewühlte, lose Kurven, steile Wiesenauffahrten, sandige Auf und Abfahrten, Felspassagen, Schottergeraden und enge sowie weite Kehren - die Teststrecke war einer modernen Rennstrecke nachempfunden.
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