Simson Schwalbe: Geschichte und Technik einer Kult-Ikone

Heute ist das Moped „Schwalbe“ Kult. Roller aus dem Simson Werk in Suhl, darunter die legendäre Schwalbe, genossen Kult-Status zwischen Ostsee und Erzgebirge.

Die Schwalbe hat schon einiges an Geschichte hinter sich: Die Simson Schwalbe ist ein Produkt deutscher Fertigungskunst. Die Geschichte der Simson-Produktion begann im Jahr 1856 mit der Gründung des Unternehmens Suhl, das später in Simson umbenannt wurde.

Bereits 1911 begann im thüringischen Suhl die Herstellung von Kleinserien hochwertiger Limousinen, Cabriolets und Sportwagen mit Vier-, Sechs- und Achtzylindermotoren. Die Gebrüder Simson erwerben am 7.4.1856 einen Anteil am alten Stahlhammer und gründen darauf aufbauend die Firma „Gebrüder SIMSON“.

Bei SIMSON sind 1918 bereits 3500 Mitarbeiter beschäftigt. 1936 beginnt der Serienanlauf des BSW Motor- Fahrrades Modell 100. Auf Druck der Nazi- Regierung wird das Werk SIMSON in die „Suhler- Waffen- und Fahrzeugwerke GmbH“ (WAFFA) eingeordnet.

Im April 1945 besetzen amerikanische Truppen das SIMSON- Werk in Suhl und beschlagnahmen und entfernen wichtige Produktionsunterlagen. Im Juli besetzen sowjetische Truppen die Stadt Suhl und stellen das Waffenwerk SIMSON unter Kontrolle des SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland). 1946 beginnt die Demontage des SIMSON-Werkes und der Abtransport von vielen Maschinen und Anlagen als Reparationsleistungen in die Sowjetunion.

Nach dem Krieg entstanden in der jetzt als „VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann“ firmierenden Fabrik ab 1950 unter dem Namen AWO Einzylinder-Motorräder mit 248 cm³ Hubraum und Kardanwellenantrieb. 1957 wird das Ende der Fahrradproduktion eingeleitet und es beginnt der Einstieg in die Produktion kleinmotorisierter Zweiräder. Das Moped SR2 E, entwickelt unter Verantwortung des bekannten Ing. Am 1.

Der VVB Automobilbau verlangt 1960 die Einstellung der Motorradproduktion der AWO 425 in Suhl. Auf Grund einer politischen Entscheidung der SED erfolgt am 1.Januar 1970 die Gründung des „IFA Kombinat für Zweiradfahrzeuge“. Der VEB Fajas wird damit als Stammbetrieb zugeordnet und muss kurzfristig eine Kombinatsleitung aufbauen.

Durch die Firma Krause, wird unter Leitung von Herrn Kwokal, das Krankenfahrzeug DUO 4/1 produziert. Als Zulieferungen kommt der SIMSON Motor M 53 und weitere SIMSON Bauteile zur Anwendung. Das letzte Modell der Vogelserie, der SIMSON Habicht SR 4-4, mit Viergang Motor M54, geht in Serie.

Der Kleinroller des Typs „Simson Schwalbe“ ist ein Kleinkraftrad der Firma Simson aus Suhl. Angetrieben wurde die erste Schwalbe mit ihren für diese Fahrzeugart atypisch großen 16-Zoll-Rädern von einem 49 cm³-Einzylinder-Zweitakter mit Gebläsekühlung, der 3,4 PS (2,5 kW) bei 6500/min leistete. Er verhalf dem vollgetankt nur 79 kg wiegenden Kleinroller zu einer für diese Klasse respektablen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h.

Im Laufe seiner mehr als zwanzigjährigen Bauzeit ermöglichte es Generationen von DDR-Bürgern eine bescheidene individuelle Mobilität zu erträglichen Preisen. Im September 1934 ging die Automobilproduktion in Suhl zu Ende. Um den auch im Arbeiter- und Bauernstaat steigenden Mobilitätsbedarf zu decken, ordneten die Funktionäre kurze Zeit später die Herstellung von Mopeds und Kleinkrafträdern an.

Die Schwalbe wurde seit 1964 im Simson-Werk in Suhl hergestellt. Ursprünglich war die Simson KR51 als Kleinkraftrad ohne Geschwindigkeitsbegrenzung konzipiert worden und war für eine Höchstgeschwindigkeit von 68 km/h ausgelegt. Die Geschwindigkeit wurde jedoch 1963 auf 60 km/h begrenzt.

Insgesamt gab es drei Baureihen. Die erste Baureihenbezeichnung der Simson Schwalbe lautet KR51 (KR steht für Kleinroller; die 5 für den Hubraum von 50 ccm; die 1 dient der Unterscheidung zum Vorgänger, der Simson KR50). Insgesamt gab es drei Baureihen mit zusammen acht Modellen. Die erste Baureihe hieß KR 51 (KR stand für Kleinroller) und folgte auf den Kleinroller KR 50, der noch nicht als Zweisitzer konzipiert war.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erschien 1964 der KR 51, der bis 1968 produziert wurde. Für das Design der Simson KR51 mussten die Konstrukteure zunächst einige Kritik wegstecken. Die Fachpresse kritisierte es als nicht zu Ende gedacht und voller Kompromisse. Die Konstrukteure mussten für das Design herbe Kritik einstecken: die Presse erklärte deutlich, dass die Formgestaltung des Gefährts keineswegs als schön zu bezeichnen wäre. Doch jenen machte schnell der Motor die größeren Sorgen. Er war auf die 60 km/h-Beschränkung noch nicht optimal ausgelegt. Der Popularität der Schwalbe tat dies jedoch keinen Abbruch.

Die zweite Baureihe KR 51/1 sollte dies ab 1968 beheben. Tatsächlich verbesserte sich die Leistung geringfügig und vor allem lief sie durch einige Korrekturen wesentlich leiser. In dieser Baureihe wurden verschiedene Sondermodelle gefertigt, die beispielsweise mehr Komfort oder eine halbautomatische Fliehkraftkupplung boten. Diese wurden bis 1980 hergestellt.

Erst dann wurde die zweite Baureihe durch die dritte KR 51/2 abgelöst, die bis zum 31. März 1986 produziert wurde. Danach wurde die Herstellung des ersten Mopeds der „Vogelserie“ eingestellt. Die wesentliche Unterscheidung zum Vorgänger war der neu konstruierte, fahrtwindgekühlte 3,7-PS-Motor M541. Er reduzierte die Vibrationen beim Fahren, war sparsamer und mit drei oder vier Gängen lieferbar.

Ein weiterer Pluspunkt war das niedrige Einstiegsalter: Ab 16 Jahre durfte man den Kickstarter der Schwalbe niedertreten. Die Weiterentwicklung der Schwalbe stellte der SR50 dar. Das Fahrzeug wurde wie gesagt als Kleinroller mit gutem Wetterschutz konzipiert. Dank einer Ausnahmeregelung im Einigungsvertrag darf man das sogar heute noch, obwohl die Schwalbe wegen ihrer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h kein Moped mehr ist.

Nach der Wende wurde das Unternehmen von der Treuhand abgewickelt. Mit der Wende zeichnete sich für die Herstellung von Mopeds, Mokicks, Leichtkrafträdern und Kleinrollern in Suhl das Aus ab. Die Produktion der Schwalbe war nach 1,058 Mio. Exemplaren schon im April 1986 ausgelaufen. Die gesamten jährlichen Produktionsstückzahlen der Kleinkrafträder liegen bei ca. Im Dezember 1990 wurde das traditionsreiche Unternehmen von der Treuhand abgewickelt.

Ein klassisches Beispiel solcher Nostalgiegefährte ist der legendäre Roller Simson Schwalbe aus der DDR, den nach der Wende auch etliche Liebhaber im Westen in ihr Herz geschlossen haben. Trotz vieler Anfragen aus Polen verkauft er seine immerhin gut 4.000 Euro teuren Schwalben derzeit nur ins Ausland. Der Name Simson steht für eine der ältesten deutschen Waffen- und Fahrzeugfabriken.

Vor 30 Jahren wurde die Produktion in Suhl eingestellt. Die Mopeds wurden als wertlos erachtet. Viele verstaubten in Scheunen oder wurden im Wald entsorgt.

Was bleibt? Heute ist das Moped „Schwalbe“ Kult. Diese gab es nun im Überfluss in allen Preisklassen, ob gebraucht oder neu. Ein weiterer Grund für deren große Beliebtheit auch nach der Wende ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern in der 50ccm-Klasse. Die Mopeds wurden als wertlos erachtet. Viele verstaubten in Scheunen oder wurden im Wald entsorgt.

Nur wenige haben dem Zahn der Zeit unverändert standgehalten, viele sind heute nachlackiert, mit Ersatzteilen versehen oder frisiert. An die Ersatzteile zu gelangen ist kaum ein Problem. So manches Zwei- oder Vierradfahrzeug dient seinem Besitzer jahrelang als anspruchsloses Fortbewegungsmittel, das vor allem zuverlässig und preiswert zu sein hat.

Ein Viertel der Krafträder wurde exportiert, etwa 20.000 Stück pro Jahr gingen in sozialistische Brüderländer und etwa 30.000 Stück in den Westen. Außerdem stiegen viele Ostdeutsche nun aufs Auto um.

Heute genügt übrigens die Führerscheinklasse AM, um die Schwalbe zu fahren, obwohl sie eine Höchstgeschwindigkeit von über 45 km/h besitzt. Dies ist dank der Bestimmung des Einigungsvertrages möglich, die erlaubt, dass Ein- und Mehrspurfahrzeuge der ehemaligen DDR mit maximal 50 cm³ Hubraum trotz einer (in der DDR zulässig gewesenen) Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h mit dieser Führerscheinklasse gefahren und als Kleinkraftrad versichert werden dürfen.

Das Simson Model S51 - der Klassiker

Das Modell S51 war eines der bekanntesten und meistverkauften Motorräder, das von Simson produziert wurde. Es wurde erstmals 1980 auf den Markt gebracht und wurde bis zur Einstellung der Produktion im Jahr 2002 hergestellt. Die S51 wurde als Nachfolger des Modells S50 entwickelt und war in verschiedenen Versionen erhältlich, einschließlich der S51 B, S51 C, S51 E, S51 N und S51 Enduro.

Die S51 hatte einen luftgekühlten Zweitaktmotor mit einem Hubraum von 50ccm. Die Leistung variierte je nach Version und lag zwischen 2,5 und 4,4 kW. Die Höchstgeschwindigkeit betrug etwa 60-80 km/h, je nach Version und Zustand des Fahrzeugs.

Das Modell hatte eine robuste Konstruktion und war für den Einsatz auf unebenem Gelände geeignet. Es hatte eine Federgabel und eine Federung am Hinterrad, die für eine gute Stoßdämpfung sorgte. Die S51 hatte auch ein zuverlässiges Bremssystem mit Trommelbremsen an beiden Rädern.

Ein weiteres Merkmal der S51 war ihre vielseitige Konfiguration. Es gab verschiedene Ausstattungsvarianten, einschließlich der Basisversion, die für den täglichen Gebrauch konzipiert war, sowie der Enduro-Version, die für den Einsatz im Gelände geeignet war. Es gab auch eine "N" Version, die speziell für den Einsatz auf Straßen konzipiert war und mit einem stärkeren Motor ausgestattet war.

Die S51 ist auch für ihre einfache Wartung und Reparatur bekannt. Viele Besitzer können kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten selbst durchführen. Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist auch ein großer Vorteil für Besitzer von Simson-Motorrädern.

Insgesamt war die S51 ein zuverlässiges und vielseitiges Motorrad, das in der DDR und in anderen Ländern sehr beliebt war. Heute hat die S51 unter Simson-Enthusiasten einen Kultstatus erreicht und wird von vielen als Symbol der Ostdeutschen Kultur und Geschichte angesehen.

Erich Übelacker - Chef-Designer der Simson-Modelle

Der Chef-Designer der Simson-Modelle war Erich Übelacker. Er war ein erfahrener Ingenieur und Designer, der während seiner Karriere viele bekannte Fahrzeugmodelle entworfen hat. Übelacker war in den 1960er und 1970er Jahren bei Simson tätig und war maßgeblich an der Gestaltung vieler Modelle beteiligt, darunter die Schwalbe und die S50- und S51-Modelle.

Einer der bekanntesten Entwürfe von Übelacker war die Simson Schwalbe, die 1964 auf den Markt gebracht wurde. Die Schwalbe war ein echtes Kultmotorrad und wurde zu einem der bekanntesten Symbole der DDR.

Übelacker war auch an der Gestaltung der S50- und S51-Modelle beteiligt, die ebenfalls sehr erfolgreich waren und bis heute bei vielen Simson-Enthusiasten beliebt sind. Übelacker hatte auch einen großen Einfluss auf das Design von anderen Fahrzeugen, darunter das Trabant-Auto, das ebenfalls in der DDR produziert wurde. Er war bekannt für seine klaren, funktionalen Designs und seine Fähigkeit, einfache und effektive Lösungen zu finden, um komplexe Probleme zu lösen.

Obwohl die Produktion von Simson-Motorrädern bereits vor einiger Zeit eingestellt wurde, ist der Einfluss von Erich Übelacker und seinen Designs auf die Motorradindustrie und die Fahrzeugkultur weiterhin spürbar.

Innovationen der Simson-Modelle

Die Simson-Motorräder waren für ihre fortschrittliche Technologie und ihre innovativen Funktionen bekannt. Hier sind einige Beispiele für die Innovationen, die die Simson-Modelle im Laufe der Jahre hervorgebracht haben:

  • Zweitaktmotoren: Simson war einer der ersten Motorradhersteller, der Zweitaktmotoren in seinen Motorrädern einsetzte. Diese Motoren waren leistungsfähiger und effizienter als die zu dieser Zeit üblichen Viertaktmotoren.
  • Elektronische Zündung: Simson war einer der ersten Motorradhersteller, der elektronische Zündungen in seinen Modellen einsetzte. Diese Technologie verbesserte die Leistung und Zuverlässigkeit der Motorräder.
  • Scheibenbremsen: Die Simson-Modelle waren einige der ersten Motorräder, die mit Scheibenbremsen ausgestattet wurden. Dies verbesserte die Bremsleistung und erhöhte die Sicherheit für den Fahrer.
  • Gabel- und Federungssysteme: Die Simson-Motorräder waren mit fortschrittlichen Gabel- und Federungssystemen ausgestattet, die für eine reibungslose Fahrt auf unebenem Gelände sorgten.
  • Vielseitige Konfiguration: Viele Simson-Modelle, einschließlich der S51 und der Schwalbe, waren in verschiedenen Konfigurationen erhältlich, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten waren. Zum Beispiel gab es Versionen für den täglichen Gebrauch, für das Gelände und für die Straße.
  • Einfache Wartung: Simson-Modelle waren bekannt für ihre einfache Wartung und Reparatur. Viele Besitzer konnten kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten selbst durchführen, was dazu beitrug, die Betriebskosten niedrig zu halten.

Insgesamt waren die Simson-Modelle aufgrund ihrer fortschrittlichen Technologie und ihrer innovativen Funktionen bei den Kunden sehr beliebt. Viele dieser Technologien und Funktionen wurden später von anderen Motorradherstellern übernommen und sind heute immer noch in vielen modernen Motorrädern zu finden.

Warum lebt der Kult um die Simson-Modelle heute weiter?

Es gibt viele Gründe, warum der Kult um die Simson-Modelle heute noch lebt. Hier sind einige der wichtigsten Gründe:

  • Nostalgie: Für viele Menschen, insbesondere für diejenigen, die in der DDR aufgewachsen sind, sind die Simson-Motorräder ein Symbol für ihre Kindheit und Jugend.
  • Einzigartiges Design: Die Simson-Motorräder haben ein einzigartiges Design, das sich von anderen Motorrädern unterscheidet. Das ikonische Design der Schwalbe und der S50- und S51-Modelle ist unverwechselbar und macht diese Motorräder zu einem begehrten Sammlerstück.
  • Erschwinglichkeit: Viele Menschen schätzen die Erschwinglichkeit der Simson-Motorräder im Vergleich zu modernen Motorrädern. Da die Produktion der Simson-Motorräder bereits eingestellt wurde, sind sie auf dem Gebrauchtmarkt verfügbar und oft zu einem erschwinglichen Preis erhältlich.
  • Einfache Wartung und Reparatur: Die Simson-Motorräder sind für ihre einfache Wartung und Reparatur bekannt. Viele Besitzer können kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten selbst durchführen, was dazu beiträgt, die Betriebskosten niedrig zu halten.
  • Exklusivität: Da die Simson-Modelle nicht mehr produziert werden, sind sie zu einem exklusiven Sammlerstück geworden. Die begrenzte Verfügbarkeit dieser Motorräder hat dazu beigetragen, dass sie bei Sammlern und Enthusiasten begehrt sind.

Insgesamt hat der Kult um die Simson-Modelle viele verschiedene Gründe.

Die Schwalbe kehrt als E-Version zurück

Im August 2017....kommt die Schwalbe zurück - als E-Version mit 45km/h Höchstgeschwindigkeit, entwickelt und produziert von uns - der Govecs AG. Dabei haben wir bewusst darauf geachtet, die markante Form und das Aussehen des Originals zu behaltenIm Juli 2018...haben wir mit der 90 km/h Variante noch einen oben drauf gesetzt und die schnellste eSchwalbe aller Zeiten auf den Markt gebracht.

Mit der zukunftsorientierten Technologie eines Elektromotors und ihrem charaktervollen Design vereint die eSchwalbe Tradition mit Innovation und setzt ein Statement für nachhaltige Elektro-Mobilität. Die eSchwalbe ist deshalb mehr als nur ein stilvoller Elektro-Roller, denn ihr starker Charakter basiert auf einer beeindruckenden Geschichte.

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