Die Originalfarben der Schwalbe KR51: Eine Übersicht

Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Originalfarben, die bei den Simson-Fahrzeugen, insbesondere der Schwalbe KR51, verwendet wurden. Es werden auch Informationen zur Lackierung, Farbvarianten und Tipps zur Erhaltung des Originallacks gegeben.

Allgemeine Informationen zu Simson-Lackierungen

Bei den meisten Simson-Fahrzeugen wurden Einbrennlacke auf Alkydharz-Basis verwendet. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Lacke, wie fast alle gängigen Kfz-Lacke, keine RAL-Farbtöne sind. Eine Angabe eines RAL-Farbcodes stellt daher nur eine Annäherung an die tatsächliche Farbe dar. Teils beträchtliche Schwankungen der Farbtöne während der Produktion führten durchaus zu Unterschieden zwischen Fahrzeugen, die eigentlich die gleiche Farbe haben sollten.

Erschwerend hinzu kommen bei älteren Fahrzeugen noch äußere Einflüsse wie Ausbleichen durch UV-Licht. Wenn man also den Originallack behalten und nur kleinere Fehler ausbessern will, empfiehlt es sich, den Farbton anhand eines Originalteils nachmischen zu lassen. Bei der Schwalbe eignet sich hierfür beispielsweise der Deckel des Batteriefachs.

Verfügbare Farbtöne für die Schwalbe KR51

'Saharabraun', 'Biberbraun', 'Olivgrün', 'Kirschrot', 'Tundragrau' - dies ist nur eine kleine Auswahl der zu DDR-Zeiten verfügbaren Schwalbe Kunstharz-Werkslackierungen. Je nach Modell und Baujahr variierten die verfügbaren Farbtöne. Mittlerweile werden viele der Originalfarben wieder nachproduziert, jedoch mit teils erheblichen Abweichungen zum Originallack auf dem Moped.

Farbtonabweichungen und ihre Ursachen

Oftmals war der Lack auf dem Fahrzeug jahrzehntelang der Witterung ausgesetzt und ist somit etwas ausgeblichen. Oftmals gab es zu DDR-Zeiten auch leichte Abweichungen bei der Produktion, wodurch selbst beim Vergleich von Originallackierungen an unterschiedlichen Fahrzeugen deutliche Unterschiede im Farbton feststellbar sind. Dies liegt u.a. auch daran, dass Simson-Farbtöne keine RAL-Farbtöne sind. So stehen viele Simsonfahrer beim Nachbessern von schadhaften Lackstellen oder bei der Neulackierung von einzelnen Karosserieteilen vor dem Problem, einen neuen Lack mit dem Farbton zu erhalten, der dem Originallack am Fahrzeug gleicht bzw. nahe kommt.

Rahmenfarben

Zu Beginn der Produktion der ersten KR51-Fahrzeuge soll der Rahmen einen konstanten Grauton erhalten haben, wodurch es sich möglicherweise auch dort um einen RAL-Farbton gehandelt haben könnte. In den nachfolgenden Produktionsjahren wurden bei allen Fahrzeugrahmen unterschiedliche Farbtöne festgestellt werden, wobei jedoch immer ein Grauton verwendet wurde. Glaubt man einer Anektdote, dann sollen aufgrund der schlechten Versorgung mit Lackfarben immer die Farben für die Lackierung des Rahmens verwendet worden sein, die im Werk in Suhl vorrätig waren. Diese wurden dann ggf. noch anderen mit Farbresten gestreckt, so dass es so zu den stark variierenden Grau- bis Schwarztönen beim Fahrzeugrahmen gekommen ist.

Schwarze Bauteile

Einzelne Bauteile, wie z.B. Schwingen, Lenkerblech und Rücklichthalterung bei Fahrzeugen der /2er Schwalbe Serie wurden in Schwarz lackiert, jedoch es handelt es sich auch hier um keinen einheitlichen und normierten Farbton nach RAL-System.

Modellspezifische Farben

Folgende Übersicht gibt einen Überblick über alle verfügbaren Simsonlackierungen, die für die Schwalbe erhältlich waren. Die Lackierungen wurden im Verlauf der Fahrzeugproduktion in Abhängigkeit vom Modell und dem Baujahr geändert, so dass jedes Schwalbemodell nur in ausgewählten Farben verfügbar war.

  • KR51H (Handschaltung):
    • Tundragrau
    • Atlantikblau (ab 64)
    • Orange (64-65)
  • KR51F (Fussschaltung):
    • Tundragrau
    • Atlantikblau
    • Orange (Sonderlackierung oder Prototyp)
  • KR51/1 (F+H):
    • Ibiza/Kirschrot (ab 78)
    • Atlantikblau
    • Tundragrau (bis 73)
  • KR51/1S (Sondermodell):
    • Olivbeige
    • Ibiza-/Kirschrot (ab 78)

      Achtung: Lenkerschutzblech + Rücklichtblech in Alabaster!

  • KR51/1K (Komfort):
    • Alabasterweiss (bis Anfang 75)
    • Pastellweiss

      Achtung: Schwingen in Pastellweiss!

    • Saharabraun (ab 78)
  • KR51/2N:
    • Atlantikblau (80-86)
    • Saharabraun (ab 83-86)
    • Pastellweiss (84-85) (Ungarn)
  • KR51/2E:
    • Saharabraun
    • Biberbraun (84-86)
    • Billardgrün (Sonderlackierung, Export)
  • KR51/2L (Luxus):
    • Ibiza-/Kirschrot (bis 82)
    • Billardgrün (82-86)

Hinweis: Griffarmaturen: Grau (wie SR2) ab 78 Schwarz sdm. Lenker: 2 verschiedene Grautöne. Kindersitz: Rahmen Schwarz glanz oder Rahmenfarbe Hellgrau sdm.

Besonderheiten bei Spatz und Star

  • Spatz SR4-1:
    • Bordo/Tundragrau
    • Maron/Tundragrau (die 1. evtl. auch in Sandgrau)
    • Atlantikblau*/Sandgrau
  • Star SR4-2:
    • Bordo/Tundragrau
    • Maron/Tundragrau (die 1. evtl. Allgemein: Um den Lack UV-beständiger zu machen, wurde ein gelblicher (weil Kunstharz bzw. Diaphanrotmet. Lenkerarmatur: Grau (nicht bekannt ab wann, evtl.

Alternativen zur Originallackierung

Neben der herkömmlichen Lackierung gibt es verschiedene Alternativen:

  • Hammerschlaglackierung: Diese Lackierung zeichnet sich durch eine markante, leicht dellenartige Struktur aus. Sie gleicht kleinere Unebenheiten aus und ist in der Regel günstiger als normale Lackierungen.
  • Pulverbeschichtung: Hierbei wird ein Pulverlack auf die Blechteile aufgetragen und eingebrannt. Pulverbeschichtungen sind widerstandsfähig und kostengünstig, allerdings ist die Ausbesserung von Schäden aufwendiger.
  • KFZ-Folierung: Das Aufbringen von KFZ-Folien schützt den Originallack und ermöglicht eine individuelle Gestaltung.

Tipps zur Erhaltung des Originallacks

Meiner Meinung nach sollte der Originallack am Fahrzeug grundsätzlich erstmal erhalten werden. Die Simson-Fahrzeuge mit Originallack und werden immer seltener und oftmals erzielen Fahrzeuge mit gut erhaltenem Originallack auch einen höheren Verkaufspreis. Ich persönlich finde, dass "Kampfspuren" wie z.B. Kratzer, Dellen oder Beulen auch zum Fahrzeugalter dazugehören. Da darf man der Schwalbe ihr Alter auch ein bisschen ansehen - ist ja schließlich schon eine ältere Dame!

Vor einer neuen Komplettlackierung sollte der Originallack am Fahrzeug zunächst aufbereitet werden. Dazu eignen sich Poliermittel und entsprechende Lackpoliturtücher. Deulen und Beulen können ggf. gespachelt und anschließend beilackiert werden. Gerade bei den Karosserieteilen empfiehlt es sich auch auf Teilemärkten oder in Onlineauktionshäusern nach Ersatz zu schauen, um ggf. Erst, wenn eine Aufbereitung des Lacks keine Verbesserung zeigt oder der Lack generell zu stark beschädigt ist, würde ich persönlich über eine Ausbesserung bzw. eine neue Komplettlackierung nachdenken - dann allerdings durch einen Fachbetrieb.

Wichtiger Hinweis zur Nachlackierung

In den meisten Fällen geht das allerdings schief - das Ergebnis sieht oftmals schlechter aus, als der ursprüngliche Originallack, der unwiderbringlich zerstört wurde. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, wo die Lackierung aus der Sprühdose oder mittels Kompressor und Lackpistole schon gute Ergebnisse erzielt hat. Es besteht allerdings immer ein Risiko!

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