Schwarze Motorradfahrer Kultur in Schweden

Schweden, bekannt für seine atemberaubende Natur, fortschrittliche Kultur und entspannte Lebensart, bietet auch für Motorradfahrer ein einzigartiges Erlebnis. Nachdem wir in vielen Motorradjahren den Süden weidlich abgegrast haben, war es jetzt an der Zeit, dies zu ändern. Vor allem wollten wir für einige Zeit den unangenehmen Trubel der Zeitläufte hinter uns lassen und auf einsamen Straßen erleben, wie das Land der Blau-Gelben so tickt.

Der Fall Mika - Ghostrider

Ein düsteres Kapitel der schwedischen Motorradszene ist der Fall des "Ghostriders", der mit seinen illegalen Stunts und Hochgeschwindigkeitsfahrten für Aufsehen sorgte. Seit drei Jahren macht der "Ghostrider" mit 300 Sachen Stockholm unsicher. Gern auch mal gegen die Fahrtrichtung. Der Ghostrider von Stockholm kann echt gut Motorrad fahren. Beispielsweise mit 220 Sachen durch die Stadt, das zeigt er uns in seinem neuesten Video. Oder, anderes Schurkenstückchen: der "Hayabusa-Run". Die Kamera im Cockpit, der Tacho steht auf 280 km/h, die Drehzahlmessernadel im roten Bereich. Klack, und plötzlich: 340 km/h. Echte 499 PS reißen jetzt das Vorderrad der turbolader-getunten Suzuki GSX 1300 R Hayabusa nach oben. Wheelie! Das alles auf einer schwedischen Autobahn.

Der Mann mit der "Ghostrider"-Nummer wohnt in Stockholm. Es handelt sich um einen ausgemusterten Motorradrennfahrer, in die Jahre gekommen. Einer von denen, die nicht mehr dazugehören, die nicht mehr mithalten konnten, die nie richtig vorn lagen, aber schließlich nur noch hinterherfuhren. Durch eine "Playboy"-Story vor zwei Jahren kam heraus: Der Mann nennt sich Mika, ist um die 40 Jahre alt, hat schlohweißes Haar, ist groß, betreibt Bodybuilding. Er spricht wenig und schlecht, in vorher abgefaßten Sätzen wie "Die Angst in dir ist dein bester Freund." Bei knapp 300 Stundenkilometern - das sind 190 km/h über dem Tempolimit von 110 km/h auf schwedischen Autobahnen - hält er den gereckten Okay-Super-Top-Daumen in die Cockpit-Kamera.

Der Mann ist mit seinen Motorrädern extrem forsch und illegal unterwegs, seit neuestem auch in Deutschland (Nürburgring ist erwiesen) und Frankreich (Pariser Autobahnring). Und natürlich in Schweden: Vollgas durch den Verkehr, ohne Skrupel, ohne Nummernschild. Außer den Kameras am Motorrad filmen Gehilfen an der Strecke mit - meist sind es minutiös geplante Szenen, aber im öffentlichen Straßenverkehr. Aber er ist der erste, der mit seinen selbstmordattentätermäßigen Ausfällen Gewinn einfährt, seit 2002.

Seine vier, je ein- bis zweistündigen Videos vertreibt er in Videotheken, natürlich auch im Internet. Auf einer Schweizer Internetsite wirbt ein Händler: "Ein Kultfilm für Kenner: Im wahrsten Sinne abgefahrene Bikerszenen der Extraklasse. Ein Spaß für alle Tempofreaks! Mit 300 Sachen auf einer GSX-R 1000 durch den Berufsverkehr, mit 200 Sachen auf dem Hinterrad, echte Verfolgungsjagden mit der Polizei und und und ..."

Im Ghostrider-Video Nummer eins, "The final Ride", fuhr diese schwarz vermummte Gestalt nach Uppsala. Grün und Vollgas, 100, 200, 299 (km/h). Stadtverkehr, es ist gerade rush hour. Ja, der Ghostrider hat die 68 km von Stockholm nach Uppsala dann in 14.55 Minuten geschafft. Der "Uppsala run" war das. Im Schnitt sind das über 270 Stundenkilometer. Abgesehen von Kinderfahrrad, Kruzifix und Kirchenbank hat sich der "Ghostrider"-Produzent noch eine weitere Requisite ins Bild rücken lassen: schwedische Polizeiwagen auf (vorläufig) hoffnungsloser Verfolgungsjagd.

Zwei Lkw fahren nebeneinander auf der dreispurigen Autobahn, sichtlich ganz außen auf ihren Fahrbahnen, um die Mitte breit zu halten. Es ist Nacht, kein Verkehr, die Autobahn ist hell erleuchtet. Der abgehalfterte Ex-Rennfahrer fährt gegen die Fahrtrichtung, gegen den Verkehr, zwischen den beiden Lastern hindurch, er bringt es dabei auf 284 km/h. Das wird im neuen Video ganz deutlich gezeigt.

Das angebliche Ende des Ghostriders

Der aus vielen illegalen Straßenaufzeichnungen bekannte „Straßenrenner“ Ghostrider ist am vergangenen Mittwoch von einem schwedischen Zivilpolizisten erschossen worden. Der Fahrer war auf dem Highway ohne Kennzeichen mit einer Geschwindigkeit jenseits der 200km/h Marke unterwegs, als ihn der Polizist auf eigene Verantwortung erschoss. Die Agentur, die die Filme vertreibt bestätigt den Tod des aus vielen Aufzeichnungen bekannten Motorradfahrers. Seine Identität wurde jedoch noch nicht ermittelt.

Motorradtouren in Schweden

Für Motorradfahrer, die legale und landschaftlich reizvolle Routen bevorzugen, bietet Schweden unzählige Möglichkeiten. One of the pleasantest things in the world is going a journey; but I like to go by myself. I can enjoy society in a room; but out of doors, nature is company enough for me. Unsere Tour hat Tipps und Erkenntnisse zu Tage gefördert, die auch für Euch nützlich sein könnten.

  • Anreise: Die Anfahrt von Berlin zum Fährhafen Sassnitz auf Rügen ist alles andere als prickelnd: Entweder man fährt sich die Reifen auf der Autobahn eckig. Oder man schlägt sich auf die parallele B 96. Landschaftlich ist sie sicherlich nicht ohne Reiz, ansonsten aber ganz wie Brandenburg - nur mit Wasser außenrum.
  • Erster Eindruck: Zunächst einmal verspüren wir eine ungewohnte Ruhe und Gelassenheit: Kein Trubel. Man begegnet einander höflich und respektvoll, fährt gesittet, nimmt Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer.

Um dieses Gefühl auszukosten, vermeiden wir auf dem Weg nach Norden - soweit möglich - die autobahnähnlich ausgebaute E 22 zwischen Malmö und Stockholm. Hinter Ystad wartet die Landschaft mit einem fast südlichem Flair auf: sanfte Hügel, wechselnde Ausblicke auf die sonnenbeglänzte Ostsee, ausgedehnte Obstplantagen - und vor allem eine ermunternd schwungvolle Straßenführung.

Empfehlenswerte Routen und Orte

  • Simrishamn: Mit seiner Marina und seiner Architektur ähnelt es einem Hafenort an der schottischen Küste.
  • Karlskrona: Die spektakuläre Einfahrt nach Karlskrona entschädigt uns für die Eintönigkeit der Fernstraße: Am Horizont glänzt das Meer, davor reiht sich eine Kette von Schären und unser Weg zum Hotel schlängelt sich an den Buchten entlang, die der Stadt ihr Gepräge geben.
  • Gotland: Als wir in Gotland wieder von der Fährrampe rollen, tut sich uns ein gänzlich neues Stück Schweden auf: Hinter einer dreieinhalb Kilometer langen Ringmauer duckt sich die mittelalterliche Hansestadt Visby, ein Ensemble hübsch hergerichteter Häuser, überquellender Gärten, stolzer Klosterruinen und winkliger Gassen.
  • Lickershamn: Vom Parkplatz aus wandern wir auf einem Höhenweg zur Jungfrun, einem 12 Meter hohen Felsen mit herrlichem Panorama über die Küstenlandschaft.
  • Fårö: Weit weg vom Rest der Welt, mitten in der Ostsee.
  • Herrvik und Ljugarn: Schmucke Sommerhäuser mit den obligatorischen Schwedenfahnen im Vorgarten reihen sich an der Straße bis hin zum Leuchtturm, der die Ostspitze Gotlands markiert. Hier genießen wir die mutmaßlich späteste Strandsonne unseres Lebens.

Das Jedermannsrecht (Allemansrätten)

Das „Allemansrätten“ erlaubt es, sich frei in der Natur zu bewegen. Dieses einzigartige Recht ermutigt Einzelabenteurer, Wälder, Wiesen und Küsten auf eigene Faust zu erkunden und so eine tiefe Verbundenheit mit der Natur zu schaffen.

Acht Kilometer hinterm Campingplatz kreuzt der Trans Euro Trail die Straße. Er ist kaum zu verfehlen, selbst wenn das GPS-Gerät ihn nicht überdeutlich auf dem Display zeigen würde. Ich biege ab und folge der Schotterpiste am Waldrand entlang. Plötzlich bin ich schon zu weit. Ich wende und fahre ein paar Meter zurück. Ein verwittertes Holzschild deutet auf einen Wanderweg, der zwischen den Bäumen verschwindet. Der Pfad ist gerade breit genug für einen Fußgänger. Aufmerksam tuckere ich ins Unterholz. Ganz wohl ist mir nicht dabei. Ganz wohl ist mir nicht dabei. Zum ersten Mal wünschte ich, der teure, superleichte Titanauspuff wäre weniger laut. Der Boden ist schwer vom Regen der letzten Tage. Ich fahre behutsam im ersten Gang, aber jeder kleine Gasstoß ist ein Flurschaden. Farne und dünne Zweige streifen das Motorrad. Mir wird zunehmend mulmig.

Doch wie auf fast allen Reit- und Wanderwegen, ist es verboten mit dem Motorrad darauf zu fahren. Schade eigentlich. Besser gehts nicht. Doch wie auf fast allen Reit- und Wanderwegen, ist es verboten mit dem Motorrad darauf zu fahren. Schade eigentlich. In jungen Jahren wäre ich mit meiner KTM ohne Rücksicht auf Verluste hier durchgeheizt. Reiter, Wanderer, Bußgelder? Was gehen die mich an? Aber das hat sich verändert und ich entscheide mich umzukehren. Bin ich nun doch endlich erwachsen geworden? Oder schlicht alt? Der Pfad ist so schmal, dass ich weiterfahren muss, bis ich eine geeignete Stelle zum Wenden finde. Mit Bedauern fahre ich zurück zum Anfang des Paradisleden, wo ich erst vor wenigen Minuten abgebogen bin.

Sicherheit und Inklusion

Schweden ist eines der glücklichsten Länder der Welt und schneidet auch bei Indikatoren der Lebensqualität wie Erschwinglichkeit und Sicherheit gut ab. Schweden ist für seine Gastfreundschaft und Freundlichkeit bekannt und gepflegte öffentliche Räume und effiziente öffentliche Dienstleistungen schaffen ein sicheres Umfeld für Reisende.

Schweden genießt in der internationalen LGBTQI-Community einen Ruf als inklusives Land. Hier kannst du ganz du selbst sein und dich unabhängig von deinem Geschlecht, deiner sexuellen Orientierung oder deinem Alter sicher fühlen.

Zusätzliche Tipps für Motorradfahrer

  • Fahrkultur: Es erstaunt immer wieder das Maß an Rücksicht, das auf andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger (sie haben absoluten Vorrang) genommen wird. Ebenso, wie man sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen hält: 110-120 km/h auf Autobahnen / Schnellstraßen, 70-90 km/h auf kleineren Straßen und 50 km/h in Ortschaften.
  • Fähren: Beim Check-In wird Motorrädern (ebenso wie Wohnmobilen) ein eigener Wartestreifen vor der Fährrampe zugewiesen, von dem aus man dann zu gegebener Zeit vom Boarding aufgefordert wird. Schaue dir genau an, wie du an deiner beladenen (!) Maschine die Gurte führen kannst, ohne daß irgendwelche Kabel oder Schläuche abgequetscht werden. Lege im Tankruckrack einen Werkstattlappen bereit, den du zum Schutz an kratz-/quetschgefährdeten Stellen unterlegen kannst.

Spa und Wellness

Schweden ist bekannt für seine Spa-Kultur und bietet eine Reihe von luxuriösen und erholsamen Erlebnissen, die perfekt für Alleinreisende geeignet sind. Die schwedische Sauna, oft gefolgt von einem erfrischenden Bad in einem kalten Schwimmbecken oder See, ist ein Muss.

Empfohlene Spas

  • Arctic Bath, Harads: Das Spa bietet drei Saunen, zwei Außenwhirlpools und eine Reihe hochwertiger Spa-Behandlungen.
  • Yasuragi, Nacka: Inspiriert von der japanischen Badekultur bietet es Ruhe, Harmonie und Entspannung mit heißen Quellen im Freien, Innenpools und Saunen.
  • The Spa at Hotel Tylösand, Halmstad: Dieses Spa hat mehrere Preise für sein innovatives Konzept gewonnen, zu dem auch Biohacking-Behandlungen mit Laser und Infrarotlicht gehören.
  • Ystad Saltsjöbad, Ystad: Dieses Spa ist ein an der Küste gelegenes Spa mit einem tropischen Regenwald-Design und umfangreichen Spa-Behandlungen aus der ganzen Welt.

Fazit

Entdecke die Magie des Alleinreisens in Schweden, wo jede Reise durch die Kultur, die Natur und die Herzlichkeit der Menschen noch schöner wird. Worauf wartest du noch?

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