Der Schwarzwald ist ein Paradies für Motorradfahrer. Mit seinen kurvenreichen Straßen, atemberaubenden Landschaften und charmanten Dörfern bietet er eine Vielzahl von Routen, die sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Fahrer geeignet sind. Im Grunde genommen ist es eine einzige Berg- und Talfahrt entlang aussichtsreicher Hügelketten und durch romantische und waldreiche Schluchten, die Schräglagenerlebnisse in ungeahnter Fülle bietet. Bei der Planung kann man nur einen Fehler machen: sich zu wenig Zeit für die "Hochburg" unter Deutschlands Motorradrevieren zu nehmen.
Motorradtouren im Schwarzwald: Eine Übersicht
Die Streckenauswahl fällt selbst bei mehrtägigen Aufenthalten im Schwarzwald nicht leicht. Denn das Straßennetz bietet für alle Tourenansprüche eine enorme Bandbreite, und Motorradfahrer finden überall lohnende Straßen und Traumkurven, die sich durch die landschaftliche Idylle schlängeln. Die nachfolgenden visuell und fahrtechnisch attraktiven Routenvorschläge zeigen die beliebte Ferienregion Schwarzwald von ihrer schönsten Seite.
Motorradtour Nordschwarzwald
Bewaldete Hügellandschaften mit steilen Flanken, durchzogen von engen, tiefen Flusstälern, charakterisieren den Norden des Schwarzwaldes. Diese Rundtour mit Start in Freudenstadt über Baden-Baden, Bad Liebenzell und Calw nutzt die großen Höhenunterschiede aus und bietet jede Menge Kurven und grandiose Ausblicke auf einer Strecke von rund 256 Kilometern im Motorradrevier Nordschwarzwald.
Die ersten Kilometer der Schwarzwald-Tour versprechen Panoramen der Extraklasse. Über Zwieselberg und Bad Rippoldsau geht es zur Alexanderschanze. Für etwa zwei Kilometer folgt die Route der Schwarzwaldhochstraße B500, ehe sie für einen sensationellen Kurventanz Richtung Oppenau links abzweigt. Hier, wo die Berge Roßbühl, Rotenkopf und Melkereikopf in die Höhe ragen, nimmt die Motorradtour erst richtig Fahrt auf. Zügig ist der auf 900 Metern liegende Ruhestein erreicht.
Abwechslungsreiche Kurvenkombinationen führen quer durch die hügelige Landschaft des Nationalparks Schwarzwald in die Ferienregion Baiersbronn, vorbei an der tiefblauen Schwarzenbach-Talsperre. Im Murgtal folgt die Route den Schwüngen des kleinen Flusses. Ausgedehnte Waldflächen begleiten nun die Fahrt zurück zur Schwarzwaldhochstraße, wo ein Abstecher zu den Gertelbach-Wasserfällen oder zum Geroldsauer Wasserfall schöne Fotomotive verspricht. Auf dem Weg nach Oberbeuern prägen großflächige Wiesen und Hügelketten das Landschaftsbild. Anschließend wird die Straße zunehmend kurviger und führt wieder bergauf. Von einer Aussichtsplattform neben der Route reicht der Blick weit über das Murgtal und zum Kleinen Matterhorn. Hinab ins Murgtal geht der Kurvenrausch weiter. In Gernsbach wird der Blinker rechts Richtung Käppele-Pass gesetzt.
Bei Höfen an der Enz erreicht diese Schwarzwald-Motorradtour ihren nördlichsten Punkt. Der Verlauf der Enz gibt nun die Route in den Süden vor. Über Schömberg geht es weiter nach Bad Liebenzell.
Auf der Etappe von Bad Liebenzell bis Freudenstadt führt die Landstraße in sanften Bögen an der romantischen Klosterruine Hirsau vorbei nach Calw. Ein Boxenstopp am Marktplatz der heimeligen Fachwerkstadt Calw lohnt sich, bevor abwechslungsreiche Kurvenschwünge über Nagold und Altensteig zurück nach Freudenstadt, dem Endpunkt dieser traumhaften Schwarzwald-Tour, führen.
Motorradtour Nordschwarzwald auf einen Blick:
- Streckenlänge: ca. 256 Kilometer
- Fahrtzeit: ca. 6,5 Stunden
Motorradtour im Südschwarzwald
Schräglagenerlebnisse im Südschwarzwald: Freiburg, Schauinsland, Schluchsee, Titisee, Kurven über Kurven und immer wieder Kuckucksuhren. Diese Tour durch den milden Südschwarzwald hat für Motorradtouristen viel zu bieten: Selten liegen quirliger Tourismus und einsame, kurvige Bikerpisten so nahe beieinander.
Ausgangsort dieser beeindruckenden Motorrad-Rundtour im Süden des Schwarzwaldes ist die charmante Stadt Freiburg mit ihrem badischen Flair. Inzwischen ist die Schauinslandstraße vom 1. April bis 1. November an Samstagen, Sonn- und Feiertagen für Motorräder gesperrt. Wer an diesen Tagen reist, kann die Tour alternativ über Kirchzarten und Oberried zur Passhöhe Notschrei starten. An Werktagen zieht der Schauinsland Schräglagenfans an, die sich von einer Kurve in die nächste werfen. Atemberaubend schön ist neben der perfekten "Wedelstrecke" auch der Rundum-Ausblick über die herrliche Landschaft des Breisgaus.
Vom malerischen Wiesental bis zum Südhang des Feldbergmassivs erstreckt sich nun die Bergwelt Todtnau auf einer Höhe zwischen 600 und 1386 Metern. Bei Geschwend schwenkt die Motorradroute nach Westen und führt in hügeligem Auf und Ab mit sagenhaftem, weitem Blick auf kleinen Sträßchen nach Münstertal.
Bei der Weiterfahrt bleibt der Berg Belchen mit 1414 Metern Höhe lange im Blick. Nach Badenweiler geht es ab ins Kandertal, wo eine enge und verwundene Kurvenstrecke, wie man sie in Deutschland kaum noch findet, Fahrspaß pur verspricht.
Wiesen, Wälder, eine sanft hügelige Landschaft und Kurven über Kurven prägen den Weg vorbei an Kandern, über den St.-Antoni-Pass und Wacht zum Äulemer Kreuz, der letzten Passhöhe, bevor die tiefblaue Wasserfläche des Schluchsees durch die Bäume glitzert. Der größte See des Schwarzwalds und die gleichnamige Ortschaft laden auf einen Zwischenstopp ein. Durch seine Höhenlage bietet der Schluchsee auch im Sommer Abkühlung.
Am Titisee vorbei führt die Strecke nun etwas gemächlicher auf der gut ausgebauten Schwarzwaldhochstraße B500 Richtung Norden über den aussichtsreichen Thurnerpass nach Furtwangen, der höchstgelegenen Stadt Baden-Württembergs. Kurvenreich geht es weiter nach St. Georgen im Schwarzwald, Tennenbronn und Lauterbach, wo die Motorrad-Rundtour allmählich ihren nördlichsten Punkt in Fohrenbühl erreicht.
Auf kurvig schnellen Streckenabschnitten führt die Motorradstrecke wieder süd-östlich Richtung Hornberg. In der romantischen Landschaft des oberen Gutachtales laden die Triberger Wasserfälle und das Schwarzwaldmuseum in Triberg zum Verweilen ein.
Vorbei am Natur- und Landschaftsschutzgebiet Yacher Zinken geht es in munteren Kurvenkombinationen weiter nach Oberprechtal, Elzach und Waldkirch, bevor der letzte besonders kurvenreiche Abschnitt über den Pass Kandel und St. Peter so ziemlich jedem Motorradfahrer ein Lächeln unter dem Helm ins Gesicht zaubert. Die Kurvenjagd im Südschwarzwald nimmt zurück in Freiburg im Breisgau ein Ende - was bleibt, ist die Erinnerung an ein sagenhaftes Tourenerlebnis in einer der schönsten Motorradregionen Deutschlands, mitten im Herzen des Schwarzwaldes.
Motorradtour im Südschwarzwald auf einen Blick:
- Streckenlänge: ca. 370 Kilometer über Schauinsland/364 Kilometer über Oberried zum Notschrei
- Fahrtzeit: ca. 7,5 Stunden
Schwarzwald Motorradtour zum Rheinfall
Verwunschene Seen und Täler, tiefe Schluchten, mächtige Wasserfälle, malerische Städte und nicht zuletzt hohe Berge prägen das Landschaftsbild und garantieren besonders abwechslungsreiche und reizvolle Motorradtouren. Durch den Südwesten der Republik führt diese kurvige Motorradtour quer durch die "Toskana Deutschlands", die Schwarzwaldtäler Wiesen- und Wehratal und macht einen Abstecher zum Rheinfall im Schweizer Neuhausen.
Kurvenfahren - der wahrscheinlich schönste Grund, auf ein Motorrad zu steigen. An spaßigen Kurven mangelt es dieser Motorradtour nicht. Unser Touren-Tipp hat seinen Ausgangspunkt in Schönau im Süden der Motorradregion Schwarzwald. Nach einem kurzen Warm-up beginnt wenige Kilometer nach Schönau im Schwarzwald der Kurventanz auf zwei Rädern: Die Strecke von Tegernau ins Kandertal begeistert mit verwinkelten Kurven, die sich bergauf und bergab in die Landschaft schrauben. Kurz vor Kandern erreicht die Route ihren westlichsten Punkt und schlängelt sich bis nach Schlächtenhaus durch die dicht bewaldete Hügellandschaft.
Über die Ortschaften Steinen, Minseln und Dossenbach geht es weiter Richtung Wehr. Dort angekommen folgt die Straße den Windungen der Wehra Richtung Todtmoos. Der Fluss schneidet hier eine bis zu 400 Meter tiefe Schlucht in den Südwestabfall des Schwarzwaldes. In engen Kehren geht es durch das Wehratal, eines der spektakulärsten Schwarzwald-Täler. Besonders eindrucksvoll sind die teilweise bis zu 100 Meter hohen bewaldeten Felssteilhänge.
Vor Todtmoos wird der Blinker rechts gesetzt: Auf einer Nebenstraße geht es in einem munteren Bergauf-Bergab nach Mutterslehen und von dort aus ins südlich gelegene Tiefenstein. Es folgt ein Kurvenvergnügen entlang der Alb. Kurz nach Niedermühle zweigt die Motorradroute nach Osten Richtung Weilheim ab. Ab Bürglen folgt eine kurvenreiche Fahrt im Schlücht-Tal bis Ühlingen-Birkendorf.
Über Untermettingen und Lauchringen machen wir uns auf den Weg zum größten Wasserfall Europas, dem Rheinfall in Neuhausen in der Schweiz. Die Rheinfallbesucher erwartet ein grandioses Naturschauspiel: tosende, imposante Wassermassen können hautnah erlebt werden. Ein ausgedehnter Zwischenstopp bietet sich hier bestens an. Ein kostenloser Motorradparkplatz steht vor Ort zur Verfügung und ist in der GPX-Datei als Zwischenziel gekennzeichnet.
Von Neuhausen führt die Motorradroute aus der Schweiz hinaus, auf direktem Weg zum rund 50 Kilometer entfernten Schluchsee, dem größten See des Schwarzwaldes mit zahlreichen umliegenden Sehenswürdigkeiten, wie dem sogenannten "Schwarzwälder Dom" in St. Blasien mit seiner beeindruckenden Kuppel (abseits der Route). Über das Äulemer Kreuz auf 1138 Metern geht es kurvig weiter zum Rotes-Kreuz-Pass. Die Strecke von Weierle Richtung Todtmoos ist eine schöne Verbindung abseits viel befahrener Schwarzwald-Routen.
Der schöne Streckenverlauf von Strick über Präg glänzt durch extreme Kurven und bietet für Sportler einen wahren Kurvenrausch, während Cruiser fantastische Ausblicke bis zum Belchen genießen können. Weiter geht es über Geschwend auf die B317 bis schließlich Schönau im Schwarzwald erreicht wird, wo die erlebnisreichen Schräglagentänze dieser Motorradtour ein Ende finden.
Schwarzwald Motorradtour zum Rheinfall auf einen Blick:
- Streckenlänge: ca. 303 Kilometer
- Fahrtzeit: ca. 7 Stunden
Weitere Routen und Tourenvorschläge
- Die Schwarzwaldhochstraße: Diese wohl bekannteste Panoramastraße des Schwarzwaldes bietet auf 60 Kilometern Länge grandiose Ausblicke auf das Mittelgebirge und über die Rheinebene hinüber bis zu den Vogesen.
- Die Schwarzwald-Panoramastraße: Über rund 70 Kilometer führt sie von 263 auf 1.493 m.ü.NN von Waldkirch im Elztal über den Kandel oder alternativ von Denzlingen durch das Glottertal nach St. Peter, Von dort über St. Märgen, Thurner, Hinterzarten, Titisee und Bärental zum Ort Feldberg am Feldberg.
- Die Schwarzwald-Bäderstraße: In einem weiten Rundkurs mit insgesamt 270 km Strecke durchzieht sie den nördlichen Schwarzwald.
- Die Schwarzwald-Tälerstraße: Bereits seit 1960 schlängelt sie sich durch die wilden Täler von Murg und Kinzig. Über eine Strecke von mehr als 100 Kilometer führt sie von Rastatt in der Rheinebene über Gaggenau, Gernsbach, Weisenbach und Forbach die Murg flussaufwärts nach Baiersbronn, wo sie das Murgtal verlässt. Über Freudenstadt geht es weiter auf der B294 hinunter ins Kinzigtal über Loßburg nach Alpirsbach.
Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele entlang der Strecken
Der Schwarzwald ist reich an Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen, die sich perfekt für eine Pause während der Motorradtour eignen:
- Allerheiligen Wasserfälle: Zu Füßen des Büttenkopfes ergießen sich die Allerheiligen Wasserfälle rund 90 Meter ins Tal.
- Triberger Wasserfälle: Die Triberger Wasserfälle stellen die wohl bekanntesten Wasserfälle ganz Deutschlands dar.
- Mummelsee: Unterhalb der Hornisgrinde erreicht die Straße den kreisrunden Mummelsee, einen Karsee, der in der letzten Eiszeit entstanden ist.
- Schluchsee: Der größte See des Schwarzwaldes ist umgeben von den immergrünen Wäldern des Mittelgebirges und liegt auf etwa 1.200 Metern.
- Titisee: Wer den Hochschwarzwald durchquert, kommt an einem Ausflug zum Titisee wohl nicht vorbei.
- Feldberg: Der Feldberg im Südschwarzwald ist mit 1.493 Metern die höchste Erhebung des Mittelgebirges und ist damit der höchste Berg Deutschlands außerhalb der Alpen.
- Freilichtmuseum Vogtsbauernhof: Dieses Museum in Gutach gibt einen Einblick in das ländliche Leben im Schwarzwald in den vergangenen Jahrhunderten.
- Kloster Alpirsbach: Dieses ehemalige Benediktinerkloster aus dem 11. Jahrhundert ist heute ein Museum und eine Brauerei.
- Schloss Hohenzollern in Hechingen: Dieses beeindruckende Schloss auf einem Berggipfel bietet einen atemberaubenden Blick auf die umliegende Landschaft.
- Baden-Baden: Diese elegante Kurstadt ist bekannt für ihr Casino, ihre Thermen und ihre Kunst- und Kulturszene.
Biker-Treffs und Einkehrmöglichkeiten
Entlang der Motorradstrecken im Schwarzwald gibt es zahlreiche Biker-Treffs und Einkehrmöglichkeiten, die zum Verweilen einladen:
- Rothaus-Brauerei bei Grafenhausen: Das dortige Hotel und Restaurant hat sich im Laufe der Jahre zu einem beliebten Motorradtreff entwickelt.
- Seeheiner an der Nagold-Talsperre: Das Ausflugslokal liegt idyllisch am Wasser und ist am Wochenende auf den Motorradtouren durch den Schwarzwald fest in Bikerhand.
- Imbiss-Kiosk am Löcherberg zwischen Oberharmersbach und Bad Peterstal.
- Die beiden Kioske an der Staumauer der Schwarzenbach-Talsperre bei Forbach.
- Café Schülle (Häldeleweg 4, 77784 Oberharmersbach).
Wichtige Hinweise für Motorradfahrer
Von Motorradfahrern frequentiert sind die Schwarzwaldstraßen vor allem im Frühjahr und im Sommer, hauptsächlich an den Wochenenden. Es gibt aber zum Glück auch Routen, die weniger befahren sind. Viele »schnellere« Strecken sind mittlerweile aus Sicherheitsgründen auf 70 km/h oder gar 60 km/h beschränkt. Die bekannte, ehemalige Schauinsland-Bergstrecke hinter Freiburg-Günterstal zur Passhöhe ist an Samstagen, Sonn- und Feiertagen für Motorräder gesperrt. An Freitagen wird dann gerne noch geblitzt. Leider sind auch immer wieder mal Straßen wegen Bauarbeiten gesperrt.
Etwas Vorsicht ist in den Frühlings- und Herbstmonaten geboten: da der Schwarzwald das höchste Mittelgebirge Deutschlands ist, kann es durchaus auch im April noch bzw. im Oktober schon mal schneien. Bei Regen kann es gerade im Herbst auf den Waldstrecken rutschig werden. Außerdem sollte immer eingeplant werden, dass es in den Höhenlagen des Schwarzwalds ca.
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