Fahrräder mit Elektromotor erfreuen sich wachsender Beliebtheit, doch mit der zunehmenden Nutzung der schnellen Bikes steigen auch die Unfallzahlen, insbesondere die Zahl tödlicher Unfälle mit Pedelecs.
Pedelecs sind beliebt, aber auch riskant: 2025 kamen bereits mehr Menschen bei Unfällen ums Leben als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Nach der Statistik überlebten 22 Menschen ihre Pedelec-Fahrt nicht, das sind mehr als doppelt so viele wie im ersten Halbjahr 2024, als neun Todesfälle registriert wurden. Auch die Zahl der Schwer- und der Leichtverletzten nahm zu.
Ein Blick auf aktuelle Fälle bestätigt den Trend: Mitte Juni verunglückte in Heidenheim ein Mann tödlich, als er mit seinem Pedelec stürzte. Wenige Tage zuvor wurde eine Frau in Illerkirchberg (Alb-Donau-Kreis) von einem Auto erfasst.
Die Statistik zeigt: Wer mit einem Elektrofahrrad unterwegs ist, trägt ein höheres Unfallrisiko als Nutzer herkömmlicher Fahrräder.
Als einen Grund für den Unfall-Anstieg in den vergangenen Jahren nennt das Statistische Bundesamt die gestiegene Beliebtheit der Pedelecs. Hinzu kommt: Elektrofahrräder beschleunigen schneller, sind schwerer und erreichen höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten. Das macht sie im Ernstfall schwerer kontrollierbar.
Ein schwereres Bike lässt sich schlechter ausbalancieren, plötzliche Ausweichmanöver sind schwieriger als mit einem normalen und leichteren Fahrrad, das man schneller wieder in den Griff bekommen kann. Die Folge: Die Gefahr zu stürzen oder in einen Unfall verwickelt zu werden, steigt.
Laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) legen Pedelec-Nutzer zudem längere Strecken zurück und fahren häufiger - auch das erhöht das Unfallrisiko.
Die Zahl der Radfahrer, die im Straßenverkehr verunglücken, steigt. 2022 starben laut Statistischem Bundesamt 474 Fahrradfahrer auf deutschen Straßen, rund 98.000 erlitten Verletzungen. Damit verunglückten fast 40 Prozent mehr Radfahrer als noch 2013.
Ein Teil des Zuwachses lässt sich dadurch erklären, dass mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind - auch dank neuer Formen wie E-Bikes oder Lastenrädern. Die Häufigkeit der Unfälle wächst ein Stück weit mit.
Risikofaktoren und Unfallursachen
Die meisten Unfälle mit Radfahrern und Personenschaden ereignen sich an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstückseinfahrten - rund 60 Prozent.
Besonders gefährlich sind Kreuzungen, bei denen Radfahrer aus Sicht wartender Fahrzeuge von rechts über Geh- oder Radwege auf die Kreuzung fahren. Diese Situation macht allein elf Prozent der Radunfälle mit Personenschaden und mehr als einem Beteiligten aus, ergab eine Auswertung der Unfallforschung der Versicherer.
"Die Ursachen sind vielfältig, aber meistens ist es Unachtsamkeit", sagt Sothmann über die Gründe vieler Kreuzungsunfälle.
Fünf Prozent der Radunfälle mit Personenschaden und mehr als einem Beteiligten entstehen so. Laut Straßenverkehrsordnung müssen Rechtsabbieger Radfahrer und Fußgänger erst durchlassen, bevor sie abbiegen.
Jede Woche gibt es im Schnitt vier tote und 58 schwerverletzte Radfahrer auf deutschen Landstraßen. Dies geht aus einer wissenschaftlichen Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zu schweren Radunfällen auf Landstraßen hervor.
Zusammenstöße mit Autos sind die häufigste Unfallursache (41 Prozent) und zum Großteil - mit fast 60 Prozent - werden diese von den Pkw-Fahrern verursacht. Daraus geht hervor, dass Kreuzungen besonders gefährlich sind, weil dort gut zwei Drittel der schweren Radunfälle geschehen.
Vergleich der Verkehrssicherheit
Angesichts mancher blühenden Vorurteileist ein objektiver Vergleich der Verkehrssicherheit bzw. • die Kilometerleistungen (in der Verkehrsart) der zu vergleichenden Länder (1 Unfall bzw.
• die Produkte aus Einwohnerzahlen und Modal Splits (Unfälle bzw.
Eine grundsätzliche Vagheit entsteht dadurch, dass Kilometerleistungen und Nutzungshäufigkeiten samt den daraus errechneten Modal Splits größtenteils aus Befragungen bei Mikrozensus' gewonnen werden.
Manche dieser Zahlen sind gar nicht verwertbar, weil manchmal nur bestimmte Arten von Wegen erfragt werden (Wege an Werlktagen, Wege zur Arbeit, Wege zu innerörtlichen Zielen, Wege von Bewohnern der Stadt), während die Unfall- und Opferzahlen jeweils alle (polizeilich erfassten) Unfälle im untersuchten Gebiet erfassen.
Fehlinterpretation von Unfallstatistiken
Grundsätzlich gab es bei über 4.052 Unfällen im Stadtgebiet Osnabrück insgesamt 462 mit Fahrrad- und Pedelecbeteiligung, wovon etwa 230 Unfälle den Rad- und Pedelecfahrenden angelastet werden. Das sind insgesamt etwa 11,4 bzw. 5,7 Prozent aller Unfälle.
Als Radfahrer kann man ja auch durch von Wurzeln hochgedrückten Steinen stürzen. Weiter heißt es im Artikel: „Möchte man also wissen, an vielen Unfällen Radfahrer die Schuld an Unfällen mit anderen Verkehrsteilnehmern haben, muss die Zahl der Fahrradunfälle ohne Fremdeinwirkung herausgerechnet werden.“
Zwar sei diese Auswertung laut Polizei Osnabrück leider nicht möglich (auch ich habe da noch keine Rückmeldung, nachdem ich bereits nach dem ersten NOZ-Artikel bei der Polizei angefragt hatte), aber es gibt bei der NOZ immerhin den Verweis auf bundesweite Zahlen. Das lässt die ganze Statistik schon in einem ganz anderen Licht erstrahlen.
Und daraus ergeben sich 104 Alleinunfälle - 81 bei Rad- und 23 bei Pedelecfahrenden. Zieht man die bei der Zahl der Unfallverursacher ab, was man tun sollte, wenn man die Schuld- und Präventionsfrage näher beleuchten will, bleiben nicht mehr 230 sondern „nur“ noch 126 übrig.
Tabelle: Unfallentwicklung Pedelecs (Baden-Württemberg, erstes Halbjahr)
| Zeitraum | Todesfälle | Verletzte |
|---|---|---|
| Erstes Halbjahr 2024 | 9 | Nicht angegeben |
| Erstes Halbjahr 2025 | 22 | Zunahme |
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