Die Geschichte von Schwinn Beschläge ist eine klassische Erfolgsgeschichte aus dem deutschen Mittelstand. Früher nur im Odenwald, heute auf den globalen Märkten unterwegs. Die Werte eines traditionellen Handwerksbetriebs sind so lebendig, wie der Einsatz modernster Technologien selbstverständlich ist. Seit Jahrzehnten setzt Schwinn mit viel Liebe zum Detail und einem nie ermüdenden Streben nach Innovation und Perfektion Maßstäbe, die mittlerweile Kunden in aller Welt überzeugen.
Die Anfänge von Schwinn
1932 gründete Peter Schwinn in Ober-Ramstadt eine Kunstharzdreherei mit zwei Mitarbeitern.
Expansion nach Weimar
Nach der Wiedervereinigung wurde eine Niederlassung in Weimar gegründet. Eine Halle wird angemietet und die Metallproduktion aus Nieder-Beerbach dorthin verlagert. Die Schwinn Weimar GmbH erwirbt ein 14.000 qm großes Grundstück im Industriegebiet Weimar-Nord. Hier entstehen 3000 qm Flächen für Produktion und Verwaltung.
Weimar-Nord: Ein Stadtteil im Wandel
Der Ortsteil Weimar-Nord liegt an der nordwestlichen Peripherie der Stadt Weimar am Fuße des Ettersberges. Die Stadtverwaltung Weimar beschreibt ihn als einen seit 2001 eigenständigen Ortsteil mit zum damaligen Zeitpunkt etwa 5500 Einwohnern. Lange Zeit war das Gebiet nur durch die Stadteinfahrt aus Richtung Ettersburg kommend mit der Kernstadt verbunden.
Frühe Entwicklung
Als Wohn- und Industriegebiet kann Weimar-Nord auf keine jahrhundertelange Entwicklung zurückblicken. Die Besiedlung nördlich der 1846 in Betrieb genommene Eisenbahnstrecke Kassel-Erfurt-Halle begann erst Ende des 19. Jahrhunderts mit der Entstehung eines ungeordneten Gewerbebereichs in der unteren Ettersburger Straße.
Industriegeschichte
Mit der im Jahre 1885 erfolgten Verlegung der Weimarischen Bau - und Parkettfußbodenfabrik, aus der die spätere Hetzer AG hervorging, siedelte im Bereich der Rießnerstraße eine Firma, die mit patentierten Holzfachwerkbindern in die Industriegeschichte einging und weit über Weimar und Thüringen hinaus bekannt wurde.
Die viele Jahre unter Denkmalschutz stehenden Hetzerhallen erinnerten an diese Zeit, bevor sie durch Vernachlässigung der Bausicherheit und durch Witterungseinflüsse bedingt einstürzten und das Gelände um den ehemaligen Standort beräumt wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft der Hetzer-Hallen erhielt einst im Jahre 1939 die „Verwaltungsgemeinschaft Thüringer Zuchtviehauktionshalle e.V.“ die Baugenehmigung zu einem Neubau.
Auch diese imposante Halle bestimmte viele Jahrzehnte das Bild Weimar-Nords. Nach der ab 1945 zunächst militärischen Nutzung wurde sie mit dem Kunstfest Weimar zu neuem Leben erweckt, bevor sie im Jahre 2014 ebenfalls nach jahrelanger Vernachlässigung durch Brandstiftung für immer verloren ging. Ein Torso der abgebrannten Halle und das aktuelle Bemühen zur Gestaltung eines ansprechenden Erinnerungsortes erinnert heute auch daran, dass diese Halle ab 1942 als Sammelort für die Deportation thüringischer Juden in die nazistischen Vernichtungslager diente.
Militärische Nutzung
In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand nördlich der heutigen Lützendorfer Straße ein großer Kasernenkomplex, der bis zum Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus Deutschland ausschließlich militärisch genutzt wurde. Ebenfalls in den dreißiger Jahren wurden im Bereich der Ettersburger Straße Wohnhäuser für Offiziere und Unteroffiziere errichtet.
Entwicklung zum Wohngebiet
Die Entwicklung von Weimar-Nord als Wohnstandort begann 1954/55; östlich der Ettersburger Straße wurden durch die damalige AWG die ersten Wohnblöcke errichtet. Mit der Grundsteinlegung für die so genannten Experimentalbauten im Bereich der heutigen Heldrunger Straße setzte 1962 die eigentliche Entwicklung zum Wohngebiet ein.
Drei zehngeschossige Punkthochhäuser in der Allstedter Straße wurden zwischen 1966/67 erbaut. Sie gehörten zum damaligen Zeitpunkt zu den ersten Hochhäusern in Weimar. Anfang der siebziger Jahre wurde der Wohnungsbau westlich der Ettersburger Straße im Bereich der heutigen Bonhoefferstraße und Marcel-Paul-Straße fortgeführt; es entstanden insgesamt 8 Wohnblöcke.
Zwischen 1978 und 1980 wird das Wohngebiet baulich ergänzt durch den ‚langen‘ Wohnblock an der Bonhoefferstraße sowie das Gebiet an der Stauffenbergstraße. In den achtziger Jahren entsteht das Apartmenthaus im Westen des Wohngebietes und südlich der Lützendorfer Straße werden 4 Fünfgeschosser für die Angehörigen der sowjetischen Armee gebaut.
Infrastruktur für Familien
Für die Kinder des wachsenden Wohngebietes wurden Zug um Zug die notwendigen Schulen und Kindertagesstätten errichtet; das waren 1974 die jetzige Lucas-Cranach-Schule und 1979 die „Herderschule“, die heute als Staatliches Reginales Förderzentrum fungiert. Für die kleinsten Bewohner des Wohngebietes entstanden insgesamt 3 kombinierte Kindereinrichtungen.
Sanierung und Stadtumbau
1994 setzten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen ein. Neben dem Kernstück von ca. 1993/94 entstand an der Marcel-Paul-Straße/ Ettersburger Straße ein Ortsteilzentrum mit entsprechender Infrastruktur wie Sparkasse, Friseur, Chemische Reinigung u.v.m. Weiterhin entstanden in den Jahren nach der Wende weitere Lebensmittel / Einkaufzentren.
Zur Abrundung und Verschönerung des Wohngebietes gehörten nach der Wende neben der Sanierung der Wohnungen und Wohnblöcke auch die Gestaltung des Wohnumfeldes. Im Rahmen des Stadtumbaus diente Weimar-Nord unter dem Titel ‚Umbruch als Chance zum Umbau - Nachhaltige Stadtentwicklung für das 21. Jahrhundert‘ als Modell für die Revitalisierung von Wohngebieten der Block- und Plattenbauweise als dezentraler Standort der Weltausstellung EXPO 2000.
Freizeit und Erholung
Der Jugendklub in Weimar-Nord wurde von den Kindern und Jugendlichen vom ersten Tag seiner Nutzung im Jahr 1986 gut angenommen. Nach einjähriger Bauzeit wurde 2008 eine Skateranlage am Jugendklub in Betrieb genommen. Damit entstand auf ca. 1000 m² eine für Thüringen einzigartige Anlage.
Ein Beispiel des Flächenrecycling ist das Wohn- und Seniorenzentrum der GWG zwischen Allstedter und Ettersburger Straße. Im Zeitraum von 1999- 2002 entstand eine Wohnanlage mit 165 Wohnungen einschließlich Dienstleistungsbereich mit Freizeit und Sozialangeboten.
Heutige Situation
Allgemein können wir feststellen, dass in unserem Ortsteil zunehmend die Problemgebiete am südlichen und nördlichen Rand des Ortsteiles einer geordneten Nutzung zugeführt werden.
Weimar-Nord hat sich aus einem in den Jahren 1972 bis 1978 überwiegend in Plattenbauweise errichteten Wohngebiet in den Jahren nach der Wende zu einem attraktiven und über unterschiedliche Wohnformen verfügenden Wohngebiet entwickelt. Nach umfassenden Sanierungs-, Modernisierungs- und Neubauvorhaben leben die knapp 6000 Einwohner Weimar-Nords heute in einem gepflegten und zu den beliebtesten Wohngebieten Weimars zählenden Ortsteil.
Großzügige gestaltete grüne Innenhöfe und gepflegte Außenanlagen, in denen Sport- und Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in idealer Form integriert sind, prägen dessen Bild. Nach der in den letzten Jahren erfolgten Beräumung des nördlich unseres Wohngebietes gelegenen ehemaligen Truppenübungsplatzes von militärischen Altlasten und den nun möglichen freien Zugang zum „Südlichen Ettersberg“ verfügen die Einwohner Weimar-Nords inzwischen über ein schönes und weitgehend unberührtes Naturgebiet direkt „vor der Haustür“.
Herausforderungen
Nachteilig für die Wohngebiete unseres Ortsteiles ist die historisch begründete Situation, dass der Ortsteil Weimar-Nord nicht - wie man es für ein Neubaugebiet im allgemeinen erwartet - auf der Grundlage eines Gesamtkonzeptes geplant und erbaut worden ist. Es hat zwar im Jahr 1964 einen ersten Bebauungsleitplan gegeben, der aber nur in rudimentärem Umfang realisiert wurde. Deshalb sind besondere städtebauliche Eigenarten, welche die Wohngebiete/ Quartiere in Weimar-Nord prägen, erkennbar.
Weiterhin ist der Ortsteil durch die Haupteisenbahnlinie optisch und praktisch vom innerstädtischen Gebiet getrennt, wodurch ein harmonisches Zusammenwachsen erschwert wird.
Die Quartiere von Weimar-Nord
- Rödchenweg/Am Fuchsberge: Entstanden Mitte der 50er Jahre mit ersten Wohngebäuden östlich der Ettersburger und nördlich der Rießnerstraße.
- Heldrunger Straße: Bebauung eingeleitet Mitte der sechziger Jahre mit 5 Häusern vom Typ Q 6/ 0,8 Mp, Flachdach.
- Allstedter Straße: Gegenüber dem ehemaligen Heizhaus entstanden in den Jahren 1966/ 1967 3 Appartementhochhäuser.
- Marcel-Paul-Straße: In den 70er Jahren wurde die erste Kaufhalle Weimar-Nords und der gegenüberliegende Garagenkomplex errichtet.
- Stauffenbergstraße/Marcel-Paul-Straße: Mit den 1978/ 1979 errichteten Häusern wurde das Wohngebiet weiter vergrößert und nach Westen hin abgeschlossen.
- Bonhoefferstraße: Nördlich der Bonhoefferstraße und südlich der Lützendorfer Straße wurden Ende der siebziger Jahre mehrere Wohngebäude ausschließlich für sowjetische Militärangehörige errichtet.
- Wohn-und Seniorenzentrum: Das 1999 - 2002 gebaute Wohn-und Seniorenzentrum zwischen Ettersburger Straße und Allstedter Straße.
Zusammenfassung
Weimar-Nord hat sich von einem Plattenbaugebiet zu einem attraktiven Wohngebiet entwickelt. Die Sanierung und Modernisierung haben den Ortsteil lebenswert gemacht.
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