Landrat Patrik Lauer durfte kürzlich den neuen Jahrgang an Auszubildenden und Fachoberschulpraktikantinnen und -praktikanten im Saarlouiser Landratsamt willkommen heißen. Auf ihren ersten Schritten in der Landkreisverwaltung wurden sie von den beiden Personalratsvorsitzenden, Mitarbeitenden des Personalamtes und der Jugend- und Auszubildendenvertretung begleitet.
Die neuen Azubis (Verwaltungsfachangestellte und Informatiker) mit Landrat Patrik Lauer (ganz links), Personalamtsleiterin Cornelia Bauer (ganz rechts), den Personalratsvorsitzenden Matthias Morgen und Armin Schwinn sowie der Jugend- und Auszubildendenvertretung Lena Marie Puhl (alle obere Reihe). Landrat Patrik Lauer (stehend) begrüßt die neuen FOS-Praktikantinnen und - Praktikanten sowie Azubis im Landratsamt.
Unter dem Motto "Gemeinsam für den Frieden" hatte der Personalrat der Landkreisverwaltung Saarlouis das Ganze initiiert. Landrat Patrik Lauer zeigte sich begeistert von der hohen Spendenbereitschaft seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die damit einen wichtigen Beitrag zur Anschaffung von dringend benötigten Hilfsgütern wie Feldbetten und Lebensmitteln in den Flüchtlingslagern in der Region rund um Ivano-Frankivsk im Westen der Ukraine leisten.
Momentan liest man regelmäßig etwas über Faszien. In Zeitungen, Zeitschriften oder in den sozialen Medien ist dieses Thema omnipräsent. Es gibt aktuell einen regelrechten Boom zu dieses Thema.
Die Bedeutung der Faszien
Faszien sind Bindegewebsschichten, die eine umhüllende, verbindende und trennende Funktion bei Muskeln, Gelenken, Organen, Gefäßen und Nerven übernehmen. Sie verbinden das parietale, viszerale und cranio-sacrale System untrennbar miteinander. Die Faszien sorgen auch dafür, daß Organe einen Fixpunkt haben, wenn sich der Mensch bewegt, z.B. beim Sport.
Gleichzeitig trennen Faszien verschiedene Gewebeschichten voneinander. Durch die Trennung der Gewebeschichten ergibt sich auch noch eine Gleitfähigkeit der verschiedenen Teile untereinander. Gleichzeitig entstehen durch diese Gleitfähigkeit auch Lücken zwischen den einzelnen Bestandteilen.
Zählt man die vielen Millionen Endomysiumhüllen (bindegewebige Hülle um eine Muskelfaser) und die anderen Membranfächer zusammen, hat dieses Netzwerk eine Gesamtoberfläche, die bei weitem größer ist als die Haut oder andere Körpergewebe. Würde man alle Organe aus ihrer Faszienhülle entfernen, würde die Struktur des Körpers erkennbar erhalten bleiben. Würde man allerdings alle Faszien entfernen, bliebe nur noch ein großer Haufen Zellen übrig.
Das Fasziensystem stellt unser wichtigstes Wahrnehmungsorgan dar. Es ist sehr reich an Rezeptoren (spezialisierte Zellen, die bestimmte physikalische Reize aus der Umgebung eines Körpers oder seinem Inneren aufnehmen und über Nerven weiterleiten). Diese Rezeptoren messen: Muskelanspannungen, Dehnreize, Schmerz, Temperatur, chemische Reize, Vibrationen und Druckwechsel.
Diese Informationen sind wichtig für die Fähigkeit Ort, Lage, Ausrichtung und Bewegung des Körpers und seiner Teile wahrzunehmen (Propriozeption). Der Mensch besteht zu ca. 60-70% aus Wasser. hiervon sind 30% in den Zellen und 70% außerhalb der Zellen zu finden. Wasser dient als Transport- und Lösungsmittel (Ernährungsfunktion). Gleichzeitig setzt es die Reibung herab und arbeitet als Wärmepuffer.
Außerdem hat das Wasser großen Anteil an der Versorgung der Zellen mit Nährstoffen und dem Abtransport der Stoffwechselendprodukte. Wenn man sich verdeutlicht, daß der menschliche Körper zu 2/3 aus Wasser besteht, kann man leicht nachvollziehen, daß eine Veränderung des Wasserhaushaltes große gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann.
Ohne ausreichende Wasserversorgung ist das reibungsfreie Gleiten der verschiedenen Gewebsschichten auf Dauer nicht möglich. Dies kann zu Bewegungseinschränkungen und reibungsbedingten Entzündungen führen. Die elastischen Fasern der Faszien nehmen Zug- und Druckkräfte auf und geben sie weiter. Somit ist eine gute Bewegungsfähigkeit auch vom Funktionieren der Faszien abhängig.
Allerdings können sie auch verkleben z.B. durch Bewegungsmangel, durch entzündliche Prozesse, Stoffwechselerkrankungen oder nach Operationen. Faszien können sich unabhängig vom Muskel zusammenziehen. Im Fasziensystem gibt es auch Immunzellen, die bei einem Angriff von Krankheitserregern aktiviert werden.
Narben entstehen durch Verletzungen oder Operationen bei denen das kollagene Netzwerk der Haut irreversibel zerstört wird. Narbengewebe hat die Tendenz zu schrumpfen. Dies kann zu Verklebungen innerhalb der verschiedenen Hautschichten oder zu Verwachsungen mit Nachbargewebe führen (Muskelfaszie, Organfaszie, Gelenkkapsel,…).
Die Rolle der Osteopathie
Die Osteopathie ist eine sanfte Methode und deshalb werden hier auch keine harten manipulativen Techniken verwendet. Aber auch mit weichen Techniken sind gute Ergebnisse bei den Patientinnen möglich.
Am menschlichen Körper geht jede Struktur in die nächste über. Die Faszien des Fußes gehen über in die Faszien des Unterschenkels, des Oberschenkels und strahlen dann weiter in die Wirbelsäule ein. Schon kleine Veränderungen in der Statik können das Gesamtsystem verändern.
Wir Osteopathen fragen uns immer, warum eine Struktur, in diesem Fall die Plantarfaszie, mit einer Entzündung reagiert. Dabei spielt immer die lokale Durchblutung, die venöse bzw. lymphatische Drainage und die Innervation durch die Nerven eine wichtige Rolle. Danach untersuchen wir, ob alle Gelenke frei beweglich sind, denn alle diese Punkte haben einen großen Einfluß auf die Funktion der betroffenen Struktur.
Der Osteopath sucht nach eben diesen Blockaden im Körper (z.B. an der Wirbelsäule oder dem Becken). Diese Bewegungseinschränkungen sind als Orte mit sehr hoher Gewebespannung zu ertasten. Diese Areale werden so behandelt, daß sich die erhöhte Spannung normalisiert und es zu einer Entspannung des Gewebes kommt. Diese Entspannung fördert die Durchblutung und den Stoffwechsel in den auffälligen Regionen.
Die Behandlung beginnt mit einer ausführlichen Erfragung ihrer aktuellen Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte (Anamnese). Dann folgt eine gründliche Ganzkörperuntersuchung, die das parietale, viszerale und cranio-sacrale System einschließt. Wir kümmern uns um Ihren Bewegungsapparat und wir behandeln die faszialen Verbindungen der Organe untereinander. Desweiteren wird im cranio-sacralen System nach Problemen gesucht. Sie werden also vom Kopf bis zu den Füßen untersucht.
Beispiele für Beschwerden und osteopathische Behandlungen
Plantarfasziitis
Die Plantarfasziitis ist eine schmerzhafte Reizung der Plantarfaszie an der Fußsohle. Die Plantarfaszie, auch Aponeurosis plantaris genannt, ist eine kräftige, von der Ferse bis zur Fußspitze fächerförmig verlaufende, Faszienplatte. Der mächtige, aus Kollagenfasern bestehende Strang, beginnt am Fersenbein und verzweigt sich unter den Mittelfußknochen in 5 Teilstränge in Richtung Zehen.
Die Plantarfaszie stabilisiert die Fußgewölbe unter Belastung, wie z.B. Unsere Füße müssen beim Stehen oder Gehen den ganzen Tag unser Körpergewicht tragen und das wohlgemerkt, auf einer relativ kleinen Auflagefläche. Der Fuß ist durch seine Bogenstrukturen (Längs- bzw. Quergewölbe) in der Lage, Stöße abzufedern und Unebenheiten auszugleichen.
Dies geschieht durch ein komplexes Zusammenspiel zwischen Fußknochen, Gelenken, Faszienstrukturen, Muskeln und ihren Sehnen. Blockierungen in den Fußgelenken, degenerative Erkrankungen (Knick-, Senk-, Spreiz-, Plattfuß,…) und verspannte Muskeln/Sehnen (Wade, Bein, Achillessehne,…) führen zu einem veränderten Abrollverhalten des Fußes beim Gehen.
Im Allgemeinen gilt: um erfolgreich zu therapieren, ist vorher eine gründliche Anamnese (Krankengeschichte des Patienten) und Untersuchung wichtig zur Diagnosestellung. Die Diagnose kann bei der Plantarfasziitis meist schon aufgrund der vom Patienten beschriebenen Symptome wie morgendlicher Fersenschmerz, Anlaufschmerzen und Druckempfindlichkeit der Fußsohle gestellt werden.
Kiefergelenksprobleme (CMD)
Das Kiefergelenk gehört zu den Gelenken in unserem Körper, die sehr viel Kraft aufbringen können. Der Discus koordiniert, dämpft und begleitet jede Kiefergelenksbewegung. Die Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf den Faktor Stress. Die einen bekommen Verspannungen an der Wirbelsäule, die anderen Magen-Darm-Beschwerden und die nächsten knirschen mit den Zähnen.
Patienten, die knirschen, wissen dies häufig gar nicht. Da der Faktor Stress eine große Bedeutung beim Bruxismus hat, ist Knirschen in stressigen Zeiten (z.B. Nachts werden unsere Erlebnisse des Tages im Traum verarbeitet. Wenn wir tagsüber Stress erlebt haben, schlafen wir häufig auch mit einem höheren Stresslevel ein. Dies führt zu Knirschen/Pressen.
Die Behandlung ist nicht von einer einzelnen Person zu leisten. An einer erfolgreichen CMD-Behandlung ist meist ein interdisziplinäres Team aus Zahnärzten, Kieferorthopäden, Osteopathen und Physiotherapeuten beteiligt. Außerdem muß der Patient selbst aktiv werden und mithelfen. Im Allgemeinen sollten zuerst reversible Behandlungsmethoden angewandt werden (Osteopathie, Physiotherapie, Schienen,…).
Schwindel
Als Schwindel (medizinisch: Vertigo) bezeichnet man entweder eine Störung der räumlichen Orientierung oder die fälschliche Wahrnehmung einer Bewegung wie Drehen und Schwanken des Körpers und/oder der Umgebung. Es handelt sich um eine Störung des Gleichgewichtssinnes. Das Gehirn ist nicht in der Lage die vielen verschiedenen Sinneswahrnehmungen in Einklang zu bringen.
Beim Schwindel liefern die Sinnesorgane wie Augen, Gleichgewichtsorgane der Innenohren, Fasziensystem (Propriozeption, Tiefensensibilität) sowie Muskel-und Gelenkrezeptoren widersprüchliche Informationen, die das Gehirn nicht zu einem komplett sinnvollen Gesamtbild zusammen setzen kann.
Der Osteopath sucht nach Blockaden im Körper (z.B. an der Wirbelsäule und an den Schädelknochen). Diese Blockaden sind als Orte mit sehr hoher Gewebespannung zu ertasten. Diese Areale werden so behandelt, daß sich die erhöhte Spannung normalisiert und es zu einer Entspannung des Gewebes kommt. Diese Entspannung fördert die Durchblutung und den Stoffwechsel in den auffälligen Regionen.
Schwangerschaft
Die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit für den weiblichen Körper, bei der er viele Veränderungen durchläuft. Dies stellt aber keinesfalls eine Erkrankung dar. Eine Schwangerschaft dauert bei normalem Verlauf von der Befruchtung bis zur Geburt durchschnittlich 38 Wochen.
In den ersten drei Monaten beginnt für die Schwangere eine Zeit mit sehr großen Veränderungen im Hormonsystem (Anstieg des Hormons HCG). Desweiteren steigt das Hormon Relaxin im Körper an, was zu einer Lockerung des Bindegewebes führt. Die Bänder, die die wachsende Gebärmutter fixieren, werden lockerer. Aber auch die stabilisierenden Bänder des Beckens bzw. der Wirbelsäule werden weicher, damit das Kind genug Platz zum Wachsen hat.
Die Behandlung beginnt mit einer ausführlichen Erfragung der Krankengeschichte und der aktuellen Beschwerden (Anamnese). Es ist wichtig, daß sich das Becken und die Wirbelsäule gut bewegen können und nicht durch Blockierungen gestört werden. Aber nicht nur die Gelenke sind für den Osteopathen wichtig, sondern alle anderen Körpersysteme ebenfalls.
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