Schwinn: Geschichte und Modelle

Schwinn - der Heimtraining Pionier

Schwinn leitete den Heimtraining Trend bereits 1977 ein und führt die Erfolgsgeschichte bis heute fort. Mit ihren innovativen und revolutionären Schwinn Bikes sind sie Spitzenreiter für Indoor Cycle und Bicycle.

  • 100 Jahre Erfahrung
  • Authentisches Fahrgefühl
  • Wartungsarmes magnetisches Widerstandssystem

Die Geschichte vom Bicycle zum Indoor Schwinn Bike

Im Jahre 1895 gründeten der deutsche Ingenieur und Erfinder Ignaz Schwinn zusammen mit seinem Partner Adolph Arnold das Unternehmen "Arnold, Schwinn & Company" in Chicago. Zwischen 300 Fahrradherstellern in den USA, 101 davon alleine in Chicago, tobte ein hart umkämpfter Konkurrenzkampf.

Schon bald kaufte Ignaz Schwinn den Firmenanteil seines Partners auf und wurde alleiniger Eigentümer. Bikes wurden immer erschwinglicher. Damit schafften es die ersten Bicycles für Kinder auf den Markt. Für die Fahrradbranche wurde Schwinn bald ein Standard für zahlreiche Innovationen.

Als logische Reaktion führte Schwinn ihr Ride-Programm ein. Radsportler konnten mit einem Schwinn Bike bis zum Ende des Folgejahres mit Abstand mehr Siege bei Wettbewerben erzielen als andere Fahrradhersteller.

Schwinn ist der Erfinder des Fahrradschloss', das sie aufgrund der wachsenden Diebstahlquote von Bikes entwickelten. Bicycle- und Motorradingenieure formten bei Schwinn eine neue Abteilung, die ihren Fokus ausschließlich auf die Qualität und das Design der innovativen Fahrräder legte.

Den extrem steigenden Fitness Trend sah Schwinn 1965 aufkommen und stellte zeitgleich ihr Indoor Cycle vor. Kurz darauf trat das erste Airdyne Indoor Cycle in die Öffentlichkeit. Die Marktführung speziell für Indoor Cycles konnte Schwinn spielend übernehmen, da Schwinns 100jährige Erfahrung als Fahrradhersteller massive Design- und Innovationsvorteile darstellte. Als Phänomen für Bikes im häuslichen Gebrauch konnte seitdem niemand Schwinn von ihrem Thron verdrängen.

Schwinn - Fahrräder mit Tradition

Als klassischer und traditionsreicher Fahrradhersteller für In- und Outdoor bleibt Schwinn seinen Wurzeln treu. Den aus den 1910ern bekannten Cruiser Fahrradtyp modifizierte Schwinn 1933 mit der Ballonbereifung und führte den Schwinn Cruiser in den amerikanischen Markt mit ein. Zwar hielt die Blütezeit der Cruiser nur von 1930 bis 1950 an. Schwinn wahrt diese Tradition jedoch noch 2014 und produziert die Cruiser für den stilvollen Ride.

Strikte Anforderungen an jedes einzelne Schwinn Indoor Cycle

Ein Heimtrainer für die eigenen vier Wände muss anderen Anforderungen entsprechen als sein dynamisches Gegenstück. Die einwirkenden Kräfte sind nicht vergleichbar. Zahlreiche Innovationen, Optimierungen und Details wie den Smart Release Naben, den extra großen Tretflächen und dem ISIS-Lager trieben das Cycling an die Perfektion. Ihrer Vorbildfunktion bewusst startete Schwinn das Indoor Cycling Programm. Weltweit bildet dieser Prozess jährlich Tausende professionelle Trainer aus. Die Indoor Cycles von Schwinn sind auf hervorragende Leistung, Sicherheit und ein authentisches Bikegefühl ausgelegt.

Schwinns Aushängeschild ist das AC Performance Speed Bike, der gleichnamigen AC Serie, und hat einen Alluminiumrahmen. Ein einfacher Transport ist damit gewährleistet und eine Wartung ist nicht nötig. Durch reibungsloser Mechanik, einer echten Bike Leistung, einem authentischen Fahrerlebnis und der Produktnachhaltigkeit garantiert Schwinn mit der AC Serie echte Indoor Cycle Garanten. Die neuste Generation der Schwinn Fitness Bikes setzt die Messlatte erneut höher und versichert eine noch höhere technische Lebensdauer.

Hochleistungstraining von Schwinn

Mit Schwinn gelingt der Sprung auf das nächste Level des häuslichen Cycling. Das war der Fall bei der Entwicklung der Indoor Cycles. Mit der Einführung der Schwinn IC Pro Serie. Mit der Fortsetzung der Schwinn AC Performance Plus Serie und der Veröffentlichung der Schinn MPower Konsole.

Erst die richtige Kommunikation mit dem Indoor Cycle führt zu Hochleistung. Lesen sie anhand zuverlässiger Messwerte ihre wichtigen Trainingswerte aus. Und diese Werte sind erst durch den konstanten Widerstand haargenau. Mit den genauen Messwerten passen sie ihr Cycling Training durch ein auf sie abgestimmtes Programm perfekt ihren Bedürfnisse an. Durch das magnetische Widerstandssystem in Watt verändert Schwinn den Status Quo in der Indoor Cycle Branche. Anstatt den Radler bloß Bike fahren zu lassen zeigt Schwinn seinen Kunden, wie sie die besten Leistungen im Fitness erzielen.

Entworfen für Hochleistungssportler - die AC Serie von Schwinn

Angetrieben von zwei Kettenblättern vermittelt das Schwungrad mit gleichmäßiger Gewichtsverteilung ein authentisches Fahrerlebnis. Ein Gefühl wie auf einem echten Outdoor Bike entsteht. Der Widerstand in der Sitzfläche des neuen Dual-Density Sattel ist nicht überall gleich, sodass Stabilität und Komfort kombiniert werden. Das Schwinn FIT-System ermöglicht die Nachjustierung des Sattels für die perfekte Sitzposition beim Cycling.

Eine einfache und problemlose Bedienung lässt den Sitz kinderleicht nach vorne oder hinten verschieben. Durch einfache Details wie dem neuen Performancelenker bietet Schwinn dem Benutzer zusätzliche Handpositionen und mit der bis zu 12 Grad-Neigung eine komfortable Stütze. Zusätzlich sind extra große Halterungen für zwei Flaschen angebracht.

Bei der New Smart Release Funktion handelt es sich um eine Sicherheitsvorsorge, die das Schwungrad entkoppelt, sobald der Sportler zu Treten aufhört. Die Kernkomponente ist die Virtual Contanct Widerstandstechnologie. Ein Bike von Schwinn wird mit einem magnetischen Widerstandssystem ausgerüstet, das Reibung, Verschleiß, fehlerhafte Widerstandsänderungen und zu wartende Bremsbeläge komplett beseitigt. Durch acht leichte und acht schwere Stufen lässt sich der Widerstand gut dosierbar und stufenlos anpassen.

Die AC Serie enthält das "Schwinn AC Performance Plus" Indoor Cycle und das "Schwinn AC Performance Plus Carbon Blue" Indoor Cycle. Neben dem AC Performance und dem AC Sport ist das "Schwinn IC Pro" Indoor Cycle das Einsteigermodell. Auch Schwinns traditionsreiches new Airdyne Bike ist ein Selbstläufer unter der vielfältigen Bicycle Auswahl. Je stärker sie die Pedale treten, desto mehr Widerstand leistet das eingebaute Flügelrad im Airdyne. Für Anfänger und Fortgeschrittene Cycling und Fitness Liebhaber ist das Airdyne eine ausgezeichnete Wahl.

Die Geburtsstunde des Mountainbikes

Wir schreiben das Jahr 1973. Das Problem: Die Berghänge bestehen aus steilen Schotterpisten, die mit einem herkömmlichen Rad nicht zu befahren sind. Aber der Ehrgeiz der drei Freunde ist geweckt: Es muss doch möglich sein, auch diesen Untergrund zu bewältigen! Von Schrottplätzen besorgen sie sich Fahrräder aus den 30er Jahren, die sogenannten Schwinn Cruiser: Ballonreifen, 26-Zoll-Felgen, breite Lenker, keine Gangschaltung - alte Räder für eine neue Idee.

Der Weg hinauf auf den Berg ist mühsam: An Fahren ist nicht zu denken, sie müssen ihre weit über 20kg schweren Räder schieben. Erste Zweifel machen sich breit: Wird alles so klappen, wie sie es sich vorgestellt haben? Doch dann kommt die Abfahrt und alle Zweifel sind wie weggeblasen. Als sie die Schotterpisten hinunterdonnern, über holprige Waldwege dahinrasen, ist ihnen klar: Das kann noch nicht alles gewesen sein!

Erste Rennen, viele Innovationen

Mit ihrer Begeisterung für diese neue Art des Bikens stehen die drei Freunde nicht alleine da: Im Jahr 1976 trifft man sich zu ersten sportlichen Wettkämpfen. Die rund 3 km lange Strecke rund um den Mount Tamalpais ist eine Herausforderung für Fahrer und Material. Die Rücktrittbremse ist solch hohen Belastungen ausgesetzt, dass das Fett qualmend aus den Naben tritt. Nach jeder Abfahrt müssen die Bremsen neu geschmiert werden (Englisch: to repack). Liebevoll wird der Kurs in „Repack“ umgetauft.

Der Wille, bei jedem Rennen als Schnellster ins Ziel zu kommen, ist zugleich der entscheidende Ansporn, die Räder stetig weiterzuentwickeln. Vom Rennrad wird die Gangschaltung übernommen, vom Motorrad der massive Lenker mit Bremshebeln. Es folgt der Einbau von Daumenschaltung und Trommelbremsen. Vom alten Schwinn Cruiser ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Das erste Mountainbike der Geschichte

Die Konstruktion des ersten „echten“ Mountainbikes wird Joe Breeze zugeschrieben. Dieser baut im Jahr 1977 ein Rad, das kein nachträglich umgerüsteter Cruiser ist, sondern aus einem eigenständig entwickelten Rahmen besteht.

Breeze weiß: Um das neue Rad noch geländetauglicher zu machen, muss er das Gewicht deutlich reduzieren. Bei der grundsätzlichen Rahmengeometrie orientiert er sich am Vorbild der Schwinn Cruiser, verwendet dabei jedoch dünnwandige Chrom-Molybdän-Rohre. Für eine bessere Stabilität bringt er Versteifungsrohre an. Das Ergebnis ist ein voller Erfolg. Das Bike ist äußerst robust und mit seinen etwa 17kg deutlich leichter als seine Vorgänger.

Als Tim Ritchey zwei Jahre später zu der Gruppe der Mountainbike Pioniere stößt, gelingt es ihm, das Gewicht noch einmal um rund 1,5kg zu reduzieren. Ein weiterer Meilenstein der Mountainbike-Geschichte ist gelegt.

Eine Idee breitet sich aus

Trotz aller technischen Fortschritte ist das Mountainbike vom großen Durchbruch zunächst noch weit entfernt. Und wer weiß, wie die Fahrradwelt heute aussähe, wenn es Charles Kelly nicht gegeben hätte. Er ist es, der die ersten Rennen organisiert, er ist es aber auch, der die neue Idee über die Grenzen des 5000-Seelen-Ortes Fairfax hinausträgt.

Voller Enthusiasmus berichtet er in mehreren Artikeln, unter anderem im bekannten Outside Magazine, über die Bike-Szene rund um den Mount Tamalpais. Er beschreibt die Erfolge und Rückschläge bei der Weiterentwicklung der Räder; er lässt die einmalige Atmosphäre der „Repack“-Rennen greifbar werden; er bringt die Philosophie einer völlig neuen Outdoor-Sportart zu Papier. Und der Funke springt über: Immer mehr Leser beginnen sich für diese Idee zu interessieren, die schon bald überregional bekannt ist.

Von der Resonanz überwältigt ruft Kelly 1981 eine eigene Zeitschrift ins Leben: Mit dem Fat Tire Flyer Magazine ist das erste Mountainbike-Magazin der Welt geboren.

Der Höhenflug

Mit dem zweiten Teil der Reise durch die Geschichte des Mountainbikes sind wir mittlerweile im Amerika der frühen 80er Jahre angekommen. Erste Wettkämpfe, fortwährende technische Neuerungen und Publikationen in bekannten Magazinen hatten aus einer kleinen Idee ein überregionales Phänomen werden lassen. Damit war aber nur der erste Schritt zum weltweiten Erfolg des Mountainbikes getan.

Aluminium-Felgen für ein neues Fahrgefühl

Derweil tüfteln die Mountainbike-Pioniere um Gary Fisher an weiteren technischen Innovationen, um ihre Bikes stetig zu verbessern. Dabei verlieren die Freunde nie die generellen Entwicklungen in der Fahrrad-Welt aus dem Blick. Mit großem Interesse verfolgen sie z.B. den Erfolg des BMX-Rads. Gibt es hier womöglich Ideen, die sich auch auf das Mountainbike übertragen lassen? Schon bald werden sie fündig: Komponenten aus Aluminium.

Schnell rüstet die Gruppe ihre Bikes um: Statt der alten Stahlfelgen nutzen sie nun Felgen aus Aluminium. Was für ein Unterschied! Auf einen Schlag sparen sie so knapp 3 kg beim Gewicht ihrer Räder ein - Welten im Radsport. Das Ergebnis begeistert alle: Als sie mit ihren umgebauten Bikes durch die wunderschöne Naturlandschaft Kaliforniens brausen, erleben sie ein völlig neues Fahrgefühl. Jeder Berg scheint jetzt bezwingbar zu sein!

„Mountainbike“ - ein Name wird geboren

Vieles wurde erreicht in den letzten Jahren, doch eines fehlt noch: ein Name für das neue Bike! Am Ende ist es Gary Fisher, der den Namen Mountainbike ins Leben ruft - und das eher zufällig, denn ursprünglich ist dies nur als Modellbezeichnung gedacht. Doch schnell wird klar, dass es keinen passenderen Namen geben könnte, um mit einem einzigen Wort eine ganze Philosophie zum Ausdruck zu bringen. So wird aus einer Modellbezeichnung der Name einer neuen Fahrradgattung.

Wie aber ist es um die weitere Verbreitung der Mountainbike-Idee bestellt? Die Grundlagen sind schließlich gelegt: 1977 hatte Joe Breeze das erste „echte“ Mountainbike konstruiert und auch Tim Ritchey entwirft seit dem Ende der 70er Jahre immer neue Räder. Vor allem das „Ritchey Mountainbike“ wird dabei zum wahren Verkaufsschlager. Doch dies sollte erst der Anfang sein.

Ein Fahrrad auf dem Vormarsch

Es ist die Firma Specialized Bicycle Imports, die als erste das riesige Potential erkennt, das in den Mountainbikes schlummert. Im Jahr 1980 kauft sie vier der von Gary Fisher und Charles Kelly vertriebenen neuen Räder und bringt schon ein Jahr später den Specialized Stumpjumper auf den Markt. Auch wenn dieses Bike technisch noch weit vom Standard der heutigen Mountainbikes entfernt ist, so stellt es doch die Geburtsstunde der weltweit ersten Mountainbike-Großserie dar.

Eines ist nun klar: Die Mountainbike-Bewegung ist nicht mehr aufzuhalten. Weltweit begeistern sich immer mehr Menschen für diese neue Sportart. Es ist dieses einzigartige Gefühl von Freiheit und Abenteuer, das die Menschen dazu anregt, es den Freunden aus Kalifornien gleichzutun.

Mehr Hersteller, mehr technische Verbesserungen

Immer mehr Fahrrad-Hersteller werden auf das Mountainbike und die gewaltige Nachfrage aufmerksam. Shimano und Suntour, zwei japanischen Fahrradteile-Giganten, produzieren erstmals Komponenten speziell für das Mountainbike. Sie übernehmen dabei nicht nur die altbewährten Einzelteile, sondern entwickeln diese stetig weiter: Verbesserte Bremsen (Cantilever-Bremsen), Schaltungen (Lenker-Schalthebel, Rasterschaltung) sowie immer schmutzbeständigere Naben und Tretlager kommen auf den Markt.

Diese innovativen und hochbelastbaren Komponenten sind es, die den letzten Meilenstein in der Erfolgsgeschichte des Mountainbikes darstellen. Zahlreiche Fahrrad-Hersteller (z.B. Cannondale, Specialized oder Trek) gehen nun mit eigenen Mountainbikes in die Massenproduktion. Die technische Entwicklung ist rasant und hält bis heute an: Immer leichtere Rahmen (aus Aluminium, Titan und Carbon) und neue Federungen (z.B. Hardtail- und Fully-Bikes) machen das Mountainbike zum dem, was es heute ist: ein einzigartiges Sportgerät, was weltweit Millionen Menschen begeistert.

Was Gary Fisher, Joe Breeze und Charles Kelly im Jahr 1973 am Mount Tamalpais wohl nie für möglich gehalten hätten, ist nun Realität: Das Mountainbike hat die Welt erobert. Doch wie immer hat der Erfolg auch seine Schattenseiten. Es ist die Freundschaft der Gruppe, die beim Höhenflug des Mountainbikes auf der Strecke bleibt: Nach großen Streitigkeiten geht 1984 jeder seiner Wege.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick:

  • 1973: Idee des Mountainbikes wird geboren
  • 1976: erstes „Repack“-Rennen findet statt
  • 1977: erstes „echtes“ Mountainbike wird konstruiert
  • 1979: Tim Ritchey schließt sich der Gruppe um Fisher, Breeze und Kelly an
  • ca. 1980: Name Mountainbike wird ins Leben gerufen
  • 1980: Stahlfelgen werden durch Aluminiumfelgen ersetzt
  • 1981: Gründung des ersten Mountainbike-Magazins der Welt
  • 1981: Erste Großserien-Produktion eines Mountainbikes (Specialized Stumpjumper)
  • 1982: Produktion spezieller MTB-Komponenten läuft an

Das Bonanzarad

Das Bonanzarad ist ein Fahrrad, das vor mehr als 60 Jahren auf den Markt kam und in kürzester Zeit einen Kultstatus erreichte. Bonanza ist der Name der Marke. Mit der ebenfalls populären Westernserie Bonanza hatte das Fahrrad nichts zu tun. Der Name entwickelte sich jedoch zum Synonym einer ganzen Gattung von Fahrrädern. Latino-Kids schraubten Sitze auf ihre Räder und verschafften diesem Fahrrad-Typ die erste Aufmerksamkeit.

Die Räder wurden danach zuerst in den USA bekannter und kamen ab 1970 auch nach Europa. Ursprünglich war das Bonanzarad als Kinderrad konzipiert. Es wurde jedoch schnell auch unter Jugendlichen und Erwachsenen zum Kult-Fahrrad. Kinder und Jugendliche in den USA gaben den Ausschlag, dass dieser spezielle Fahrrad-Typ in Produktion ging.

Merkmale des Bonanzarads

  • Bananensattel: Mit seiner Form erinnerte er an eine Banane und seine Lehne machte den Sattel einzigartig.
  • Hirschgeweih-Lenker: Der zweiteilige Hirschgeweih-Lenker zeichnet sich durch seine langgezogene V-Form aus.
  • 3-Gang-Nabenschaltung: Die 3-Gang-Nabenschaltung ist im Fahrradrahmen mittig auf den beiden schmalen Oberrohren angebracht und ähnelt einer Schaltung beim Auto.
  • Kleine Laufräder: Die kleinen Laufräder sind 20 Zoll groß und verleihen dem Bonanzarad ein kompaktes Erscheinungsbild.

Neben der Funktionalität als Fahrrad stand auch die Optik im Mittelpunkt. Es ging darum, sein Bonanzarad zu präsentieren. So kamen am Kult-Fahrrad auch Fuchsschwänze, Spiegel, verchromte Hupen, Wimpel am Lenker, besondere Lampen, Katzenaugen und andere Reflektoren zum Einsatz. Mancher Besitzer verschönerte sein Bike sogar mit einen Tacho oder Mercedes-Stern. Die Devise lautete, cool zu wirken und aufzufallen.

Der Kult um das Rad ist jedoch nie ganz erloschen. In der Fahrradszene ist Bonanza als Marke nach wie vor jedem Biker ein Begriff. Es gibt viele Liebhaber, die sich dem Oldtimer verschrieben haben und alte Bonanzaräder aufpolieren.

Schwinn heute

Bis etwa 1985 war Schwinn Fahrrad der größte Hersteller in den USA. Gleichzeitig wurden aber auch Autos erschwinglicher, leichter Finanzierbar, was den Fahrrad Markt weltweit zum Einsturz brachte. So waren die nachfolgenden Jahre für Schwinn in den USA sehr schwer. 1992 erfolgte dann der Konkurs. Die Marke wurde danach an den Konzern Sam Zell verkauft, ein paar Jahre später an das Unternehmen Pacific Cycle, das zum Konzern von Dorel Industries gehört.

Zu Beginn des 20. Jahrhundert befand sich Schwinn Fahrrad auf den Höhepunkt seiner Karriere. Auf einer Fahrradmesse gehörte dieser Name zum guten Ton, auch in Europa. Doch in den 1980er Jahren ging alles das schief, was nur schief gehen konnte. Die Automobilisierung schritt voran, Kredite und Leasing waren nun für jeden greifbar.

Gleichzeitig verpasste Schwinn Fahrrad die neusten Trends. Mountainbike und BMX wurden als Thema erst viel zu spät aufgegriffen. Gleichzeitig waren die Produktionsanlagen veraltet. Auf der Fahrradmesse war Schwinn kaum noch zu entdecken. Neue Fabriken, wie in Tulsa, Oklahoma wurden von der Firmenleitung abgelehnt, die Krise nahm an Fahrt zu. Mit dem Konkurs im Jahre 1992 wurden die Firmenanteile und die Marke veräußert. Danach geriet die Marke erneut in eine Liquidation.

Die Rechte an der Marke Schwinn wurden schlussendlich durch Pacific Cycle erworben, die dann später von Dorel Industries übernommen wurden. Hergestellt wird es heute aber nicht mehr in den USA. Schon um 2010 wurde Schwinn nach China ausgelagert. Der Erfolg konnte sich aber nicht wieder im gleichen Umfang einstellen.

Mit cleveren Werbekampagnen wird heute versucht, den Namen Schwinn mit Kindheitserinnerungen zu verbinden, um den Absatz zu steigern. Das Schwinn Fahrrad gibt es heute auch wieder in Deutschland, wird aber fast komplett in China hergestellt. Da auch die meisten deutschen Hersteller ihre Räder dort herstellen lassen, ist Schwinn also durchaus mit der Qualität der deutschen und europäischen Fahrrad Hersteller zu vergleichen. Alle Paletten werden abgedeckt. Der neuste Trend ist das Smart Fahrrad, allerdings haben sich nur wenige Hersteller dazu bereits positioniert.

Ignaz Schwinn - Ein Pionier der Fahrradindustrie

Rund einjahrhundert Fahrradgeschichte schlagen wir auf, wenn wir in der Chronik der »Schwinn & Company«, mit Sitz in Chicago, eines der größten amerikanischen Fahrradhersteller blättern. Ignaz Schwinn, einer der bedeutendsten Auswanderer des Erftales begründete eine der berühmtesten amerikanischen Fahrradfirmen. »Schwinn-Built-Bicycles« sind in den Vereinigten Staaten seit knapp hundert Jahren ein Begriff.

Ignaz Schwinn, wurde am 1. April 1860 in Hardheim geboren. Später zog die Familie vom Ried in das vom Vater gebaute »alte Bermayer-Haus« in der Walldürner Straße. Vater Ignaz Schwinn, ein gebbürtiger Bretzinger, war Besitzer einer gutgehenden kleinen Orgel- und Klavierfabrik in Hardheim. Er starb, als sein Sohn Ignaz elf Jahre alt war, und hinterließ Frau Theresia, geh. Gärtner, und sieben Kinder. Die finanziellen Verhältnisse der Familie erlaubten ihm »nur« eine Grund- und Berufsschulausbildung.

Es war in der damaligen Zeit für einen jungen Mann sehr schwierig, Arbeit zu finden. So war auch Ignaz Schwinn gezwungen, eine Beschäftigung zu suchen, wo immer er sie finden konnte. Wie die meisten jungen Leute seiner Zeit war er lebhaft interessiert am Hochrad, jenem »Wunder des Jahrhunderts«. In Fahrradfabriken in Norddeutschland lernte er alles über das neue Rad, »das Sichere« mit 2 gleichhohen Rädern (engl. safety genannt), welches von dem Engländer Starley erfunden worden war. Mit der Zeit eignete sich Ignaz Schwinn beachtliche Erfahrung im Fahrradbau an.

Zunächst aber galt es, mancherlei Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen: Schwinn's Zeitgenossen standen dem neuen, modernen Fahrradtyp konservativ gegenüber. Enthusiasmus und Ideen des jungen Hardheimers wurden zwar respektvoll angehört, den älteren Radtypen jedoch der Vorzug gegeben, da man sie für sicherer und erprobter hielt. Der neue pneumatische Radreifen, eine weitere britische Erfindung, heiß diskutiert in Fahrradfabriken, wurde allgemein abgetan als eine interessante aber unpraktikable Neuheit. Ignaz Schwinn hingegen war überzeugt, dass diese Idee der richtige Weg für die Weiterentwicklung des Fahrrades sei.

Während seines Aufenthaltes in Frankfurt kaufte sich Schwinn Reißbrett und Werkzeug. In seiner kleinen Bude hoch oben unter dem Giebel eines großen Hauses in der Frankfurter Altstadt arbeitete er Nacht für Nacht an den Plänen für ein verbessertes »Safety«-Fahrrad. Bei seiner Arbeit lernte Schwinn Heinrich Kleyer persönlich kennen und zeigte ihm Entwürfe von seinem neuen Fahrrad. Kleyer war beeindruckt, stellte ihn an und bald war Ignaz Schwinn Konstrukteur und Meister bei den Kleyer Werken, beauftragt, einige der allerersten »Safety«-Fahrradtypen in Deutschland herzustellen.

So war ihm die Möglichkeit gegeben, seine Vorstellungen hinsichtlich des besten und schönsten Fahrrades in die Tat umzusetzen. Der Erfolg des Unternehmens bestätigte, dass Schwinn Recht hatte. In Adolf Arnold hatte er einen geeigneten Partner. Im Jahre 1908 kaufte Ignaz Schwinn den Firmenanteil seines Partners auf und wurde dadurch einziger Inhaber der »Arnold, Schwinn & Company«. Von dieser Zeit an bestimmte er alleine das Schicksal des Unternehmens, immer auf Verbesserung der Produkte bedacht.

Um die Bedeutung von Schwinns Lebenswerk richtig ermessen zu können, muss man sich einmal klar machen, wie es in der Fahrradindustrie aussah, als Ignaz Schwinn mit Konstruktion und Entwurf seiner neuen Zweiräder anfing und damit einen für damalige Verhältnisse revolutionären Weg mit seinen Ideen und deren Verwirklichung beschritt.

Historische Vorläufer des modernen Fahrrads

  • 1813: Freiherr von Drais erfindet das lenkbare Laufrad (Draisine)
  • 1840: Franz Kurtz baut in Jülich ein mit Fußhebeln angetriebenes Dreirad
  • Um 1850: Phil. Moritz Fischer (Schweinfurt) bringt erstmals am Vorderrad Tretkurbeln an
  • 1860: Michaux übernimmt in Frankreich die Herstellung des Fahrrades im großen (Veloziped)
  • Um 1880: Das Hochrad entsteht durch Vergrößerung des angetriebenen Vorderrades zwecks Erhöhung der Geschwindigkeit

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