Scott Fahrräder: Handling Probleme und Lösungen

Ein elektrisches Bike, das beim Treten unterstützt, ist wie ein normales Bike mit dem zusätzlichen Feature einer Antriebseinheit und eines Akkus. Es ist jedoch nicht wie ein Moped, der Motor ist abhängig von deinem Tretverhalten und unterstützt nur, solange du weiter trittst und der Akku noch Strom hat. E-Bikes bieten große Freiheit, da sich deine Fahrt grenzenlos anfühlt, kein Pendelweg zu lang ist, kein Anstieg steil genug und kein Trail zu technisch ist.

Mit seinem Einstieg 2011 gehörte Scott zu den Marktführern, die nach einem ersten Abwarten sich später intensiv den E-Bikes zuwandten. Mittlerweile reicht das Angebot des Herstellers von den E-Mountainbikes, über urbane E-Bikes und Trekking E-Bikes bis hin zu E-Rennrädern.

E-Mountainbikes von Scott

In den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich Scott vor allem mit Blick auf das Mountainbiking eine Stellung als technischer Innovator erarbeitet. Folgerichtig ist das Portfolio an E-Mountainbikes das größte innerhalb der Räder mit elektrischer Unterstützung. Trotz der großen Vielfalt gibt es ein paar Details, die sich durch alle Spielarten des E-MTB durchziehen. Dazu gehört beispielsweise der Flip-Chip.

Wie bei anderen Herstellern auch ermöglicht dieses Bauteil eine grundlegende Veränderung der Geometrie der Bikes. Modelle mit diesem Feature könnt ihr mit verschieden großen Laufrädern fahren. Das Geheiminis dieser Systems ist ein in der obersten Dämpferbefestigung genutzter Chip. Dessen ovale Form sorgt dafür, dass sich die Abstände zum Lenker, dem Tretlager, dem Untergrund sowie Lenk- und Sitzwinkel ändern. Nach dem Lösen einer einzigen Schraube habt ihr in weniger als fünf Minuten das Setup auf die alternative Laufradgröße eingestellt. Eine weitere Innovation ist der limitierte Gabelanschlag. Er verhindert, dass die Gabel sich in einem Winkel von mehr als 60 nach links oder rechts dreht. Viele Bikerinnen und Biker nutzen ihr E-MTB längst öfter als nur tagsüber im Gelände. Deshalb hat Scott vorsorglich Kabel für die Beleuchtung im Rahmen verlegt.

Scott Ransom eRide

Zur Saison 2021 wurde das Scott Ransom eRide als das neue Flaggschiff der Fully-E-MTBs vorgestellt. Scotts Anspruch war es nach eigener Aussage, dieselben Qualitäten im Ransom eRide zum Leben zu erwecken, die auch das herkömmliche Ransom auszeichnen. Das bedeutet, Spaß und gleichzeitig Sicherheit bei Sprüngen, in engen Kurven und an Absätzen in technisch anspruchsvollster Umgebung. Bergan macht sich das ausgewogene Konzept des Ransom eRide bemerkbar. Je nach gewähltem Setup und Laufradgröße variiert der Sitzwinkel zwischen 75,9 Grad und 77 Grad. Das ist ausreichend steil um euch schön Richtung Tretlager und damit dem Schwerpunkt des Bikes zu bringen. Von dieser Position aus entwickelt ihr reichlich Vortrieb und erklimmt auch steilste Rampen.

Scott Genius eRide

Beim Genius eRide handelt es sich um den Oldie im Lineup der E-MTB on Scott. Es war das erste Mountainbike mit E-Antrieb, dass der Hersteller auf den Markt brachte. Inzwischen erscheint es in der dritten Generation. Das Spitzenmodell Genius eRide 900 Tuned kommt mit einem Carbonrahmen daher und bringt weniger als 23 Kilogramm auf die Waage. Wobei Carbon hier nur ein Teil der Wahrheit ist. Im Vergleich zu anderen Herstellern schlägt Scott an diesem Fahrrad einen etwas anderen Weg ein. Aus Carbon besteht lediglich das vordere Rahmendreieck. Bei der Schwinge und den Kettenstreben belässt es der Hersteller bei Aluminium. Angesichts des Preises von ungefähr 8.200 Euro, liebäugeln manche von euch vielleicht eher mit einer der drei anderen Versionen in dieser Modellreihe, deren Rahmen durchgängig aus Aluminium- gefertigt ist.

Scott Strike eRide

Verglichen mit dem Ransom eRide und dem Genius eRide ist das Scott Strike eRide ein Stück weit zurückgenommen. Weniger progressiv ausgelegt, kombiniert es eine entspanntere Geometrie mit einer leicht aufrechteren Position beim Fahren. Der Steuerwinkel von rund 65 Grad liegt nahe an dem des Ransom eRide. Gleichzeitig fällt der Sitzwinkel rund zwei Grad flacher aus. Insgesamt sitzt ihr dennoch in einer ähnlichen Position im Rad selbst.

Insgesamt möchte dieses Bike den Beweis antreten, dass Mountainbiking und Komfort sich nicht gegenseitig ausschließen. Seine Federung ist mit 140 Millimetern vorn und hinten üppig genug ausgelegt, damit ihr auch um felsige Trails keine Umwege machen müsst. Vom Konzept her ist das Scott Strike eRide genauso leistungsfähig wie seine beiden Pendants für das gröbere Geläuf. Dies liegt zu großen Teilen am für Scott typischen Twinloc. Jene bereits 2010 eingeführte Technologie gilt als eines der Alleinstellungsmerkmale der Marke. Twinloc bietet euch drei Einstellungen, mit denen ihr während der Fahrt per Daumendruck das gesamte Federungssystem und die Geometrie grundlegend verändern könnt. Einstellung Nummer eins heißt „Descent“, also Abfahrt. Daneben gibt es noch „Traction Control“ und „Lockout“.

Beim Twinloc geht es hauptsächlich um die Veränderung des Dämpferverhaltens. In der Einstellung „Descent“ ist der komplette Federweg freigegeben. Mit dem einmaligen Drücken der Fernbedienung am Lenker schließt sich im Modus „Traction Control“ eine der Luftkammern des Dämpfers. Dies verringert den Federweg und lässt den Sitzwinkel steiler werden. Beim „Lockout“, der dritten Stufe, nehmt ihr die Federung fast vollständig aus dem Spiel. Als Resultat erhöht sich die Effizienz beim Pedalieren.

Erfreulicherweise hat Scott dem Strike eRide weitere Features spendiert, die sich auch an den teureren Modellen finden. Dazu zählt der „Impact Damper“. Dieser großflächige Schutz am Unterrohr sorgt dafür, dass euer Bike Einschläge von unten möglichst schadlos übersteht. Wie das Ransom eRide und das Genius eRide bietet auch das Strike eRide die Option für einen Range Extender. Eine eigen entwickelte Halterung lässt sich an den Aufnahmen für den Flaschenhalter anschrauben. Mit einem zusätzlichen 500 Wattstunden-PowerPack von Bosch verschafft ihr euch so ein deutliches Plus an Reichweite. Vorsicht ist allerdings bei den Rahmengrößen S und M geboten. Ein weiteres nützliches Detail des Strike eRide wird erst auf den zweiten Blick erkennbar. Im Sinne der Vielseitigkeit hat Scott den Rahmen mit Aufnahmen für Gepäckträger und Schutzbleche versehen.

Scott Aspect eRide

Es dauert tatsächlich bis zum Hardtail-E-MTB, bis Scott auf einen Motor mit weniger Drehmoment als die 85 Newtonmeter des Bosch Performance CX zurückgreift. Daran wird ersichtlich, welche Entwicklung alle Hersteller in den vergangenen Jahren genommen haben. Trotz aller technischer Raffinesse vollgefederter Mountainbikes ist anscheinend auch bei Scott dieser Fahrradtyp derjenige, der eine große Zielgruppe anspricht. Entsprechend breit gefächert ist die Modellreihe. Kein Wunder, denn mit dem Scott Aspect eRide lässt sich einfach eine Menge anstellen. Für leichte und mittlere Trails eignet es sich ebenso gut, wie für Touren, auf denen ihr zu großen Teilen auf befestigten Straßen und Wegen unterwegs seid. Gleichzeitig besitzt das Bike einige Alltags-Gene. Die im Rahmen bereits vorverlegten Kabel für die Lichtanlage finden sich hier genau wie die Aufnahmen für Gepäckträger und Schutzbleche als auch die Möglichkeit zur Erweiterung mit einem Range Extender wieder.

Je nachdem, worauf bei euch der Schwerpunkt liegen wird, könnt ihr mit dem Perfomance CX, dem Performance Line oder dem Active Line Plus die passende Motorpower wählen. Auch die serienmäßig installierte Akkuleistung fällt mit 625 Wattstunden beziehungsweise 500 Wattstunden unterschiedlich aus. Zudem sind die 1fach-Antriebe mit Kassetten mit zwölf, zehn oder neun Ritzeln verbaut. Scott verteilt das Ganze auf fünf verschiedene Modellvarianten. Preislich unterscheiden die sich durch ungefähr 1.000 Euro.

Scott Contessa

Ähnlich wie Giant mit seiner Marke Liv hat auch Scott Bikes gezielt für Frauen im Sortiment. Hinter Contessa verbirgt sich natürlich mehr als nur eine andere Farbauswahl. Kürzere Vorbauten und schmalere Lenker sollen beispielsweise das Handling verbessern. An E-Bikes mit nur einem Kettenblatt ist dessen Zähnezahl leicht reduziert. Zudem fallen die Kurbeln kürzer aus. Deren Form, Polsterung und Krümmung lehnt sich speziell an die weibliche Anatomie an. Nach eigener Aussage hat der Hersteller sogar in Zusammenarbeit mit Fox an der Feinabstimmung der Dämpfer für die vollgefederten Contessa-Modelle gearbeitet. Im Gegenzug gab es bei den Rahmen der E-Fullys keine weiteren Veränderungen. Scott zeigt sich davon überzeugt, dass Frauen sehr wohl mit diesen Geometrien genauso gut zurechtkämen, wie Männern. Unterschiede weist dagegen die Modelleihe Contessa Active eRide auf. Dort erhöhen eine niedrigere Schritthöhe sowie eine aufrechtere Sitzposition den Komfort.

Scott Axis eRide

An die Schnittstelle zwischen die klassischen Fahrradtypen wie E-Mountainbike, Trekking-E-Bike und E-Citybike hat Scott das Axis eRide gesetzt. Mit dem Scott Axis eRide Evo Speed und dem Scott Axis eRide Evo gibt es zwei Varianten, die ein bisschen von allen Fahrradtypen in sich vereinen. Vollgefedert, mit 140 Millimetern vorn und 130 Millimetern hinten ernstzunehmende Federung, Twinloc, gleichzeitig serienmäßig mit Beleuchtung, Schutzblechen, Gepäckträger und Seitenständer ausgestattet - ein bunter Mix, der als SUV-E-Bike dabei ist, sich zu etablieren.

Im Falle des Scott Axis eRide Evo Speed kommt die Besonderheit hinzu, dass es sich dabei um ein S-Pedelec handelt. Dank der Motorunterstützung bis 45 km/h seid ihr mit diesem Bike einen gehörigen Ticken schneller unterwegs. Etwas mehr Zurückhaltung verströmen dagegen das Scott Axis eRide 10 und das Scott Axis eRide 20. Sie stellen quasi die urbane Fortschreibung der Scott Aspect eRide-Modelle dar. Während dort die Rahmen lediglich für den ganzjährigen Einsatz auf der Straße vorbereitet sind, findet ihr hier schon alle nötigen Komponenten serienmäßig verbaut. Neben dem hochwertigen E-Antrieb gibt es schöne Details wie den im Vorbau integrierten Frontscheinwerfer. Wer von euch unter den Contessa-Bikes nach etwas Vergleichbarem sucht, wird nichts finden.

E-Citybikes von Scott

Was zur Saison 2013 mit dem E-Sportster begann, hat sich seitdem auch bei Scott zu einem großen Standbein innerhalb der E-Bikes entwickelt - das E-Citybike. Beim Schweizer Unternehmen mit den US-amerikanischen Wurzeln umfasst dies fast als Fahrräder, die ein „Sub“ im Namen tragen. Alle anderen Modelle sind mit dem ausgestattet, was ihr beim Pendeln zur Arbeit, auf dem Weg zum Einkaufen, der KiTa und ihr eurer Freizeit benötigt. Das reicht vom fest montierten Vorder- und Rücklicht, dem Racktime-Gepäckträger oder einem damit kompatiblen Modell, einem integrierten Rahmenschloss sowie einem Seitenständer. Bei den Rahmenformen stehen euch alle Türen offen. Ansonsten ergeben sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellreihen aus der weiteren technischen Ausstattung.

Scott Sub Sport eRide

Das teuerste und gleichzeitig vielseitigstes Modell innerhalb des Lineups der Sub-E-Bikes ist das Scott Sub Sport eRide. Der hier verbaute E-Antrieb von Bosch genügt höchsten Ansprüchen, was Leistungsfähigkeit, Reichweite und Zuverlässigkeit betrifft. Dazu verfügen zwei von drei Ausstattungsvarianten für den 1-fach Antrieb von Shimano mit einer XT-Kassette mit zwölf Ritzeln. Deren Spektrum ist breit genug ausgelegt, dass ihr - bergan und bergab - stets einen passenden Gang finden solltet.

Scott Sub Tour eRide

Ein wenig gelassener als das Scott Sub Sport eRide ist das Scott Sub Tour eRide auslegt. Die Motoren bieten etwas weniger an Drehmoment, bei der Reichweite des Akkus könnt ihr euch auch mit etwas weniger als 625 Wattstunden zufriedengeben und die Kassette kommt mit zehn beziehungsweise neun Ritzeln aus. Unter dem Strich ist das immer noch ein stimmiges Gesamtpaket, das euch auch auf längere Sicht reichlich Freude bereiten kann.

Scott Sub Active eRide

Wer nach einem günstigeren urbanen E-Bike sucht, ist in Bezug auf Scott beim Sub Active eRide richtig. Komponenten wie Motor, Akku und Schaltung können logischerweise nicht ganz mit den teureren Modellen mithalten. Ihrer Qualität tut dies keinen Abbruch. Nicht jede und jeder von euch werden bei jeder Gelegenheit zum E-Bike greifen wollen. Und kurze und mittlere Distanzen lassen sich mit diesen Fahrrädern genauso bequem fahren. Zudem finden sich in der Modellreihe noch ein paar Varianten mit einem Gepäckträgerakku.

Scott Sub Cross eRide

Ein wenig aus der Reihe tanzt bei Scott das Sub Cross eRide. Zwar trägt es das „Sub“ im Namen, aber mit der Stadt es gar nicht so viel zu tun. Sein Metier sind eher die Vorstädte, das Umland. Mit ihm könnt ihr entspannt abseits der Straße unterwegs sein. Für wen dabei Schutzbleche, Gepäckträger, und komplette Beleuchtung eher unter die Rubrik „überflüssiger Ballast“ fallen, der wird an diesem Bike vielleicht seine Freude haben.

E-Rennräder von Scott

Über die Innovationskraft von Scott habt ihr ja bereits eingangs des Artikels etwas erfahren. In den zurückliegenden 20 Jahren zielte dieser Einfallsreichtum vor allem auf eines ab: Gewicht reduzieren. Scott ist hier im Profiradsport vor allem in den Disziplinen im Straßenradsport und Cross Country aktiv gewesen. Schon optisch gleicht es dem herkömmlichen Modell aus dem World Tour-Zirkus ausgesprochen stark. Scott hat hier alle Register gezogen - von der innenliegenden Zugverlegung bis zur ausgefeilten Carbon-Konstruktion. Beim Blick auf das Datenblatt müssen vielleicht einige von euch zweimal hinsehen. Schließlich stehen dort weniger als elf Kilogramm an Gesamtgewicht für das Bike. Wer sich von euch ein wenig besser auskennt, ahnt bereits bei der Gewichtsangabe, dass hier vermutlich kein Motor von Bosch verbaut ist. Korrekt. Stattdessen greift Scott auf den X35+ von Mahle zurück. Zum Hinterradnabenmotor und dem im Unterrohr integrierten Akku mit 252 Wattstunden könnt ihr optional noch eine Range Extern mit zusätzlichen 208 Wattstunden ordern. Lohnenswert auch bei diesem Bike ist der Blick auf die anderen Varianten.

Weitere Modelle von Scott

Scott Silence eRide Evo Speed

Auf besonders leisen Sohlen kommt ein weiteres S-Pedelec von Scott daher. Das Silence eRide Evo Speed ist das einzige E-Bike im gesamten Sortiment des Herstellers mit Nabenschaltung, Riemenantrieb und Starrgabel. Von den anderen Modellen dieser Reihe könntet ihr dagegen das eine oder andere Geräusch vernehmen. Dort verhalten sich Schaltwerk und Kette nicht ganz so still. Ein formschönes Cockpit eint dagegen alle Bikes. Dank der im Steuersatz integriert verlaufenden Kabel wirkt das ausgesprochen aufgeräumt. Auch die Option für den Gebrauch eines zweiten Akkus findet ihr über die gesamte Modellreihe hinweg. Das Scott Silence eRide 10 kommt sogar bereits serienmäßig mit der DualBattery-Variante. Übrigens, der zweite Akku sitzt nicht etwa am Rahmen, sondern auf dem Gepäckträger. Etwa inkonsequent wirkt an dieser Stelle zudem die Rahmenwahl von Scott. Vom Scott Silence eRide Evo Speed gibt es nur eine Version mit Diamantrahmen. Solch einen fahren mehrheitlich Männer.

E-Bikes für Kinder

E-Bikes für Kinder ab ungefähr zehn Jahren finden sich seit einiger Zeit im Portfolio mehrerer Hersteller. Scott folgt diesem Trend und lässt dabei die nötige Umsicht walten. So ist der Motor am Einsteigermodell für die Jüngeren auf eine Unterstützung von maximal 20 km/h begrenzt. Angesichts eines Gesamtgewichtes des Fahrrades von rund 20 Kilogramm bleibt vor allem das Fahren bergan weiterhin eine schweißtreibende Angelegenheit für Kinder.

Handling Probleme und Lösungen

Einige Tester haben im Laufe der Zeit verschiedene Handling Probleme bei Scott Fahrrädern festgestellt und Lösungen dafür gefunden:

  • Reifen: Die Standardreifen können bei aggressiven Kurvenfahrten und tiefen Böden an ihre Grenzen geraten. Eine mögliche Lösung ist der Austausch gegen griffigere Reifen.
  • Bremsen: Bei einigen Modellen, insbesondere bei Verwendung im steilen Gelände, können die Bremsen an ihre Grenzen stoßen. Ein Upgrade auf stärkere Bremsen mit größeren Bremsscheiben kann hier Abhilfe schaffen.
  • Kette: Ein Anschlagen der Kette an die Kettenstrebe kann durch zusätzlichen Schutz im vorderen Bereich verhindert werden.
  • Übersetzung: Die Standardübersetzung ist möglicherweise nicht optimal für bergiges Gelände. Eine Anpassung der Übersetzung durch den Austausch des Ritzels vorne kann das Fahrverhalten verbessern.

Scott Genius: Dauertest Erkenntnisse

Das SCOTT Genius hat mit dem Testsieg in einem Vergleichstest von sechs edlen Trailbikes bereits bewiesen, was es kann. Mit 29” Laufrädern, 150 mm Federweg und einem flachen 65° Lenkwinkel bietet es einen sehr großen Einsatzbereich. Die TwinLoc-Technologie von SCOTT ermöglicht eine Gabel- und Dämpferverstellung in den Stufen Descend (bergab/offen) - Traction Control (Trail-Mode) - Lockout (Straße, Ebene).

Im Dauertest zeigte sich, dass die Sitzposition sehr ausgewogen und zentral ist. Der TwinLoc-Hebel benötigt eine kurze Eingewöhnungszeit. Das FOX-Fahrwerk funktioniert sehr gut, wobei der Dämpfer mit mindestens 30% SAG gefahren werden sollte, um seine volle Performance zu entlocken. In der „Descend“-Dämpferverstellung wäre jedoch ein wenig mehr Druckstufendämpfung von Vorteil.

Die Geometrie fühlt sich auf dem Trail sehr ausgewogen an und das Rad lässt sich mit etwas Impulskraft gut manövrieren. Ganztagestrips in den Bikepark mit großen Downhillstrecken sind problemlos möglich, wobei das Rad auf normalen Trail-Arealen immer noch am wohlsten fühlt. Lange Offroad-Highspeed-Stücke fordern Fahrer und Bike und sind nur etwas für erfahrene Rider. Das SCOTT Genius hat eine sehr angenehme Sitzposition und ein gut gewählter Sitzwinkel, gepaart mit dem TwinLoc-System, ergibt ein potentes Uphill-Bike.

Verbesserungspotenzial beim Genius

  • Die Reifen geraten bei aggressiven Kurvenfahrt und tiefen Böden schnell an ihre Grenzen.
  • 180 mm Scheiben sind bei einem 29-Zoll Trailbike unterdimensioniert.
  • Die Lenkerposition ist etwas zu tief geraten.

Im Laufe des Dauertests gab es keine nennenswerten Defekte, jedoch wurden einige Komponenten ausgetauscht, um das Potenzial des Bikes voll auszuschöpfen. Erwähnenswert ist außerdem die schlechte Lackqualität am Unterrohr. Die verbauten DT Swiss M1825-Laufräder sind einem Gewicht von rund 1,9 kg recht träge.

Bosch CX Antrieb

Der neue Bosch CX ist ein Traum. Kraft ohne Ende, in jeder Lebenslage egal ob langsam, schnell, hohe oder niedrige Kadenz und trotzdem sehr feinfühlig dosierbar. Die Abriegelung bei 25-28 km/h ist auch super gelöst, so dass keinerlei Jo-Jo Effekt auftritt. Die Schaltunterbrechung ist kaum merkbar, verhindert aber das Krachen der Schaltung, so dass die Schaltvorgänge fast immer leise von statten gehen. Die Reichweite ist sehr gut.

Das relativ lange Oberrohr ermöglicht auch größeren Menschen mit 1,90 m eine optimale Sitzposition. Ein kürzerer Vorbau (50 mm) wirkt sich sehr positiv aufs Handling aus. Das Vorderrad hochzuziehen für Sprünge ist somit kein Problem mehr. Das Rad bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Der etwas längere Hinterbau erfordert aber eine etwas aktivere Fahrweise bei schnellen engen Kurven. Hat man sich daran aber einmal gewöhnt ist es eigentlich kein Problem mehr das Rad entsprechend zu steuern.

Weitere positive Aspekte

  • Twinlock-Hebel zur gleichzeitigen Einstellung der Federgabel und des Dämpfers.
  • 3.0 Zoll Plus Reifen bieten eine Menge zusätzlichen Grip und zusätzlichen Komfort bei kleinen Unebenheiten.

Verbesserungspotenzial beim E-Genius 720 Plus

  • Die Standard-Übersetzung ist mit 17 (42,5) vorne und 10fach 11-36 hinten nicht sonderlich bergtauglich übersetzt.
  • Die Bremsen quietschen nicht und sind durchaus ausreichend für flaches bis mäßiges Gelände auch bei einem Systemgewicht von 110kg. Bei steilerem Gelände oder längeren Abfahrten kommen die Bremsen dann aber doch schnell an ihre Grenzen. Hauptproblem sind wahrscheinlich die Mini- Bremsbeläge.
  • Die Kette schlägt an die Kettenstrebe an. Hier sollte man den vorderen Bereich zusätzlich schützen.

Die Verarbeitung ist ansonsten tadellos und wirkt sehr hochwertig, was die Umlenkpunkte und den Rahmen angeht. Alle Kabel wurden sauber verlegt, nichts reibt oder stört irgendwo. Bisher hat sich noch kein einziges Schräubchen gelockert.

Alles in Allem ist das Scott E- Genius 720 Plus ein fantastisches Rad mit wenigen Schwächen, die aber leicht nachzubessern sind. Wer sich das Umrüsten der Übersetzung und der Bremsen sparen will kauft eben gleich das E-Genius 710 Plus, wo beides schon deutlich besser ist.

SR Suntour Gabel

Die verbaute Gabel ist die SF11 NCX-D MLO 700c von SR Suntour. Sie hat links eine Stahlfeder, deren Vorspannung man einstellen kann. Rechts ist eine Lockout-Cartridge, eine Hydraulische Patrone verbaut, mit dem Hebel der daran angebracht ist, kann man die Gabel hydraulisch sperren. Sie hat immerhin schon ein Magnesium-Gehäuse, was sie nicht ganz so schwer macht. Insgesamt gehört sie jedoch ins Low-Price Segment - wenn sie verschlissen ist, sollte man etwas besseres verbauen. (Vielleicht eine RST Vogue: Luft-Federung und Hydraulische Zugstufe, einstellbar - für 150Euro. Wems aufs Geld nicht ankommt, DT Swiss und Fox bieten hervorragende Gabeln an.

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