Scott Fahrradhelm Orange Test: Sicherheit und Stil für Trailbiker und Rennradfahrer

Rennradfahren erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Umso wichtiger ist die Sicherheit, die nicht zu kurz kommen sollte. Der Preis für einen Rennradhelm kann je nach Marke, Modell und Funktionen stark variieren. Einige Einsteigermodelle sind bereits für etwa 50 Euro erhältlich, während High-End-Modelle mehrere hundert Euro kosten können.

Anforderungen an moderne Rennradhelme

Rennradhelme müssen natürlich in erster Linie Sicherheit bieten, auch bei hohen Geschwindigkeiten. Für optimale Performance soll der Rennradhelm möglichst leicht und aerodynamisch sein. Dabei soll aber auch die Belüftung nicht zu kurz kommen, denn gerade auf dem Rennrad kommt man ordentlich ins Schwitzen. Zu viele Luftkanäle können allerdings die Aerodynamik negativ beeinflussen, weshalb es hier auf eine gute Balance ankommt. Rennradhelme kommen meist ohne Visier aus - wobei es spezielle Zeitfahrhelme gibt, die ein Visier haben und besonders aerodynamisch geschnitten sind.

Sicherheitsstandards und Technologien

Alle Fahrradhelme, die auf dem europäischen Markt vertrieben werden, müssen ein CE-Prüfzeichen vorweisen und einer DIN-Sicherheitsnorm entsprechen. Wer sich daher besonders für das Thema Sicherheit interessiert, sollte sich die Listung des Virginia Tech Insitute anschauen. Die wird von vielen Experten als eine Art »Goldstandard« angesehen. Immer mehr Helme tragen außerdem den Zusatz »Mips« im Namen. Mips ist ein eigenes Unternehmen und steht für »Multi-Directional Impact Protection System« - ein spezielles Schutzsystem also, mit dem mittlerweile Helme vieler Hersteller ausgestattet werden. Die Idee ist, den Fahrer gerade bei einem schrägen Aufprall besser zu schützen. Dafür wird eine zusätzliche Schale in den Helm eingesetzt. Manche Hersteller haben aber auch ihre eigenen Sicherheitssysteme entwickelt. Beispiele dafür sind »KinetiCore« des belgischen Herstellers Lazer oder »WaveCel«, das man bei Helmen der Marken Trek und Bontrager findet.

Passform und Komfort

Leider gibt es keine absolut einheitlichen Rennradhelm-Größen. Wem bei einem Hersteller M passt, benötigt bei einem anderen vielleicht L. Daher sollte man beim Kauf nicht nur auf die Angaben von XS bis XL achten, sondern immer auch die zugehörigen Zentimeterangaben anschauen. Um den eigenen Kopfumfang herauszufinden, setzt man das Maßband etwas überhalb der Ohren an. Natürlich passt nicht jeder Rennradhelm zu jeder Kopfform - selbst wenn man die korrekte Größe gefunden hat. Hat man schließlich einen Rennradhelm gefunden, der zum Kopfumfang passt und nirgends drückt, sollte man dennoch die Einstellungsmöglichkeiten nutzen, die viele Helme bieten, damit er wirklich perfekt sitzt. In aller Regel kann man Helme mittels Schnallen oder Drehrad am Hinterkopf etwas weiter oder enger machen, bis sie den Kopf sicher umschließen, ohne dabei unangenehm zu drücken. Ist das der Fall, schließt man die Gurtbänder so ums Kinn, dass sie straff anliegen, aber nicht einschneiden. Im Idealfall befindet sich die Kante des Rennradhelms einen guten Finger breit über den Augenbrauen, damit auch die Stirn ausreichend geschützt ist. Dann sollte der Rennradhelm - und auch jeder andere Fahrradhelm - so sitzen, dass man problemlos eine mehrstündige Ausfahrt meistern kann, ohne dass sich Druckstellen bilden.

Testberichte und Empfehlungen

Scott Vivo Plus

Der Scott Vivo Plus passt sich wirklich gut der Kopfform an, was sich zum einem im Trageempfinden und andererseits in den Ergebnissen des Roll-Off-Tests zeigt. Der mit MIPS (Multi Impact Protection System) bestückte Scott verrutscht im Roll-off-Test nur minimal, seine Schlagdämpfung ist ordentlich. Der SCOTT Vivo Plus Helm ist der Helm für sicherheits - und stilbewusste Trailbiker.

Scott Cadence Plus

Der Scott Cadence Plus bietet alles, was einen modernen, zeitgemäßen Rennradhelm ausmacht. Der Scott überzeugt besonders durch seinen geringen Luftwiderstand. Dank der recht großzügigen Innenweite eignet sich der Helm auch für größere Köpfe, das Einstellsystem und der Magnetverschluss am Kinn sind einfach zu handhaben. Meint man es ernst mit den neuen Bestzeiten und ist auch die Aerodynamik von gesteigerter Bedeutung, ist der Scott Cadence Plus einen genaueren Blick wert. Der Helm sitzt wie angegossen. Das ist bei einer etwas »eigenwilligen« Kopfform nicht selbstverständlich. Es ist also davon auszugehen, dass der in S, M und L erhältliche Helm bei etwas »homogener« geformten Köpfen umso besser sitzt. Der Helm ist zwar nicht ganz so »luftig« wie andere - das ist aber typisch für einen auf Aerodynamik getrimmten Helm. Dafür ist die herausnehmbare, waschbare Polsterung umso besser, der Helm sitzt auch auf langen Ausfahrten bequem. Was die Bedienelemente angeht, ist der Helm auf schnelle, hektische Zugriffe ausgelegt, wie sie im Renneinsatz typisch sind. Ein Ass hat der Scott Cadence Plus noch im Ärmel - oder besser gesagt im Lüftungsschlitz: ein abnehmbares Rücklicht. Es ist ordentlich hell und lässt sich in verschiedenen Modi betreiben.

Scott Argo Plus Helm

Scott hat mit dem Argo Plus einen Helm für Trailbiker im Programm, welcher vor allem durch sein geringes Gewicht und eine gute Belüftung punkten kann. Scott bewirbt den Argo Plus Helm mit der Aufbewahrungsmöglichkeit für eine Brille auf der Rückseite. Die einzige Möglichkeit, diese dort zu verstauen, ist allerdings umgedreht. Dazu muss die Brille gedreht und mit den Bügeln in die Öffnungen an der Helmrückseite bugsiert werden.

Julbo Fast Lane

Dass ein schön ausgestatteter Rennradhelm nicht allzu viel kosten muss, beweist Julbo mit dem Fast Lane. So ist die Verwendung eines Fidlock-Magnetverschlusses in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Hat man den Bogen einmal raus, möchte man Fidlock am Helm nicht mehr missen, es vereinfacht das Handling ungemein. Der Fast Lane hat andere Vorteile: Der Unisex-Helm lässt sich auch von Pferdeschwanz-Trägerinnen (und -Trägern!) nutzen. Gut gefallen haben uns auch die unkompliziert in der Höhe per Klapp-Schnalle justierbaren Seitenriemen und die gute Belüftung. Außerdem ist der Helm in sechs verschiedenen Farben erhältlich, passend zu jedem Radoutfit.

Rudy Project Skudo

Mit dem Skudo hat Rudy Project ein gelungenes Allround-Talent im Sortiment. Die Belüftung des in Größe L getesteten Helms ist ausgezeichnet, ebenso die Polsterung. Der italienische Hersteller kombiniert diese mit einem integrierten Insektennetz, das das Eindringen lästiger Begleiter verhindert. Das Einstellsystem ist höhenverstellbar und recht filigran, drückt damit aber das Gewicht und ist gut bedienbar. Nicht zuletzt hat uns das dezente, italienische Design gefallen.

Uvex Surge Aero Mips

Der Uvex Surge Aero Mips richtet sich an ambitionierte Fortgeschrittene und (Halb-)Profis. Uvex hat den Aero Mips mit einem Helmcover versehen, das sich mit wenigen Handgriffen abnehmen lässt. Der Helm wird so im Nu zu einem 306 Gramm schweren, gut belüfteten Rennrad-Allrounder für heißere Tage. Positiv hervorzuheben ist zudem die kratzunempfindliche, matte Helmoberfläche. Zudem sitzt der Rennradhelm bequem auf dem Kopf und lässt sich einfach einstellen.

Giro Isode Mips

Der Giro Isode Mips ist günstig, macht aber trotzdem eine gute Figur im Hinblick auf Sicherheit, denn der Isode Mips ist, wie der Name bereits verrät, mit der Mips-Sicherheitstechnologie ausgestattet. Außerdem sitzt der Unisize-Helm bequem auf dem Kopf und lässt sich einfach an die Kopfgröße anpassen. Der Isode kommt in Universal-Fit-Größe und trug sich im Test so angenehm. Für ein einfaches Anpassen an die Kopfform ist er mit Giros praktischem Roc-Loc-Sport-System ausgestattet.

Van Rysel RCR-R 900 Mips

Die Hausmarke von Decathlon, Van Rysel, präsentiert mit dem RCR-R 900 Mips einen attraktiven Rennradhelm, der in der Preisklasse unter 100 Euro einen beeindruckenden Benchmark setzt. Er punktet nicht nur mit einem aerodynamischen Design, sondern auch mit einem ausgezeichneten Sitz und einem angenehmen Tragegefühl. Der Helm richtet sich an Rennrad-Einsteiger als auch Fortgeschrittene, die einen Helm suchen, der sozusagen mit ihren Fähigkeiten mitwächst.

Sweet Protection Falconer Aero 2 Vi Mips

Der Sweet Protection Falconer Aero 2 Vi Mips ist haarscharf an einer Empfehlung vorbeigeschrammt. Der futuristische Look und die umfassende Ausstattung machen ihn zu einem auffälligen Helm. Allein der Komfort des Falconer lässt einen mit der Zunge schnalzen - fast fühlt es sich so an, als würde man eine Mütze aufsetzen. Dazu kommt ein sehr leichtgängiges, fein gerastertes Verstellsystem, das ihm einen guten Sitz verleiht.

Oakley Aro5 Race I.C.E. Mips

Der Oakley Aro5 Race I.C.E. Mips hat von allen getesteten Helmen eine der detailverliebtesten Ausstattungen. Das liegt zum einen am im Nacken höhenverstellbaren Anpassungssystem und zum anderen an einem Streifen aus silikon-ähnlichem Material an der Stirn. Der verhindert nicht nur, dass der Helm verrutscht, sondern auch, dass Schweiß von der Stirn in die Augen geraten kann. Dazu kommt die vergleichsweise großzügige Polsterung. Wie viele Helme in dieser Preisklasse verfügt der Aro5 Race über eine »Sonnenbrillengarage«. Zwei Gummieinsätze sorgen dafür, dass die Sonnenbrille an Ort und Stelle bleibt, wenn man sie absetzt. Oakley setzt auf das BOA-Schnellverstellsystem, um die Anpassung des Helms an den Kopf so einfach wie möglich zu gestalten. Ein Kernbestandteil des Helms ist das twICEme-Sicherheitssystem. Dank der großflächigen, reflektierenden Bereiche fällt der Aro5 Race im Dunkeln sofort auf.

POC Ventral Air Mips

Schon beim ersten Blick macht der Ventral Air Mips von POC deutlich: Hier wurde auf Aerodynamik geachtet.

Weitere Helmtypen

Mountainbike-Helme (abgekürzt auch MTB-Helme genannt) sind dagegen häufiger mit Visier ausgestattet, um den Fahrer besser vor Sonne, Schmutz oder kleinen Steinen zu schützen - auf Trails geht es schließlich öfter mal rustikaler zu. Auch hier ist gute Belüftung wichtig, gerade wenn man längere Bergauf-Passagen fährt. Für Pendler, Wochenendausflügler und Citybiker, die primär in der Stadt unterwegs sind, reicht ein normaler City-Helm aus. Solche Helme sind weniger sportlich abgestimmt und verzichten daher oft auf High-Tech in Sachen Belüftung oder Aerodynamik. Stattdessen liegt der Fokus eher auf einem guten Tragekomfort und einem schicken, urbanen Look. Sinnvoll sind hier Extras wie Reflektoren oder sogar eine (Heck-)Beleuchtung, damit man im dichten Verkehr besser gesehen wird.

Pflege und Lagerung

  1. Bei Nichtgebrauch sollte ein Fahrradhelm immer kühl, trocken und möglichst dunkel lagern.
  2. Sofern der Fahrradhelm mit entnehmbaren Polstern ausgestattet ist, sollten dieses von Zeit zu Zeit mit einem Feinwaschmittel bei max. 30°gewaschen werden.
  3. Es dürfen am Helm keine Veränderungen (z. B. Bekleben mit Aufklebern oder Bemalen) vorgenommen werden.
  4. Zudem wird das Helmmaterial durch die Einwirkung von UV-Strahlen und Schweiß mit der Zeit porös und verliert dadurch seine dämpfende Eigenschaft.
  5. Nach einem Sturz sollte der Helm ersetzt werden.

Einstellung der Gurte am Fahrradhelm

  1. Helm gerade auf den Kopf setzen, wobei der Hinterkopf und die Stirn größtenteils vom Helm umschlossen sind. Darauf achten, dass der Fahrradhelm das Gesichtsfeld nicht einschränkt!
  2. Nun den Kopfring so stramm ziehen, dass es er angenehm fest sitzt. Je nach Ausführung bieten die Hersteller hier unterschiedliche Verstellmöglichkeiten an.
  3. Jetzt das linke vordere Gurtband so einstellen, dass es senkrecht nach unten zeigt, wobei sich der Gurtbandverteiler unterhalb des Ohres befindet.
  4. Um die linke Seite zu straffen, wird an der rechten Seite gezogen und umgekehrt. Manche Hersteller fixieren sie Umlenkung der hinteren Gurtbänder direkt im Helm.
  5. Wenn beide Gurtbänder der linken Seite ein Dreieck bilden und das Ohr umschließen, ist alles richtig.
  6. Als Letztes erfolgt die korrekte Einstellung des Kinnverschlusses.
  7. Tipp: Versuche Deinen Helm nach vorne oder hinten abzustreifen.

Übersicht ausgewählter Helme und Eigenschaften

Helm Typ Besondere Eigenschaften
Scott Vivo Plus Trailbiker Gute Passform, MIPS, ordentliche Schlagdämpfung
Scott Cadence Plus Rennradhelm Geringer Luftwiderstand, abnehmbares Rücklicht
Julbo Fast Lane Rennradhelm Fidlock-Magnetverschluss, gute Belüftung
Rudy Project Skudo Allround Ausgezeichnete Belüftung, integriertes Insektennetz
Uvex Surge Aero Mips Rennradhelm Abnehmbares Helmcover, kratzunempfindliche Oberfläche
Giro Isode Mips Rennradhelm MIPS, bequemer Sitz
Van Rysel RCR-R 900 Mips Rennradhelm Aerodynamisches Design, gutes Tragegefühl
Oakley Aro5 Race I.C.E. Mips Rennradhelm BOA-Schnellverstellsystem, twICEme-Sicherheitssystem

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