Die besten MTB-Schuhe für Damen im Test: Ein umfassender Überblick

Leichte Race-Schuhe für den Cross-Country- oder Marathon-Einsatz gibt es schon seit den Anfangsjahren des MTBs.

Im Laufe der Jahre haben die steifen Treter einen enormen Wandel durchlebt.

Die Anforderungen hingegen sind weitestgehend gleich geblieben: Race-Schuhe sollen die Kraft des Fahrers möglichst verlustfrei aufs Pedal bringen.

Idealerweise verfügen sie auch noch über genügend Laufkomfort, um Schiebe- oder Tragepassagen beim Marathon oder der Transalp zu meistern.

Bei widrigen Bedingungen ist Trittsicherheit auch im Cross Country nötig.

Während viele Schuhe den ersten Punkt noch recht ordentlich erfüllen, fallen die Laufqualitäten zum Teil extrem unterschiedlich aus.

Wirklich gewaltige Unterschiede gibt es auch bei der Passform, dem Hauptkriterium beim Kauf eines MTB-Schuhs.

Da jeder Fuß sehr individuell beschaffen ist, heißt das für Sie: unbedingt anprobieren.

Vor allem Fahrer mit schlanken Füßen stoßen bei den gängigen, oftmals weiten Passformen schnell an die Grenzen, weil sich der Fuß nicht ausreichend im Schuh fixieren lässt.

Und dann helfen weder Schnürsenkel noch Drehverschlüsse.

Worauf es bei Race-Schuhen ankommt

Race-Schuhe sollte man keinesfalls rein nach der Optik kaufen!

Es gibt viel wichtigere Details, die ein guter Schuh erfüllen sollte.

Zahlen, Daten & Fakten

Unsere 14 Testschuhe durften sich nicht nur im Fahr- und Lauftest in der Praxis beweisen, sondern mussten ihre Qualitäten auch im Labor offenbaren.

So fließt z. B. die Sohlensteifigkeit in das Endurteil ein.

Steifigkeit der Sohle

Die Steifigkeit der Sohle bestimmt maßgeblich darüber, wie gut der Fahrer seine Kraft aufs Pedal bringt.

Um zu überprüfen, wie hoch die jeweilige Steifigkeit ausfällt, ermittelten wir die Durchbiegung der Sohle bei einer Last von 20 Kilogramm.

Je höher der erreichte Wert in Newton pro Millimeter, desto höher fällt die gemessene Steifigkeit aus.

Die Sohlensteifigkeit fließt über den Punkt “Kraftübertragung” mit in das Urteil ein.

Die beiden Modelle von Cube und Sidi, die auf eine einfache Nylonsohle setzen, verformen sich unter Last am stärksten.

Die faserverstärkten Sohlen liegen deutlich höher.

Im Vergleich zu einem Highend-Schuh (Referenz Specialized S-Works Recon) mit einer Sohle aus Carbon-Gewebe, bleibt jedoch noch Luft nach oben.

Gewichte

Genau wie Laufräder, Pedale oder Kurbeln zählen auch die Schuhe zur rotierenden Masse im Gesamtsystem Fahrrad.

An diesen Stellen macht sich ein niedriges Gewicht am stärksten bemerkbar.

Der leichteste Schuh in unserem Test kommt von DMT und wiegt in Größe 44 gerade einmal 646 Gramm.

Auch Testsieger Shimano und Fizik bleiben unter 700 Gramm.

Der schwerste Schuh kommt von Vaude und belastet die Waage mit 810 Gramm.

Die Ergebnisse der Race-Schuhe im Test

Hier eine Übersicht der getesteten Modelle, zusammengefasst mit den wichtigsten Details und Bewertungen:

Cube Peak Pro

Preis: 150,00 Euro

Gewicht (Größe 44)¹ / Größen: 790 g / 36-48

Sohlenmaterial / Gummimischung: Faserverstärktes Nylon mit Gummisohle

Ausstattung: 1 x Atop-Drehverschluss; Zehenschutz; reflektierende Ferse

Passform: Durchweg sehr breiter Schnitt für breite Füße mit großem Volumen

FAZIT: Bei einem Preis von 150 Euro ist der Cube Peak Pro der günstigste Schuh in diesem Test und verfügt über eine faserverstärkte Nylonsohle mit einer griffigen Gummierung.

Beim Verschluss setzt Cube auf einen einzelnen Atop-Drehverschluss, mit dem der komplette Fuß fixiert werden muss.

Durch den sehr breiten, voluminösen Schnitt des Schuhs gelingt die ausreichende Fixierung nur bei entsprechend breiten Füßen.

Der Fersenhalt beim Gehen könnte trotz angerauten Fersenmaterials besser sein.

Die Steifigkeit der Sohle fällt gering aus.

Bewertung:

  • Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 6 von 10 Punkten
  • Gehen / Grip (25 %): 6 von 10 Punkten
  • Verschluss / Handling (20 %): 3 von 10 Punkten
  • Gewicht (20 %): 2 von 10 Punkten

BIKE-Urteil² Cube Peak Pro: befriedigend - 29,5 Punkte

DMT KM30

Preis: 239,00 Euro

Gewicht (Größe 44)¹ / Größen: 646 g / 37-48; 40,5 -45,5 halbe Größen

Sohlenmaterial / Gummimischung: Carbon-Sohle mit geschr. Profilblöcken

Ausstattung: 1 x Boa-Drehverschl.; Fersen- und Ze­hen­schutz; Schuhbeutel im Lieferumfang

Passform: Durchweg sehr breiter Schnitt für breite Füße mit großem Volumen

FAZIT: Der DMT KM30 geht eigene Wege und setzt auf einen flexiblen Strickstrumpf als Obermaterial, was ordentlich Gewicht spart.

Durch die starke Gummierung der Ferse und die enge Öffnung gelingt der Einstieg nur sehr fummelig.

Da der Schuh der italienischen Marke für einen breiten Fuß geschnitten ist und viel Platz im Zehenbereich bietet, reicht die Fixierung mit nur einem Boa-Rädchen oftmals nicht aus.

Vor allem in Schiebepassagen entsteht durch die steife Carbon-Sohle Schlupf.

Die Zunge könnte stärker gepolstert sein, die Profilblöcke sind wenig griffig.

Bewertung:

  • Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 7 von 10 Punkten
  • Gehen / Grip (25 %): 2 von 10 Punkten
  • Verschluss / Handling (20 %): 2 von 10 Punkten
  • Gewicht (20 %): 8 von 10 Punkten

BIKE-Urteil² DMT KM30: befriedigend - 30,1 Punkte

Fizik Vento Overcurve X3

Preis: 219,00 Euro

Gewicht (Größe44)¹ / Größen: 699 g / 36-48; 37,5-46,5 halbe Größen

Sohlenmaterial / Gummimischung: CFK-Sohle mit Profilblöcken

Ausstattung: 1 x Boa-Drehverschluss; Zehenschutz

Passform: Breite Passform mit geräumiger Zehenbox

FAZIT: Der Fizik Vento Overcurve X3 besitzt einen breiten Schnitt und eine recht geräumige Zehenbox.

Bei schlanken Füßen stößt man mit dem einen Boa-Verschluss an die Grenzen der Anpassbarkeit.

Vor allem bei steilen Schiebepassagen entsteht Schlupf an der Ferse.

Durch die vorgeformte Sohle kann der Fuß gut abrollen.

Das harte Profil und die fehlende Gummierung unter dem Mittelfuß bieten wenig Grip.

Im Pedal sorgt die ordentlich steife Sohle für eine gute Kraftübertragung.

Zudem zählt der Fizik zu den leichtesten Modellen im Test.

Bewertung:

  • Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 7 von 10 Punkten
  • Gehen / Grip (25 %): 3 von 10 Punkten
  • Verschluss / Handling (20 %): 5 von 10 Punkten
  • Gewicht (20 %): 6 von 10 Punkten

BIKE-Urteil² Fizik Vento Overcurve X3: befriedigend - 33,7 Punkte

Garne G.Dare

Preis: 209,00 Euro

Gewicht (Größe 44)¹ / Größen: 750 g / 39-47

Sohlenmaterial / Gummimischung: GFK-Sohle, durchgängig profiliert

Ausstattung: 2 x Boa-Drehverschluss; Zehen- und Fersenschutz; reflektierende Ferse

Passform: Schmale Zehenbox mit voluminöserem Mittelfußbereich und breiter Ferse

FAZIT: Die großflächige Zunge und der Fersenbereich sind beim Garne G.Dare dick gepolstert, wodurch der Fuß bei warmen Temperaturen schnell schwitzt.

Während der Zehenbereich eher schmal ausfällt, könnte die Ferse kompakter sitzen und in steilen Laufpassagen besseren Halt bieten.

Durch das harte und hohe Profil gibt es griffigere und standsicherere Modelle in diesem Test.

Da das montierte Cleat nicht so tief in der Sohle sitzt, stützen sich die Stollen auch nicht optimal auf dem Pedalkörper ab.

Der Zehen- und Fersenschutz fällt vorbildlich aus.

Bewertung:

  • Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 6 von 10 Punkten
  • Gehen / Grip (25 %): 5 von 10 Punkten
  • Verschluss / Handling (20 %): 6 von 10 Punkten
  • Gewicht (20 %): 4 von 10 Punkten

BIKE-Urteil² Garne G.Dare: befriedigend - 31,9 Punkte

Giant Charge Elite MTB

Preis: 249,90 Euro

Gewicht (Größe 44)¹ / Größen: 722 g / 40-48; keine halben Größen

Sohlenmaterial / Gummimischung: CFK/Glasfaser mit durchg. Gummierung

Ausstattung: 1 x Boa-Drehverschluss + Klett; Fersen- und Zehenschutz

Passform: Mittelbreiter Schnitt mit geräumiger Zehenbox

FAZIT: Mit 249,90 Euro ist der Giant Charge Elite MTB einer der teuersten Race-Schuhe im Vergleich und kommt mit dem typischen Giant-Kanal in der Sohle, der Steifigkeit und geringes Gewicht vereinen soll.

Die griffige, aber wenig konturierte Gummierung verschenkt Potenzial, das schmale Profil macht den Schuh leicht kippelig.

Abrollverhalten und Fersenhalt sind jedoch sehr gut.

Durch das tief sitzende Cleat liegt die Sohle stramm auf dem Pedalkörper für eine gute Kraftübertragung.

Die Innensohle mit auswechselbarer Längsgewölbeunterstützung gefällt.

Bewertung:

  • Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 7 von 10 Punkten
  • Gehen / Grip (25 %): 7 von 10 Punkten
  • Verschluss / Handling (20 %): 7 von 10 Punkten
  • Gewicht (20 %): 4 von 10 Punkten

BIKE-Urteil² Giant Charge Elite MTB: gut - 38,9 Punkte

Giro Sector

Preis: 250,00 Euro

Gewicht (Größe 44)¹ / Größen: 737 g /39-50; 42,5-45,5 halbe Größen

Sohlenmaterial / Gummimischung: CFK mit durchgängiger Gummisohle

Ausstattung: 2 x Boa-Drehverschluss; Fersen- und Zehenschutz; reflektierende Ferse

Passform: Schmaler Schnitt mit mittelbreiter Zehenbox

FAZIT: Der teure Giro Sector bringt alles mit, was ein Race-Schuh können muss und lässt sich dank seinem schmalen Schnitt auch an schlanken Füßen optimal fixieren.

Zudem besitzt die mit Carbon-Fasern verstärkte Kunststoffsohle eine gute Steifigkeit, was ordentlich Druck aufs Pedal bringt.

Auch abseits der Pedale kann der Giro mit seiner griffigen Gummisohle und einem sehr guten Abrollverhalten überzeugen.

Trittsicher und ohne Fersenschlupf meistert der Sector auch steile Schiebepassagen.

Sogar bis Größe 50 erhältlich.

Bewertung:

  • Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 8 von 10 Punkten
  • Gehen / Grip (25 %): 9 von 10 Punkten
  • Verschluss / Handling (20 %): 9 von 10 Punkten
  • Gewicht (20 %): 4 von 10 Punkten

BIKE-Urteil² Giro Sector: sehr gut - 49,9 Punkte

Mavic Crossmax Elite

Preis: 175,00 Euro

Gewicht (Größe 44)¹ / Größen: 705 g / 36-48 2/3 in 2/3-Größen

Sohlenmaterial / Gummimischung: CFK/Glasfaser mit durchg. Profilierung

Ausstattung: 1 x Boa-Drehverschluss + Klett; Zehenschutz

Passform: Insgesamt breiter Schnitt mit sehr breitem Vorfuß

FAZIT: Der Mavic Crossmax Elite liegt deutlich unter der 200-Euro-Marke und ist damit einer der günstigsten Schuhe im Vergleich.

Die Passform fällt eher breit aus und bietet vor allem im Vorfußbereich viel Volumen.

Schmale Füße finden im Mavic-Schuh zu wenig Halt und lassen sich nur unzureichend fixieren.

Die CFK-Sohle besitzt eine gute Steifigkeit, die Profilblöcke fallen allerdings sehr hart aus und erzeugen nur wenig Grip und Laufkomfort.

Durch die geringe Profilbreite an der Ferse ist der Mavic zudem sehr kippelig, mit nur 705 Gramm aber ein Leichtgewicht.

Bewertung:

  • Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 8 von 10 Punkten
  • Gehen / Grip (25 %): 4 von 10 Punkten
  • Verschluss / Handling (20 %): 4 von 10 Punkten
  • Gewicht (20 %): 4 von 10 Punkten

BIKE-Urteil² Mavic Crossmax Elite: befriedigend - 32,4 Punkte

Northwave Rebel 3

Preis: 209,00 Euro

Gewicht (Größe44)¹ / Größen: 736 g / 36-48; 39,5-45,5 halbe Größen

Sohlenmaterial / Gummimischung: Carbon-Sohle im Cleatbereich; Kunststoffprofil

Ausstattung: 2 x Northwave-Drehverschluss; Zehen- und leichter Fersenschutz außen

Passform: Mittelbreiter Schnitt mit geräumiger Zehenbox

FAZIT: Dank der steifen Carbon-Sohle und des zugfesten Obermaterials bringt der Northwave Rebel 3 viel Kraft aufs Pedal.

Durch den anatomisch geformten Oberschuh lassen sich auch schlanke Füße gut fixieren, so ist der Halt im Schuh auf dem Pedal wie zu Fuß ausgezeichnet.

Lediglich die Zehenbox fällt etwas voluminös aus.

Mittels der beiden Northwave-Drehverschlüsse lässt sich der Schuh gut anpassen.

Allerdings erfordern die Verschlüsse einen höheren Kraftaufwand im Vergleich zu Boa.

Die Profilblöcke dürften griffiger und an der Ferse breiter sein.

Bewertung:

  • Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 8 von 10 Punkten
  • Gehen / Grip (25 %): 8 von 10 Punkten
  • Verschluss / Handling (20 %): 8 von 10 Punkten
  • Gewicht (20 %): 4 von 10 Punkten

BIKE-Urteil² Northwave Rebel 3: sehr gut - 45,1 Punkte

Scott Vertec

Preis: 199,95 Euro

Gewicht (Größe 44)¹ / Größen: 801 g / 40-48, keine halben Größen

Sohlenmaterial / Gummimischung: CFK mit durchgängiger Gummisohle

Ausstattung: 2 x Boa-Drehverschluss; Fersen- und Zehenschutz; reflektierende Ferse

Passform: Mittelbreiter Schnitt mit geräumiger Zehenbox

FAZIT: Mit seiner breiten und griffigen Gummisohle erzielt der Scott Vertec Besturteile beim Gehen, was ihn zu einem trittsicheren Begleiter in unwegsamem Gelände macht.

Nur beim Abrollen auf hartem Untergrund stören die entfernbaren Kunstoffstollen.

Mittels der beiden Boa-Verschlüsse sitzt der Schuh sehr fest ohne Fersenschlupf, lediglich die Zehenbox fällt geräumig aus.

Auch die anatomische Einlegesohle sticht positiv heraus und bietet eine gute Unterstützung für den Fuß.

Kritik gibt es fürs hohe Gewicht und den geringen Zehenschutz.

Bewertung:

  • Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 8 von 10 Punkten
  • Gehen / Grip (25 %): 9 von 10 Punkten
  • Verschluss / Handling (20 %): 8 von 10 Punkten
  • Gewicht (20 %): 2 von 10 Punkten

BIKE-Urteil² Scott Vertec: sehr gut - 44,3 Punkte

Shimano XC7

Preis: 219,95 Euro

Gewicht (Größe 44)¹ / Größen: 678 g / 38-50, auch in breiter Variante

Sohlenmaterial / Gummimischung: CFK mit durchgängiger Gummisohle

Ausstattung. 2 x Boa-Drehverschluss; Zehen- und minimaler Fersenschutz

Passform: Mittelbreiter Schnitt mit schlanker Zehenbox

FAZIT: Der klare Testsieger in diesem Vergleich leistet sich keinerlei Schwächen und liefert alles, was Racer brauchen.

Der Shimano XC7 besitzt die steifste Sohle, bringt wenig auf die Waage und hinterlässt auch in Schiebepassagen mit viel Grip und Standsicherheit eine erstklassige Figur.

Zudem überzeugte uns die sehr gute Anpassbarkeit.

MTB-Schuhe für Trail & Enduro

Auch wenn der Begriff so abgewetzt ist wie eine alte Schuhsohle: Die MTB-Schuhe im Test wollen die perfekten Allrounder sein.

Mit strammem Tritt zum Gipfel und mit festem Halt im Pedal wieder ins Tal.

Und wenn das Gelände mal zu unwegsam wird, geht es auch zu Fuß bequem weiter.

Worauf kommt es bei MTB-Schuhen für Trail & Enduro an?

Dabei haben sich die Trail- und Enduro-Schuhe in den letzten Jahren stark verändert.

Konnte man früheren Modellen ihren Einsatzzweck förmlich ansehen, ähneln einige von ihnen aktuell eher Skate-Sneakern als Bike-Schuhen.

Was nicht verkehrt sein muss, denn die flachen Sohlen stehen gerade auf Pedalen mit Plattform besonders sicher und lassen sich - auch wenn sie nicht maximal steif sind - noch gut berghoch treten.

Wer viele Höhenmeter sammelt oder nach der Bestzeit auf der Enduro-Strecke schielt, sollte trotzdem einen Schuh mit steiferer Sohle wählen.

Während man noch vor wenigen Jahren mit kippeligen Profilen durchs Gelände stöckelte, steht man mit dem aktuellen Jahrgang meist fest am Boden verwurzelt.

Nahezu jeder Hersteller setzt auf rutschfestes Gummi von Vibram, SUPtraction oder einer Eigenmarke.

Doch ein griffiger Name allein macht noch kein gutes Profil.

Auf schwach konturierten Sohlen verliert man auf feuchten Wiesen, losem Waldboden oder moosigen Felsen schnell den Halt.

Rollen die MTB-Schuhe dann auch noch schlecht ab, hebt es die Ferse schon mal hinten aus dem Schuh.

Wie sieht der optimale Verschluss aus?

Spannend ist auch die Frage nach dem idealen Verschlusssystem: klassische Schnürung, Drehverschluss, Klett oder eine Kombination aus verschiedenen Optionen?

Drehräder lassen eine feine Anpassung auch während der Fahrt zu.

Bei nur einem Rädchen fehlt es jedoch meist an Spannung im Bereich der Zehen.

Die klassische Schnürung ist zwar etwas aufwendiger, dafür lassen sich die MTB-Schuhe über den gesamten Bereich sauber an den Fuß anpassen.

Tipp: Fädelt man die Schnürsenkel von außen nach innen durch die Laschen, halten sie beim Schnüren besser die Spannung.

Flache Senkel funktionieren in der Regel zudem besser als runde.

Optimal ist allerdings weder die eine noch die andere Variante, denn erst in Kombination mit einem Klettverschluss wird ein “Schuh” draus.

Sowohl in Verbindung mit einem Drehverschluss als auch mit Schnürsenkel bringt ein einfacher Klettriemen zusätzlich Spannung und fixiert den Fuß.

Das verbessert nicht nur die Kraftübertragung, sondern verhindert auch, dass es beim Schieben die Ferse lupft.

Gerade in Verbindung mit eh schon nassen Socken könnte das sonst für unangenehme Reibung sorgen und der Tour ein jähes Ende bereiten.

Test: 6 MTB-Schuhe für Trail & Enduro - Details & Bewertung

Crankbrothers Mallet Trail Lace

Preis 170 Euro

Gewicht¹ / Größen 884 g / 37-49; 37,5-46,5

Ausstattung Schnürsenkel-Tasche; Cleats; Zehenschutz; Cleat-Skala

Passform Voluminöser Zehenbereich; ansonsten mittelbreit

Fazit & Bewertung: Der Mallet Trail ist ein echter Komfort-Treter und packt den Fuß bequem in weiche Polsterung.

Die Zehen haben viel Bewegungsfreiheit, die Ferse guten Halt - beim Treten wie beim Laufen.

Praktisch: Die Schnürsenkel lassen sich hinter einer Lasche verstecken.

Mit seiner flachen Sohle steht der Mallet sicher auf dem Pedal und bietet zudem ausreichend Steifigkeit.

Profil und Gummi generieren aber nicht ultimativ viel Grip beim Laufen.

Ein Klettriemen wäre ein sinnvolles Upgrade, genauso wie etwas effektivere Lüftungsöffnungen.

Northwave Rockit Plus

Preis 150 Euro

Gewicht¹ / Größen 780 g / 37-48

Ausstattung X-Dial-Drehverschluss; Zehenkappe; Vibram-Sohle; Ripstop-Obermaterial

Passform Mittelbreit bis schmal und eher flach geschnitten

Fazit & Bewertung: Der Rockit kommt dem Ideal klassischer Tourenschuhe schon sehr nahe: komfortable Passform, wenn auch etwas schmal, griffige Vibramsohle mit ordentlichem Profil und robustes Obermaterial.

Auch wenn der Drehverschluss umständlicher als das Boa-System arbeitet, fixiert er den Fuß doch optimal im Schuh und lässt sich zudem in Mikro-Schritten öffnen und schließen.

Beim Antritt geht leider etwas Kraft in der flexenden Sohle verloren und auch der Stand auf dem Pedal ist etwas kippelig.

Das Ripstop-Material lässt weder Wasser noch Luft an den Fuß.

Scott MTB Shr-Alp Evo Boa

Preis 160 Euro

Gewicht¹ / Größen 896 g / 40-48

Ausstattung Boa-Verschluss; Zehen-Kappe; Knöchelschutz; seitliche Belüftung; Sohle mit Pelotte

Passform Durchgehend mittel bis breit und recht voluminös

Fazit & Bewertung: Der letztjährige Testsieger geht leicht überarbeitet an den Start.

Wenn der schlanke Schnitt passt, bekommt man hier einen top Trail-Schuh, der viel Komfort und Schutz bietet sowie passabel belüftet ist.

Der einzelne Boa-Verschluss fixiert den Fuß sicher im Schuh.

Man steht stabil und fest verbunden auf dem Pedal.

Auch die Kraftübertragung stimmt.

Dank breitem Cleat-Kanal findet man leicht in die Bindung.

Der Shr-Alp rollt beim Gehen angenehm ab, das grobstollige Profil funktioniert auf vielen Untergründen und bietet Halt und Traktion.

Shimano GE7

Preis 170 Euro

Gewicht¹ / Größen 874 g / 38-48

Ausstattung Schnürung; Klett-Lasche; TPU-Zehenkappe

Passform Mittelbreit bis schmal, mit deutlich weiterer Zehenbox

Fazit & Bewertung: Shimanos leichter Trail-Schuh schmeichelt den Füßen mit sehr hohem Tragekomfort.

Der GE7 trägt und läuft sich fast wie ein Sneaker.

Über die Kombi aus Schnürung und Klett lässt er sich sauber an den Fuß anpassen.

Im Gelände liefern Gummimischung und Profil guten Grip.

Auf dem Pedal spürt man jedoch deutlichen Flex in der Sohle.

Ohne großen Pedalkäfig geht hier viel Beinkraft beim Treten verloren.

Dank des langen Pedalkanals gelingt der Einstieg problemlos, der Verstellbereich für die Cleats ist jedoch auffällig kurz.

Guter Spritzschutz, wenig Belüftung.

Suplest Trail Performance

Preis 199 Euro

Gewicht¹ / Größen 1146 g / 37-47

Ausstattung Boa-Drehverschluss; Klett; Zehenkappe; Cleat-Skala

Passform Durchgehend mittelbreit, etwas mehr Volumen in Zehenbox

Fazit & Bewertung: Lange hatten die Schweizer keinen Trail-Schuh im Programm und vollziehen nun direkt eine Punktlandung: top Tragekomfort, hervorragende Kraftübertragung und sicherer Stand auf dem Pedal.

Der Suplest eignet sich bestens für anspruchsvolle Trail- und Enduro-Touren.

Auch abseits des Pedals überzeugt er mit gutem Grip und robuster Bauweise.

Die Kombi aus Klett und Boa fixiert den Fuß optimal im Schuh.

Kleines Manko: hohes Gewicht und wenig Verstellbereich fürs Cleat.

Für etwas mehr Schutz wäre ein leicht erhöhter Knöchelbereich wünschenswert.

Vaude Moab Tech Pro AM

Preis 180 Euro

Gewicht¹ / Größen 1084 g / 40-48

Ausstattung Boa-Drehverschluss; Knöchel-/ Zehenschutz; Recycling-Materialien

Passform Mittelbreite Passform mit flachem Spann

Fazit & Bewertung: In technischem Gelände punktet der Moab mit viel Schutz an Zehen und Knöchel.

Zudem erzeugt die flache und steife Sohle ein hohes Maß an Kontrolle und Standsicherheit auf dem Pedal, rollt dafür beim Schieben kaum ab.

Das robuste Obermaterial ist wenig anschmiegsam, zudem bringt der Boa-Verschluss kaum Zug auf die vorderste Schlaufe - ein typisches Problem.

Dadurch ist der Halt im Schuh nicht ideal und die Ferse hat etwas Schlupf.

Ein breiter Pedalkanal erleichtert das Einklicken.

Der Moab ist sehr schwer und nur unzureichend belüftet.

MTB-Schuhe Damen Vergleich

Hier ist ein Vergleich von verschiedenen MTB-Schuhen für Damen, basierend auf einem Test vom August 2025:

Modell Obermaterial Sohle Verschluss Click-kompatibel Vorteile
Vaude Damen TVL Pavei Radreise Schuhe Synthetik Gummi Schnürung / Klett Ja Mit besonders robuster Zehenkappe, gute Sichtbarkeit durch reflektierende Elemente
Pearl Izumi All Road V4 Damen Nylon Gummi Klett / Ratsche Ja Fester und bequemer Sitz
Vaude AM Moab Synthetik Gummi Schnürung Keine Herstellerangabe Atmungsaktiv, aufgesetzte Zehen- und Fersenkappe, guter Grip
O'neal Sender Pro Schuhe Synthetik Gummi Ratschenschnürsystem / Klett Nein Innovatives Ratschenschnürsystem, klebrige Gummimischung, gute Belüftung an der Schuhoberseite, atmungsaktiv
Prodkfe MTB Schuhe SPD Synthetik Nylon und Tpu Klett / Schnalle Ja Atmungsaktiv, Click-kompatibel, mit praktischer Verschluss-Schnalle
O'neal Downhill Freeride Synthetik Gummi Schnürung Ja Atmungsaktiv, angenehm zu tragen, gute Passform
O'neal Pinned Flat Pedal Mountainbike Schuhe Synthetik

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