In der Welt des Radsports tut sich einiges, und Sebastian Breuer nimmt uns mit auf eine spannende Reise hinter die Kulissen. Von der Strecke der Gravelbike WM 2025 in den Niederlanden bis hin zu persönlichen Erfahrungen bei Events wie Traka und Unbound Gravel - hier sind exklusive Einblicke und Anekdoten.
Die Gravelbike-WM 2025 in den Niederlanden: Ein Strecken-Check mit Marcel Kittel
Die Strecke der Gravelbike-WM am 11. und 12. Oktober im niederländischen Süd Limburg steht fest. Gemeinsam mit Ex-Sprinterstar Marcel Kittel hat Sebastian Breuer die 45 Kilometer lange Runde sowie den finalen Stretch zum Ziel in Maastricht abgefahren. Bei geschmeidigen 35 Grad, mit viel Staub und einem Kamerateam im Schlepptau hatten wir einen großartigen Tag.
Die Strecke bietet alles, was dazugehört. An der ein oder anderen Stelle wird es vielleicht etwas eng, aber insgesamt passt es. Ich bin ich sehr gespannt auf dieses Rennen.
Das "Wacken des Gravelbikes"
Das Elite-Frauenrennen über 131 Kilometer startet genau wie das Rennen der Elite-Männer über 180 Kilometer am Sportplatz in Neerbeek. Dieser kleine, sehr unscheinbare Ort dürfte an diesem Wochenende zum "Wacken" der Gravelbike-Fahrer:innen werden.
Die Rennen starten mit einer kleinen, neutralisierten Einführungsrunde, bevor es auf die 45 Kilometer lange Runde geht. Diese wird von den Frauen zweieinhalbmal und von den Männern dreieinhalbmal gefahren. Direkt am Start dieser Runde wird es eng und in unserem Fall vergangene Woche auch ziemlich staubig. Sollte es regnen, können wir hier mit ordentlich Schlamm und große Pfützen rechnen. Immer wieder geht es etwas rauf, runter, links oder rechts.
Es dürfte hier extrem schwer werden, einen Rhythmus zu finden, speziell durch regelmäßig auftauchende Engstellen, durch die teilweise maximal nur eine Person passt. Da ist Stress programmiert!
Holprige Abfahrten und ein anspruchsvolles Finale
Die Anstiege hingegen sind gut zu fahren und nicht so schwer wie gedacht. Ziemlich ruppig könnte es in den Abfahrten werden. Diese waren zum Zeitpunkt unserer Testfahrt in einem sehr schlechten Zustand und mit großen Löchern versehen.
Dann kommt auch schon das große Finale auf dem Weg nach Maastricht, der Bronsdalweg. Unterschätzt hat er dabei allerdings die Länge des im Schnitt 8 Prozent steilen Gravel-Anstiegs. Mit über einem Kilometer wird hier genügend Laktat in die Muskulatur spritzen, um sich final schachmatt zu setzen.
Von dort oben mit Blick über die Region geht es dann überwiegend runter. Aber Achtung, auch dieser Teil hat es technisch nochmal in sich, bevor es in Maastricht dann zum Finaleinlauf kommt.
Ein Rennen, das bis zum Ende spannend bleibt
Alles in allem handelt es sich um einen sehr schönen Kurs. Wenn das Wetter an einem schönen Oktoberwochenende stimmt, könnte er meines Erachtens die WM-Strecke von vor zwei Jahren in Italien in Punkto Schönheit und Abwechslung übertreffen.
Die Frage nach den Reifen kommt ganz klar auf das Wetter an und ist derzeit noch schwierig abzuschätzen. Aber ein bisschen Profil sollte es in jedem Fall sein.
Ich freue mich auf ein tolles Rennen.
Traka - Gravelbike-Fest in Girona
Es ist Traka-Zeit. Bereits zum fünften Mal bin ich bei dem immer größer werdenden Gravelbike-Event in Katalonien dabei. Und nach der unwetterbedingten Absage im Vorjahr ist es Zeit für die Premiere des Traka 560.
Wie jedes Jahr streiten sich die Leute darum, welche denn nun die wichtigste Distanz bei Traka ist. Ich glaube, dass es hier inzwischen keine klare Aussage mehr gibt. In meinen Augen sind alle Distanzen wichtig. Und sie alle sind unfassbar hart zu gewinnen, beziehungsweise zu fahren und zu beenden. Dabei dürfte die Leistungsdichte in diesem Jahr so hoch sein, wie nie zuvor.
Traka hat in den vergangenen Jahren immer wieder für viel Gesprächsstoff gesorgt. Und wir deutschen Gravel-Fahrer sind fast immer mittendrin statt nur dabei.
Dopingkontrollen und Leistungsdichte
Dieses Jahr gibt es aber, abgesehen von der 560-Kilometer-Distanz, eine weitere Neuerung: Dopingkontrollen. Ein absolut richtiger Schritt. Denn eine gute Platzierung oder gar ein Sieg bei Traka kann eine sportliche Laufbahn ganz neu gestalten. Es geht um Verträge, um Prämien, um Ansehen. Es gibt also genügend Gründe, um hier erfolgreich abschneiden zu wollen. Da ist das Thema Doping nie weit entfernt.
Allerdings muss man ehrlicherweise auch sagen, dass Traka, etwa im Gegensatz zu Unbound, noch immer kein offizielles Rennen ist. Es gibt zwar einen Start, es gibt ein Ziel, es gibt Sieger und Siegerinnen inklusive Siegerehrung. Aber es ist kein Rennen.
Nach The Traka ist vor Unbound Gravel
Die Tage und Wochen nach dem Girona Trip waren abwechslungsreich und turbulent, weshalb ich mich erst jetzt zu Wort melde. Dafür aber auch mit etwas mehr Abstand.
Zunächst nochmal Glückwunsch an alle Sieger:innen und Finisher:innen, die das Event in Katalonien absolviert haben. Ob 50, 100, 200, 360 oder auch 560 Kilometer, alle haben etwas geleistet.
Es erübrigt sich inzwischen auch zu erwähnen, dass das Event weiterhin kein offizielles Rennen ist und hier das größte Potential für den Veranstalter liegt.
Volles Haus im Gravelbike-Himmel
Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass Traka in Girona unfassbar schöne Gravelbike-Routen bietet. Girona ist einfach "the place to be", wenn es in Europa um das Thema Gravelbike geht. Auch wenn die Stadt während der Traka-Woche inzwischen aus allen Nähten platzt.
Die Infrastruktur ist für alle Teilnehmer:innen mehr als gut, Radläden gibt es an jeder Ecke und die ganze Fahrradindustrie gibt sich die Klinke in die Hand. Hier wird im Notfall jedem geholfen.
Was verraten uns die Traka-Sieger über das Unbound?
Wer bei Traka gewinnt und den Rest der versammelten Weltelite hinter sich lässt, zählt auch in den USA zu den großen Favorit:innen. Auch wenn sich die Topographie natürlich etwas unterscheidet. Mein Tipp: Mads Würtz Schmidt bei den Männern und Karolin Migon bei den Frauen.
Aus deutscher Sicht hatte die Deutsche Meisterin Carolin Schiff in Girona etwas Pech, unter anderem mit einem Reifenschaden. Die Form scheint aber zu stimmen. Nur auf einen Sprint darf sie sich beim Unbound nicht einlassen.
Das Männerrennen ist sicherlich bei Paul Voß dick angestrichen. Mit Fragezeichen hinter der Form ist Paul mit seiner Erfahrung immer wie ein Fuchs zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Meine Daumen sind für ihn gedrückt. Aber behaltet auch die Jungs von Speed Company im Auge!
Weitere Einblicke und Anekdoten
Neben den großen Events gibt es auch persönliche Erlebnisse und Erkenntnisse. Hier eine kurze Zusammenfassung weiterer Themen:
- Unbound Gravel: Etwas Fomo hatte ich schon, das größte Rennen der Welt vom Bildschirm aus zu verfolgen. Auf der anderen Seite kenne ich das Event ja nun gut.
- 3Rides Aachen: Nach langer Abstinenz war es mein erstes UCI-Rennen seite der Gravelbike-WM 2023. In dem stark besetzen Feld brauchte ich etwas Zeit, um mich zurechtzufinden.
- Tour Divide: Dieses Rennen begleitet mich seit Jahren. Die Tour Divide bleibt mein Nordstern.
- Gravelbike-DM in Torgau: Unterm Strich kann ich aber sagen, dass dieses Rennen, welches übrigens im Rahmen des Heidegravel stattfindet, ein sehr schnelles sein wird.
Giant Reign e+0 2022 als Alternative?
Ich kenne mich nicht wirklich sehr gut aus mit den Leasinganforderungen, aber geht beispielsweise ein Fahrrad der eigenen Wahl nicht ? Meine Idee wäre bei dem hohen Budget schon ein Giant Reign e+0 2022, zulässiges gesamtgewicht 156kg, musst halt nur schauen dass der Händler beim Leasinggeber mitmacht. Das Bike hat weitaus höherwertige Komponenten, ja sogar fast schon absolutes high end, auch immernoch im Jahr 24'. Es hat einen 750 wh Akku und der Yamaha Motor befördert dich mit 85 Nm genauso stark voran wie der Bosch CX gen4, zumal er noch ein gutes Stück leiser als der vorherige Yamaha Motor ist, der (abgesehen von Bergauf - Fahrten) auch schon leise war.
Beispiel: Du fährst auf ebenem Weg mit deinen Freunden, sobald deine Kadenz über 80-90 geht, werden die meisten Motoren ziemlich laut und geben ein deutliches Surren von sich - je nach Rahmen, Motor und dessen Integration in das System des Rads unterschiedlich stark. Da hilft meist nur selbst in einen Laden zu gehen und austesten. Generell kannst du aber nix falsch machen bei Bosch und Yamaha.
Klar, das Bike das du zusammengestellt hast hat einen Riemenantrieb, dafür zahlt man in etwa 1000-1500€ Aufpreis, sonst finde ich aber nicht wirklich einen guten Grund sich ein Cityrad für 6500€ zu besorgen.
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