Der Mecklenburgische Seen-Radweg: Verlauf und Highlights

Der Mecklenburgische Seen-Radweg ist eine etwa 600 Kilometer lange Tour, die von Lüneburg nach Usedom führt - oder auf einer reizvollen Abkürzung nach Stettin. Auf fast 700 Kilometern führt er von Lüneburg durch die Seenplatte bis nach Usedom. Die Insel wollen wir uns sparen, damit die Tour in eine Urlaubswoche passt und wir mal testen können, wie es sich durch Polen radelt.

Überblick über den Streckenverlauf

Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über die Radweg-Stationen auf einer Radtour von Schwerin nach Neustrelitz an der Mecklenburgischen Seenplatte. Ihre Radreise beginnt in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, Schwerin, wo Sie eine sehenswerte Altstadt und ein traumhaftes Schloss besichtigen können. Von Schwerin geht es durch eine einzigartige Teich- und Wiesenlandschaft weiter nach Parchim. Von Parchim aus radeln Sie weiter nach Plau am See. Als nächste Station wartet Röbel auf Sie. Auf dem Weg nach Röbel radeln Sie durch ein großes Großseengebiet mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Weiter geht es entlang der Müritz nach Waren. Hinter Waren können Sie sich auf den Müritzer Nationalpark freuen. Mit viel Glück erhaschen Sie dort einen Blick auf einen Adler oder andere Tieren.

Etappen und Highlights entlang der Strecke

Der Mecklenburgische Seenradweg beginnt in Lüneburg und endet nach einer rund 640 Kilometer langen Strecke in Wolgast. Nach dem Start in der niedersächsischen Hansestadt und einer Fährpassage über die Elbe führt der Radweg überwiegend auf dem Elberadweg zunächst nach Dömitz. Die weitere Tour orientiert sich grob am Elde-Müritz-Kanal über Ludwigslust, Parchim, Lübz und Plau am See. Weiter geht es zum größten Binnensee Deutschlands der Müritz mit der Hafenstadt Waren und dem Müritz-Nationalpark. Es folgen der Schleusenort Mirow mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

Lüneburg: Bereits der Startpunkt des Mecklenburgischen Seen Radwegs ist sehenswert. Mancherorts wird der Ort sogar als ein einziges „Freilichtmuseum“ bezeichnet, was aber angesichts der jungen Bevölkerung (Lüneburg ist Universitätsstadt) nur in architektonischer Hinsicht gelten mag. Vor allem der Platz „Am Sande“ und die von hier abgehenden Straßen sind sehenswert. Zudem tragen Straßen so ungewöhnliche Namen wie „Auf dem Meere“ oder „Straße der reitenden Diener“. Ein regelrechtes „Muss“ stellt das Rathaus dar, das sich teilweise auf 1230 zurückdatieren lässt.

Bleckede: In Bleckede erreichen Sie die Elbe und kreuzen eine Reihe anderer Radwege.

Hitzacker: Hitzacker liegt ebenfalls an der Elbe. Sie befinden sich nun im Wendland und damit einer sowohl landschaftlich als auch kulturell reizvollen Region. Direkt vor Ort existieren mehrere Museen, worunter die Kunsthalle Oktogon besondere Erwähnung verdient.

Dömitz: Wenn Sie in Dömitz angekommen sind, befinden Sie sich bereits östlich der Elbe und damit in Mecklenburg. Bis zu den Mecklenburger Seen sind es noch ein paar Kilometer, doch dürfen Sie sich erst einmal auf eine geschlossen bebaute Altstadt mit jeder Menge Fachwerkarchitektur freuen. Zudem war Dömitz lange Zeit eine Festung, von der sich immer noch Überreste besichtigen lassen.

Ludwigslust: Keine Sorge: wir kommen nicht vom Weg ab, sondern meinen das „Versailles des Nordens“. Das Schloss Ludwigslust umfasst ein regelrechtes Ensemble gut erhaltener Bauten aus der Epoche des Barock. Im Innenraum bildet der „Goldene Saal“ das Zentrum doch auch Spritzenhaus, Waschhaus und der riesige Schlosspark verdienen Aufmerksamkeit.

Parchim: Parchim am Mecklenburger Seen Radweg gehört zwar noch nicht zur Mecklenburger Seenplatte, weist aber mit dem Wockersee bereits einen See in der Innenstadt auf. Wobei der Ort trotz seiner geringen Größe von rund 18.000 Einwohnern gleich zwei Zentren zu bieten hat. Rund um St. Georgen aus dem 13. Jahrhundert erstreckt sich die Altstadt, während die Neustadt um die St. Marienkirche aus dem 14. Jahrhundert) gebaut wurde.

Plau am See: In Plau am See trägt der Mecklenburgische Seen Radweg seinen Namen erstmals mit Fug und Recht. Auch hier dürfen Sie sich auf einen uralten Stadtkern freuen und vor allem die Haustüren stammen oftmals noch aus frühen Jahren.

Röbel: Röbel nennt sich selbst eine „bunte Stadt“ und ist in der Tat vielfältig. Der Ort liegt direkt an der Müritz und wuchert geradezu mit vielfarbigen Fachwerkhäusern.

Waren: Waren ist das Zentrum der Müritzregion und eignet sich wunderbar für Einkäufe oder auch nur, um zu flanieren. Die Kirche St. Georgen stammt aus dem 14. Jahrhundert und kündet vom hohen Alter der Stadt. Es vor wenigen Jahren eröffnete das Müritzeum mit dem größten Süßwasseraquarium für einheimische Fische in Deutschland.

Mirow: Mirow ist Teil der so genannten „Mecklenburgischen Kleinseenplatte“. Bekannt ist der Ort vor allem aufgrund der Schlossinsel mit einem schönen Barockschloss und einer Reihe umgebender Gebäude.

Wustrow: Wustrow am Mecklenburgeischen Seen Radweg gehört genau genommen zum Amt Mirow, hat aber mit dem Jugendstil - Jagdschloss Sankt Hubertus ein spannendes Bauwerk zu bieten.

Neustrelitz: Fachwerkhäuser? Die suchen Sie in Neustrelitz vergeblich. Der Ort wurde 1733, also im Zeitalter des Barock, regelrecht am Reißbrett geplant. Bis heute sind eine Fülle barocker Bauwerke erhalten geblieben und verleihen der Stadt ein besonderes Ambiente.

Blankensee: Blankensee ist wieder deutlich älter, was sich unter anderem an der Feldsteinkirche von Anfang des 15. Jahrhunderts ablesen lässt. Auf dem Weg zur Wanzkaer Mühle erklimmen Sie einen Hügel von 86 Meter Höhe und überblicken die gesamte Region.

Neubrandenburg: Neubrandenburg liegt am Tollensee und ist mit rund 63.000 Einwohnern eines der Zentren der Region und am Mecklenburger Seen Radweg. Herausragend ist die Stadtbefestigung aus dem Mittelalter, die noch vollständig erhalten ist. 2,3 Kilometer Länge und bis zu sieben Meter Höhe finden sich sonst im Backsteinbau nirgends auf der Welt. Damit einher gehen die gut erhaltenen Stadttore und Wiekhäuser. In der Altstadt befinden sich dann alte Kirchen wie St.

Schönbeck: In Schönbeck endet die Mecklenburger Seenplatte und Sie nähern sich der Ostsee. Zu sehen gibt es eine alte Dorfkirche und das Herrenhaus Rattey aus dem 19. Jahrhundert.

Ueckermünde: Ueckermünde liegt am Stettiner Haff und damit an der Ostsee. Freuen Sie sich vor allem auf die Marienkirche mit ihren schönen Altar aus dem späten 18. Jahrhundert und eine gut erhaltene Altstadt mitsamt Hafenanlagen.

Anklam: Anklam ist vor allem als Geburtsort Otto Lilienthals bekannt, dem ein eigenes Museum gewidmet wurde. Auch hier begegnet Ihnen ein gut erhaltenes altes Stadtbild mit vielen Türmen aus dem 15.

Stolpe: Stolpe liegt bereits auf der Insel Usedom und ebenfalls am Stettiner Haff. Das Schloss stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert und wird mancherorts auch „nur“ als Herrenhaus bezeichnet.

Ahlbeck: In Ahlbeck begegnet Ihnen schließlich die mondäne Bäderarchitektur der Drei-Kaiser-Bäder.

Wegebeschaffenheit und Ausschilderung

Die Wegequalität ist überwiegend gut. Die Route wird auf separaten Radwegen (asphaltiert, betoniert oder fein geschottert), auf wenig befahrenen Landstraßen, auf Fahrradstraßen und auf straßenbegleitenden Radwegen geführt. Einige Strecken weisen Wurzelschäden auf. Die Ausschilderung ist überwiegend gut, aber an wenigen Stellen auch lückenhaft. Teilweise wird die Route zusammen mit regionalen Radrouten geführt, z.B. mit dem Müritz-Rundweg oder dem Ostseeküsten-Radweg.

Radfahren in Mecklenburg: Tipps und Hinweise

Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen.

ADFC-Mitgliedschaft

Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür - auch Dank Ihrer Mitgliedschaft - nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben.

Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben.

Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone - deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.

Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle.

Empfohlene Radtouren und Reiseplanung

Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Auf einer Gesamtlänge von 625 Kilometern verspricht der Mecklenburgischer Seen Radweg eine Menge Abwechslung.

Weitere Radtouren in der Region

  • Tour de Mecklenburg: Auf der besonderen Radreise "Tour de Mecklenburg" durch die Mecklenburger Seenplatte von Waren bis Waren erleben Sie die erholsame Ruhe des Müritz-Nationalparks und die glitzernde Wasserwelt der Seenlandschaft.
  • Radreisen durch die Mecklenburger Seenplatte: Die Fahrrad-Rundreisen starten in Waren (Müritz), führen zur Havelquelle und folgen dem Lauf der Havel durch die Mecklenburgische Seenplatte nach Berlin und Potsdam.
  • Sternradreisen: Erleben Sie Romantik pur auf Sternradreisen. Das feudale Prachtschloss der Dynastie Feldmarschall von Blücher (1815 - Waterloo) erwartet Sie.

Unterkünfte entlang des Radwegs

Inmitten des Nationalparks Müritz liegt in idyllischer und ruhiger Lage direkt an der Müritz das S-Seehotel Zielow. Das 4**** Hotel BEECH Resort Plauer See liegt in einer idyllischen Region am Rande der Mecklenburgischen Seenplatte und ist nur wenige Kilometer von der Stadt Plau am See entfernt.

Die Mecklenburgische Seenplatte: Natur pur erleben

Die Mecklenburgische Seenplatte ist das größte zusammenhängende Wasserrevier in Mitteleuropa. Bei den Sternradtouren erkunden Sie große Teile dieser unberührten Wald- und Seenlandschaft. Die Highlights der Müritz Region bringen Ruhe und Entspannung . Durchradeln Sie den Müritz-Nationalpark. Entdecken Sie den Charme des Westufers der Müritz. Umradeln Sie die großen Seen und wenn Sie möchten unternehmen Sie eine Schifffahrt auf der Müritz und den Großen Seen.

Kombinierte Rad- und Schiffsreisen

Eine kombinierte Rad und Schiffsreise bedeutet wundervolle Flusslandschaften gepaart mit Radtouren, die einen aktiven und dennoch erholsamen Urlaub abseits der Hauptstraßen ermöglichen. Rad und Schiffsreisen auf der Mecklenburger Seenplatte und dem Müritz Nationalpark bieten Natur pur – vor allem zeigt sich hier das Element Wasser von seiner besten Seite: traumhafte Landschaft umgeben von malerischen Seen und Flüssen. Vielleicht erspähen Sie Seeadler und Wildgänse am Himmel. Wen wundert es, dass Menschen hier Schlösser bauten und dass Schriftsteller wie Tucholsky hier gern verweilten?

Etappenbeispiele für eine Radtour auf dem Mecklenburgischen Seen-Radweg

Tag Etappe Länge (ca.) Highlights
1 Anreise nach Lüneburg - Historische Altstadt
2 Lüneburg - Hitzacker 72 km Elbe-Radweg, Schleuse Scharnebeck, Fähre Bleckende
3 Hitzacker - Ludwigslust 75 km Elbe-Radweg, Dömitz, leicht wellige Landschaft
4 Ludwigslust - Parchim 50 km Neustadt-Glewe, Lewitz, Elde-Wasserstraße
5 Parchim - Plau am See 38 km Lübz, Eldenburg, Benzin, Lehmziegelei
6 Plau am See - Röbel/Umgebung 40 km Großseengebiet, Bärenwald, Bollewick
7 Röbel/Umgebung - Waren/Müritz 30 km Müritz, Schloss Klink, Altstadt Waren, Müritzeum

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