Mit Andreas Fuhrer zog sich Ende der Saison 1996 ein Motorsportler aus dem aktiven Sport zurück, der jahrelang im Seitenwagen-Motocross die Szenerie beherrscht hatte. Zusammen mit seinem Partner Adrian Käser gewann er viermal hintereinander die Weltmeisterschaft und schrieb damit Motorsport-Geschichte. "Ich habe die Möglichkeit, auf dem Höhepunkt meiner Karriere aufzuhören, und das will ich nicht verpassen", begründete er seinen Schritt (Motorsport aktuell, 7.1.1997).
Andreas Fuhrer: Eine Karriere im Überblick
Andreas Fuhrer ist eigentlich ein Spätberufener, denn mit dem Motorsport begann er erst 1981 als doch bereits 22jähriger. Er legte damals die FMS-Motocross-Lizenzprüfung ab und gewann das Rennen auch, womit er gleich einen eindrucksvollen Beweis für sein Talent lieferte. Dabei waren die Voraussetzungen für eine Sportkarriere Fuhrers aufgrund einer Rückenoperation in der Schulzeit eigentlich nicht gut. Fehlende Athletik konnte er aber immer durch sein großartiges fahrerisches Können ausgleichen.
Erfolge von Andreas Fuhrer
- Weltmeister 1993, 1994, 1995, 1996
- 29 WM-Laufsiege
- Fünffacher Schweizer Meister
Die Anfänge des Motocross in Deutschland
Als im April 1951 in Düsseldorf-Grafenberg das erste deutsche Motocross-Rennen stattfand, erfasste der Bazillus „Motocross“ auch Bielstein. Da gründeten am 15. November 1951 elf Enthusiasten den Motorsportclub Drabenderhöhe-Bielstein e. V. im ADAC. Fast jeden Abend traf sich die Dorfjugend, montierte die Schalldämpfer ihrer Maschinen ab und heizte durch das Uelpetal. 1952 sollte das erste Motocross-Rennen steigen. Doch die Initiatoren wussten bis dato noch nichts von Veranstaltungsbedingungen. Prompt versagte die Polizei die Genehmigung. Das Rennen wurde kurzerhand in ein „Geschicklichkeitsrennen“ mit Wippe und Dosengasse umgetauft und endlich konnte es losgehen.
Wie so oft in den folgenden Jahrzehnten regnete es am Renntag, dem 21. September 1952, in Strömen. 50 Fahrer wühlten sich durch die verschlammte Piste und 1.500 zahlende Zuschauer bekamen auch ihre Portion Dreck ab. Doch das Rennen war überaus rentabel und die Entwicklung des MSC`s unaufhaltsam. Im Mai 1953 startete das erste regionale Motocross-Rennen, im Juli 1958 die erste Europameisterschaft.
Erfolgreiche Rennfahrer des MSC Drabenderhöhe-Bielstein
- Max Deubel/Emil Hörner: Vierfache Gespann-Weltmeister (1961-1964)
- Rolf Steinhausen/Sepp Huber: Zweifache Gespann-Weltmeister (1975 und 1976)
- Jörg Steinhausen: Europameister 1998, Vizeweltmeister 2002, 6-facher Deutscher Meister
- Herbert Simon: Deutscher Meister im Seitenwagen (1970-1974)
- Edgar und Reinhold Noß
Der MSC Goldbach: Ein Vorzeigeunternehmen
Der MSC Goldbach ist nicht nur ein Verein, der seit 60 Jahren Sportgeschichte schreibt, sondern ein Vorzeigeunternehmen, dass die legendäre Strecke am Dormes zu Weltruhm verhalf. Speziell durch die einzigartige Streckenlänge und - Führung im bekannten Talkessel am Dormes wuchs der Bekanntheitsgrad des MSC Goldbach auch International. Einzigartig deswegen, da die Nähe zum Ort und die damit verbundenen Auflagen der Gemeinde hinsichtlich Naturschutz und Lärmbestimmungen nie zu einem Bruch zwischen Verein und Gemeinde führte.
Historische Rennen des MSC Goldbach
- 1952: Gründung des DKW-Club-Goldbach
- 1955: Erste Geländefahrt in den Goldbacher Hexengräben
- 1968: Erster DMV-Moto-Cross-Lauf
- 1979: Weltmeisterschaftslauf in der 125ccm-Klasse (20.000 Zuschauer)
- 1985: WM-Lauf der 250ccm-Klasse (über 10.000 Zuschauer)
Nachdem man für 1990 die Zusage erhielt wieder einen WM-Lauf abzuhalten, mussten Modernisierungsmaßnahmen in Form der jetzt bestehenden Gebäude her. Es folgte ein WM Lauf unter anderem mit dem bekannten Belgier Eric Geboers, der extra via Hubschrauber eingeflogen wurde.
Die Entwicklung des Seitenwagen-Sports
DAMCV-Clubs bereits jahrelange Erfahrungen mit Gespann-Rennen. Eine Klasse für Seitenwagen war vorgesehen. In den 1980er Jahren wurden die „Wilden“ bezeichnet. Viele Rennen im Ausland erfreuten sich großer Beliebtheit. Die DAMCV-Konkurrenten konnten sich sehen lassen. Rennen fanden in Polen, Ungarn und Frankreich statt.
Detlef Latz fing mit dem Seitenwagencross an. Er startete beim DAMCV und ab 1983 bei der OMK. Er nahm an der DM und auch bei Inter-Rennen teil. 2012 fand ein Rennen in Oos/Niederlande statt. Dieses Interesse hat inzwischen nachgelassen. Der Seitenwagen-Sport gehört nunmehr in Deutschland zu den Randsportarten.
Jürgen Knübben und seine Erfahrungen im Seitenwagen-Motocross
Jürgen Knübben hatte auch einige ganz beachtliche Erfolge erzielt. 1987 fand in Bielstein ein DM-Lauf statt. 1987 war er auch in der Startaufstellung beim DM-Lauf in Aufenau. 1987 belegte er den fünften Platz in der Deutschen Meisterschaft.
Beifahrerwechsel und technische Anpassungen
Da Peter Schneider 1992 am liebsten nicht mehr zu Verfügung stehe, musste Jürgen Knübben sich ändern und fuhr mit Adrian Bucher weiter. Knübben/Schneider starteten erneut mit belgischer Lizenz. Es gab keine Probleme mit dem Herrichten des VMC-Gespanns. Die Lenkerposition usw. musste angepasst werden, die am Ende alle perfekt sitzen mussten.
Der MSC Aufenau: Eine Erfolgsgeschichte
Am 15.10.1964 gründeten 21 Aufenauer Bürger den MSC Aufenau in der Gaststätte Strauß in Aufenau, Walter Zoernak wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Schon 1965 richtete der Verein ein Grasbahnrennen auf dem Wiesengelände an der Kinzigbrücke aus. 1971 veranstaltete der Verein sein erstes Motocross Rennen im rückwärtigen Teil des Schlossgartens in Wächtersbach.
Mit Begeisterung baute man eine Crosstrecke in Aufenau oberhalb der Nürnberger Straße. 1976 kam es zum ersten Geländekauf und die Strecke wurde nun den wettbewerbsmäßigen Forderungen entsprechend weiter ausgebaut. Im April 1978 hatte die neue Anlage ihren großen Tag. Beim 6. DMV Kinzigtal Motocross sahen über 4000 Zuschauer spannende Rennen und packende Szenen. Ein erster Lauf zur Deutschen Meisterschaft konnte 1979 ausgetragen werden, damit hatte sich der Verein “salonfähig” gemacht.
1987 konnte ein Zeitnahmegebäude und Sanitäreinrichtungen eingeweiht werden. Beim 15. DMV Kinzigtal Motocross im gleichen Jahr hatte es seine erfolgreiche Bewährungsprobe. Das war das erste internationale Rennen in Aufenau. Im Jahr 2000 wurde eine Transformatorenstation errichtet und die erforderlichen Leitungen verlegt. Die Fertigstellung erfolgte rechtzeitig zum nächsten Höhepunkt der Vereinsgeschichte, einem Lauf zur Seitenwagen Weltmeisterschaft im Sportjahr 2004.
Verwandte Beiträge:
- Motocross Seitenwagen WM Rudersberg: Termine, Ergebnisse & Infos
- Motocross Seitenwagen WM 2024: Termine, Fahrer & Ergebnisse
- Seitenwagen für Harley Davidson: Modelle, Preise & Kaufberatung
- Unglaubliche Radtour im Tannheimer Tal: Entdecke den Vilsalpsee & den atemberaubenden Bergacht-Wasserfall!
- Unvergessliche Radtour im Elsass: Von Straßburg nach Colmar entdecken!
Kommentar schreiben