Shimano 100 GS Bremshebel Demontieren: Eine Anleitung

Natürlich ist bei jedem Fahrrad die einwandfreie Funktion der Bremsanlage mehr als wichtig! Im Bereich der Mountainbiker spielen die Bremsen sicherheitsbedingt wohl eine noch größere Rolle aufgrund der extremen Nutzung des Fahrrades und des Fahrverhaltens des Bikers. Wer im Offroad-Bereich mit seinem MTB unterwegs ist, muss sich auf die Fahrradbremsen zu 110 % verlassen können - sie sind seine Lebensversicherung!

Wartung und Reparatur der Bremsanlage

Es ist immer zu empfehlen, sich mit seinem Fahrrad zu beschäftigen und auch kleinere Reparaturen und Wartungen selber durchzuführen. Wenn Sie auch die Shimano Bremsbeläge an der Scheibenbremse an Ihrem MTB selber tauschen können, ist das hervorragend und verleiht Ihnen mehr Flexibilität. Speziell auf längeren Radtouren profitieren Sie sicherlich mal davon, da Shimano Bremsbeläge an Scheibenbremsen eben typische Verschleißartikel sind und Sie so öfter mal in den „Genuss“ eines Wechsels kommen. Sind Sie generell mal länger und auch regelmäßig intensiver mit Ihrem Mountain-Bike unterwegs, ist es ratsam sich ein paar Beläge bzw. Bremsklötze von Shimano im Gepäck dabei zu haben.

Austausch der Bremsbeläge

Beim offroad-biken sind die Bremsbeläge im Gegensatz zum „normalen“ Radeln deutlich höheren Belastungen ausgesetzt. Die Bremsen werden um ein Vielfaches öfter genutzt, als beim Fahren auf der Straße. Daher erhöht sich der natürliche Verschleiß der Shimano Bremsbeläge der Scheibenbremse im extremen Bereich. Noch dazu kommen die verschleißfördernden Witterungsbedingungen wie Regen, Schlamm und Matsch dazu, die die enorme Abnutzung noch dazu fördern. Wenn bei Ihrem Bike der Austausch der Shimano Bremsbeläge an der Scheibenbremse ansteht, können Sie diese Arbeitsschritte recht einfach und mit wenigen Handgriffen selber durchführen. Steht der Wechsel der Stopper das erste Mal an, helfen wir Ihnen gerne mit nachfolgender Anleitung - folgen Sie einfach den einzelnen Schritten.

Schritte zum Austausch der Bremsbeläge:

  1. Mit einem flachen Werkzeug (z.B. Schlitzschraubendreher) drücken Sie vorsichtig die Bremskolben in die Ausgangsstellung im Bremssattel zurück. Dies sollte erfolgen, solange die alten Beläge noch montiert sind.
  2. Neuere Bremsmodelle haben die Bremsbeläge meist mit einem Sicherungsring und einer Innensechskantschraube fixiert. Damit Sie die Bremsbeläge entfernen können, muss zuerst der Ring von der Schraube gezogen und danach die Sicherungsschraube gelöst werden. Legen Sie diese beiden Kleinteile sicher bei Seite - am besten in ein kleines Schälchen.
  3. Wenn es sich um ältere Bremsenmodelle handelt, sind die Beläge mit einem Sicherungsstift fixiert. In diesem Moment kann man die Möglichkeit nutzen und die Bremskolben mit einem fusselfreien Tuch von Abrieb und ggf.
  4. Im Set der neuen Shimano Bremsbeläge liegt zumeist gleich die passende Belagfeder bei. Diese Belagfeder hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Beläge später nicht an der Scheibe schleifen; sie drücken sie im Bremssattel auseinander. Die Feder wird zwischen die neuen Bremsbeläge gelegt. Sie müssen nun aufgrund der Feder die neuen Bremsbeläge von Shimano beim Einsetzen mit Mittelfinger und Daumen leicht zusammendrücken.
  5. Wenn ein Sicherungssplint verwendet wurde, überprüfen Sie diesen unbedingt auf eventuelle Beschädigungen.

Prüfung der Bremsscheiben

Um an der Bremsanlage arbeiten zu können, müssen natürlich die Laufräder vom Rad abmontiert werden. Vorher aber kannst Du noch prüfen, ob die Bremsscheiben gerade oder eventuell verzogen sind. Eine verzogene Scheibe erkennst Du daran, dass sie bei Rotation im Bremssattel seitlich “taumelt“. Ein leichter Verzug ist zu verschmerzen und kann mit einem Richtwerkzeug begradigt werden. Dieser Verzug kann im Fahrbetrieb teils auffallen - Du spürst während des Bremsens ein leichtes, frequentes Pulsieren. Wenn Dich das nicht sonderlich stört, kann die Scheibe ruhig so weitergefahren werden. Ist die Scheibe stark verzogen, so dass der Bremssattel nicht mehr schleiffrei einstellbar ist, kann es sein, dass sie nicht mehr zu begradigen ist und ausgetauscht werden muss.

Nun wird noch die Reibfläche der Scheiben geprüft. Diese unterliegt natürlich, genau wie die Beläge, einem gewissen Verschleiß, auch wenn dieser aufgrund der Härte des Stahls deutlich langsamer fortschreitet als bei den Bremsbelägen. Nimmst Du Dir die Scheibe vor, kannst Du mit dem Fingernagel am Übergang zwischen Reibfläche und Trägerarmen oft eine „Stufe“ spüren. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Reibfläche bereits dünner geworden ist. Mit dem Messschieber kannst Du die genaue Dicke messen. Ist sie nahe der Verschleißgrenze oder gar darunter, muss sie getauscht werden. Diese Verschleißgrenze ist auf der Scheibe aufgedruckt.

Wenn die Scheibe rot- bis bläuliche Verfärbungen aufweist, ist dies ein Indiz dafür, dass sie mindestens einmal auf einer Abfahrt sehr heiß geworden ist. Das darf aber durchaus sein und ist kein Grund zum Austausch - es sei denn, die Scheibe sieht komplett „verglüht“ aus. Schau Dir auch die Reibfläche genauer an: Siehst Du dort eingebrannte Fragmente der Beläge, hat sich Material dieser gelöst und mit der Scheibe unter Hitzeeinwirkung „verbunden“. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Bremsbeläge an ihre Belastungsgrenze gekommen sind. Falls Du organische Beläge nutzt, wäre der Umstieg auf Sintermetall-Beläge ratsam, da diese mehr Hitze vertragen.

Um nichts auszulassen, empfiehlt es sich, noch die Verschraubung der Scheiben an den Naben zu prüfen, idealerweise mit dem Drehmomentschlüssel. Die Drehmomentwerte sind jeweils auf der Scheibe bzw. auf dem Center Lock-Verschlussring aufgedruckt. Findest Du keine Angabe auf der 6-Loch-Scheibe, sind 6-7Nm ein guter Anhaltspunkt. Bei Center Lock ist ein Wert von 40Nm vorgesehen.

Sind die Bremsscheiben verölt oder stark verdreckt, müssen sie gereinigt werden. Hierzu nimmst Du einen herkömmlichen Bremsenreiniger , der auf einen Öl- und fettfreien Lappen gesprüht wird. Damit werden beide Seiten der Bremsfläche gründlich abgewischt. Anschließend empfehlen wir, noch einmal mit einem in Wasser getränkten Lappen nachzuwischen, denn Bremsenreiniger hinterlässt Rückstände auf der Scheibe, die den Reibwert verringern und somit temporär die Bremsleistung verschlechtern.

Austausch der Bremszüge

An Ihrem Fahrrad müssen die Shimano Bremszüge bzw. Bowdenzüge gewechselt werden und Sie überlegen, ob Sie dies selbst bewerkstelligen können oder doch besser einen Termin in einer Fahrradwerkstatt ausmachen? Ein Shimano Bowdenzug unterliegt einem normalen Verschleiß im Verlauf der Jahre. Je höher die Beanspruchung, desto mehr verlängert sich der Zug - irgendwann ist er dann nicht mehr präzise genug einzustellen; dadurch leidet irgendwann das Bremsverhalten. Noch dazu kann es passieren, dass er durch starke Alterung und hoher Beanspruchung auch mal reißen kann. Da der Shimano Zug im Inneren durch die Reibung abgenutzt wird, unterliegt auch die äußere Schutzhülle (Außenhülle) dem Verschleiß: Die Hüllen werden schwergängiger - die Bremse lässt sich schwerer bedienen.

Im Laufe der Zeit ist jedoch auch der hochwertigste Bremszug von Shimano irgendwann mal komplett verschlissen und ein Tausch steht dringend an. In unserem großen und günstigen Fahrradteile-Online-Bestellshop finden Sie neben verschiedenen Bremszügen und Shimano Bremszüge-Sets (Bremszugsätze), auch Fahrrad-Zubehörteile wie Kabelführungen (Brakepipes), Kabelstopper, Innenzugendkappen, Bremskappen für Bremshüllen, Bremszug-Führungsröhrchen, Schmutzschützer, Zugverbinder, Bremsleitungshalter und einiges mehr.

Schritte zum Austausch der Bremszüge:

  1. Lösen Sie zuerst den alten Bremszug und bauen diesen aus.
  2. Nun wird der neue Bremszug in den Bremshebel eingehangen und durch die Einstellschraube geführt.
  3. Nun wird die zugeschnittene neue Außenhülle über den Shimano Bremszug geschoben und durch die Bremshalterung geführt. Es kann sein (je nach Modell), dass Sie noch eine kleine Gummi-Schutzhülle (Schmutzschutz) aufschieben müssen.
  4. Wenn Sie den Shimano Bremszug durch die Schraube sichern, halten Sie den Bremshebel dabei leicht angezogen. Dabei müssen Sie dem Bremszug mit der Hand etwas an Länge nachlassen.
  5. Jetzt wird mittels dem Innensechskantschlüssel der Bremszug mit der Feststellschraube festgezogen.
  6. Falls ein Bremsbelag weiter von der Felge absteht als der andere, müssen Sie diesen mit der kleinen Einstellschraube auf der gegenüberliegenden Seite an der Bremsaufnahme nachstellen.
  7. Wenn der Shimano Bremszug nachgestellt werden muss, drehen Sie die Einstellschraube am Griffstück etwas heraus. So können Sie es mit etwas Feinjustage noch im Detail einstellen.
  8. Zum Abschluss kürzen Sie den Bremszug von Shimano mit einem Seitenschneider oder alternativ mit einer Kabelschneidezange auf ca. 7 cm ein.

1:1 Tausch des Bremshebels

Die Frage, ob ein 1:1 Tausch des Bremshebels möglich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn man bei einem befüllten System die Leitung abnimmt um sie irgendwo durchzufädeln und wieder anschraubt kann es funktionieren. Ein neuer Bremshebel wir aber komplett leer kommen. Es ist auch relevant, welches Modell verwendet wird (z.B. MT200). Eine Option ist, den Bremshebel samt Bremszange und Bremsleitung gefüllt zu besorgen.

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