Die Wahl des richtigen Kettenblatts ist entscheidend für die Performance und Langlebigkeit des Antriebs. Dieser Artikel beleuchtet das Shimano 105 Kettenblatt für 10-fach Schaltungen und gibt Antworten auf Fragen zur Kompatibilität, zum Austausch und zum Verschleiß.
Kompatibilität von Kassetten und Kettenblättern
Bis zur 11-fach Generation der MTB-Schaltungen waren eigentlich alle Kombinationen möglich. Seit der Einführung des 12-fach-Standards kann man Sram-Kettenblätter nicht mehr mit Shimano-Ketten fahren, oder andersrum. Rahmen mit Boost-Hinterbau brauchen ein Kettenblatt mit 3-mm-Offset. Bikes mit geringerem Einbaumaß für das Hinterrad brauchen mindestens sechs Millimeter Offset, um die Kettenlinie zu halten.
Bei Neun-, Zehn- oder Elffach-Antrieben muss man sich über die Kompatibilität von Ketten keine Gedanken machen. Die Schaltungen vergangener Tage habe so viel Freiraum zwischen den Ritzeln, dass hier alles kombinierbar ist. Die Außen- und Innenbreiten der originalen Shimano- und Sram-Ketten sind in diesen Baureihen zudem identisch.
Beim Zwölffach-Antrieb wird die Sache kompliziert. Denn Zwölffach-Shimano-Ketten haben eine 0,15 Millimeter geringere Innenbreite als die von Sram.
Austausch und Modifikationen
Viele Nutzer suchen nach Möglichkeiten, die Übersetzung ihrer Shimano 105 Schaltung anzupassen. Rose hat mir übrigens mitgeteilt, dass sie keine größeren Ritzel anbieten können. Shimano rückt wohl ausschließlich komplette Kassetten 'raus; mit einem 8-Kilo-Rennrad sind 30/27 ja auch ausreichend. Gibt es vielleicht 'was Kompatibles von anderen Herstellern?
Von Haus aus gehen an die 105er Kurbeln 24er Kettenblätter (LK 74). 20 Zähne kann ich mir schwer vorstellen, die müßten ja schon mit den Lagerschalen in Konflikt kommen. Ich habe eine 105er Nabe und irgendeine 9er-Shimano Kassette mit 11-34 (oder sogar noch mehr?) Zähnen drauf.
Vorne kann man, von TA oder anderen Herstellern minimalst ein 24er dranbauen (nö, 20 geht nur mit Spezialkurbeln, nicht mit Deiner), vielleicht ist wegen des Umwerfers ein 26er anzuraten.
Es muss den Gesamtunterschied an Zähnen schalten können (vorne groß-klein, hinten groß-klein), sonst kann es Dir den Antrieb zerreissen, wenn Du groß-groß oder klein-klein fährst. Ausserdem muss es auch das neue große Ritzel vertragen, sonst sitzt es auf.
Wenn Du eine Cassette bastelst, dann würde ich versuchen, von einer Neunfach MTB ein oder zwei größere zu verwenden. 34er gibt es bei Rose nicht einzeln, nur 30er und 32er.
Auch, wenn Du die hintere Cassette nicht antastest, hast Du nun 6 Zähne weniger vorne, und daher 6 Zähne mehr, die das Schaltwerk ausgleichen können muss. Oder Du kannst damit leben, dass, wenn Du versehentlich klein-klein fährst, die Kette durchhängt oder das Schaltwerk "umschlägt" (vorsicht, das kann spätestens beim Höherschalten hinten auch zu Schäden führen!).
Die Kombination, die ich selbst an einem "Renner" mit Flatbar fahre, ist eine 3*8 mit vorne 26-39-53, was der Rennradumwerfer knappstens schafft, und hinten eine ebenfalls selbst zusammengestellte 14-15-16-17-19-21-24-28 Cassette.
Die Vorschläge bezüglich kleinerer Kettenblätter haben mich auf eine weitere Idee gebracht: Vorn reichen mir z.B. 20-32-44 (Größer als z.B. 44-11 trete ich sowieso eher nicht). Damit hätte ich mit den verbauten 10-fach (27 Zähne max.) hinten eine wohl ausreichende 20-27-Untersetzung.
Gäbe es Schwierigkeiten, das Tretlager nebst Kettenblättern und Kurbeln auszutauschen (z.B. gg. Deore) und dann kleinere Kettenblätter zu nutzen? Das wäre aus meiner Sicht vielleicht die eleganteste Lösung. Könnte dabei einer der Umwerfer (oder ein anderes Teil) Ärger machen, solange die Kapazität nicht erschöpft ist?
Ja, der Umwerfer könnte Schwierigkeiten machen, da Du weiter den Rennradwerfer verwenden mußt (die MTB Werfer haben einen anderen Seileinzug). Dann kann Dir dasselbe passieren wie mir mit meiner 46-34-20: ich kann vom mittleren Blatt aus nicht aufs kleine runterschalten (mit Schwung vom großen her würde es gehen) weil der Auslenkwinkel der Kette nicht reicht - kann aber bei Shimano Zahnweichen vielleicht anders aussehen wie bei meinen TA-Blättern. Aber aufs kleine Blatt muß ich ja nur selten, eigentlich nur vor langen Anstiegen, da ist es kein Problem, mal kurz auszuklicken und der Kette einen kurzen Kick mit der Ferse zu geben. Für mich ist "alles an Bord" bei feiner Abstufung am Renner wichtiger als der letzte Schaltkomfort.
Ich würde zunächst mal schauen, ob Du mit einem 26er oder 24er Kettenblatt klar kommst (wenn der Umwerfer Probleme mit der vorderen Kapazität hat, könntest Du ja als großes Blatt ein 48er oder 50er nehmen, wenn Du eh schon die ganz dicken Gänge nicht brauchst, leider sind die großen Scheiben teurer).
Verschleiß und Wartung
Ketten, Kassetten und Kettenblätter gehören zu den Verschleißteilen Nummer eins am Mountainbike. Entsprechend groß ist das Angebot.
Kleine Ritzel sind für Verschleiß gefährdeter als große, denn die wenigen Zähne sind öfter dran, wenn die Rennradkette über sie hinwegschnurrt. Außerdem spielt für die Abnutzung eine Rolle, wie groß das vordere Kettenblatt ist. Je kleiner, umso größer sind die Kettenkräfte, desto mehr Verschleiß ist zu erwarten. Unter diesem Blickwinkel ist das Verkleinern der Ritzel und Kettenblätter wie bei SRAMs AXS-Konzept keine gute Idee. Besonders benachteiligt sind Einfach-Antriebe mit kleinem Blatt. Wer verschleißarm schalten will, sollte immer auf Gänge achten, bei denen möglichst viele Zähne eingreifen.
Nach unserer Kalkulation die niedrigsten Kilometerkosten, was den Antrieb betrifft. Schlechte Pflege oder zu später Kettentausch können die Kosten allerdings vervielfachen.
Die Kettenblätter der 2-fach-Kurbel sowie das Ritzelpaket überstanden die Belastungen gut: Abnutzungsspuren sind zwar deutlich zu erkennen, ein Austausch wäre aber nicht erforderlich. Eine solide Leistung, gerade auch, weil die Kette so selten gewechselt wurde!
Kettenverschleiß und Kettenwechselintervalle
Ich hab heut mal meine Kette auf Verschleiß messen lassen. Fahre sie nun ca. 7000 km auf ner komplettem Dura Ace 7900. Passt doch irgendwie nicht oder. Der Schrauber in der Werkstatt meinte, dass 7000km viel zu viel wären und Shimano rät nach spätestens 2500 km die Kette zu wechseln???
Ich wechsel in jedem Fall die Kette, mach ne Probefahrt mit gezogener Bremse und schalte alle Gänge durch. Meine eigenen Ketten wechsle ich, wenns die Rohloff-Lehre anzeigt. Da ich tüchtig schalte, kann ich mehrere Ketten mit den gleichen Kettenblättern und Ritzeln fahren, andere sind da weniger kreativ und schalten nur vorne, während sie hinten die zwei oder drei mittleren Ritzel bemühen.
Die Shimano-Gummis hielten rund 2500 Kilometer durch, was, angesichts der vielen Regenfahrten, eine beachtliche Leistung darstellt. Als die „Nase“ des Bremsschuhs fast die Felge berührte, war das ein klares Signal: „Die sind fällig!“ Die Mechanik der Bremsen funktioniert weiterhin tadellos. Die Kette lief zwar bis zum Schluss geschmeidig und ohne Probleme, hatte sich jedoch austauschwürdig gelängt. Auch hier liegt die Laufleistung absolut im Rahmen, und sogar ein etwa 500 Kilometer früherer Tausch, zur Schonung von Kassette, und Kettenblättern, wäre keine Schmach in puncto Lebensdauer...
Vergleich von Ketten verschiedener Hersteller
Unter den großen drei Herstellern baut Shimano die haltbarsten Ketten. Dura-Ace und Ultegra zeigen im Testzeitraum nur minimale Ansätze von Verschleiß. Die Bolzen sind demnach extrem verschleißfest. Die günstigere 105er-Kette zeigt etwas mehr Abrieb, ist nach dem Test aber auch nicht verschlissen. Campagnolos Ketten liegen auf vergleichbarem Niveau. SRAM zeigt den stärksten Verschleiß.
Insbesondere die Rival-Kette ist schwach, verschleißt rasant, ist nach 20 Stunden schon knapp austauschpflichtig und nach 36 Stunden völlig ausgeleiert. Die Force-Kette verschleißt langsamer, reißt aber mehrfach, was auf Probleme mit der Herstellungscharge hindeutet.
Tabelle: Rennradketten im Verschleißtest
| Kette | Marktpreis (Euro) | Gewicht (Gramm) | Längung pro Gelenk (Millimeter) | Bewertung Haltbarkeit |
|---|---|---|---|---|
| Campagnolo Chorus | 45 | 243 | 0,026 | 4/5 |
| Campagnolo Super Record | 60 | 224 | 0,024 | 4/5 |
| Shimano 105 | 30 | 258 | 0,028 | 4/5 |
| Shimano Ultegra | 40 | 258 | 0,013 | 5/5 |
| Shimano Dura-Ace | 60 | 248 | 0,015 | 5/5 |
| SRAM Rival | 20 | 271 | 0,014 | 1/5 |
| SRAM Force | 31 | 271 | 0,039 (bis zum Bruch) | 3/5 |
| SRAM Red | 40 | 261 | 0,066 | 3/5 |
Unterm Strich bietet die Ultegra das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber Achtung: SRAM-Fahrer können nicht auf Shimano zurückgreifen, die AXS-Gruppen sind nicht mehr kompatibel.
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