Shimano 105 Schaltwerk im Test: Eine umfassende Analyse

Die Shimano 105er Rennradgruppe existiert bereits seit den frühen 80er-Jahren und bewegt sich heute in der gehobenen Mittelklasse. Hier ist sie die unerreichbare Königin ihrer Preisklasse. Dank hochwertiger Materialien verspricht die Shimano 105er Gruppe erstklassigen Fahrspaß und ein optimales Fahrverhalten. Sie übernimmt meistens alle Innovationen ihrer etwas hochwertigeren “Schwester-Gruppen” Ultegra und Dura-Ace - so bekommst du eine Profi-Ausrüstung zum Anfänger-Preis.

Zugleich hält die Shimano 105 dank des wirtschaftlichen Einsatzes bestimmter Materialien und Technologien aber die Kosten gering. So wurde beispielsweise zu Gunsten der Wirtschaftlichkeit auf die Verwendung von Titanritzeln, Carbon-Bremsgriffen oder des hohlen äußeren Hollowglide Kettenblattes verzichtet. Als »ehrliche Leistung zu einem attraktiven Preis« präsentiert Shimano den Abschlag zu den beiden Topgruppen.

Natürlich, die Shimano 105 verfügt nicht über das Image, den klingenden Namen einer Dura-Ace. Dem durchschnittlichen sportlich orientierten Fahrer dürften die genannten, feinen Unterschiede aber kaum auffallen bzw. er wird die Unterschiede mit Blick auf die Performance nur wenig spüren.

Technische Details und Varianten

Das Schaltwerk RD-5700 wird in zwei Varianten verfügbar sein: Als SS-Version (mit kurzem Schaltwerkskäfig) und als GS-Version (mit mittellangem Käfig). Die SS-Version zeichnet sich dabei durch ein breiteres Übersetzungsverhältnis aus, bei dem die maximale Differenz vorne 16 Zähne und die Gesamtkapazität 33 Zähne beträgt. Daraus ergibt sich die Möglichkeit Shimano Kompakt-Kurbelgarnituren (50-34Z) und Kassetten mit einem größten Ritzel mit 28 Zähnen einzusetzen.

Ebenfalls zwei Versionen bietet Shimano bei den Umwerfern an: den FD-5700 für 2-fach- und Kompakt-Kurbelgarnituren und den FD-5703 für 3-fach-Kurbeln.

Die neue Shimano 105 Hyperglide 10-fach-Kassette wird in zahlreichen Abstufungen erhältlich sein: 11-28Z, 11-25Z, 12-25Z and 12-27Z. Die neue Kette hat eine vorgegebene Laufrichtung, da sie speziell geformten Glieder aufweist, die die Schalt-Performance nochmals deutlich steigern.

Shimano 105 Di2 im Dauertest

In der Praxis sind die Unterschiede zu den darüber angesiedelten, höherpreisigen Elektro-Gruppen der Japaner tatsächlich kaum spürbar. Die Hebel liegen angenehm in der Hand, die Ergonomie ist identisch, ebenso die Größe der Schalttasten, die auch gut mit Winterhandschuhen zu bedienen sind.

Schalten mit der Shimano 105 Di2

Die Gänge wechseln knackig und präzise, auch wenn der 105 Di2-Umwerfer für den Kettenblattwechsel einen Wimpernschlag länger benötigt als die Pendants von Dura-Ace und Ultegra. Dennoch: Gegenüber mechanischen Antrieben sind die elektronischen Gangwechsel einer 105 Di2 eine Offenbarung - vor allem unter Vollast.

Unterschiede zu anderen Gruppen

Unterschiede zwischen den Gruppen finden sich im Detail: Die STIs der 105 Di2 verzichten auf die zusätzlichen Schalttasten auf den Höckern der Hebel, mit denen man bei Dura-Ace und Ultegra schalten, aber auch den Radcomputer bedienen kann. Und die 105 setzt auf andere Materialien, was sich auch im Gewicht niederschlägt: mehr Alu und Stahl, weniger Carbon und Titan.

Haltbarkeit und Verschleiß

Vom Umwerferdefekt abgesehen, gefiel Shimanos 105 Di2 mit guter Haltbarkeit: Nach 6000 Testkilometern war beispielsweise die Kette noch nicht verschlissen - das ROADBIKE-Werkstattpersonal prüfte mehrfach und konnte es selbst kaum glauben. Auch die Bremsbeläge sind noch in Ordnung, selbst wenn ein Tausch näher rückt.

Fazit zum Shimano 105 Di2

So fällt das Fazit insgesamt positiv aus: Wer auf klangvollere Gruppennamen und einige technische Details verzichten kann, zudem das überschaubare Mehrgewicht verkraftet, schaltet und bremst sehr gut mit Shimanos 105 Di2. Und das zu einem vergleichsweise fairen Preis.

Die Shimano 105 im Vergleich

Die Shimano 105-Gruppe ist die beliebteste Schaltgruppe von Shimano. Eine Shimano 105-Gruppe kann hinten 11 Kränze haben und vorne bekommt man zwei Kettenblätter. Also insgesamt 22 Gänge. Darüber hinaus wurde die Shimano 105-Gruppe 2018 umfassend überarbeitet. Jetzt kannst du dich auch für hydraulische Scheibenbremsen entscheiden.

Alternativ greifen Hobby- und AmateurfahrerInnen auch gerne auf die Tiagra, auch aus dem Hause Shimano, zurück. Über der Shimano 105 liegt dann schon die Ultegra - möchte man bei dem japanischen Hersteller bleiben. Diese zählt bereits zu den Topmodellen.

Endlich ist es soweit! Nachdem im Jahr 2021 die beiden Highclass-Gruppen Ultegra und Dura-Ace mit der innovativen Di2-Technologie ausgestattet wurden, hat Shimano nun endlich auch die 105er Gruppe damit erweitert. So soll die drahtlose Schalttechnologie auch einer breiteren Zielgruppe und zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung stehen. Seit die revolutionäre Di2-Technologie (steht für: Digital Integrated Intelligence) im Jahr 2009 eingeführt wurde, hat sie sich stetig weiterentwickelt, sodass diese jüngste Version sogar auf ein 12-fach-System erweitert wurde.

Dank der E-TUBE App, die bereits für die großen Schwestern Ultegra und Dura-Ace entwickelt wurde, lässt sich das Schaltsystem ganz individuell an die Anforderungen und Bedürfnisse des Fahrers anpassen. Zum ersten Mal bringt Shimano im gehobenen Mittelpreis-Segment auch zwei neue Carbon-Laufräder auf den Markt.

Um die volle Kontrolle in sämtlichen Fahrpositionen zu behalten, wurde die Hebelform angepasst und die Hörnchen höher gezogen. Der von Shimano selbst entwickelte Schaltkreis garantiert eine schnelle und sichere Signalübertragung bei minimalstem Energiebedarf. Für mehr Sicherheit wurde die Shimano 105er Gruppe, ebenso wie ihre Verwandten, die Dura-Ace und die Ultegra, mit einem optimierten Bremssystem ausgestattet.

Shimano 105 im Dauertest: Erfahrungen und Erkenntnisse

Die 105 verrichtete ihre Arbeit stets unauffällig und zuverlässig - so wie man das schon von den Vorgängermodellen gewohnt war. Wir haben die Schaltung in unterschiedlichsten Fahrsituationen ausprobiert und uns ausführlich angeschaut, ob die die 2x11fach-Kombination nicht nur am Pendlerrad oder am Crosser, sondern auch auf langen Radreisen mit Gepäck durchs Gebirge überhaupt Sinn macht.

Gegenüber dem 2x10fach-Vergleichsrad machten sich die feineren Abstufungen der Ritzel sehr positiv bemerkbar, zudem waren die Schaltvorgänge der neuen 105 über den gesamten Bereich präziser und vor allem leichtgängiger als die der Vorgängergeneration. Von der Top-Gruppe Dura-Ace hat der neue 105-Umwerfer den längeren Hebelarm übernommen, auch hier fällt der etwas geringere Kraftaufwand beim Schalten auf. Gegenüber einem Dreifachantrieb ist das deutlich niedrigere Gewicht ein Pluspunkt.

Sowohl 2x10fach als auch 2x11fach schalteten trotz minimaler Pflege und Wartung über die gesamte Zeit perfekt, die Gänge rasten auch nach 3000 km noch präzise ein. Die Schaltvorgänge der 11fach-Gruppe sind aber deutlich leichtgängiger und einen Tick präziser.

Shimano 105 vs. Shimano GRX

Im direkten Vergleich Shimano GRX vs. 105 zeigen beide Schaltwerke Stärken, allerdings mit unterschiedlichen Zielgruppen. Grundsätzlich ist die Shimano GRX als Schaltwerk für Gravel-Bikes und Cyclocrosser gedacht. Sie bietet bei leichten Geländefahrten, Waldwegen und Schotterstrecken (engl. Gravel = Schotter) eine ausreichende Performance und ist technisch höher entwickelt.

Während die Shimano 105 nur mechanische Gangwechsel ermöglicht, ist bei der Shimano GRX optional eine elektrische Schaltung (Di2 - Digital integrated intelligence) möglich. Ein weiterer Unterschied zwischen der Shimano 105 und der Shimano GRX ist die Anzahl der schaltbaren Gänge. Bei der Shimano 105 sind, je nach Kombination aus Ritzel und Kettenrad, bis zu 24 Gänge möglich. Die Shimano GRX kommt mit maximal 22 Gängen auf zwei weniger.

Tabelle: Vergleich Shimano 105 und Shimano GRX

Merkmal Shimano 105 Shimano GRX
Zielgruppe Renn- und Tourenräder Gravel-Bikes und Cyclocrosser
Schaltart Mechanisch Mechanisch, optional Di2 (elektrisch)
Maximale Ganganzahl Bis zu 24 Bis zu 22
Besonderheiten Hohe Variabilität, Präzision Robustheit, Zuverlässigkeit im Gelände

Das Shimano GRX ist insgesamt leichter als das Shimano 105. Der "Shadow Plus" Schaltmechanismus des Shimano GRX ermöglicht ein besonders präzises und schnelles Schalten. Das Shimano GRX ist in 1x11- und 2x11-Gang-Konfigurationen erhältlich. Das Shimano 105 bietet 2x11- und 3x11-Gang-Konfigurationen.

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