Shimano 105 Umwerfer richtig einstellen: Eine detaillierte Anleitung

Die Schaltung ist das Herzstück eines jeden Rennrads. Nur wenn die Schaltvorgänge knackig und ohne Verzögerung funktionieren, entfaltet das Rad seine wahre Kraft und bietet maximalen Fahrspaß. Viele Rennradfahrer nutzen Schaltgruppen von Shimano (von Shimano 105 über Ultegra bis Dura-Ace). Daher liegt unser Fokus bei den Schraubertipps auf den Antrieben der Japaner.

Angesichts der unterschiedlichen Schaltsysteme und Hersteller ist es aber gar nicht so einfach zu wissen, an welchen Stellschrauben man drehen muss, um die Schaltung an seinem Rennrad perfekt einzustellen, sodass alle Gänge flutschen und die Kette nicht hakelig über die Ritzel hüpft.

Grundlagen der Umwerfereinstellung

Moderne Umwerfer an Rennrad-Schaltungen sind komplexe Gebilde und bei Montage und Einstellung sensibel. Wir zeigen die wichtigsten Handgriffe für Shimano-Schaltungen, SRAM-Antriebe und Campagnolo-Gruppen, wenn es am Kettenblatt hakt.

Die Aufgaben des Umwerfers

Der sogenannte Umwerfer begegnet uns bei Kettenschaltungen am Fahrrad. Bei Betätigung des Schalthebels steuert er vorne den Lauf der Fahrradkette auf den verschiedenen Kettenblättern. Aufgrund seiner Position wird der Umwerfer, insbesondere beim Mountainbiken, gern mal Opfer von Stößen und Stürzen. In diesem Fall kann es passieren, dass er neu eingestellt werden muss, sodass Sie anschließend wieder Freude an reibungslosen Schaltvorgängen haben können.

Vorbereitung zur Einstellung

Wenn Sie Ihren Fahrradumwerfer im ersten Schritt zunächst grob ausrichten, wird Ihnen die Feinjustierung später leichter von der Hand gehen. Die beste Schaltung am Rennrad nützt nicht viel, wenn naheliegende Komponenten nicht in einem einwandfreien Zustand sind. Prüfen Sie also zunächst, ob zum Beispiel alle Züge und Hüllen noch intakt sind.

Bevor es an die Feinausrichtung geht, müssen Sie den Schaltzug wieder einspannen. Führen Sie eine Probefahrt durch, um Ihre Einstellungen zu überprüfen. Insbesondere bei Vielfahrern und Sportfahrern (z.B. Rennrad, Triathlon Bike etc.) können perfekt aufeinander abgestimmte Fahrradteile den Unterschied ausmachen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung des Shimano 105 Umwerfers

1. Unteren Anschlag einstellen (L-Schraube)

Schalten Sie hierfür zunächst auf das kleinste Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel. Der untere Anschlag ist optimal eingestellt, wenn das innere Leitblech maximal 1 mm von der Fahrradkette entfernt ist. Wird die L-Schraube nach rechts gedreht, wandert der Umwerfer nach außen, also vom Fahrradrahmen weg. Zum Einstellen des unteren Anschlags des Rennrad-Umwerfers benötigen Sie die sogenannte L-Schraube (= low).

2. Oberen Anschlag einstellen (H-Schraube)

Schalten Sie zunächst vorne auf das größte Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel. Um den oberen Anschlag des Umwerfers vom Rennrad korrekt einzustellen, benötigen Sie die H-Schraube (=high). Dieser ist korrekt eingestellt, wenn das äußere Leitblech maximal 1 mm von der Fahrradkette entfernt ist. Durch das Drehen der H-Schraube nach rechts bewegt sich der Umwerfer zum Fahrradrahmen hin. Möchten Sie den Umwerfer zur anderen Seite korrigieren, drehen Sie die H-Schraube nach links. Gehen Sie bei den Korrekturen möglichst feinfühlig und Schritt für Schritt vor.

3. Schaltzugspannung einstellen

Für den unteren Anschlag schalten Sie vorne auf das kleinste Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel. Zum Schluss widmen Sie sich der Schaltzugspannung. Über die Spannschraube am Schalthebel können Sie die Spannung erhöhen oder verringern.

Sind Probleme beim Sprung vom größeren auf ein kleineres Kettenblatt vorhanden, muss die Zugspannung gelockert werden. Treten Probleme beim Hochschalten auf, muss die Zugspannung erhöht werden. Beim Rennrad verwenden Sie zum Einstellen der Spannung den Schaltzugeinsteller.

4. Probefahrt und Feinjustierung

Überprüfen Sie alle Einstellungen Ihres Rennrads bei einer Probefahrt. Schalten Sie intensiv rauf und runter. Wenn Sie noch weitere Korrekturen vornehmen müssen, gehen Sie am besten sehr feinfühlig und in kleinen Schritten vor.

Zusätzliche Tipps und Hinweise

  • Moderne Shimano-Umwerfer haben eine Schraube, mit der man die Zugspannung verändern kann . Bei allen anderen Umwerfern muss die Spannung an der Klemmschraube verändert werden . Schalten Sie dafür auf das kleinste Kettenblatt, um den Zug zu entlasten.
  • Schalten Sie in den größten (großes Blatt/kleinstes Ritzel) beziehungsweise kleinsten Gang (kleines Blatt/größtes Ritzel) und justieren Sie die jeweilige Anschlagschraube so, dass das Leitblech gerade noch nicht an der Kette schleift - es sollte höchstens ein Millimeter Platz sein.
  • Die Umwerfer der jüngsten Shimano-Schaltungsgenerationen (auch Di2) sowie die der elektrischen SRAM eTap Schaltungen müssen sich am Rahmen abstützen, damit eine saubere Funktion gewährleistet ist.

Problemlösung

Schleift die Kette am äußeren Umwerferblech, muss entweder die Zugspannung erhöht, oder der Schwenkbereich mit der Anschlagschraube (Kennzeichnung „H“) nach außen erweitert werden. Schleift sie innen, ist entweder die Zugspannung zu hoch oder die innere Anschlagschraube (Kennzeichnung „L“) begrenzt den Schwenkbereich.

Elektronische Schaltungen

Die grundlegenden Einstellungen funktionieren sogar genauso wie bei mechanischen Schaltungen, beispielsweise die Begrenzung des Schwenkbereichs über die beiden Anschlagschrauben (high und low) oder die Einstellungsschraube für die Umschlingung. Der große Unterschied ist die Feineinstellung, die sich sonst über die Zugspannung vornehmen lässt.

Shimano Di2

Zur Einstellung des Umwerfers hat die Shimano Di2-Schaltung nur eine 2-Millimeter-Schraube, mit der man im größten Gang den Abstand vom äußeren Leitblech zur Kette auf circa 0,5 Millimeter einstellt.

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