Shimano steht mit seiner Deore XT Baugruppe bereits viele Jahrzehnte für hohe Qualität, Stabilität und Langlebigkeit. Mit der neuen XTR M9100 Schaltgruppe hat Shimano ein neues Kapitel aufgeschlagen und die Top-Gruppe von Shimano, die XTR, ist nun auch mit 1×12 Gängen erhältlich.
Shimano XTR M9100: Ein Blick auf die Highend Gruppe
Die offensichtlichste Neuerung ist der Sprung von 11 auf 12 Gänge, welcher den Weg für einen breitbandigen 1-fach-Antrieb ohne Umwerfer ebnet. Die neue 10-51Z XTR Kassette bietet 22% mehr Bandbreite als die bisher breitbandigste Shimano Lösung, die 11-46Z XT Kassette für 11-fach Antriebe.
Wer bisher mit einer 11-46 XT-Kassette und einem 32Z-Kettenblatt unterwegs war, bekommt beim Umstieg auf die XTR mit gleicher Kettenblattgröße an beiden Enden mehr Bandbreite, denn diese steigt von 418 % auf 510 %. In der Praxis lässt die Bandbreite kaum mehr Wünsche offen: Egal ob super steiler Anstieg oder Highspeed Downhill, es gibt einen passenden Gang für (fast) jede Biker-Lebenslage.
Die neuen Kurbeln setzen erstmals auf Direct-Mount-Kettenblätter, die mit einem speziellen Tool gewechselt werden können. Neu ist auch das “Narrow-Wide” Zahnprofil, das für besseren Kettenhalt sorgen soll.
Das kleine 10er Ritzel erfordert einen neuen Freilauf, die XTR ist nicht mit bisherigen Naben kompatibel. Der Micro Spline Freilaufkörper sorgt u.a. dafür, dass die neuen Kassetten nicht mit den bisherigen Freilaufkörper kompatibel sind.
Ein Grund mehr sich die neuen XTR Naben genauer anzuschauen, denn sie sind nicht nur die ersten mit dem neuen MICRO SPLINE-Freilauf, sondern haben noch weiteres spannendes Feature an Bord. Dank der SCYLENCE-Technologie entfällt das gewohnte Rattern der Sperrklinken oder Zahnscheiben völlig, die Nabe gitb beim Rollen keinen Laut von sich.
Besonders spannend ist, dass man die Abrollgeräusche der Reifen deutlich besser wahrnimmt und damit mehr Feedback vom Untergrund bekommt. Ein weiteres Ziel bei der Entwicklung der neuen Kassette war es, möglichst gleichmäßige Gangsprünge zu erhalten. Bei der neuen 10-51Z-Kassette fallen die Gangsprünge auch in den kleinen Gängen sehr gleichmäßig aus, was deutlich angenehmer beim Klettern ist.
Die neuen Schalthebel lassen sich dank I-SPEC-EV direkt am Bremshebel montieren und die Position lässt sich in Längsrichtung und Rotationsrichtung großzügig anpassen. Bereits bei den ersten Schaltvorgängen fällt auf wie, sanft und leise die Gangwechsel mit der neuen XTR M9100 durchgeführt werden. Wirklich beeindruckend ist jedoch das Schaltverhalten unter Last, denn die neue XTR wechselt die Gänge auch mit viel Druck an den Pedalen, ohne zu murren.
Für Trail- und Endurofahrer stellt Shimano eine komplett neue XTR 4-Kolben-Bremse vor, die der Schaltung fast ein wenig die Schau stiehlt. Die neuen XTR-Bremsen bieten massig Power, lassen sich dabei aber deutlich besser dosieren als bisherige Shimano-Bremsen.
Shimano XT M8100: Eine erschwinglichere Alternative
Knapp ein Jahr später wurde das 12-fach Vergnügen mit der Shimano XT M8100 erschwinglicher und zugänglicher für die Massen. An unserem Ibis Ripley Testbike haben wir die komplette XT-Gruppe montiert, um einen möglichst guten Gesamteindruck zu bekommen. Allerdings erfordert es für die Kassette den neu entwickelten Microspline-Freilauf.
Dazu passend haben wir auch die Trail-Variante der Bremssättel gewählt mit vier statt zwei Bremskolben und zusätzlichen Kühlrippen. Im Vergleich dazu kostet die XTR-Gruppe in gleicher Ausführung in etwas das Doppelte, wobei man damit lediglich ca. Persönlich würde ich fast soweit gehen, die XT M8100 als die schönere XTR-Gruppe zu bezeichnen.
Die 12-Fach XT Gruppe ist größtenteils in schlichtem Schwarz gehalten. Die Ergonomie einer Gruppe wird durch die Kontaktpunkte zum Fahrer bestimmt. So sind Schalt- und Bremshebel gut angeordnet, um diese jederzeit gut erreichen zu können. Der Schalthebel kann zusätzlich nach links und rechts um ca. Shimano setzt auf dieses bewährte Design schon seit einigen Jahren.
Die Shimano XT Schaltgruppe ist seit vielen Jahren eine feste Größe am Fahrradmarkt und steht wie kaum ein anderer Name für Qualität. Diesem Ruf wird sie auch in ihrer neuesten Ausführung als M8100 voll und ganz gerecht - nun jedoch eben mit deutlich größerer Bandbreite. Auch nervöse Schaltvorgänge mit viel Zug auf der Kette bereiteten der XT-Gruppe keine Probleme. Über Jahre hinweg hat sich die Shadow Plus Schaltwerksdämpfung bewährt und auch am neuen XT 12 Fach-Schaltwerk wurde die Kette ruhig gehalten.
Inzwischen sind sie an einem Punkt angekommen, wo man sich fragen muss, ob Verbesserungen überhaupt noch notwendig sind. Mit dieser zusätzlichen Abstützung wird der Griff an sich um einiges steifer. Ansonsten war die Performance der Bremse sehr solide. Manchmal werden Shimano Bremsen als eher schwieriger dosierbar beschrieben. Unserer Meinung war aber die Dosierbarkeit für den Traileinsatz mehr als ausreichend.
Die Schaltung war schnell eingestellt und auch die Bremsen waren schnell befüllt und entlüftet. Über die gesamte Saison hinweg mussten wir an keiner Stelle wirklich nachjustieren. Einen winzigen Kritikpunkt haben wir aber doch: Die Kassette auf dem neuen Microspline lockerte sich nach einiger Zeit. Nach ca. 1500 km mit der Gruppe konnten wir nur sehr wenig Verschleiß feststellen.
Die neue Shimano XT-Gruppe kann alles genauso gut wie der teurere Bruder XTR. Wer nicht nicht aufs letzte Gramm schaut und den Geldbeutel schonen möchte, der muss mit der günstigeren Shimano-Gruppe keine Abstriche machen.
Erfahrungen im Praxiseinsatz
Die Schaltvorgänge sind knackig und „on point“. Die Gangwechsel laufen sauber, leichtgängig, geräuscharm und vor allen Dingen schnell ab. Aus diesem Blickwinkel konnte mich Shimanos neue 12-fach XT bereits überzeugen. Was mir aber ausdrücklich gut gefallen hat, das sind die neuen Schalthebel. Dabei sind es nicht die gummierten Kontaktflächen der Schalt-Paddles, sondern vor allem der Verstellbereich der I-SPEC EV Montage.
Nach der Vorstellung der neuen Shimano XTR 12-Fach Gruppe, lässt Shimano nun die neue XT 12-Fach Gruppe aus dem Sack. Um den Unterschied zwischen der 2-Kolben- und 4-Kolben-Bremse herauszustellen, wird in einem Zeitabstand von acht Wochen die hier beschriebene 2-Kolben-Bremse durch die 4-Kolben-Bremse ersetzt.
Die neuen XT 1×12-fach Kurbeln zeichnen sich durch die DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT + Technologie aus, deren spezielles hochpräzise gefertigtes Zahnprofil dafür sorgt, dass die Kette auf rauem Gelände optimalen Halt auf dem oberen Teil des Kettenblattes findet. Verfügbar ist die Kurbel in Boost- und Non-Boost-Spezifikation.
Die Kassetten der XT sind in den Optionen 10-45 Z oder 10-51 Z verfügbar. Für geringe Gangsprünge ist die 10-45er-Kassette optimal. Für eine große Bandbreite hingegen ist die 10-51Z-Version die Wahl. Beide weisen die HYPERGLIDE+ Technologie auf, welche für eine sehr hohe Schaltgeschwindigkeit, Präzision und Leichtgängigkeit sorgt und zu einem leisen Antrieb beiträgt.
Die XT HYPERGLIDE+ Kette wurde von Grund auf überarbeitet und optimiert, sie ist ein integraler Bestandteil des neuen Antriebsstrangs. Mit ihren neu geformten Kontaktflächen zu Kettenblatt- und Kassettenzähnen sorgt sie für schnelle, präzise und leichtgängige Schaltvorgänge in beide Richtungen und das auch unter sehr hoher Last.
Mit einer Version für 1-fach- und 2-fach-Systeme sorgen die beiden neuen XT Schaltwerke für schnelle als auch präzise Gangwechsel über den sehr großen Übersetzungsbereich. Leit- und Spannrollen mit 13 Zähnen und ein Gummidämpfer dämmen Geräusche und erhöhen den Fahrkomfort. Der neue XT I-SPEC EV Schalthebel ist extrem flexibel einstellbar und somit für jeden Fahrertyp stets ergonomisch.
Die neue DEORE XT kommt wahlweise mit Zwei-Kolben-Bremsen oder Vier-Kolben-Bremsen. Das neue Bremshebel-Design, der nun schräggestellt montiert wird und sich an zwei Punkten am Lenker abstützt, sorgt für mehr Steifigkeit als auch für direkteres Feedback und mehr Bremsleistung.
Für den Test der neuen XT Gruppe, fahre ich einen passenden Custom Shimano Laufradsatz mit Center Lock Naben. Sie sind mit HB-MT900 & FH-MT901 Naben, Pancho Wheels Vibe Black Edition Alu TLR Felgen und DT Swiss Competition Speichen ausgestattet. Sie verfügen über eine komfortable Innenbreite von 30 mm - so übersteht man auch die härtesten Trails.
Mein erster Eindruck: Ungewohnt leise fliege ich mit meinem Trek Enduro Bike durch den Wald. Das liegt an dem neuen Nicht-Sound des Scylence-Freilaufs. Sonst bin ich immer mit Newmen Laufrädern unterwegs, welche sicherlich zu den lautesten auf dem Markt. Durch den nicht vorhandenen Klang des neuen Scylence-Freilaufs ist es möglich mein Gehör auf die Reifen zu fokussieren.
Während der Ausfahrt ist die Schaltung sehr leise und sehr präzise. Die Gänge lassen sich durch die neue HYPERGLIDE+ Technologie auch in stark belasteten Situationen oder bei schnellem Antritt einwandfrei schalten. Bei der neuen Shimano XT habe ich das Gefühl, als wenn ihr das nichts ausmacht: die Kette wird ebenso sanft und vor allem leise wie bei entspannten Schaltvorgängen geführt.
Von Vorteil finde ich auch, dass man die Federkraft der neuen Shimano DEORE XT individuell einstellen kann. Alles in allem fühlt sich die Schaltung sehr kontrolliert, weich und leise an. Die Schaltung nimmt stets den richtigen und direkten Weg zum jeweiligen Ziel.
Die Kommando-Ausführung zum Schaltwerk funktioniert wie vorher bereits beschrieben tadellos und knackig. Auch das Feedback für den Fahrer setzt Shimano meiner Meinung nach super um. Was mir aber besonders gefallen hat, ist ein wirklich sinnvolles Detail am Schalthebel: Der profilierte Gummi-Einsatz am Schalthebel gibt mir endlich einen griffigeren Untergrund gegenüber einem Hebel aus reinen Metall.
Durch die passende Lenkerfernbedienung zum Verstellen der Sattelstütze bietet Shimano ein super aufgeräumtes und einheitliches Komplettpaket. Durch die oben beschriebene andere Bauweise ist ein direktes Feedback auf dem Trail spürbar.
Die größte Überraschung bringt sicherlich die Lautlosigkeit der Scylence-Nabe mit sich. Schon wie bei dem großen Bruder der XTR, wird es durch den Freilauf sowie den Nabenkörper möglich, dass sich zwei Mitnehmerplatten vollständig voneinander lösen. Besonders aufgefallen sind mir das schnelle Einrasten und die höhere Steifigkeit der Hinterradnabe.
Die neue Bremsscheibe kann nur mit Center Lock Nabe verbaut werden. Es ist spürbar, dass die neue Shimano DEORE XT Gruppe auf dem großen Bruder der XTR Gruppe basiert. Wie gewohnt bringt die Shimano DEORE XT Gruppe eine hohe Schaltgenauigkeit mit sich. Mein erster Eindruck ist, dass hier noch mal eins oben drauf gesetzt werden konnte.
FH-MT510 12-fach Hinterradnabe
Die 12-fach Hinterradnabe FH-MT510 des bekannten japanischen Herstellers Shimano hat 142 mm Einbaubreite und wird mit einer E-THRU 12 mm Steckachse an Mountainbikes, Lastenrädern und E-Bikes bis 25 km/h angebaut. Sie ist ausschließlich auf Centerlock Scheibenbremsen ausgelegt und besteht hauptsächlich aus Aluminium, was die Shimano Nabe langlebig, stabil und relativ leichtgewichtig macht. Die hochentwickelte Technik ermöglicht einen hohen qualitativen Standard für ein ideales Fahrgefühl!
Die CBN Konuslager und die Labyrinth- und Schleifdichtungen wurden hochwertig verarbeitet. Die Freehub Kassettennabe verfügt über eine Schleifdichtung. Sie spricht schnell an und ist passend zu 10-Zähne-Ritzeln. Sie können die robuste Shimano FH-MT510 12-fach Nabe mit 12-fach Shimano Micro Spline MTB-Kassetten verwenden. Kassetten des Herstellers Sram sind nicht kompatibel.
Shimano hat für diese Nabe ein neues Freilaufkörpersystem entwickelt. der Freilaufkörper besteht aus Aluminium. Die Bauweise ist filigran. verfügt nur über 2 Konuslager, die recht weit auseinanderliegen.
Eignung für E-Bikes
Können die XT Hinterradnaben problemlos für moderne E-Bikes bzw. Pedelecs genutzt werden? Aus eigener Erfahrung müssen wir dieses leider verneinen. Die hohen Antriebskräfte mit Drehmomenten von derzeit aktuell bis 75 Newtonmetern beim Beschleunigen, aber auch die starken Kräfte beim Bremsen erfordern ein sehr hohes Maß an Stabilität bei der verbauten Hinterradnabe am Elektro-Fahrrad. Sonst drohen auf Dauer Beschädigungen, wie z.B. Flanschabrisse oder ein Verbiegen der Achse.
verfügt nur über 2 Konuslager, die recht weit auseinanderliegen. linker Nabenflansch hat nur eine Stärke von rund 3 mm und ist zusätzlich noch ausgefräst.
Fazit: Wir empfehlen spezielle E-Bike Hinterradnaben von anderen Herstellern, die z.B. 4-fach gelagert sind und deutlich stabiler konstruiert sind, wie z.B.
Verwandte Beiträge:
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano XT Übersetzung: Die optimale Übersetzung finden
- Shimano EP8 App Einstellungen: Optimale Einstellungen für Deine E-Bike Tour
- Fahrrad Schutzblech Verlängern – Die Ultimative Schritt-für-Schritt Anleitung Für Mehr Schutz
- Motocross-Strecke Wildeshausen: Das Offroad-Paradies für Adrenalinjunkies!
Kommentar schreiben