Shimano Cues Gangschaltung im Test: Eine umfassende Übersicht

Es gab Zeiten, lange vor XT, Ultegra oder Cues, da waren Fahrradritzel flach wie Pizzastücke und der Bowdenzug war noch nicht einmal erfunden. Mit zwei Metallstangen mussten die frühen Helden der Tour de France sprichwörtlich im Getriebe rühren. Da flog im Eifer des Gefechts schonmal die Kette von den Ritzeln!

Die ersten modernen Seilzug-Schaltungen waren da die reinste Revolution, doch auch eine andere Innovation verdient nicht weniger Aufmerksamkeit. Fürs Schalten nämlich nicht minder wichtig: Bessere Kassetten mit definierten Steighilfen und Schaltgassen. Die gibt es erst seit den späten 80ern. Hyperglide nennt Shimano bis heute diese Technik.

Und wer sich immer schon gefragt hat, warum die Zähne eigentlich so krumm und schief auf den Ritzeln stehen: Weicheres, sichereres und schnelleres Schalten, auch unter Last. Das ist der Grund! Vor einigen Jahren folgte dann mit der Linkglide die nächste Evolutions-Stufe.

Linkglide und Cues: Shimano räumt auf im Portfolio

Mit der Linkglide-Technik reagierte Shimano auf die zunehmend höheren Belastungen von E-Bikes. Mehr Material und ein Gang weniger sollen eine bessere Zuverlässigkeit bringen. Das ist löblich. Und: Auch Alltagsbiker ohne E profitieren von der größeren Langlebigkeit der neuen Ketten und Kassetten.

Die neue Technik war für Shimano außerdem DIE Gelegenheit, endlich im Portfolio aufzuräumen. Statt Sora, Altus, Claris, Alivio und Acera wird es in Zukunft nur noch eine einzige Produktfamilie geben. Die Cues.

Mit den besonders stabilen Linkglide-Kassetten will Shimano die Haltbarkeit und das Schalten unter Last von Kettenschaltungen verbessern. Gerade am E-Bike ein Thema. Infos zur neuen Gruppe kamen am Anfang nur spärlich, doch seit dem Launch auf der Pandemie-Eurobike 2022 ist endlich vieles klarer geworden.

Mit dem Fokus auf Langlebigkeit und leichter Bedienbarkeit soll die Cues alle Anwendungen vom E-Bike über Trekkingräder bis hin zu günstigen Mountainbikes und neuerdings sogar günstigen Rennrädern abdecken. Ob das gelingt? Wir konnten die Cues in verschiedenen Ausführungen schon ausgiebig fahren.

Cues ist nicht gleich Cues

Also alles ganz einfach? Spezial-Schaltungen für High-End-Räder und darunter für alle nur noch Shimano Cues? Ganz so simpel ist es leider nicht. Denn auch die Cues gibt es in mindestens drei verschiedenen Ausführungen mit teils extrem unterschiedlicher Wertigkeit. Wer sich für ein Bike mit der neuen Allround-Schaltung interessiert, muss hier also genau hinschauen.

So ist das Topgruppe Cues U8000 mehr als doppelt so teuer, wie die Einstiegsgruppe Cues U4000. Leider macht es Shimano Bikern nicht gerade leicht, die verschieden wertigen Schaltungen voneinander zu unterscheiden. Ob Premium-Klasse oder Einsteiger-Ware wird nur an den etwas kryptischen Zahlenkombinationen in der Modellbezeichnung ersichtlich - U4000, U6000, U8000. Und selbst innerhalb der Gruppen gibt es noch Unterschiede. Zehn oder elf Gänge, mit oder ohne Shadow Plus, das sorgt gerade bei der Cues U6000 für Verwirrung.

Das offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal der drei Schaltgruppen ist trotzdem erstmal die Anzahl der Gänge. Die Einsteigergruppe Cues U4000 schaltet nur neun Ritzel am Hinterrad. Die Mittelklasse Cues U6000 hat schon zehn oder sogar elf Ritzel hinten. Die Topgruppe Cues U8000 schaltet immer elf Gänge im Heck und ist sogar als Di2-Variante mit elektronischer Ansteuerung verfügbar.

Für Experten: Die Zahlenlogik der Cues folgt ungefähr den Mountainbike-Schaltungen. Die 6000er entspricht in etwa dem Deore-Zwölffach-Niveau, die 8000er der XT. Die 4000er liegt darunter.

So fährt sich die Shimano Cues Gangschaltung

Vorneweg muss man sagen: Alle modernen Shimano-Schaltungen abseits der allergünstigsten Varianten liegen funktional auf einem sehr hohen Niveau. Das gilt auch für alle Varianten der Cues. Sauber eingestellt wechseln sie die Gänge schnell und zuverlässig. Ist das nicht der Fall, liegt’s fast immer an verschlissener oder falsch eingestellter Hardware - da kann die Schaltung selbst nicht viel dafür.

Fakt ist schlicht: Die Technologien der einstigen Top-Gruppen sind längst auch im Einsteigermarkt angekommen.

Konzipiert ist die Cues für den Allround-Einsatz von E-Mountainbike bis Gravel. Verbaut wird sie aktuell aber am meisten an Trekking- und Alltagsrädern.

Shimano Cues U4000 - Die Einsteigergruppe

Mit neun Gängen am E-Bike ist die 4000er Cues von Shimano eindeutig im Einsteigersegment unterwegs. Die UVP für das Schaltwerk liegt nur knapp über 50 Euro. Das größte Manko der “kleinen” Cues ist die wenig feine Gangabstufung.

Um mit nun neun Gängen eine große Bandbreite zu erreichen, muss man gerade am E-Bike zur Kassette mit 11 bis 46 Zähnen greifen. Die Gangsprünge fallen hier bei den kleinen Gängen recht groß aus. Am Berg fehlt dadurch manchmal der passende Gang für die ideale Trittfrequenz.

Ansonsten funktioniert auch die günstig Cues zuverlässig und kann Alltagsnutzer durchaus glücklich machen. Typisch für Schaltungen mit der Linkglide-Technik: Die Schaltvorgänge sind sehr weich aber nicht so schnell wie man es von den klassischen Modellen mit Hyperglide-Technik gewohnt ist. Außerhalb vom Racing-Kontext dürfte das kaum stören, für den Alltag ist die Schaltgeschwindigkeit locker ausreichend.

Die niedrigen Preise merkt man der 4000er Cues aber an anderer Stelle an. Die Kurbel ist nicht hohlgeschmiedet und schwer, die Hebel wirken lieblos und billig. Auf rauem Untergrund klappert die Kette deutlich. Anders als bei den günstigen Deore-Schaltungen verzichtet die günstige Cues nämlich auf die Geländeoptimierte Schaltwerksdämpfung Shadow Plus. Am (E-)Mountainbike würden wir die Cues 4000 daher nicht empfehlen.

Shimano Cues U6000 - Solide Mittelklasse

Optisch wie haptisch ist die Shimano Cues 6000 ein Upgrade. Gerade die etwas teurere Elffach-Variante bietet deutlich definiertere Gangwechsel, als die 4000er Cues. Mit zehn beziehungsweise elf Gängen lassen sich auch mit Einfach-Kurbel vorne relativ homogene Gangsprünge bei großer Bandbreite realisieren. Aber auch hier ist Vorsicht geboten.

Nur die teureren Varianten der Cues 6000 kommen ab Werk mit Shimanos Shadow-Technologie gegen Kettenklappern. Erkennbar ist das an dem kleinen On-Off-Hebel für die zusätzliche Dämpfung am Schaltwerk. Diese Varianten können wir auch anspruchsvollen Nutzern und Trail-Fans klar empfehlen. Die günstigeren 6000er Cues ohne Schaltwerksdämpfung passen eher zu Trekking- und Alltagsrädern.

Shimano Cues 8000 - Seltene High-End-Option

Von der Wertigkeit und vom Schaltgefühl liegt die Cues 8000 sehr nah an der beliebten XT-Gruppe. Allerdings gilt das auch für den Preis. Die teure Cues wird daher nur sehr selten verbaut. Lieber greifen die Hersteller im Zweifel zum XT-Label. Der “Haben-Wollen”-Faktor ist hier einfach größer.

Wie die günstigeren Cues-Schaltungen setzt auch die Cues 8000 auf die haltbaren Linkglide-Kassetten. Die Schaltgeschwindigkeit ist daher etwas gedrosselt. Dafür sollen die Linkglide-Gruppen nicht so anfällig sein. Selbstverständlich kommt die 8000er Cues standardmäßig mit dem starken Shadow-Plus-Dämpfer gegen Kettenklappern.

Im Cues-Portfolio gibt’s übrigens auch Bremsen. Hier zum Beispiel die Vierkolben-Version mit Sattel in XT-Optik und auch entsprechend satter Power.

Shimano Cues, Deore, GRX, XT: Welche Gangschaltung ist besser für wen?

Eigentlich wollte Shimano mit der Cues das Portfolio aufräumen. Das gelingt bislang noch nicht ganz. Erstens stiften die vielen verschiedenen Cues-Varianten neue Verwirrung. Und zweitens gibt es aktuell noch einige offensichtliche Überschneidungen im Portfolio, wenn man rein auf die Wertigkeit der verschiedenen Antriebe schaut. Welche also nehmen?

Trekking- und Alltagsradler können bei der Cues mit Linkglide-Kassetten bedenkenlos zuschlagen. Die Cues 4000 bietet hier eine angenehm günstige Option. Die Cues 6000 ist solide Mittelklasse. E-Mountainbikern würden wir auch zu Linkglide-Schaltungen raten. Dann aber mindestens zur 6000er Cues mit der Shadow-Plus-Schaltwerksdämpfung. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift gleich zu Deore Linkglide und XT Linkglide.

Beide Schaltungen bieten ohne Ganganzeige mehr Platz am Lenker und eine bessere Haptik mit knackigerem Schaltgefühl. Sportliche Biker ohne Motor sind nach wie vor mit den Hyperglide-Gruppen am besten aufgehoben. Sie sind etwas leichter als die Linkglide-Pendants und bieten mehr Gänge und damit eine feinere Gang-Abstufung über die Bandbreite hinweg. Gerade die Deore-Zwölffach sticht hier mit guter Funktion und günstigem Preis positiv heraus.

Vorsicht beim Nachrüsten: Wegen unterschiedlicher Kettenlinien sind nicht alle Gruppen miteinander kompatibel. Speziell bei MTB-Gruppen und Cues erstmal checken, ob der Rahmen mit dem jeweils anderen System kompatibel ist.

Vergleich der Shimano und SRAM 1x12 Schaltungen

Um einen fairen Vergleich zu gewährleisten, wurden die 1x12-Varianten von SLX und XT den bewährten SRAM-Gruppen NX Eagle und GX Eagle gegenübergestellt. In Sachen Preis und Gewicht liegen die Kontrahenten eng beieinander. SLX und NX kosten quasi gleich viel, dafür ist die SLX leichter. XT und GX wiederum wiegen quasi das Gleiche, hier ist die GX etwas preiswerter.

Auch in Sachen Optik und Haptik sind die Unterschiede nicht groß, anders als früher agieren die Shimano-Schaltungen sogar ein wenig knackiger als die SRAM-Pendants.

Tatsächlich setzt die neue Shimano XT den neuen Maßstab in dieser Klasse. SRAMs GX ist ebenso eine Topgruppe, in Nuancen aber schlechter. Ebenso kann sich die Shimano SLX leicht von der NX Eagle absetzen und Platz 3 im Vergleich erobern.

Shimano SLX (M7100)

Optisch ist sie ein Hingucker und auch technisch - auf dem Papier - auf dem neusten Stand. Etwa dank der großen 10-51er-Kassettte, welche dieselbe Bandbreite wie bei der Shimano XT bereitstellt und damit den direkten Konkurrenten Sram NX Eagle (11-50 Zähne) um über 50 % Bandbreite abhängt!

Im Vergleich zu den Konkurrenten, speziell mit Blick auf die XT, läuft das System etwas rauer. Hinzu kommt, dass der Gangwechsel minimal träger abläuft. Beim Schalten unter hoher Last ächzt die SLX, führt den Schaltbefehl jedoch problemlos und präzise aus.

Der SLX-Schalthebel ist einfacher gehalten. So haben die Japaner auf die Gummibeschichtung sowie auf die "Multi-Shift"-Funktion am kleinen Hebel verzichtet. Es lässt sich also nur ein Ritzel auf einmal nach unten wechseln. Auch können nur drei Gänge auf einmal in Richtung großes Ritzel geschaltet werden. Der kleine Hebel kann mit Zeigefinger oder Daumen betätigt werden, was der SLX in Sachen Ergonomie eine sehr gute Note einbringt.

  • Gänge: 1 x 12
  • Zähne: 32 Zähne vorne, 10-51 hinten
  • Übersetzung: Kleinster Gang: 0,63 :1; Größter Gang: 3,20 :1
  • Gewicht: 310 g Schaltwerk, 116 g Hebel o. Zug, 527 g Kassette, 255 g Kette (116 Glieder), 645 g Kurbel (o. Innenlager), 1853 g komplett

SRAM NX Eagle

Die NX Eagle macht die 1x12-Philosophie der US-Amerikaner noch attraktiver. Im Falle der NX ist es die Verwendung von günstigeren Materialien (Stahl und Kunststoff statt Alu), vor allem aber die Größe des kleinsten Ritzels. Statt 10-50 bietet Sram die NX mit 11-50-Zähne-Kassette an. Dadurch ergibt sich eine Bandbreite von nur 454 statt der 500 Prozent, die alle anderen Eagle-Gruppen so erfolgreich machten.

Ein Vorteil ist wiederum, dass die Kassette auf herkömmlichen Shimano-Freiläufen montiert werden kann, was die NX Eagle für Nachrüster mit älteren Bikes extrem spannend macht.

Der Kunststoffhebel ist der leichteste im Test, die Kassette aus einzelnen Stahlritzeln hingegen mit Abstand die schwerste. Auch optisch wirkt die Kassette wenig edel. In Summe ist die NX die deutlich schwerste Gruppe im Testfeld.

Bei der Schaltperformance sind hingegen klar die Gene der teureren Eagle-Brüder erkennbar. Der Gangwechsel verläuft zuverlässig, leise und butterweich. In Richtung der großen Ritzel ist der Schaltvorgang aber eine Spur zu schwammig. In Richtung der kleinen Gänge verzögert sich der Schaltvorgang schon mal, ist dann aber schön knackig. Die NX bietet die Möglichkeit, fünf Gänge auf einmal hoch- und einen runterzuschalten.

  • Gänge: 1 x 12
  • Zähne: 32 Zähne vorne, 11-50 hinten
  • Übersetzung: Kleinster Gang: 0,64:1; Größter Gang: 2,91:1
  • Gewicht: 344 g Schaltwerk, 98 g Hebel ohne Zug, 612 g Kassette, 273 g Kette (126 Glieder), 701 g Kurbel (ohne Innenlager), 2028 g komplett

Shimano XT (M8100)

Satte 511 Prozent Bandbreite bietet die neue XT mit einer Kassette mit 10-51 Zähnen. Genau einen Zahn mehr also als die direkte Konkurrenz der Sram GX Eagle - bei nur minimal mehr Gewicht. Und auch in Sachen Ergonomie setzt die Shimano XT ein dickes Ausrufezeichen. Ein gummierter Schalthebel sorgt für perfekten Grip.

Zudem können durch die "Multi-Shift"-Technik gleich zwei Gänge auf einmal in Richtung kleine Ritzel geschaltet werden, was in diesem Test ein Alleinstellungsmerkmal ist. Es lassen sich zudem bei einem Schaltvorgang bis zu vier Gänge auf einmal hochschalten. Einziges Manko: Die Fingerkraft beim Betätigen des kleinen Hebels ist spürbar höher, als man es von einer XT gewohnt ist.

Doch egal ob unter voller Last oder beim gemütlichen Fahren, die Gänge werden knackig und maximal präzise eingelegt und stehen sofort zur Verfügung. Die Montage ist einfach, einzig dass der neue "Micro-Spline-Freilauf" etwas fummeliger ist, könnte man bemängeln - hier hat SRAM die Nase vorn.

  • Gänge: 1 x 12
  • Zähne: 32 Zähne vorne, 10-51 hinten
  • Übersetzung: Kleinster Gang: 0,63:1; Größter Gang: 3,20:1
  • Gewicht: 281 g Schaltwerk, 117 g Hebel o. Zug, 469 g Kassette, 257 g Kette (116 Glieder), 635 g Kurbel (o. Innenlager), 1759 g komplett

SRAM GX Eagle

Mit der GX Eagle hat Sram 2017 den 1x12-Antrieb zu erschwinglichen Preisen auf den Markt gebracht. Mit Erfolg: 1x12 ist seither nicht mehr wegzudenken und die GX Eagle seitdem an unzähligen Bikes von Werk aus verbaut. Die Montage der GX ist recht einfach, die Kassette besteht aus einem Stück und wird auf den speziellen XD-Freilauf aufgeschraubt.

Die Haptik und Optik der GX Eagle kommt nahe an die Top-Gruppen X01 und XX1 von Sram heran, auch wenn Sram etwas weniger hochwertige Materialien verwendet. Dennoch ist die GX in unserem Test, ganz knapp vor der XT, die leichteste Schaltgrupppe.

In der Praxis erfolgen die Wechsel in den leichteren Gängen meist so sanft, dass man sie nicht mal hört. Das Gefühl im Daumen ist dabei auch etwas undefinierter. Beim Schalten in schwerere Gänge rastet die Kette dafür satt, schnell und selbst unter Last stets präzise ein. Auch der kleine Hebel lässt sich definiert drücken - bietet aber im Gegensatz zur Shimano XT lediglich einen Gangsprung zum nächstkleineren Ritzel. Hoch lassen sich bei der GX an der 10-50-Kassette fünf Gänge auf einmal schalten (bei Shimanos XT vier).

  • Gänge: 1 x 12
  • Zähne: 32 Zähne vorne, 10-50 hinten
  • Übersetzung: Kleinster Gang: 0,64 :1; Größter Gang: 3,20 :1
  • Gewicht: 292 g Schaltwerk, 107 g Hebel ohne Zug, 448 g Kassette, 273 g Kette (126 Glieder), 627 g Kurbel (ohne Innenlager), 1747 g komplett

Know-how Schaltungen

Mit der Wahl einer neuen Schaltung ist es nicht getan: Speziell der Freilauf muss passen. Was es sonst noch so zu beachten gibt, zeigen wir hier.

Welcher Freilauf?

  • Standard: Der klassische Freilauf ist noch immer an vielen Radnaben zu finden. Er nimmt alle 8-/9-/10-fach-Kassetten auf, zudem die 11-fach-Modelle von Shimano. Nicht passen alle Sram-11-fach- und 12-fach-Kassetten - mit Ausnahme der preiswerten NX-Eagle- Kassette.
  • XD-Body: Mit Einführung der XX1-Gruppe (1 x 12) brachte Sram auch einen neuen Freilauf, den XD-Body. Er ist seitdem Standard für alle Sram-Kassetten mit kleinem 10er-Ritzel. Auch einige Fremdanbieter wie E13 oder Hope nutzen den XD-Freilauf.
  • Micro spline: Da es Shimano nicht übers Herz brachte, auf einen Sram-Standard zu setzen (dennoch aber ein 10er-Ritzel verbauen wollte), benötigen die neuen Gruppen SLX, XT und XTR den neuen Micro-Spline-Freilauf. Der ist jetzt endlich auch bei fast allen Laufradherstellern erhältlich.

Kurbeln von Fremdanbietern

Mit Einführung der Eagle-Gruppen zeigte sich SRAM restriktiv: Die neue, tolle X-Sync-2-Kettenblatttechnik ist kein offener Standard, sondern SRAM und der Tochter Truvativ vorbehalten. Die Eagle-Gruppen funktionieren tatsächlich am besten mit SRAM/Truvativ-Kurbeln zusammen, werden auch nur so an Komplettbikes verbaut. Grundsätzlich ist es unserer Erfahrung nach aber kein Problem, eine Fremdkurbel mit 12-fach-kompatiblem Blatt zu fahren, die Kette läuft aber meist spürbar schlechter und lauter. Auch Shimano empfiehlt für beste Performance die hauseigenen Kurbeln, "verbietet" den Einsatz fremder Produkte aber nicht.

Alternativ schalten

  • Umwerfend: Auch wenn die Bike-Hersteller wohl auf Shimanos neue 1 x 12-Gruppen abfahren werden, es gibt sie: die breitbandige 2 x 12-Variante von SLX, XT und XTR mit Umwerfer und komplett neuem "Mono"-Hebel. Dieser funktioniert extrem intuitiv.
  • Elektronisch: Auch SRAM war in diesem Jahr nicht untätig und brachte die neuen Eagle X01 AXS und Eagle XX1 AXS heraus. Diese beiden teuren, edlen Highend-Gruppen wechseln die Gänge nicht nur elektronisch mittels kleinem Servomotor am Schaltwerk, sondern auch noch kabellos. Der kleine Controller am Lenker sendet ein verschlüsseltes Funksignal. Des Weiteren lassen sich viele Funktionen der Schaltung per App individualisieren - Wunderwerke der Technik!
  • Kompakt: Alle Welt schreit nach 12-fach - und was macht der kleine Schaltungshersteller BOX? Der setzt seine neue "Prime"-Gruppe nun auf 9-fach. Die Bandbreite passt dank 11-50 Zähnen an der Kassette dennoch. Die Vorteile sollen in der enormen Robustheit und Langlebigkeit liegen.

Beim Erstkontakt fällt sofort der coole Look von Schaltwerk und hohlgeschmiedeter Kurbel ins Auge. Letztere hat sich bei so manchem harten Bodenkontakt zwar einige Kratzer eingefangen, funktioniert aber nach wie vor auch ganz ohne Schutzvorrichtungen einwandfrei.

Sowohl Shimanos XTR- als auch XT- und SLX-12-fach-Schaltungen verrichten ihre Schaltvorgänge auf nahezu vergleichbar hohem Niveau. Der größte Unterschied zwischen den Komponenten liegt meist im Gewicht und den verbauten Materialien, wie z. B. der Trigger: In dem der XT-Gruppe steckt bereits deutlich mehr Technik als bei der SLX-Gruppe.

Der XT-Trigger verfügt über die Multi-Release-Funktion und kann so mit einer Hebelbetätigung zwei Gänge schwerer schalten. Die 12-fach XT-Kassette setzt mit ihren 10-51 Zähnen auf 510 % Bandbreite und ist mit 471 g relativ leicht.

Die Steighilfen in der Kassette und die Kette hat Shimano perfekt aufeinander abgestimmt. So kann die XT auch unter Volllast noch extrem sauber und zuverlässig schalten wie kaum ein anderes System am Markt.

Der Shadow+ Mechanismus lässt sich in seiner Härte schnell und einfach einstellen und beruhigt so die Kette enorm. Das Einstellen der Schaltung ist easy. So erlaubt z. B. eine aufgedruckte Markierung am Käfig die perfekte Einstellung der Umschlingung in Sekundenschnelle. Ebenfalls einfach einzustellen ist die Stärke der Shadow+ Dämpfung, die Kettenschlagen verhindern soll.

Die Shimano XT 12-fach-Schaltung überzeugt mit hervorragender Schaltqualität unter Last und einem starken Kompromiss aus Leichtbau und bezahlbarem Preis. Hinzu kommen eine klasse Ergonomie, einfaches Setup und die fast einzigartige Multi-Release-Funktion.

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