Nabenschaltungen erfreuen sich großer Beliebtheit, da sich alle wichtigen Komponenten gut geschützt im Inneren der Nabe befinden. Verschmutzungen haben bei sachgemäßer Benutzung kaum eine Chance und der Verschleiß ist gering. Auch die Tatsache, dass im Stand geschaltet werden kann, ist insbesondere für viele City-Biker ein komfortabler Vorteil.
Häufige Probleme und deren Ursachen
Wenn eine - ansonsten zuverlässige - Shimano Schaltung plötzlich klackernde Geräusche von sich gibt und der Gangwechsel nicht mehr reibungslos funktioniert, hilft in den meisten Fällen nur eines: Shimano Nabenschaltung einstellen. Dass man seine Nabenschaltung einstellen muss, merkt man in der Regel an einigen untrüglichen, mitunter recht nervigen Zeichen. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass der Gang unter Belastung ohne Zutun des Fahrers einfach rausspringt. Außerdem können Störgeräusche auftreten. Grundsätzlich gilt: Eine schwergängige Nabenschaltung sollte immer genauestens überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden.
Es ist in der Regel recht deutlich bemerkbar, dass eine Nabenschaltung neu eingestellt werden muss. Meistens lässt sich der gewünschte Gang nicht bzw. nur mit sehr viel Kraft einlegen oder du musst den Drehgriff weiter drehen, als es die aufgedruckte Anzeige vorgeben würde. Auch ungewollte Schaltvorgänge gehören zu den gängigen Problemen.
Es muss jedoch nicht immer an der Einstellung der Schaltung liegen. Vor allem bei Schwergängigkeit kann es auch manchmal an einer alten, verdreckten oder beschädigten Zughülle liegen. Dadurch kann der Schaltzug nicht mehr ordentlich im Inneren gleiten, was bei jedem Schaltvorgang viel Kraft erfordert. Es lohnt sich also, hier nachzusehen.
Komponentenhersteller hat Fahrradhändler kürzlich über Qualitätsprobleme bei diversen Nexus-7-Nabeschaltungen informiert. Betroffen sind die Naben mit der Bezeichnung SG-C3000-7R Rollenbremse und SG-C3000-7C-Rücktrittbremse. Das Problem macht sich laut Shimano beim 2., 4. und 5. Gang bemerkbar. Nach einer gewissen Nutzungsdauer könne die Nabenschaltung deren Position nicht halten. Dieses sogenannte Ghost-Shifting könne auch bei korrekter Funktion des Schalthebels und anderer damit zusammenhängender Teile auftreten. Nach einiger Zeit ließen sich der 2., 4. und 5. Gang gar nicht mehr einlegen. Die Nabe bleibt dann im ursprünglichen Gang und schaltet nicht mehr.
Betroffen sein können o.g. Modelle mit den Produktionscodes NC, ND, NE, NF, NG, NH und NI. Bei betroffenen Naben tauscht Shimano die gesamte Schalteinheit aus.
Ein weiteres Problem kann durch einen falsch eingebauten Hinterrad entstehen. Da die 7Gang-Nabe wohl breiter ist als die alte 3Gang, mussten wir die hinteren Rahenmstreben ziemlich auseinanderdrücken, damit das Hinterrad überhaupt dazwischen passte. Der Einbau von 135er Naben in 130er Ausfallendenabstand gelingt nur, falls es sich um einen Stahlrahmen handelt, der von einem Fachmann oder einer Fachfrau aufgebogen wurde. Mit Alurahmen geht das nicht.
Die richtige Einstellung der Shimano Nabenschaltung
Shimano Nabenschaltungen lassen sich grundsätzlich nur dann optimal einstellen, wenn man einen mittleren Gang eingelegt hat. Dieser ist typischerweise mit einer kleinen Markierung versehen. Als zweiter Schritt nach der Wahl des Ganges folgt die Überprüfung der Markierungslinien auf der Nabe. An der Getriebenabe befinden sich hinter einem kleinen Schutzfenster zwei gelbe Markierungslinien, die im Idealfall - bei einer optimal eingestellten Schaltung - mittig übereinander liegen. Sind die Markierungen leicht versetzt zueinander, muss die Shimano Nabenschaltung justiert werden.
Der dritte und letzte Schritte nach dem Gangeinlegen und der Überprüfung des Sichtfensters ist die Einstellung der Spannung des Bowdenzugs. Die Justierung erfolgt entweder direkt an der Nabe (bei einer 3-Gang-Schaltung) oder über eine Einstellschraube am Drehgriff (bei einer 7-, 8- und 11-Gang-Schaltung). Für die Justierung einer 3-Gang-Schaltung benötigt man einen 10er Maulschlüssel, um die Kontermutter der Einstellschraube zu lösen. Ansonsten ist das Vorgehen bei allen Modellen identisch: Die Einstellschraube muss so lange gedreht werden, bis die oben beschriebenen Markierungslinien und der Referenzpunkt in einer geraden Linie zueinander liegen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung
- Den richtigen Gang einlegen: Um eine Shimano Nabenschaltung richtig einzustellen, musst du immer den passenden Referenzgang am Drehschaltgriff einlegen. Für die Nexus 7-Gang Nabe ist dies der vierte Gang.
- Gelbe Markierung überprüfen: Bei Nexus 7-/8-Gang und Alfine Modellen sind die Markierungen hingegen direkt am Nabenkörper angebracht. Um den gelben Streifen einsehen zu können, muss lediglich der Kettenschutz etwas verschoben werden. Jetzt sollte der kleine Streifen mit der zweiten gelben Markierung eine Linie bilden. Praktisch: Die Markierungen sind oben und unten angebracht, so dass sie sowohl bei einem auf dem Kopf stehenden Fahrrad einsehbar sind, als auch im Montageständer. Bei allen Modellen gilt: Sind die Markierungen nicht wie oben beschrieben, muss nachgestellt werden. Das funktioniert mittels der Spannung des Schaltzugs
- Spannung des Schaltzugs einstellen: Je nach Modell wird die Spannung des Schaltzugs am Schalthebel oder an der Nabe eingestellt. Bei den übrigen Shimano Modellen kannst du die Zugspannung direkt werkzeuglos an der Stellschraube am Schaltgriff einstellen. Auch hier drehst du so lange nach links oder rechts, bis die gelbe Markierung passt.
- Einstellung testen: Wenn sich die gelben Markierungen wieder an Ort und Stelle befinden, solltest du die Schaltperformance testen. Das geht denkbar einfach: Schalte langsam durch alle Gänge, ohne den Drehgriff über die jeweilige Anzeige zu drehen. Lassen sich alle Gänge präzise, knackig und ohne großen Kraftaufwand einlegen, scheinst du alles richtig gemacht zu haben.
Die gelb markierten Einstellungslinien der Schalteinheithalterung und der Rolle müssen aneinander ausgerichtet sein, anderenfalls können Störgeräusche beim Fahren oder Schaltprobleme entstehen. Aneinander ausgerichtet sein bedeutet, dass die Markierungen in einer Flucht stehen sollten.
Wartung und Pflege
Eine Shimano Nabenschaltung ist meist recht wartungsarm und muss nur selten eingestellt werden. Hält man sich an die regelmäßigen Ölwechsel (ca. alle 5000km oder alle zwei Jahre), beugt man nämlich dem vorzeitigen Verschleiß vor und sorgt somit für eine langanhaltend gute Performance. Dass sich die Schaltung aber ab und an verstellt, ist ganz normal, da sich der Schaltzug durch die Benutzung etwas längt.
Austausch des Schaltseils
Wenn Sie Probleme beim Schalten haben oder ein beschädigter Schaltzug ausgetauscht werden muss, müssen Sie die Shimano Nabenschaltung wieder korrekt einstellen. Bringen Sie dafür den Schalthebel auf die erste Stufe. Unterhalb des Schalthebels wird die Hülle des Schalthebels mit drei kleinen Schrauben zusammen gehalten. Damit Sie das alte Schaltseil demontieren können, müssen Sie diese Hülle abnehmen, indem Sie diese drei kleinen Schrauben lösen.
Schneiden Sie nun am anderen Ende des Schaltzugs, also an der Achse des Hinterrads, das Schaltseil durch. Fädeln Sie nun das neue Schaltseil am Schalthebel neu ein und ziehen Sie es vorbei an den drei Führungsrollen, die Sie im Schalthebel sehen, durch die Einstellschraube hinein in die neue Außenhülle. Achten Sie jedoch darauf, dass die neue Außenhülle genauso lang ist wie die alte. Am besten legen Sie die alte Außenhülle neben die neu, bevor Sie diese montieren, und gleichen die Länge der neuen Außenhülle genau an die Länge der alten an.
Der nächste Schritt ist, dass Sie den Befestigungsbolzen, der an der Nabenschaltung eingehängt wird, auf der richtigen Länge auf das Schaltseil montieren. Ausgehend vom Ende der Außenhülle, also genau dort, wo am Hinterrad das Schaltseil die Außenhülle verlässt, messen wir genau 12,7 cm (in Falle einer Inter-7 bzw. Nexus Inter-8 Nabenschaltung) ab und fixieren genau an diesem Punkt den Bolzen. Bei einigen Modellen von Shimano Nabenschaltungen variiert dieser Schritt dadurch, dass das Schaltseil einerseits auch um eine Umlenkrolle gelegt wird, andererseits wird das Schaltseil nicht über einen Befestigungsbolzen an der Nabe eingehängt, sondern das Schaltseil wird mit einer Klemmschraube an der Nabe befestigt.
Ausbau und Einbau des Hinterrads
Möchten Sie bei Ihrem Fahrrad mit einer Nabenschaltung das Hinterrad ausbauen, müssen Sie zuerst in die erste Stufe schalten. Der nächste Schritt ist, dass Sie die Schutzkappe, die sich an der hinteren Radnabe befindet, abnehmen, um zum Schaltseil freien Zugriff zu haben. Jetzt, nachdem Sie die Verbindung der Nabenschaltung zum Schaltseil getrennt haben, können Sie nun das Hinterrad entfernen. Mittels Ringschlüssel können Sie die Mutter, mit denen am hinteren Ausfallenden die Achse befestigt ist, von der Achse los schrauben.
Bevor Sie auch die Unterlegscheiben wegnehmen, merken Sie sich bitte genau die Position, wie sie eingebaut sind. Schaut Ihr Ausfallende nach horizontal nach hinten, müssen Sie zuerst das Hinterrad etwas in das Ausfallende hineinschieben, um die Fahrradkette von dem Ritzel nehmen zu können. Möchten Sie das Hinterrad schließlich wieder einbauen, dann müssen Sie genau umgekehrt vorgehen.
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