Shimano 8-fach Kassette: Unterschiede und Kompatibilität

Die Suche nach der passenden Kassette für dein Fahrrad oder E-Bike kann eine Herausforderung sein. Insbesondere mit der Einführung der 11- und 12-fach-Kassetten hat die Varianten-Vielfalt im Zusammenspiel zwischen Schaltung, Kassette und Freilauf enorm zugenommen.

Unterschiede zwischen Kassetten mit 8, 9, 10... Gängen

Der Hauptunterschied zwischen Kassetten mit unterschiedlicher Anzahl an Gängen liegt in der Anzahl der Ritzel und dem daraus resultierenden Übersetzungsverhältnis. Mit steigender Anzahl der Ritzel erhöht sich die Anzahl möglicher Gänge.

Die Abstufung der Zähnezahlen entscheidet darüber, wie weit die einzelnen Gänge in ihrer Entfaltung auseinander liegen. Die Differenz in der Zähnezahl zwischen dem größten und kleinsten Ritzel sorgt für eine mehr oder weniger große Bandbreite an Über- bzw. Untersetzungen. Dabei werden im Gelände auf dem größten Ritzel möglichst viele Zähne und im Straßenrennen auf dem kleinsten Ritzel möglichst wenige Zähne angestrebt.

Die Kassette als Teil der Kettenschaltung

In Verbindung mit dem Schaltwerk bildet die Kassette den hinteren Teil des Getriebes bei Fahrrädern mit Kettenschaltung. Diese Kassette besteht aus fix oder lose zusammengefügten Ritzeln mit unterschiedlicher Zähnezahl und ermöglicht die Fortbewegung mit unterschiedlichen Übersetzungen. Der Gangwechsel erfolgt durch die Betätigung des Schaltwerks über Schalthebel und Bowdenzug.

Das Übersetzungsverhältnis deiner Kettenschaltung

Das Übersetzungsverhältnis eines jeden Ganges resultiert aus der Zähnezahl auf dem vorderen Kettenblatt und der Zähnezahl am betreffenden Ritzel an der Kassette hinten. Bist du mit der Bandbreite an Über- und Untersetzungen an deinem Bike nicht zufrieden, kannst du durch den Wechsel auf eine Kassette mit anderen Ritzelgrößen individuelle Anpassungen vornehmen.

Denn die Hersteller der Kassetten bieten die einzelnen Modelle in der Regel in unterschiedlichen Abstufungen an (z. B. 11-25, 11-26, 11-28, 11-30, 11-32, angegeben werden hierbei immer die Zähnezahlen des kleinsten und des größten Ritzels).

Die Abstufung der Kassetten

Je nach Einsatzbereich (Road, MTB, usw.) muss die Kassette eine mehr oder weniger große Bandbreite unterschiedlicher Gänge bereitstellen. Wo es machbar war, haben die Hersteller hierbei die technischen Grenzen immer weiter ausgereizt: Die Schwinge am Schaltwerk (der Käfig) muss die passende Länge haben, um die Kette in jedem gewählten Gang auf Spannung halten zu können.

Je größer die Bandbreite zwischen kleinstem und größtem Ritzel, desto länger muss der Käfig am Schaltwerk sein. Die Differenz in der Zähnezahl darf bei benachbarten Ritzeln nicht zu groß sein, sonst gibt es Probleme beim Gangwechsel. Ist die Kassette ein nicht zerlegbares Ritzelpaket, hat der Hersteller sich in dieser Hinsicht schon um die passende Abstufung gekümmert.

Anders ist das bei Kassetten, in denen sich einzelne Ritzel auswechseln lassen. Da musst du den Empfehlungen des Herstellers folgen, damit die Schalt-Performance am Ende nicht leidet.

Die Ritzel der Kassetten sind mit Steighilfen ausgestattet, um eine perfekte Schalt-Performance zu erreichen: Die Zähne der Ritzel haben unterschiedliche Konturen und auf den Seitenflanken der Ritzel sind Einprägungen vorhanden. Das hilft der Kette beim Gangwechsel und ermöglicht dem Hersteller gröbere Abstufungen in der Zähnezahl. Somit ist heute die gewaltige Bandbreite von 9-52 Zähnen an einer 12-fach-Kassette realisierbar.

Die Kassette - ein Verschleißteil

Neben der Fahrradkette zählen auch die Kettenblätter am Tretkurbelsatz und die Kassette auf der Hinterrad-Nabe zu den Verschleißteilen im Fahrrad-Antrieb, wenngleich sie in aller Regel auch seltener ausgetauscht werden müssen, als die Kette. Wie du diesen Verschleiß hinauszögern kannst, haben wir im Artikel über die Fahrradkette schon sehr ausführlich beschrieben.

Demontage und Montage der Kassette

Die Kassette wird entweder axial auf den Freilauf an der Hinterrad-Nabe geschoben und mit einer Abschlussscheibe fixiert (Shimano) oder aufgeschraubt, je nach Hersteller und Modell. Für den nötigen Formschluss zwischen Freilauf und Kassette in radialer Richtung (es müssen ja Drehmomente übertragen werden) greifen axial angeordnete Verzahnungen (Spline) ineinander.

Das Werkzeug für Demontage und Montage der Kassette richtet sich ebenfalls nach Hersteller und Kassetten-Modell. Bei Shimano benötigst du beispielsweise Kettenpeitsche und den passenden Kassettenabzieher. Wie du die Kassette vom Freilauf an der Hinterrad-Nabe demontierst bzw. montierst, haben wir im Artikel über die Nabenlagerwartung beschrieben.

Die Kompatibilität der Kassette

Die Kassette muss sowohl zur verbauten Schaltung, als auch zum verbauten Freilauf auf der Hinterrad-Nabe passen. Was in dieser Hinsicht alles zu beachten ist:

  • Die Anzahl der Kassetten-Ritzel muss zum verwendeten Schalthebel passen. So benötigst du beispielsweise für eine 9-fach-Schaltung eine 9-fach-Kassette.
  • Der Ritzel-Abstand auf der Kassette muss zu der „Übersetzung“ zwischen Schalthebel und Schaltwerk passen.

Es ist also nicht ratsam, im Bereich Kassette/Schaltwerk/Schalthebel Komponenten verschiedener Hersteller zu kombinieren, wenn man keine Abstriche bei der Schalt-Performance hinnehmen will. Es kann gut gehen, es kann aber auch schiefgehen: Trial & Error.

Die Kassette muss zum verbauten Freilauf auf der Hinterradnabe passen, und zwar bezüglich Aufnahme-Profil, axialer Länge und Verschlusssystem. Die Kassetten-Hersteller geben in der Produktbeschreibung an, auf welches Freilauf-System die einzelnen Modelle passen.

Sehr nützlich ist an dieser Stelle die Gegenüberstellung der gängigen Freilauf-Standards (die wir auch in den Tabellen weiter unten heranziehen):

  • Shimano HG M (8-10 Road + MTB, 11 MTB)
  • Shimano Hyperglide MTB-Standard für MTB-Kassetten von Shimano, SRAM und anderen Anbietern. Kleinstes Ritzel mindestens 11 Zähne.
  • Shimano HG L (11/12 Road)
  • Shimano Hyperglide Road-Standard für Rennrad-Kassetten von Shimano, SRAM und anderen Anbietern. Kleinstes Ritzel mindestens 11 Zähne. 11/12-fach Road-Kassetten passen ohne Spacer, 8/9/10-fach Road-Kassetten und 11-fach MTB-Kassetten benötigen Spacer.
  • Shimano HG L2 (12-fach Road) Eignung für 12-fach Road-Kassetten. Steifer und leichter als HG L.
  • Shimano Micro Spline Eignung für 12-fach MTB-Kassetten, kleinstes Ritzel mindestens 10 Zähne.
  • SRAM XD Eignung für 11/12-fach Kassetten von SRAM und anderen Anbietern. Erlaubt kleinstes Ritzel mit 10 oder 9 Zähnen.
  • SRAM XDR Eignung für 12-fach Road-Kassetten von SRAM. SRAM-XD-Kassetten passen mit Spacer.
  • Campagnolo ED 7/8-fach Eignung für 7/8-fach Campagnolo Kassetten.
  • Campagnolo UD 9/10/11/12-fach Eignung für 9/10/11/12-fach Ultra-Drive Campagnolo Kassetten.
  • Campagnolo N3W Eignung für Campagnolo N3W 13-fach Kassetten. 11/12-fach Campagnolo Kassetten passen mit Adapter-Kit.

Shimano 8-fach Kassette CS-HG41-8 - auf Acera-Niveau

Die Shimano CS-HG41-8 ist eine 8-fach Kassette auf Acera-Niveau, die es in drei verschiedenen Abstufungen gibt. Optimierte Hyperglide-Ritzel sorgen für perfekte Schaltvorgänge beim Trekking- und MTB-Einsatz. Verglichen mit ihren Vorgängern zeichnet sich die CS-HG41-8 außerdem durch ein erfreulich geringes Gewicht aus.

Spezifikationen:

  • Einsatzbereich: All Mountain, Touring & Trekking
  • Schaltstufen: 8-fach
  • Abstufungen: 11-30, 11-32, 11-34
  • Material Ritzel: Stahl
  • Freilaufkompatibilität: Shimano MTB
  • Hinweis: mit 1,85 mm Distanzring kompatibel zu Shimano Road 11-/12-fach

Technische Daten:

  • Empfohlene Kette: IG, HG (bspw. So wird vermieden, dass die Kette die Zahnspitzen erst nur berührt, bevor sie richtig aufsetzt. Das optimiert die Kettenführung und ermöglicht schnelles, hochgradig effizientes Schalten.

Ausführungen:

  • 11-30: Abstufung: 11-13-15-17-20-23-26-30 Z
  • 11-32: Abstufung: 11-13-15-18-21-24-28-32 Z
  • 11-34: Abstufung: 11-13-15-17-20-23-26-34 Z

Lieferumfang:

  • 1 x Kassette Shimano CS-HG41 8-fach
  • 1 x Abschlussring Shimano Stahl

Weitere Aspekte

Shimano wechselte nach dem UG (Uni Glyde) System auf das sogenannte HG System (Hyper Glide) und gab den Ritzeln ihrer 8-fach Kassetten Steighilfen. Dies brachte dem Schaltvorgang die Vorteile des schnelleren und sanfteren Hochschaltens auf das nächste Kettenblatt. Campagnolos Standard hierfür nennt sich Exa Drive.

Traditionelle Hinterradnaben wurden mit einem genormten Gewinde für aufschraubbare Ritzelpakete mit Freilauf - sogenannte „Schraubkränze“ - ausgestattet. Dies ermöglichte die Verwendung jeder beliebigen Marke von Schraubkränzen auf den Naben unterschiedlicher Hersteller.

Im Laufe der letzten Jahre haben Shimano-Kassettennaben die traditionellen Schraubkranznaben grösstenteils abgelöst. Aufgrund der Anordnung der Lager in einer Shimano-Kassettennabe, wird die Achse näher an den Enden gestützt. Als Ergebnis sind verbogene Achsen ein sehr seltenes Problem bei diesen Naben.

Einige der hochwertigeren Kassetten verwenden eine „Spinne“ (Spider), einen Metallträger, auf dem die 4 oder 5 grössten Ritzel montiert sind.

Moderne Hyperglide-artige Kassetten (alles, was seit den späten 1980ern hergestellt wurde) verwenden einen Verschlussring mit Gewinde, um die Ritzel auf dem Freilaufkörper zu fixieren. Es gibt ein spezielles Werkzeug mit Rippen, die in die entsprechenden Aussparungen des Verschlussrings greifen - sogenannte „Abzieher“.

Die älteren Shimano-Ritzel verwendeten ein Design mit „gedrehten“ Zähnen mit dem Namen „Uniglide“. Sie wiesen 9 identische Stege auf, die in entsprechende Aussparungen auf dem Freilaufkörper griffen. Zwischen die Ritzel wurden zusätzlich Abstandshalter eingesetzt.

In den späten 1980ern führte Shimano „Hyperglide“ ein, ein neues Design für die Ritzel, mit dem die Kette gleichzeitig über zwei angrenzende Ritzel laufen kann. Die Kette läuft auf dem neuen Ritzel, bevor sie sich vom alten Ritzel gelöst hat. Damit dies funktioniert, müssen die Zähne der Ritzel untereinander exakt ausgerichtet sein.

Hyperglide-Kassetten werden üblicherweise als Einheit verkauft und mit einem Buchstaben gekennzeichnet, der diese spezielle Zusammenstellung identifiziert. Es sind dutzende Kombinationen erhältlich.

Man sollte auch wissen, dass es dem Schaltwerk egal ist, wieviele Gänge man verwendet. Man braucht kein sogenanntes „10-fach“-Schaltwerk, um eine 10-fach-Kassette zu nutzen.

Shimano 8- und 9-fach-Naben und -Kassetten sind vollständig untereinander austauschbar, so dass jede 8-fach-Nabe mit einer 9-fach-Kassette bestückt werden kann und umgekehrt.

Shimano 8-, 9- und 10-fach-Kassetten/Naben sind vollständig untereinander austauschbar, sofern Freilaufkörper aus Stahl verwendet werden.

Bei den neueren 7-fach-Kassetten von Shimano wurde das Hyperglide-Prinzip noch weiter getrieben, indem Rampen und Konturen auf beide Seiten der Ritzel hinzugefügt wurden. Um dies zu erreichen und dabei die volle Breite des Ritzels zu erhalten, mussten die Entwickler die Ritzel insgesamt breiter machen. Da die Ritzel nun breiter sind, wurden die Abstandshalter schmäler ausgeführt, um den richtigen Abstand untereinander beizubehalten.

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