Dieser Artikel befasst sich ausschließlich mit Shimano Acht-Gang-Nabenschaltungen. Es gibt einen allgemeineren Artikel auf dieser Seite, der sich generell über Technische Informationen zu Nexus und Alfine Drei-, Vier-, Sieben-, Acht- und Elf-Gang-Naben auslässt. Es ist sicherlich sinnvoll, sich auch mit diesen Artikeln begleitend zu diesem zu beschäftigen. Hinter Nexus verbirgt sich eine ganze Familie an Bauteilen, von denen die Nexus Inter 8 Acht-Gang-Nabenschaltung eine ist.
Shimano Nexus und Alfine 8-Gang Naben: Ein Überblick
Die Gesamtebandbreite der Shimano Acht-Gang-Naben ist 307%. Die Nexus und Alfine Acht-Gang-Naben sind robuster als zumindest die älteren Siebenagang-Modelle. Ein gelegentliches Klappern bei einer Shimano Acht-Gang-Nabe ist normal. Es handelt sich dabei um das rotierenden Sonnenrad, das in die Achsensperrklinken einklinkt. Sogar wenn man sehr vorsichtig pedaliert hört man das Geräusch bzw. kann das spüren, es ist nur weniger laut. Je härter man während des Schaltvorgangs oder kurz danach pedaliert, desto lauter wird das Geräusch. Das Geräusch verändert sich mit zunehmendem Alter der Nabe. Komplettes Reinigen und Schmieren stellt normalerweise die Funktion wie im Neuzustand wieder her. Dennoch kann man über einen längeren Gebrauch der Nabe eine leichte Änderung des Geräuschs erwarten.
Manchmal kann die Schaltfeder auf der Achse schwach werden oder die Buchse, die die Sperrklinken anhebt, kann verklemmen, wenn sie verschleißt. Man sollte darauf acht geben, dass man die Kraft auf die Pedale etwas reduziert, wenn man schaltet. Wenn man Kraft auf eine nur teilweise eingeklinkte Sperrklinke gibt, kann diese beschädigt werden. Stoßlasten können auch andere Teile des Achsaufbaus beschädigen. Auf der Webseite von Aaron werden Bilder von Achsen gezeigt, die typische Defekte aufweisen.
Kompatibilität und Austauschbarkeit
Shimano deutet an, dass es wenig Austauschbarkeiten zwischen Modellen mit verschiedenen Nabenkörpern gibt. Das kann man in diesem alten Supportdokument aus dem Jahr 2013 mehr erfahren. Solange die Nabe der gleichen Serie entstammt, kann man das Innenleben einer alten Nabe durch ein Neues ersetzen (mit oder ohne Rücktrittbremse, gleiche Zahl von Rollengesperren. Dabei sollte man auf einige Unterschiede achten, die den Aufbau der Nabe anders gestalten können. Shimano erklärt in diesem Dokument die innenliegenden Unterschiede. Shimano verkauft Achsaufbauten nur als Einheiten und liefert keine Neuaufbauanleitungen. Man kann sie jedoch aus Versehen oder als Teilespender auseinanderbauen.
Wichtige Hinweise zur Wartung
Die rechtsliegende Lagerabdeckung der Nabe ist empfindlich gegenüber Verschmutzungen durch Wasser. Die werksseitige Schmierung ist nicht ausreichend. Daher ist Nachschmieren ratsam - auch bei einer neuen Nabe. Die rechtsliegende Lagerabdeckung wird als Ersatzteil in einigen Ersatzteillisten aufgeführt. Die alte musste man aus der Nabe extrahieren und eine neue wird eingepresst. Schmiere niemals den Schaltarm.
Sehr leicht können sich Einzelteile (Sperrklinken oder Lagerkugeln) lösen, während man die Naben zusammensetzt. Beispielsweise fallen gerne die Lagerkugel(n) aus dem Ring während man Zusammenbaut oder eine Wartung durchführt (sobald die Lagervorspannung gelöst wird). Daraus resultiert sehr oft eine Zerstörung der Nabeninnenteile - insbesondere bei den einfachen oder doppelten Rollengesperren mit dem Sperrklinkenantrieb auf der rechten Seite, weil die Kugeln zwischen die Sperrklinken geraten und sie abbrechen. Daher gebe ich den Ratschlag an alle, die an diesen Naben arbeiten, die Innereien nur mit demontiertem Ritzel und Staubkappe durchzuführen. Dabei sollte man immer darauf Acht geben, dass alle Lagerkugeln am Platz sind und dass die Koneneinstellung erledigt sind, bevor man die Staubkappen einsetzt. Ähnliches gilt, falls die Nabe den Sperrklinkenantrieb auf der linken Seite hat (für die Gänge eins bis fünf). Die Innereien sollten rückwärts rotiert werden, wenn man sie einsetzt. Anderenfalls könnten Sperrklinken herausfallen. Ich habe bereits eine Nabe gesehen, bei sich ein Rollengesperre losgerissen hat (wahrscheinlich schon ab Werk falsch zusammengebaut, weil das während der Wartung eher nicht passiert) und der Nabenkörper zu kleinen Stücken zerschlagen hat.
Modellübersicht und Unterschiede
Shimano hat Informationen zu den meisten (aber nicht allen) Acht-Gang-Modellen. Diese Naben wurden einigen kleineren Designänderungen unterzogen, die in neue Modellnummern und Teileinkompatibilitäten mündeten. Nabenteilenummern beginnen mit SG aber es gibt auch andere Teile, die gelistet sind. Dazu gehören auch Bremsen und Schalthebel. Die folgenden Seiten gibt es in mehreren Sprachen. Oben rechts gibt es jeweils die Möglichkeit die Sprache zu ändern.
- SG-C6xxx für neuere Nexusnaben. Diese können eine Aufnahme für eine Rollerbrake, eine Rücktrittbremse oder Gewinde für eine Bandbremse haben.
- SG-8Rxx für ältere Nexus Freilauf-/Rollerbrakenaben. Die erste Stelle nach dem R repräsentiert die Serie und gibt die Zahl der Rollengesperre wieder und ob die Nabe zugangesteuert oder für elektrisches Schalten vorgesehen ist.
Bei Shimano sind Informationsblätter individuell für frühere Naben verfügbar. Die folgenden Tabellen listen Naben jeder Serie individuell nach Alter sortiert (neu nach älter) auf und beschreibt ihre Unterschiede. Dabei wird auf verschiedene Quellen verlinkt. Die Spalte Dokumentation verlinkt auf verfügbare Informationen. Händlerhandbücher mit Informationen, die viele Naben gemeinsam haben, werden ausgelassen. Um herauszufinden, welche Bauteile aus neueren Modellen in ältere passen, muss man mittels der Suchfunktion im Browser auf dieser Seite nach Vorkommen der Modellbezeichnung suchen. Kompatibilitäten können auf weitere Naben kaskadieren. Auf Kleinteileebene kann es noch mehr Austauschbarkeiten geben als man hier sieht. Es gibt einige Austauschbarkeiten zwischen Alfine und Nexus Modellen.
Elektrische (Di2) Schaltung. Zu großen teilen kompatibel mit der SG-7001-8. Elektrische (Di2) Schaltung.
Rollengesperre und Schleppfeder
Zwei Rollengesperre (Typ A ); Drei Rollengesperre (Typ B). Typ A hat eine Schleppfeder und bezinnten Rollengesperreaufbau. Zwei Rollengesperre (Typ A ); Drei Rollengesperre (Typ B). Typ A hat eine Schleppfeder und bezinnten Rollengesperreaufbau. Zwei Rollengesperre (Typ A ); Drei Rollengesperre (Typ B). Typ A hat eine Schleppfeder und bezinnten Rollengesperreaufbau.
Eine Schleppfeder bringt weitere Aspekte und wird sogar bei manchen Modellen ohne Rücktrittbremse benutzt, um das Eingreifen des Rollengesperres zu verbessern. Die Alfine SG-S500 basierenden Modelle (Naben und Laufradsätze) haben jeweils eine "A" und eine "B" Version. Die "A" Versionen haben Innenleben mit zwei Rollengesperren. Das heißt, sie haben Sperrklinken auf der rechten Seite und das Hauptrollengesperre (Mitte des Nabenkörpers) wird durch eine Schleppfeder vorgespannt, die in den Nabenkörper eingesetzt wird (Diesen Aufbau findet man auch bei den meisten Rücktrittbremsenversionen und bei Nexus Naben mit Sperrklinken wie zum Beispiel SG-8R25 und SG-8R27). Ein Unterschied der SG-5500-A Naben (und mancher Nexus Modelle) ist der Umstand, dass die Rollenhalteringe mit Zinnen bewehrt sind - die Spitzen nach links herausragen und die Schleppfeder mitnehmen.
Einbauweite und Rahmenkompatibilität
Die Nexus Acht-Gang-Naben haben normalerweise ab Werk einen Mutternabstand von 132 bis 135 mm. Siehe auch Shimanos Mutternabstanstabelle für Nexus Naben. Man kann diesen Abstand beim Nexus Rollerbrake/Freilauf-Modell auf 126mm reduzieren, indem man die Rollerbrake weglässt und dünnere Kontermuttern einsetzt. Dazu findet man mehr im Artikel Das 1x1 der Shimano Rollerbrake. Idealerweise hat der Rahmen eine Einbauweite zwischen 127 und 135 mm, damit die Nexusnabe passt. Ältere Fahrräder sind üblicherweise enger als dieses Maß. Bei Stahlrahmen [Cromoly) ist es normalerweise möglich, das hintere Rahmendreieck aufzuweiten. Jeder gute Fahrradmechaniker kann das machen oder man kann sich auch selbst daran trauen und den Rahmen aufweiten. Wie früher schon erwähnt, wenn man die Rollerbrake weglässt, kann man auch auf eine Einbauweite von 126mm heruntergehen. Das hat Sheldon Brown bei seinem Nexus-Fahrrad so gemacht. Die Rollerbrake ist ein separates Modul, das beim kauf der Nabe nicht einmal montiert ist. Das Bremsenmodul wäre am Flansch beim Einspeichen der Nabe im Weg.
Nexus vs. Alfine: Unterschiede und Qualitätsmerkmale
Das Foto zeigt die Shimano 8-Gang Nabenschaltung Nexus Premium. Es gibt noch die Nexus Standardvariante ohne den ehemals roten Streifen, Alfine 8-Gang, Alfine 11 Gang, Nexus mit Rücktritt oder für Roller- oder V-Brakes und eine diffuse Serienstreuung mit verschiedensten Qualitätsaussagen im Netz. Bringen wir mal Licht in den Dschungel der Shimano Nabenschaltungen, die sich schon spürbar voneinander unterscheiden, vor allem in der Qualität für Viel- und Schnellfahrer-Innen. Offen dokumentiert wurden die Unterschiede der Shimano Naben leider so gut wie nie.
Es ist von Shimano nie genau gesagt worden, wie sich die Alfine- und Nexus Premium- Nabe voneinander unterscheiden. Zwei klare Unterschiede werden gern unter den Tisch gekehrt: Die Alfinenabe konnte auch vor ein paar Jahren schon mit einer Scheibenbremsaufnahme geliefert werden, das gab es bei der Nexus früher nicht - jetzt aber schon (Stand Februar 2025). Um die höheren Kräfte einer Scheibenbremse an der Nabe aufnehmen zu können, ist die Alfine-Achse anfangs etwas stabiler konstruiert worden. Außerdem der „schicke Rapid-Fire-Hebel“ besteht bei der Alfine aus einem Daumenschalter, mit dem man pro Hub immer nur 2 Gänge herauf- oder herab schalten kann. Was sich nach einem kleinen Detail anhört, ist bei der günstigeren Nexus besser gelöst: Man bremst an einer roten Ampel aus hoher Geschwindigkeit ab und kann mit einem Drehschalter mit einer mühelosen Bewegung vom 8. in den 1. Gang schalten. Das ist ein echter Vorteil.
Alfine 11-Gang: Vor- und Nachteile
3 Gänge mehr spreizen den Wirkungsgrad einer Nabe natürlich immens, aber es gibt leider eine kleine Tücke: Die 3 Gänge liegen alle über dem 5. Gang. Der fünfte Gang ist aber bei Shimano der Beste, weil er als einziger ohne Getriebe-Übersetzung auskommt und die Kraft vom Kettenblatt fast 1:1 auf das Hinterrad überträgt. Im Normalfall sind Nabenschaltungen also so konstruiert, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit möglichst in einem 1:1 Gang ohne Getriebe gefahren werden kann. Die 11-Gang Alfine-Version verschenkt dadurch meiner Ansicht nach ihr eigentliches Potenzial, denn Ihre zusätzlichen 3 Gänge liegen alle über dem reibungsarmen 5. Gang der Nexus-Naben. Heißt auf Deutsch: Der ehemals leichte, fünfte Gang fehlt bei der Alfine 11. Ich fahre mit der 11-Gang-Alfine also im 6. oder 7. Gang von 11 Gängen und muss ständig das Planetengetriebe mit all den Reibungsverlusten bewegen. Die alte Nexus im 5. Gang (also 1:1 ohne Zahnrädchen übersetzt) läuft da sicherlich einen Tick leichter.
Wartung und Pflege: Ölbad für Shimano Nexus
Deshalb empfiehlt Shimano regelmäßig einen Ölwechsel bzw. bei den geschlossenen Naben-Versionen ein regelmäßiges Tauchen der Innereien in einem Ölbad. Details zur Wartung der Shimano Nexus gibt es hier.
Die Ölfüllung der Alfine 11-Gang ist theoretisch sehr reizvoll. Praktisch (er)fuhr ich bei einer Probefahrt auf einem teurem Cannondale BadBoy mit Shimano 11-Gang Alfine allerdings, dass sich auch hier die Pedalen im Freilauf gerne mitdrehen wollen, weil die innere Reibung der Nabe wohl doch relativ hoch ist. Bei einer Kettenschaltung passiert das jedenfalls nicht.
Shimano Inter 5E: Speziell für E-Bikes
Die 2018 vorgestellte Inter 5E-Nabe von Shimano wurde speziell für E-Bikes bzw. Pedelecs entworfen. Da acht oder gar 11 Gänge bei zusätzlicher Motorunterstützung von vielen E-BikerInnen mit etwas Routine gern einfach überschaltet werden (z.B. 1, 3, 5 = 25 km/h), wurde diese Nabe zugunsten einer größeren Haltbarkeit mittels stabilerem Planetengetriebe mit nur fünf statt acht Gängen auf satte 60 Newtonmeter statt auf 50 Nm ausgelegt.
Allgemeine Hinweise zur Wartung und Lebensdauer
Wird die Getriebeeinheit wie von Shimano empfohlen in Öl getaucht, werden die Geräusche meist zurück gehen. Die Nabe schaltet sich danach angeblich wieder leichter und präziser. Ein Anfahren am Berg in hohen Gängen in den Pedalen stehend mit viel Kraft ist unbedingt zu vermeiden, die Mitnehmer / Achsnasen durch das hohe Drehmoment sonst abbrechen können. Die Anzugsdrehmomente der Achmuttern samt der Montage der geriffelten Scheiben im Ausfallende sind zu beachten. Die Achse muss sonst ungewöhnliche Drehmomente aufnehmen, für die Sie nicht konstruiert wurde.
Die meisten Shimano Naben verschleißen im Alltag immer noch durch eindringende Feuchtigkeit und Schmutz. Falls Wasser eingedrungen ist, rostet die Nabe von innen bis sie schrottreif ist, wenn sie nicht demontiert und getrocknet wird. Deshalb benötigt die Nabe regelmäßig ein Öl-Tauchbad: Dabei werden alte Metall-Partikel herausgespült.
Tabelle: Shimano Nexus und Alfine - Unterschiede
| Merkmal | Nexus 8 | Nexus 8 Premium | Alfine 8 | Alfine 11 |
|---|---|---|---|---|
| Lager | Gleitlager | Nadellager | Nadellager (vermutlich) | Ölbad |
| Ölfüllung | Nein | Nein | Nein | Ja |
| Qualität | Standard | Besser | Sehr gut | Exzellent |
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