Shimano 9-Gang Kettenschaltung Einstellen: Eine Anleitung

Das Einstellen des Schaltwerks einer Kettenschaltung am Fahrrad ist nicht schwer. Wir gehen bei dieser Beschreibung davon aus, dass die Schaltung schon am Fahrrad verbaut ist und die Schaltzüge und Außenhüllen unbeschädigt sind. Sind die Außenhüllen beschädigt oder von innen verrostet, kann sich der Schaltzug nicht richtig in der Hülle bewegen und das Einstellen des Schaltwerks bringt nichts.

Grundlagen der Schaltungseinstellung

Die richtige Einstellung des Schaltwerks wird durch drei Schrauben gewährleistet. Am Schaltwerk selbst, können drei Dinge eingestellt werden: oberer Anschlag, unterer Anschlag und die Umschlingung. Über die Anschläge stellen Sie die Maximalauslenkung der Schaltung ein.

An einer Shimano Ketten-Schaltung das Schaltwerk 8/9/10-Fach richtig einstellen wie XT, SLX, LX, Deore, Alivio und XTR. Die Anleitung zeigt wie man die Einstellung an einer SHIMANO Schaltung/Schaltwerk durchführt und diese richtig und perfekt einstellt. Einstellung heißt, die Anschlagsschrauben für den Schwenkbereich des Schaltwerkes auf das kleine- und große Ritzel einstellen.

Abstand der oberen Schaltungsrolle

Hat man das gemacht, wird der Abstand der oberen Schaltungsrolle zum größten Ritzel eingestellt, dieser sollte 5 bis 6 mm sein. Dieser Abstand wird durch die entsprechende Anschlagschraube justiert.

Feineinstellung der Schaltung

Anschließend wird die Feineinstellung der Schaltung vorgenommen durch die richtige Zugspannung. Der Ablauf bei der Einstellung ist bei allen Shimano Schaltwerken wie XT, XTR, LX, SLX, Dore und Alivio gleich. Hochschalten mit Zugspannung auf das größte Ritzel.

Kann die Schaltung nicht richtig und perfekt eingestellt werden siehe mögliche » Fehler-Ursachen. Siehe auch Funktion und Sitz der » Anschlagschrauben.

Text-Anleitung Shimano Schaltung & das Schaltwerk 7/8/9-Fach einstellen

Shimano Schaltung 7/8/9-Fach richtig einstellen.

Grundeinstellung vom Schaltwerk

Auf den Bildern sehen Sie die unterschiedliche Lage der Anschlagschrauben je nach Modelljahr und Typ. Siehe auch unter Punkt 1.6 die Funktion der » Anschlageschrauben.

  1. Schaltwerk in folgende Position bringen: Hinten kleinstes Ritzel und vorne mittleres Kettenblatt.
  2. Schaltzug aus Zugklemmschraube lösen.
  3. Prüfen ob die Zugeinstellschraube am Schaltwerk (4) und die am Schalthebel (Bild 2) sich in beide Richtungen drehen lassen.
  4. Drehen Sie nun die Kreuzschlitzschraube (2) so, dass das Schaltungsröllchen genau unter das kleinste Ritzel steht (Bild 1 und 3) .
  5. Drehen Sie nun die Kurbel, jetzt sollte die Kette geräuschfrei über das kleinste Ritzel laufen.
  6. Jetzt den Schaltzug anklemmen (mit 5-7 Nm). Achten Sie darauf, dass der Zug im Klemmbereich in dem dafür vorgesehenen Schlitz liegt und das der Innenzug richtig stramm ist. Der rechte Schalthebel sollte sich dabei im kleinsten Gang befinden.
  7. Schalten Sie jetzt auf das größte Ritzel und stellen den Schwenkbereich des Schaltwerkes für diese Position ein (Bild 2). Drehen Sie die äußere Anschlagschlagschraube (3) soweit rein, bis Sie den Anschlag wahrnehmen, jetzt die Anschlagschraube wieder eine viertel Umdrehung zurück drehen.

Feineinstellung des Schaltwerkes

Bei einigen Shimano-Schaltwerken ab Modellreihe 2007 gibt es die Feineinstell-Schraube am Schaltwerk nicht mehr.Eine Feineinstellung ist dann nur möglich über die Spannschraube am Lenker (Bild 2). Jetzt kommt die Feineinstellung der Schaltung.

  1. Schalten Sie nun einige Male herauf und herunter.
  2. Springt die Kette beim rauf Schalten nur schlecht auf das nächste Ritzel, dann die Einstellschraube (4 am Schaltwerk siehe Bild 1) oder die Einstellschraube (Bild 2 am Schalthebel) rausdrehen (links gegen Uhrzeiger) Zug wird STRAMMER.
  3. Schalten Sie jetzt auf das mittlere Ritzel. Läuft hier alles geräuschfrei? Wenn nicht verändern Sie die Spannung an der Einstellschraube (4 oder 2).
  4. Springt die Kette beim runter Schalten nicht sauber auf das kleinere Ritzel, ist die Zugspannung zu hoch, oder der Zug klemmt in der Außenhülle. Spannung verändern Einstellschraube reindrehen (rechts im Uhrzeiger) weniger Zugspannung.
  5. Wenn das nicht hilft, neuen Schaltzug montieren und Außenhüllen mit Silicon-Spray behandeln oder beides erneuern. Siehe hierzu die Seiten « Außenhüllen « Innenzüge.

Kann die Schaltung nicht richtig eingestellt werden könnten auch noch folgende Fehler vorliegen:

  • a) Schaltauge oder Schaltarm ist verbogen
  • b) Schaltwerk ist ausgeschlagen
  • c) Schaltungsrollen sind verschlissen

Siehe auch die Seite » Fehler-Ursachen Schaltung-Antrieb.

Feineinstellung bei Sram-Schaltwerken

Die Einstellung von Sram-Schaltwerken erfolgt in den gleichen Arbeitsschritten wie bei Shimano.Einen kleinen Unterschied gibt es doch: Die Justier-Schraube am Schalthebel für die Feineinstellung reagiert nicht so spontan da das Schaltwerk von Sram ein anders Übersetzungsverhältnis hat.

Feineinstellung nochmal prüfen

Ist die Schaltung richtig eingestellt, ist es ratsam eine kurze Probefahrt zu machen um zu prüfen ob unter Last auch noch alles reibungslos klappt. Oft ist es so, wenn man den Schaltzug aus dem Klemmbereich gelöst hat, oder falls ein neuer Innenzug montiert wurde, dass sich das Ganze erstmals richtig setzten muss und das die Außenhülle nicht richtig in den Endanschlägen anlag. Dann muss die Feineinstellung nochmal wiederholt werden.

Abstand der oberen Schaltungrolle zum großen Ritzel einstellen

Macht die Kette Geräusche (rasseln) bei der Kombination kleines Kettenblatt und hinten großes Ritzel, dann stimmt der Abstand der oberen Schaltungsrolle zum großen Ritzel nicht. Dieser sollte bei einem Ritzel hinten bis 42 Zähne 5-6 mm und bei einem Ritzel mit 46 Zähne 8-9 mm sein. Der Abstand wird eingestellt durch die Einstellschraube Nr. 1 (siehe Bilder 1-2-3 ).Die Schraube rein drehen und der Abstand wir größer.

Sitz der Anschlagschrauben am Schaltwerk

Shimano: kleines Ritzel = innen und großes Ritzel = außen Sram: kleines Ritzel = außen und großes Ritzel = innenHinweis: Je nach Modelljahr des Schaltwerkes können die Anschlagschrauben eine geringfügige andere Position haben.

Weitere Tipps und Hinweise

Winkeleinstellung :Einstellung kleinstes Kettenblatt/größtes Ritzel - mit B-Schraube Vorspannfeder und damit die Höhe des oberen Schaltröllchens verstellen - Abstand größtes Ritzel-Schaltröllchen sollte ca. 1 bis 1,5 Kettenglieder betragen.

  • Der Zugverlauf sollte so liegen, dass die Radien nicht zu eng sind und der Schaltzug so einwandfrei laufen kann.
  • Sauberkeit: Das Fahrrad - speziell Kette, Schaltwerk, Umwerfer, Kassette und Kettenblätter - sollte nicht allzu dreckig sein. Am besten Du reinigst Dein Bike zuvor mit einem Reiniger, wie dem Muc Off Bike Cleaner. Einfach aufsprühen, einwirken lassen und mit Wasser abspülen. Für Kette, Schaltwerk und weitere stark verunreinigte Teile nimmst Du am besten noch eine Zahnbürste oder spezielle Reinigungsbürste zu Hilfe.

Komponentenprüfung

  • Kette: Die Kette sollte nicht zu stark verschlissen sein. Das lässt sich leicht mit einer Verschleißlehre (zum Beispiel von Rohloff) überprüfen. Durch die Belastung beim Biken wird die Kette mit der Zeit beansprucht und etwas länger. Deshalb sollte sie regelmäßig erneuert werden. Die Wechselintervalle liegen bei ca. 1.000 bis 1.500 Kilometer.
  • Schaltzüge und Schalthüllen: Auf die Schaltzüge und Schaltaußenhüllen sollte man besonderes Augenmerk legen. Die Hüllen dürfen nicht beschädigt oder gar geknickt sein. Auch der Zugverlauf sollte keine zu engen Kurven aufweisen. Andernfalls können die Schaltseile nicht einwandfrei laufen und Du bekommst die Schaltung nie gut eingestellt. Speziell wenn der Schaltzug bereits Oxidationsspuren aufweist, müssen zwingend immer Hülle und Zug ausgetauscht werden. Regelmäßiges Schmieren der Züge verlängert die Lebensdauer, Ihr solltet sie dennoch regelmäßig wechseln.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung der Schaltung

Wir zeigen Dir hier die einzelnen Schritte an einem Shimano-Schaltwerk.

  1. Zunächst schaltest Du auf das große Kettenblatt vorne und das kleinste Ritzel hinten. Hast Du einen Einfach-Antrieb, kannst Du in den folgenden Schritten die Hinweise bezüglich großem oder kleinem Kettenblatt natürlich vernachlässigen. Anschließend löst -Du den Schaltzug mit einem Inbusschlüssel. Jetzt sollten die Schaltwerksröllchen exakt parallel in einer Linie mit dem kleinsten Ritzel stehen. Mit den mit H und L gekennzeichneten Schrauben lassen sich die Endanschläge verstellen. Mit H (High = Hoher Gang) der untere, mit L (Low = Leichter Gang) der obere Endanschlag. Die Schaltwerksröllchen sollten parallel zum kleinsten Ritzel liegen, dann ist der untere Endanschlag korrekt eingestellt.
  2. Um den oberen Endanschlag einstellen zu können, schaltest Du zunächst vorne auf das kleinste Kettenblatt. Da das Schaltseil zum Schaltwerk noch locker ist und Du deshalb hinten nicht schalten kannst, musst Du das Schaltwerk mit den Fingern in Richtung großes Ritzel drücken. Dabei kann es helfen, ein Stück die Kurbel zu drehen. Sobald Du das Schaltwerk ganz „auf Anschlag“ hast, kontrollierst Du erneut die Stellung der Schaltwerksröllchen. Hier muss ebenfalls das größte Ritzel der Kassette in einer Linie mit den Schaltwerksröllchen stehen.
  3. Hier kommt es etwas darauf an, ob Du mit einem Umwerfer oder mit einem Zwölffach-Antrieb unterwegs bist. Letzteres ist sogar einfach einzustellen. Die Hersteller Shimano und Sram beten hier sogar nützliche Hilfsmittel an, um den Abstand zwischen Schaltwerk und Kassette korrekt einzustellen. Zur Winkeleinstellung verbleibt die Kette auf dem kleinsten Kettenblatt und auf dem größten Ritzel. Mit der B-Schraube (sie ist bei neueren Schaltwerken i.d.R. markiert) verstellst Du die Feder in der Schaltwerksaufhängung und somit die Höhe des oberen Schaltröllchens. Ist die Federspannung zu locker, kann das Röllchen das größte Ritzel berühren. Optimal ist die Spannung eingestellt, wenn zwischen den Zähnen des größten Ritzels und dem Schaltröllchen ca. Shimano stanzt in der Regel eine kleine Hilfslinie auf der Hinterseite des Schaltwerkskäfigs ein. Diese Hilfslinie muss mit der oberen Kannte der Zähne des größten Ritzels der Kassette fluchten. Zunächst wird die Kette auf das größte Ritzel gelegt und anschließend die Schablone an das obere Schaltwerksröllchen auf der Innenseite angelegt. Ritzelseitig sind an der Schablone die Zähne des Zahnkranzes angedeutet. Für den richtigen Abstand müssen nun die Zähne der Kassette mit den Zähnen der Schablone übereinstimmen. Mittlerweile gibt es eine neue Version des roten Chain-Gap-Tools, welches jedoch ähnlich funktioniert.
  4. Schalte zunächst auf das große Kettenblatt und drehe nun die Einstellschraube für die Zugspannung am Schalthebel oder am Schaltwerk fast ganz hinein.
  5. Dieser Schritt erfordert etwas Übung und Geduld. Hast Du bis jetzt alles richtig gemacht, sollte die Schalteinstellung schon fast passen. Schaltet zuerst auf das mittlere Kettenblatt. Nun bewegt die Kurbel und schaltet die Gänge einzeln durch. Achte hier auf die Reaktion der Kette: Springt sie in die gewünschte Richtung, ist alles okay. Springt der Gang nicht sofort auf das nächsthöhere Ritzel, muss die Zugspannung etwas erhöht werden. Dies erreichst Du, indem Du die Einstellschraube um ca. eine viertel Drehung herausdrehst. Mach das so lang, bis der Gang sofort wechselt. Springt die Kette nicht direkt nach dem Schalten auf das nächstkleinere Ritzel, muss das Schaltseil etwas entlastet werden. Hierfür drehst Du die Einstellschraube wieder etwas hinein. TIPP: Hierfür empfiehlt sich ein Montageständer, in den das Rad eingehängt werden kann. An Schalthebel bzw.
  6. Zu guter Letzt empfehle ich eine kleine Probefahrt.

Umwerfer einstellen (falls vorhanden)

Bist Du mit einem Zwei- oder Dreifach-Antrieb unterwegs? So kannst Du Deinen Umwerfer einstellen.

  1. Dein Umwerfer hat dann die richtige Höhe, wenn zwischen Leitblech und den Zähnen des großen Kettenblatts ca. 1 bis 3 Millimeter Platz ist. Ist dies nicht der Fall, kannst Du die Höhe über die Klemmschelle oder durch ein Langloch mit Schraube verstellen. Hierfür musst Du gegebenenfalls den Schaltzug lösen.
  2. Zur Einstellung des unteren Endanschlags musst Du zunächst auf das größte Ritzel und das kleinste Kettenblatt schalten. Löse nun den Schaltzug, indem Du die Inbusschraube lockert. Nun kannst Du wieder mit der mit L gekennzeichneten Schraube die Lage des Leitblechs verstellen. Du hast den Endanschlag dann korrekt eingestellt, wenn die Kette das Leitblech gerade so nicht mehr berührt und ca. Der untere Endanschlag des Umwerfers ist dann korrekt eingestellt, wenn zwischen Kette und Leitblech ca.
  3. Nachdem Du den unteren Endanschlag eingestellt hast, kannst Du den Schaltzug wieder am Umwerfer montieren.
  4. Schalte nun auf das größte Kettenblatt und das kleinste Ritzel. ACHTUNG: Stellt die Endanschläge eher etwas enger ein. Denn auch hier gilt: Ist der Endanschlag zu weit eingestellt, springt die Kette beim Schalten vom Blatt.
  5. Sind alle Endanschläge eingestellt, ist nun - wie beim Schaltwerk - die Zugspannung an die Reihe. Schaltet hierfür auf das mittlere Blatt und auf das größte Ritzel.
  6. Mache eine kleine Probefahrt. TIPP: Sollte es bei der Probefahrt zu einem Durchrutschen der Kette kommen, ist womöglich der Antrieb verschlissen. Eine Verschleißlehre gibt Auskunft, ob Kette oder sogar Kassette/Kettenblätter ausgetauscht werden müssen.

Fehlerbehebung

Die Hauptursache für schlecht funktionierende Schaltungen ist zu viel Reibung. Weniger Dreck bedeutet weniger Reibung. Alle beweglichen Teile müssen sauber und geschmiert sein.

Häufige Probleme und Lösungen

  • Schaltauge verbogen: Ein sichtbar verzogenes Schaltauge lässt eine saubere Einstellung der Schaltung per se nicht mehr zu. Je nachdem kannst Du es mit einem Richtwerkzeug korrigieren, allerdings ist es bei modernen Rahmen mit Steckachse meist massiver, aus CNC-gefrästem Alu, daher schwer zu richten. Wir empfehlen, bei Beschädigung direkt ein neues Schaltauge zu verbauen.
  • Schaltzug und Außenhülle: Damit der Schaltgriff exakte „Befehle“ an das Schaltwerk weiterleiten kann, muss der Schaltzug und die schützende Außenhülle akkurat angeschlossen sein. Wenn Du einen neuen Schaltzug installierst, solltest Du auch immer gleich prüfen, ob er reibungsarm durch die komplette Hülle gleitet. Falls nicht, musst Du besser auch die Hülle tauschen.
  • Reibungsdämpfer prüfen: Moderne 11- und 12-fach-Schaltwerke von Shimano und SRAM beherbergen eine Mechanik zur Erhöhung der Kettenspannung, die in der Verbindung von Schaltwerkskörper zum Käfig steckt. Da diese Technik ebenfalls einem Verschleiß unterliegt, kontrolliere die Funktion bzw. die Wirkung der Kupplung: Der Käfig darf sich nur mit spürbarem Kraftaufwand nach vorne bewegen lassen - Du spürst ein deutliches Losbrechmoment im Gelenk, bevor du gegen die Federkraft andrückst. So soll es sein!

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0